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	<title>L’esprit d’escalier &#187; Leipzig</title>
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		<title>„&#8230; laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2007 02:28:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Denkmal erinnert an die Schlacht bei Möckern &#8211; eine Teilschlacht der Völkerschlacht bei Leipzig. Hierbei wurde am 16. Oktober 1813 das von französischen Elitetruppen unter Marschall Marmont zur Festung ausgebaute Dorf Möckern (im Nordwesten Leipzigs) von der Schlesischen Armee unter Führung ihres Oberbefehlshabers Gebhard Leberecht von Blücher („Marschall Vorwärts&#8221;) sowie vom Preußischen Armeecorps unter [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/04/13/lasst-euch-nicht-wieder-das-joch-der-knechtschaft-auflegen/' addthis:title='„&#8230; laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!&#8221; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/kugeldenkmal-in-leipzig-moeckern-gross.jpg" rel="lightbox[77]"><img class="alignleft size-full wp-image-1684" title="Kugeldenkmal in Leipzig Möckern" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/kugeldenkmal-in-leipzig-moeckern-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="245" /></a><span class="initial">D</span>as Denkmal erinnert an die Schlacht bei Möckern &#8211; eine Teilschlacht der Völkerschlacht bei Leipzig. Hierbei wurde am 16. Oktober 1813 das von französischen Elitetruppen unter Marschall Marmont zur Festung ausgebaute Dorf Möckern (im Nordwesten Leipzigs) von der Schlesischen Armee unter Führung ihres Oberbefehlshabers Gebhard Leberecht von Blücher („Marschall Vorwärts&#8221;) sowie vom Preußischen Armeecorps unter Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg erobert. Etwa 10.000 Franzosen und 5.000 Preußen ließen bei dem Gemetzel ihr Leben. Dieser Sieg trug dazu bei, dass Napoleon eine Verkürzung des durch seine Truppen gezogenen Schlachtbogens vornehmen musste. Am 19. Oktober wurde Napoleon endgültig von der Koalition besiegt.<br />
Das Sächsische Königreich gehörte durch den 1806 mehr oder weniger zwangsweise erfolgten Beitritt zum Rheinbund (Confédération du Rhin) zu den Verbündeten Frankreichs und war somit verpflichtet, Napoleon große Militärkontingente zu stellen. Im Gegenzug war Kurfürst Friedrich August I. (der Gerechte) zum König erhoben worden. Sachsen diente den Franzosen nur unwillig und gezwungenermaßen, wurde aber nichtsdestotrotz von den Siegern als Kollaborateur angesehen und musste fürchten, als solcher vom Wiener Kongress abgestraft zu werden. Preußens Ziel war es dabei, im Zuge der Arrondierung seines Territoriums, sich das Königreich Sachsen als Ganzes einzuverleiben, was jedoch nicht gelang, da es nicht dem Interesse Österreichs bzw. Frankreichs (die Monarchie war wiederhergestellt) entsprach, Preußen mehr als nötig erstarken zu lassen. Das europäische Gleichgewicht stand auf dem Spiel.<a title="Gedenkstein in der Georg-Schumann-Straße (Höhe Knopstraße) in Leipzig Möckern (Vorder- und Rückansicht)" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/mockern-1a.jpg" rel="lightbox[77]"><img class="alignright" title="Gedenkstein in der Georg-Schumann-Straße (Höhe Knopstraße) in Leipzig Möckern (Vorder- und Rückansicht)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/mockern-1a.thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="73" height="96" /></a><br />
Immerhin fielen Preußen aber doch etwa 57% des sächsischen Territoriums und 42% der sächsischen Bevölkerung zu, von zuvor etwa 2 Millionