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	<title>L’esprit d’escalier &#187; Nekropolis</title>
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		<title>Philemon und Baucis</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Oct 2007 15:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mythologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese aufrecht stehende Reliefgrabplatte befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Sie wurde im Jahr 1938 aus Kalkstein gefertigt. Es handelt sich hierbei um eine Darstellung der durch den römischen Dichter Ovid überlieferten Sage „Philemon und Baucis&#8221;. Darin wird berichtet, dass Jupiter1 und sein Sohn Hermes2 einst in Menschengestalt auf die Erde herabkamen und das [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/philemon-baucis-gross.jpg" rel="lightbox[223]"><img class="alignleft size-full wp-image-1518" title="Darstellung von Philemon und Baucis auf einer Grabplatte in Hamburg Ohlsdorf" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/philemon-baucis-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="306" /></a><span class="initial">D</span>iese aufrecht stehende Reliefgrabplatte befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Sie wurde im Jahr 1938 aus Kalkstein gefertigt. Es handelt sich hierbei um eine Darstellung der durch den römischen Dichter Ovid überlieferten Sage „Philemon und Baucis&#8221;.</p>
<p>Darin wird berichtet, dass Jupiter<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_0_223" id="identifier_0_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="griech. Zeus">1</a></sup> und sein Sohn Hermes<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_1_223" id="identifier_1_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="griech. Merkur">2</a></sup> einst in Menschengestalt auf die Erde herabkamen und das auf der gegenüberliegenden Seite der Ägais gelegene Phrygien besuchten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_2_223" id="identifier_2_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das heutige Anatolien">3</a></sup>: <em>„Jupiter kam hierher, wie ein Sterblicher, und mit dem Vater / Sein stabtragender Sohn Merkurius, ohne Gefieder.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_3_223" id="identifier_3_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">4</a></sup></p>
<p>Dort wollten sie die Gastfreundschaft der Bevölkerung auf die Probe stellen, da Jupiter auch Schützer des Gastrechts war und daher auch Jupiter hospitalis (bzw. Zeus Xenios) hieß. Als arme und müde Wanderer verkleidet klopften sie an die Türen jeder kleinen Hütte und jedes großen Hauses, fanden jedoch nirgendwo Einlass: <em>„Tausend Wohungen nahn sie, um Obdach bittend und Ruhe; / Tausend Wohnungen sperret das Schloß&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_4_223" id="identifier_4_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">5</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Schließlich kamen sie zu einer Hütte, die alle vorherigen an Armseligkeit übertraf und deren Dach lediglich aus Blattwerk bestand. Auf ihr Klopfen hin wurde die Tür jedoch weit geöffnet, und eine fröhliche Stimme bat die beiden Wandersleute herein: <em>„Ein Häuschen empfängt sie, / Zwar sehr klein, mit Halmen gedeckt und Rohre des Sumpfes&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_5_223" id="identifier_5_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">6</a></sup></p>
<p>Zwar mussten sie sich bücken, um die niedrige Tür passieren zu können, doch einmal im Inneren angelangt, fanden sie einen behaglichen und sauberen Raum vor. Ein freundlich dreinblickendes altes Ehepaar hieß die beiden Wanderer willkommen und begann in aller Betriebsamkeit damit, es ihren Gästen so bequem wie möglich zu machen. So stellte der Alte eine Bank an die Feuerstelle und forderte seine Gäste auf, es sich darauf bequem zu machen und die müden Glieder auszustrecken. Zuvor hatte die alte Frau noch eine weiche Decke über die Bank gebreitet. Sie stellte sich den Fremden als Baucis und ihren Mann als Philemon vor: <em>„Aber die redliche Baucis, und gleich an Alter Philemon, / Beide verlebeten dort die blühende Jugend, und beide / Alterten dort allmählich. Die Armut offen bekennend / Machten sie leicht und erträglich mit nicht unwilliger Seele. / Gleichviel, ob du den Herrn dort aufsuchst, oder den Diener: / Zween sind das sämtliche Haus; und dieselbigen tun und befehlen. / Als nun das himmlische Paar sich genaht der ärmlichen Wohnung, / Und die Scheitel gebückt, zur niedrigen Pforte hineinging, / Heißt sie der freundliche Greis ausruhn auf gestelletem Sessel, / Den mit grobem Gewebe die emsige Baucis bedeckte. / Darauf, dem Herde genaht, zerwühlt sie die lauliche Asche, / Weckt das gestrige Feuer, mit Laub und trockener Rinde / Nährend, und bläst aus dem Rauche mit keuchendem Atem die Flammen. / Kleingespaltenes Holz und gedörretes Reis von dem Boden / Trägt sie herab, und zerknickt&#8217;s, und legt es dem Kesselchen unter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_6_223" id="identifier_6_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">7</a></sup></p>
<p>Während sie einen Kessel mit Wasser über das Feuer hängte, erzählte sie, dass sie mit ihrem Mann seit ihrer Hochzeit in dieser Hütte gelebt habe und sie immer glücklich gewesen seien. Sie seien zwar arm, doch dennoch zufrieden. Gerade als das Wasser zu kochen begann, kam der Alte mit einem Kohlkopf aus dem Garten herein. Zusammen mit einem Stück Schweinefleisch wurde der Kohl nun gekocht: <em>„Auch was der Mann an Gemüs&#8217; im gewässerten Garten gesammelt, / Blättert sie ab. Doch jener mit zweigehörnter Gaffel / Hebt den beräucherten Rücken des Schweins von der rußigen Latte, / Wo er ihn lange gespart, und schneidet ein Stück von der Schulter, / Weniges nur nur, und zähmet den Schnitt in der brausenden Wallung. / Beide verkürzen indes die Zwischenstund&#8217; in Gesprächen, / Daß den Verzug nicht fühlen die Fremdlinge. Nahe dem Herde / Hing die buchene Wann&#8217; am Pflock mit gebogenem Handgriff. / Diese, mit laulichem Wasser gefüllt, empfänget die Glieder / Bähend. Es steht in der Mitte, von fedrigen Kolben des Teichschilfs / Weich ein Lager gestopft, das Gestell und die Füße von Weiden. / Dieses umhüllen sie nun mit Teppichen, die sie gewöhnlich / Nur am festlichen Tag&#8217; ausbreiteten; aber auch diese / Waren schlecht und veraltet, der weidenen Flechte nicht unwert. / Hierauf ruhn die Götter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_7_223" id="identifier_7_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">8</a></sup><em> </em></p>
<p>Währenddessen deckte Baucis mit ihren zitternden alten Händen den Tisch: <em>„</em><em>Geschürzt dann stellet und zitternd / Baucis den Tisch; doch einer der drei Tischfüße war ungleich; / Bald macht gleich ihn die Scherbe: da untergefügt sie den Höcker / Heilete, jetzo reibt den geebneten grünende Minze.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_8_223" id="identifier_8_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">9</a></sup> Sie brachte Oliven, in Essig eingelegte Kornelkirschen, Radieschen und Käse sowie einige Eier auf den Tisch. Auch Nachtisch wurde bereitgehalten: <em>„Aufgetischt wird dann die gesprenkelte Beere der Pallas. / Auch des Herbstes Kornelle, bewahrt in gekläreter Lake; / Rettich, Endivien auch, und Milch zu Käse gerundet; / Eier zugleich, vorsichtig in warmer Asche gewendet: / Alles auf irdnem Geschirr. Der aus Ton geformte Mischkrug / Prangt nun bunt auf der Tafel, und buchene Becher, mit Zierat / Voll geschnitzt, und die Höhlung mit gelblichem Wachse gefirnißt. / Wenige Frist, da sendet der Herd die dampfenden Speisen. / Wieder enthebt man jetzo die nicht hochaltrigen Weine; / Daß sie, entfernt ein kleines, den Raum nicht engen dem Nachtisch. / Hier ist Nuß, hier Feige, gemischt mit runzligen Datteln, / Pflaumen im kleineren Korb&#8217;, im größeren duftende Äpfel, / Und großbeerige Trauben, von Purpurreben gesammelt; / Mitten die weißliche Scheibe des Honiges; aber vor allem / Ladet der heitere Blick, und ein Herz, nicht träge noch kargend.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_9_223" id="identifier_9_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">10</a></sup></p>
<p>Philemon stellte zwei wacklige Bänke an den Tisch. Kohl und Fleisch waren indes gar und wurden ebenfalls aufgetischt. Nachdem alles bereit war, forderten Philemon und Baucis ihre Gäste auf, es sich schmecken zu lassen. Philemon brachte ihnen überdies noch Becher aus Buchenholz und einen Tonkrug mit Wein, der eher Ähnlichkeit mit Essig hatte und zudem mit Wasser verdünnt war. Doch Philemon war offensichtlich stolz und glücklich, seinen Gästen etwas Derartiges vorsetzen zu können. Er achtete darauf, sofort wenn ein Becher leer wurde, nachzuschenken. In seiner geschäftigen Gastfreundlichkeit fiel dem alten Ehepaar zunächst nicht auf, dass der Weinkrug sich nie leerte. Egal wieviel Philemon nachschenkte, der Krug blieb randvoll. Als sie dessen dann doch gewahr wurden, wechselten sie schreckerfüllte Blicke, senkten sodann aber ihre Augen und beteten leise. Sie hatten erkannt, dass es sich bei ihren Gästen nicht um gewöhnliche Menschen handelte: <em>Beide nun sehn, daß, wie oft sie erschöpfeten, immer der Mischkrug / Wieder von selbst sich füllt, und der Wein freiwillig heranwächst. / Staunend vor Angst und bestürzt, und rückwärts hebend die Hände, / Flehen sie, Baucis zugleich, im Gebet, und der bange Philemon&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_10_223" id="identifier_10_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">11</a></sup> <span id="more-223"></span>Mit bebenden Stimmen und am ganzen Leib zitternd baten sie ihre Gäste um Vergebung für das karge Mahl, das sie ihnen serviert hatten. Sie seien im Besitz einer alten Gans, die ihnen als Beschützerin ihres bescheidenen Häuschens diene. Diese würden sie aber sogleich zubereiten, wenn die Gäste solange warten würden. Doch es sollte ihnen partout nicht gelingen, die Gans zu fangen, so sehr sie sich, zur großen Belustigung von Jupiter und Merkur (die natürlich auch hier, wie schon beim Weinkrug ihre Hände im Spiel hatten), auch mühten. Schließlich gaben sie völlig entkräftet auf: <em>„Daß sie mit Gnad&#8217; anschauen das ungerüstete Gastmahl. / Jetzo die einzige Gans, die bei der Nacht ihr winziges Häuschen / Hütete, trachten die Eigner den himmlischen Gästen zu opfern. / Jene, mit flatterndem Lauf vor den langsam folgenden Alten, / Müdet sie lang&#8217; umtäuschend, und fliehet zuletzt, wie um Rettung, / Zu den Unsterblichen selbst; und den Tod verbieten die Herrscher.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_11_223" id="identifier_11_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">12</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Nun hielten die Götter den Zeitpunkt für gekommen, sich den alten Leuten zu offenbaren. Sie seien die Gastgeber von Göttern gewesen, ließen sie die Alten wissen. Dafür sollten sie belohnt werden. Das ungastliche Land, in dem der arme Fremde verschmäht werde, solle bestraft werden, nicht jedoch sie: <em>„Wir sind Götter und tragen den unrechtschaffenen Nachbarn, / Sagten sie, würdigen Lohn. Doch euch vergönnen wir, teillos / Solcher Strafe zu sein. Verlasst nur eure Wohnung / Folget unserem Schritt, und hinauf zu den Höhen des Berges / Gehet zugleich! &#8211; Sie gehorchen, und beid&#8217; auf Stäbe gestützet, / Streben sie weit hinauf mit mühsamen Tritten die Anhöh&#8217;n. / Jetzo dem Gipfel so fern,<br />
wie der Pfeil von der Senne geschnellet, / Abreicht, wenden sie bange den Blick; und in sumpfender Sintflut / Sehen sie alles versenkt; ihr eigenes Häuschen war übrig. </em>((ebd.))<em><br />
</em></p>
<p>Sie waren nunmehr von einem großen See umgeben. Obwohl die Nachbarn nie gut zu Philemon und Baucis gewesen waren, weinten die beiden doch um sie, da sie von den Göttern von der Erde getilgt worden waren. Doch ihre Tränen trockneten angesichts des nun folgenden Wunders. Ihre kleine, niedrige Hütte verwandelte sich plötzlich in einen Tempel aus weißestem Marmor, versehen mit herrschaftlichen Säulen und einem goldenen Dach: <em>„Während sie noch anstaunten, der Nachbarn Schicksal bejammernd; / Sieh! die veraltete Hütte, zu klein auch zweien Bewohnern, / Wandelt zum Tempel sich um: für die Gaffeln ragt ein Gesäul auf:</em> /<em> Rötlich schimmert das Stroh, und wie Gold erscheinet der Giebel, / Bunt getrieben die Pfort&#8217;, und gedeckt der Boden mit Marmor.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_12_223" id="identifier_12_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">13</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Daraufhin stellte ihnen Jupiter darüber hinaus noch einen Wunsch frei. Die alten Leute tauschten sich kurz flüsternd aus. Dann äußerte Philemon ihrer beider Wunsch. Sie wünschten, die Priester dieses Tempels zu sein und ihn zu hüten. Da sie so lange zusammen gelebt hätten, sei es ihr Wunsch, dass keiner von beiden je allein sein müsse und das Grab des anderen sehen müsse. Man möge ihnen daher vergönnen, gemeinsam zu sterben. Die Götter gewährten diesen Wunsch. Noch lange lebten sie in diesem Tempel und ehrten darin die Götter<em>: Jetzt mit ruhigem Antlitz begann Saturnius also: / Sagt uns, redlicher Greis, und du des redlichen Mannes / Würdige, was ihr begehrt! &#8211; Mit Baucis redet Philemon / Weniges, öffnet den Himmlischen drauf den gemeinsamen Ratschluß: / Euere Priester zu sein, und euch zu pflegen des Tempels, / Werd&#8217; uns vergönnt! Und weil wir in Eintracht immer gelebet, / Laßt die selbige Stund&#8217; uns beid&#8217; hinnehmen; und niemals / Schau&#8217; ich die Gruft der Gattin hinfort, noch bestatte mich jene! / Gleich war Wunsch und Erfolg. Sie pflegeten beide des Tempels, / Ganz ihr Leben hindurch.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_13_223" id="identifier_13_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">14</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Es ist nicht überliefert, ob die beiden ihre armselige Hütte, die doch so gemütlich und freundlich war, je vermissten. Eines Tages nun standen sie vor der marmornen und goldenen Pracht und begannen, sich über ihr früheres Leben auszutauschen, das so hart und doch so glücklich gewesen war. Beide waren inzwischen überaus alt geworden. Während sie ihre Erinnerungen austauschten, brachten beide mit einem Mal Blätter hervor und Rinde wuchs um sie herum. Die Zeit reichte gerade noch dazu aus, einander zuzurufen: „Lebe wohl, geliebter Gefährte&#8221;. In dem Moment als die Worte verklungen waren, wurde beide zu Bäumen &#8211; Baucis zu einer Linde und Philemon zu einer Eiche. Doch sie waren nach wie vor zusammen, da sie aus ein und demselben Stamm wuchsen. Von nah und fern kamen die Menschen fortan, um dieses Wunders gewärtig zu werden: <em>Da, gelöst von Jahren und Alter, / Einst vor den heiligen Stufen vereint sie standen und sprachen / Über das Schicksal des Orts, sah Baucis in Laub den Philemon, / Sah der alte Philemon in Laub aufgrünen die Baucis. / Und wie nun beider Gesicht der laubige Wipfel emporwuchs: / Leb&#8217;, o Trautester, wohl! und o Trauteste! riefen sie wechselnd, / Weil sie noch konnten, zugleich; und zugleich umhüllte das Antlitz / Beiden Gebüsch. Noch zeigt der tyanischen Fluren Bewohner / Dort das heilige Paar als nachbarlich grünende Bäume. / Wahrheit liebende Greise (warum auch sollten sie täuschen?) / Haben mir solches erzählt. Auch sah ich die hangenden Kränze / Selbst an den Ästen umher; und hängend den meinigen sagt ich: / Fromme sind Himmlischen wert, und Ehrende werden geehret.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_14_223" id="identifier_14_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">15</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Die in der Sage beinhaltete Vorstellung, über den Tod hinaus in Liebe verbunden zu bleiben, eignet sich wunderbar als Trostmotiv für alle Liebenden, die ihre Trennung durch den Tod fürchten. Die Idee, dass Tote in Bäumen fortleben, ist ein weiterer Trostaspekt. Die Grabplatte repräsentiert ein recht seltenes Grabsteinmotiv, womit sie den Friedhof bereichert und mitnichten nur Angehörige der darunter Begrabenen inspiriert. Begraben ist dort tatsächlich ein Ehepaar, dem leider nicht der gleichzeitige Tod vergönnt war, wie Philemon und Baucis. Sie starb 1938 (geb. 1861), ihr Mann folgte 1942 (geb. 1853). Der Künstler ist unbekannt, die Arbeit dürfte aus den Dreißiger Jahren stammen.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</em></li>
<li><em></em><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_223" class="footnote">griech. Zeus</li><li id="footnote_1_223" class="footnote">griech. Merkur</li><li id="footnote_2_223" class="footnote">das heutige Anatolien</li><li id="footnote_3_223" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_4_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_5_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_6_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_7_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_8_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_9_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_10_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_11_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_12_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_13_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_14_223" class="footnote">ebd.</li></ol>
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</ul>

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		<title>When we have wandered all our ways</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 19:06:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Plastik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Motiv des müden Wanderers bzw. Pilgers findet sich auch auf dem Pariser Friedhof Montparnasse. Dort wird es von einer Plastik des spanischen Bildhauers Baltasar Lobo (*1910, †1993) verkörpert, die sich auf dessen Grab befindet. Folgende Zeilen von Walter Ralegh (*1554, †1618) scheinen geeignet, das Wanderermotiv lyrisch aufzunehmen: Even such is time, which takes in [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baltasar-lobo-wanderer-paris-gross.jpg" rel="lightbox[18]"><img class="alignleft size-full wp-image-1523" title="Plastik von Baltasar Lobo auf dem Friedhof Montparnasse in Paris" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baltasar-lobo-wanderer-paris-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="299" /></a><span class="initial">D</span>as Motiv des müden Wanderers bzw. Pilgers findet sich auch auf dem Pariser Friedhof Montparnasse. Dort wird es von einer Plastik des spanischen Bildhauers Baltasar Lobo (*1910, †1993) verkörpert, die sich auf dessen Grab befindet. Folgende Zeilen von Walter Ralegh (*1554, †1618) scheinen geeignet, das Wanderermotiv lyrisch aufzunehmen:</p>
<p>Even such is time, which takes in trust / Our youth, our joys, and all we have, / And pays us but with age and dust, / Who in the dark and silent grave, / When we have wandered all our ways, / Shuts up the story of our days. / And from which earth, and grave, and dust, / The Lord shall raise me up, I trust.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_0_18" id="identifier_0_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="The Concise Oxford Dictionary of Quotations, Oxford 1964, S. 174.">1</a></sup></p>
<p>Dies habe Ralegh am Abend vor seiner Hinrichtung geschrieben, sodass der fromme Beiklang nur verständlich ist. Man fand die Zeilen in Raleghs Bibel im Gatehouse Prison in Westminster, London, wo er zuvor dreizehn Jahre mit einer Unterbrechung in Haft gesessen hatte. Auf dem Schafott habe er, nachdem er die Schärfe des Henkersbeils geprüft hatte, gesagt: &#8220;&#8216;Tis a sharp remedy, but a sure one for all ills.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_1_18" id="identifier_1_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">2</a></sup> Auf die Frage, wie er sein Haupt auf dem Richtblock zu betten beliebe, habe er entgegnet: &#8220;So the heart be right, it is no matter which way the head lies.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_2_18" id="identifier_2_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">3</a></sup></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_18" class="footnote">The Concise Oxford Dictionary of Quotations, Oxford 1964, S. 174.</li><li id="footnote_1_18" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_2_18" class="footnote">ebd.</li></ol>
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		<title>Des Treibens müde</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2007 18:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese aufrecht stehende Grabplatte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Das darauf dargestellte Motiv des müden Wanderer bzw. Pilgers lässt an Goethes „Wandrers Nachtlied&#8221; denken: Der du von dem Himmel bist / Alles Leid und Schmerzen stillest, / Den, der doppelt elend ist, / Doppelt mit Erquickung füllest, / Ach! ich bin des [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/wanderer-hamburg-ohlsdorf-gross.jpg" rel="lightbox[3]"><img class="alignleft size-full wp-image-1537" title="Skulptur eines Wanderers auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/wanderer-hamburg-ohlsdorf-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="196" /></a><span class="initial">D</span>iese aufrecht stehende Grabplatte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Das darauf dargestellte Motiv des müden Wanderer bzw. Pilgers lässt an Goethes „Wandrers Nachtlied&#8221; denken:</p>
<p>Der du von dem Himmel bist / Alles Leid und Schmerzen stillest, / Den, der doppelt elend ist, / Doppelt mit Erquickung füllest, / Ach! ich bin des Treibens müde! / Was soll all der Schmerz und Lust? / Süßer Friede! / Komm, ach komm in meine Brust!<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/#footnote_0_3" id="identifier_0_3" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Johann Wolfgang Goethe, Wandrers Nachtlied. In: Deutsche Gedichte. Herausgegeben von Hans-Joachim Simm. Frankfurt a.M. und Leipzig 2001, S. 342.">1</a></sup></p>
<p>Auch ein weiteres Nachtlied eines Wanderers von Goethe kommt einem in den Sinn &#8211; nämlich „Ein gleiches&#8221;, womit ein gleiches bzw. weiteres Nachtlied gemeint ist:</p>
<p>Über allen Gipfeln / ist Ruh&#8217;, / In allen Wipfeln / Spürest Du / Kaum einen Hauch; / Die Vögelein schweigen im Walde. / Warte nur! Balde / Ruhest du auch.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/#footnote_1_3" id="identifier_1_3" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Johann Wolfgang Goethe, Ein gleiches. Ebd.">2</a></sup></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_3" class="footnote">Johann Wolfgang Goethe, Wandrers Nachtlied. In: Deutsche Gedichte. Herausgegeben von Hans-Joachim Simm. Frankfurt a.M. und Leipzig 2001, S. 342.</li><li id="footnote_1_3" class="footnote">Johann Wolfgang Goethe, Ein gleiches. Ebd.</li></ol>
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		<title>Bedecke deinen Himmel, Zeus &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2007 17:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mythologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses eindrucksvolle Grabmal mit der Darstellung des gefesselten Prometheus befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise in der 96. Division. Gewidmet ist es Paul Boucherot (*1869, †1943), einem Eisenbahningenieur und Erfinder, der in den Rang eines Commandeur de la Legion d&#8217;Honneur erhoben wurde, wie die Grabinschrift wissen lässt. Anders als im Mythos, wo der [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/prometheus-friedhof-pere-lachaise-gross.jpg" rel="lightbox[20]"><img class="alignleft size-full wp-image-1599" title="Prometheus auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris (Prométhée au cimetière du Père Lachaise à Paris)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/prometheus-friedhof-pere-lachaise-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="274" /></a><span class="initial">D</span>ieses eindrucksvolle Grabmal mit der Darstellung des gefesselten Prometheus befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise in der 96. Division. Gewidmet ist es Paul Boucherot (*1869, †1943), einem Eisenbahningenieur und Erfinder, der in den Rang eines Commandeur de la Legion d&#8217;Honneur erhoben wurde, wie die Grabinschrift wissen lässt. Anders als im Mythos, wo der Adler Ethon Prometheus täglich heimsucht, um von dessen sich immer wieder erneuernder Leber zu fressen, scheint es sich hier eher um einen Geier zu handeln, was der Qual jedoch sicher keinen Abbruch tut.</p>
<p>Warum Boucherot ein Grabmal mit dieser Darstellung gesetzt wurde, ist unklar. Vielleicht nimmt es Bezug auf seine wissenschaftliche oder gar religionsfeindliche Weltanschauung, die bei einem Ingenieur ja nicht abwegig ist. Das Grab mutet jedoch etwas hybrisch an, da Boucherot der Menschheit nicht etwas so Grundlegendes geschenkt hat, wie Prometheus, der ihr das Feuer brachte. Boucherot sind einige Erfindungen im Bereich der Elektrotechnik zu verdanken, die aber allesamt nicht den Eindruck erwecken, außergewöhnlich bahnbrechend bzw. grundlegend gewesen zu sein. Möglicherweise verbergen sich in der Wahl der Prometheus-Darstellung auch Zweifel und Selbstkritik des Wissenschaftlers an seinen Erkenntnissen. Nun hat Boucherot aber auch keineswegs die <em>theory of everything</em> bzw. die <em>Weltformel</em> gefunden, wie Möbius in Dürrenmatts <em>Die Physiker</em>, weshalb ethische Zweifel am Nutzen seiner Erfindungen abwegig erscheinen. Prometheus trägt aber aufgrund seiner Zuwendung zum Menschen und seiner Opposition gegen die Götter die Verantwortung dafür, dass Zeus Pandora aus Lehm schaffen und von Hermes auf die Erde bringen ließ, um die Menschheit für den Feuerdiebstahl des Prometheus zu strafen. Prometheus&#8217; Bruder Epimetheus nahm Pandora &#8211; allen Warnungen zum Trotz &#8211; zur Frau. Bald jedoch öffnete Pandora die Büchse und entließ somit alle Übel in die Welt, nur <em>elpis</em> (Hoffnung) blieb auf dem Boden der Büchse zurück. So wurde die Welt ein trostloser Ort, bis Pandora die Büchse erneut öffnete und damit auch die Hoffnung in die Welt entließ.<br />
Es ist durchaus vorstellbar, dass Prometheus, der für die Menschen eigentlich Gutes wollte, Schuldgefühle hatte, weil er auch die Übel über sie gebracht hatte. Doch auch hier ist eine Parallele zwischen Prometheus und Boucherot nicht erkennbar. Schließlich sollte man daher nicht die Möglichkeit ausschließen, dass Boucherot einfach ein Freund der Mythologie war und die Prometheus-Sage womöglich die Sage war, die er am meisten mochte.</p>
<p>Ungeachtet allen oben angestellten Spekulationen über die beabsichtigte Aussage der Skulptur, kann festgehalten werden, dass es sich dabei um eine der eindrucksvollsten figürlichen Darstellungen handelt, die sich auf Père Lachaise befinden. Es ist fast verwunderlich, dass Boucherots Grabstätte nicht in der von der Stadt Paris herausgegebenen und kostenlos zur Verfügung gestellten Broschüre mit Friedhofsplan vorkommt. Darin sind immerhin etwa 150 der „meistgefragten Grabstätten&#8221; (Sépultures parmi les plus demandées) verzeichnet. Doch lag bei dieser Zusammenstellung der Schwerpunkt wohl eher auf der Berühmtheit der jeweiligen Verstorbenen als auf dem künstlerischen Wert oder die Originalität der Grabmäler. So sind einige Gräber sehr berühmter Personen alles andere als spektakulär oder künstlerisch wertvoll. Manch weniger Bekannte ist hingegen, wie obiges Beispiel beweist, mit einem absolut bemerkenswerten Grabstein ausgestattet.</p>

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		<title>Friede den Entschlafenen</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2007 18:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkmale]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmal]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sarkophag erinnert an die letzte Phase der Besatzung Hamburgs durch napoleonische Truppen im Winter 1813/14. Tausende Hamburger Bürger, die nicht ausreichend persönlichen Proviant vorweisen konnten, wurden damals von den Besatzern des Stadtgebietes verwiesen. Den Franzosen ging angesichts der Belagerung der Stadt durch die Allierten die Verpflegung der Truppe vor &#8211; hungrige Zivilisten hatten da [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/sarkophag-in-planten-un-blomen-in-hamburg-gross.jpg" rel="lightbox[89]"><img class="alignleft size-full wp-image-1691" title="Sarkophag in Planten un Blomen in Hamburg" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/sarkophag-in-planten-un-blomen-in-hamburg-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="314" height="201" /></a><span class="initial">D</span>er Sarkophag erinnert an die letzte Phase der Besatzung Hamburgs durch napoleonische Truppen im Winter 1813/14. Tausende Hamburger Bürger, die nicht ausreichend persönlichen Proviant vorweisen konnten, wurden damals von den Besatzern des Stadtgebietes verwiesen. Den Franzosen ging angesichts der Belagerung der Stadt durch die Allierten die Verpflegung der Truppe vor &#8211; hungrige Zivilisten hatten da das Nachsehen. Etwa ein knappes halbes Jahr später wurde die Stadt von russischen Truppen befreit, was nicht verhinderte, dass viele der Vertriebenen den Tod fanden. Der Sarkophag befindet sich auf dem Gelände von Planten un Blomen in Hamburg. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet:<br />
FRIEDE DEN ENTSCHLAFENEN<br />
AN DIESER STÆTTE RUHEN DIE GEBEINE VON ELFHUNDERT ACHT UND DREIZIG HAMBURGERN WELCHE MIT VIELEN TAUSENDEN IHRER MITBÜRGER VON DEM FRANZÖSISCHEN MARSCHALL DAVOUST IM HÆRTESTEN WINTER 1813 UND 1814 AUS DEM BELAGERTEN HAMBURG VERTRIEBEN, MIT MENSCHENFREUNDLICHER MILDE IN ALTONA AUFGENOMMEN, VON DESSEN EDLEN EINWOHNERN SOWIE VON IHREN FRÜHER AUSGEWANDERTEN LANDESLEUTEN IN IHREM ELENDE UNTERSTÜTZT UND VERPFLEGT, DEM UNGEACHTET ABER OPFER IHRES KUMMERS UND ANSTECKENDER SEUCHEN WURDEN<br />
IM JAHRE 1841 IST DIESES MONUMENT MIT DEN GEBEINEN VON OTTENSEN HIERHER VERSETZT.<br />
<span id="more-89"></span>Die Inschrift auf der Rückseite lautet:</p>
<p class="MsoNormal">DIESEN DENKSTEIN ERRICHTETEN<br />
HAMBURGS TRAUERNDE BÜRGER IHREN<br />
ENTSCHLAFENEN MITBÜRGERN<br />
IM JAHRE 1815<em><br />
</em><br />
Maréchal Louis Nicolas Davoust (1770-1823) war von 1811 bis 1814 Generalgouverneur des &#8220;Department Bouche de l´Elbe&#8221; („Département der Elbmündung“). Am 31. Mai 1813 rückte er in die bis dahin von General Tettenborn besetzte Stadt Hamburg ein und legte ihr zur Züchtigung für ihren Abfall von Frankreich sogleich eine Geldbuße von 48 Mill. Franc auf, welche Summe er auch zum großen Teil mit erbarmungsloser Strenge eintrieb. Am 5. November ließ er die Bank in Beschlag nehmen, gegen Ende des Jahrs mehr als 20.000 Menschen aus der Stadt treiben und die Wohnungen von mehr als 8.000 niederbrennen, nachdem er schon vorher mehrere Unruhige mit dem Tod bestraft hatte. So grausam dies Verfahren, so militärisch trefflich war seine Verteidigung gegen die Alliierten, die ihn von allen Seiten einschlossen und belagerten. Von Napoleon beauftragt, ließ Davoust Hamburg gegen mögliche neue Angriffe zur Festung auszubauen. Bis zum Herbst 1813 ist eine strategisch wichtige Brückenstraße zwischen Harburg und Hamburg fertiggestellt. Die gesamte Bevölkerung wird zu Schanzarbeiten herangezogen. Bis zum endgültigen Abzug der Franzosen wird Hamburg jetzt ausschließlich unter militärstrategischen Gesichtspunkten verwaltet. Erst am 31. Mai 1814 übergab er auf Befehl Ludwigs XVIII. und nachdem seine Streitkräfte durch Krankheiten und Mangel dezimiert worden waren, die Stadt. Nach der Rückkehr Napoleons 1815 wurde Davoust Kriegsminister. Als nach dem Sieg bei Waterloo die Verbündeten gegen Paris vorrückten, schloß er, von den Kammern zum Oberbefehlshaber ernannt, 3. Juli eine Militärkonvention mit Blücher und Wellington ab, nach welcher er die französische Armee hinter die Loire führte, wo er sich am 14. Juli Ludwig XVIII. unterwarf, auch die Armee dazu aufforderte und das Kommando dem Marschall Macdonald übergab. 1819 zum Pair von Frankreich erhoben, starb er 1. Juni 1823. Er war einer der fähigsten Generale Napoleons, von außerordentlichen militärischem Scharfsinn und hervorragender Tapferkeit, die oft mit grausamer Strenge verbunden war.</p>

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		<title>Nur an das eine dacht&#8217; ich nicht &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 01:37:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich dachte hin, ich dachte her, um Glück für dich zu werben, nur an das eine dacht&#8217; ich nicht, dass du mir könntest sterben. So lautet die Inschrift auf dem Grabstein von Karabet Tchilinghiryan (1869-1927) und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen (1887-1959). Die auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf befindliche Marmorskulptur wurde 1927 von Richard Kuöhl geschaffen, [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/tchibo-gross.JPG" title="Skulptur auf dem Grab von Karabet Tchilinghiryan und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen" rel="lightbox[92]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/tchibo-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a></p>
<blockquote><p>Ich dachte hin, ich dachte her, um Glück für dich zu werben,<br />
nur an das eine dacht&#8217; ich nicht, dass du mir könntest sterben.</p></blockquote>
<p>So lautet die Inschrift auf dem Grabstein von Karabet Tchilinghiryan (1869-1927) und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen (1887-1959).<br />
Die auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf befindliche Marmorskulptur wurde 1927 von Richard Kuöhl geschaffen, auf dessen Konto auch das „Ehrenmal für die Veteranen des 76. Hamburger Infanterieregiments&#8221; am Hamburger Stephansplatz geht.<br />
Der in der Familiengrabstätte ebenfalls begrabene Carl Tchilinghiryan &#8211; wohl ein Sohn von Karabet Tchilinghiryan &#8211; war offenbar Namenspatron der Firma Tchibo. Bei dem Begriff „Tchibo&#8221; handelt es sich um ein Akronym, das sich aus den jeweils ersten Silben des (armenischen) Nachnamens <strong>Tchi</strong>linghiryan und des Substantivs <strong>Bo</strong>hne zusammensetzt.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
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		<title>Mit Charon ins Reich der Schatten</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2007 02:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Mahnmal für die Opfer des Bombenkrieges&#8221; (Friedhof Hamburg Ohlsdorf) „[...] unter vier breiten, kreuzförmig angelegten Massengräbern liegen hier 36.918 Opfer des Hamburger Feuersturms, der Bombennächte vom Juli und August 1943. Die hölzernen Querbalken tragen die Namen der Stadtteile, aus denen die Toten zu dieser Ruhestätte transportiert wurden. Der quadratische Mittelbau sowie das Relief im Innern [...]]]></description>
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<p><a title="Charon auf dem Styx" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/styx-gross.JPG" rel="lightbox[103]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/styx-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a><br />
„Mahnmal für die Opfer des Bombenkrieges&#8221; (Friedhof Hamburg Ohlsdorf)</p>
<p class="MsoNormal">„[...] unter vier breiten, kreuzförmig angelegten Massengräbern liegen hier 36.918 Opfer des Hamburger Feuersturms, der Bombennächte vom Juli und August 1943. Die hölzernen Querbalken tragen die Namen der Stadtteile, aus denen die Toten zu dieser Ruhestätte transportiert wurden.</p>
<p class="MsoNormal">Der quadratische Mittelbau sowie das Relief im Innern wurden 1947 von Gerhardt Marcks entworfen und 1952 eingeweiht. Er bedient sich in einer monumentalen und beklemmend wirkenden Szene der griechischen Mythenwelt. Dargestellt ist der Totenfährmann Charon, der ein anmutiges Brautpaar, einen Mann, eine Mutter mit Kind und einen Greis über den Acheron setzt, den Strom, der die Oberwelt vom Reich der Schatten trennt. Er wirkt erstarrt und symbolisiert die Gleichgültigkeit des organisierten Massentodes. Die anderen Figuren wirken teilnahmslos und tragen, wie der Bildhauer erläutert, ‚das Menschliche unberührt hinüber&#8217;. Mit den Mitteln der Kunst wird versucht, die Würde angesichts der furchtbaren Heimsuchung für die Stadt Hamburg zu wahren.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/03/10/mit-charon-ins-reich-der-schatten/#footnote_0_103" id="identifier_0_103" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Text entstammt der beim Mahnmal befindlichen Hinweistafel.">1</a></sup></p>
<p class="MsoNormal">Von Marcks stammt übrigens auch die bronzene Skulptur der Bremer Stadtmusikanten, wie sie seit 1953 links neben dem Bremer Rathaus steht. Aus den Bremer Stadtmusikanten stammt wiederum die Aussage: „etwas besseres als den Tod findest du überall&#8221;. Carl Zuckmayer hat diesen Satz in seinem Hauptmann von Köpenick aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass aus jeder noch so aussichtslosen Lage Kraft für einen Neuanfang geschöpft werden kann. Wenn das nicht auch auf das zerbombte Hamburg zutrifft &#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_103" class="footnote">Der Text entstammt der beim Mahnmal befindlichen Hinweistafel.</li></ol>
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</ul>

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		<title>Trauernde Frau (Arthur Bock)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 03:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Schicksal]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Grabmal wurde 1912 von Arthur Bock1 aus Muschelkalk geschaffen. Es befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstelle Claussen. Die Skulptur hat die Ausmaße von 2 x 2,2 Metern. Das gesamte Grabmal misst 1,9 x 4,4 Metern. Flankiert wird die Grabwand von zwei Granitblöcken. Das Zentrum der Darstellung bildet eine sitzende Frauenfigur [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/gottergeben-gross.JPG" title="Figur einer Trauernden - Arthur Bock" rel="lightbox[106]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/gottergeben-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignleft" /></a><span class="initial">D</span>ieses Grabmal wurde 1912 von Arthur Bock<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/#footnote_0_106" id="identifier_0_106" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*1875 Leipzig &amp;#8211; &dagger;1957 Hamburg">1</a></sup> aus Muschelkalk geschaffen. Es befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstelle Claussen. Die Skulptur hat die Ausmaße von 2 x 2,2 Metern. Das gesamte Grabmal misst 1,9 x 4,4 Metern. Flankiert wird die Grabwand von zwei Granitblöcken. Das Zentrum der Darstellung bildet eine sitzende Frauenfigur mit gesenktem Haupt und ausgebreiteten Armen. Die nach oben gerichteten Handflächen verleihen der Trauernden einen gottergebenen oder fatalistischen Ausdruck. Sie empfängt in Trauer das ihr zugedachte Schicksal.</p>
<p><em>Literatur: </em></p>
<ul>
<li><em></em><em>Leisner, Barb</em>ara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_106" class="footnote">*1875 Leipzig &#8211; †1957 Hamburg</li></ol>
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		<title>&#8230; dass sie ruhen von ihrer Arbeit (Ludolf Albrecht)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 02:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Skulptur wurde von Ludolf Albrecht1 in den Jahren 1912 und 1913 aus Granit geschaffen und befindet sich auf dem Hambuger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstätte Zenning/Deussen. Die Grabinschrift lautet: „Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit.&#8221; Dies ist ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes, wo es in Kapitel 14, Vers [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/dass-sie-ruhen-gross.JPG" title="Skulptur von Ludolf Albrecht auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf" rel="lightbox[111]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/dass-sie-ruhen-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignleft" /></a><span class="initial">D</span>iese Skulptur wurde von Ludolf Albrecht<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/#footnote_0_111" id="identifier_0_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ludolf Albrecht spielte im &uuml;brigen keine r&uuml;hmliche Rolle w&auml;hrend der NS-Diktatur. Siehe dazu den Artikel &uuml;ber Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession.">1</a></sup> in den Jahren 1912 und 1913 aus Granit geschaffen und befindet sich auf dem Hambuger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstätte Zenning/Deussen. Die Grabinschrift lautet: „Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit.&#8221; Dies ist ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes, wo es in Kapitel 14, Vers 13 heißt: „Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke folgen ihnen nach.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/#footnote_1_111" id="identifier_1_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984.">2</a></sup><br />
Das Zentrum der Skulptur wird von einer überdimensionierte Frau gebildet, die wohl „Mutter Erde&#8221; darstellen soll. Links und rechts von ihr lehnt sich je ein erschöpft anmutendes Menschenpaar, bestehend aus je einer Frau und einem Mann an sie.</p>
<p><em>Literatur: </em></p>
<ul>
<li><em></em><em></em><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em> </li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_111" class="footnote">Ludolf Albrecht spielte im übrigen keine rühmliche Rolle während der NS-Diktatur. Siehe dazu den <a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/06/22/in-den-startlochern-des-lebens/" title="Link zum Artikel über Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession">Artikel über Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession</a>.</li><li id="footnote_1_111" class="footnote">Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984.</li></ol>
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</ul>

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		<title>Anton Philipp Reclam</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 00:02:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der oben abgebildete Sarkophag befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. In ihm waren die Urnen der Familie Reclam beigesetzt, wie eine Informationstafel wissen lässt. Die dort verwendete Vergangenheitsform, weist darauf hin, dass sich die Urnen nicht mehr darin befinden, weshalb es sich bei dem Sarkophag überdies um ein Kenotaph handelt, das zwar [...]]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-gross.jpg" title="Anton Philipp Reclam - Sarkophag bzw. Kenotaph" rel="lightbox[172]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a></p>
<p><span class="initial">D</span>er oben abgebildete Sarkophag befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. In ihm waren die Urnen der Familie Reclam beigesetzt, wie eine Informationstafel wissen lässt. Die dort verwendete Vergangenheitsform, weist darauf hin, dass sich die Urnen nicht mehr darin befinden, weshalb es sich bei dem Sarkophag überdies um ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kenotaph">Kenotaph</a> handelt, das zwar nicht als solches errichtet wurde, aber der wörtlichen Bedeutung nach<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_0_172" id="identifier_0_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kenotaph, (auch:) Zenotaph, das; -s, -e [lat. cenotaphium &amp;lt; griech. kenot&aacute;phion, zu: ken&oacute;s = leer u. t&aacute;phos = Grab]">1</a></sup> zu einem wurde.<br />
Die Vermutung liegt nahe, dass die Familie Reclam die Urnen mit sich nahm bzw. überführen ließ, als sie im Jahr 1947 nach Stuttgart übersiedelte, um dort zunächst eine Filiale des Leipziger Stammhauses zu gründen, die nach Teilenteignung und Demontage des Leipziger Verlages durch die Sowjetunion im Jahr 1950 schließlich aber zum neuen Stammsitz wurde, während das Leipziger Mutterhaus verstaatlicht wurde und unter DDR-Ägide parallel dazu fortbestand. Nach der Wiedervereinigung wurde die Leipziger Universalbibliothek zugunsten der Stuttgarter eingestellt bzw. z.T. als Reclam-Bibliothek weitergeführt. Nach der Reprivatisierung des Leipziger Zweigs wurde dieser 1992 unter dem Namen Reclam Leipzig zu einer Tochtergesellschaft von Reclam Stuttgart<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_1_172" id="identifier_1_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In &auml;hnlicher Weise handhabte es &uuml;brigens auch der Frankfurter Suhrkamp-Verlag mit dem Leipziger Insel-Verlag">2</a></sup>. Diese Dependance konnte bereits in ihrem Gründungsjahr mit dem Titel „Schlafes Bruder&#8221;von Robert Schneider einen großen Erfolg verbuchen, der in 30 Auflagen erschien, in 24 Sprachen übersetzt und 1995 gar verfilmt wurde. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-2-gross.jpg" title="Anton Philipp Reclam - Kenotaph" rel="lightbox[172]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-2-gross.thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignright" /></a>Nichtsdestotrotz entschied man sich in Ditzingen<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_2_172" id="identifier_2_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im in der N&auml;he von Stuttgart gelegenen Ditzingen hat Reclam Stuttgart seit 1980 seinen Sitz.">3</a></sup> 2005 gegen einen Fortbestand des Leipziger Tochterverlages, der 2006 seine Tore schloss. Von Reclam Leipzig ist somit nichts übriggeblieben als der Name, dessen sich der Stuttgarter Verlag noch als Imprint bedient<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_3_172" id="identifier_3_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="z.B. f&uuml;r Titel aus den Bereichen Philosophie, Religion, Kulturgeschichte und Biographien sowie f&uuml;r die sog. &bdquo;Reihe Mythos&amp;#8221;">4</a></sup>. Außerdem blieb der Buchstadt Leipzig noch ein leerer Sarkophag. Ein weiteres Trauerspiel, dessen Ursache sich in den Verbrechen der Nationalsozialisten findet.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Bode, Dietrich: Reclam &#8211; Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-2003.  Stuttgart, 2003.</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_172" class="footnote">Kenotaph, (auch:) Zenotaph, das; -s, -e [lat. cenotaphium &lt; griech. kenotáphion, zu: kenós = leer u. táphos = Grab]</li><li id="footnote_1_172" class="footnote">In ähnlicher Weise handhabte es übrigens auch der Frankfurter Suhrkamp-Verlag mit dem Leipziger Insel-Verlag</li><li id="footnote_2_172" class="footnote">Im in der Nähe von Stuttgart gelegenen Ditzingen hat Reclam Stuttgart seit 1980 seinen Sitz.</li><li id="footnote_3_172" class="footnote">z.B. für Titel aus den Bereichen Philosophie, Religion, Kulturgeschichte und Biographien sowie für die sog. „Reihe Mythos&#8221;</li></ol>
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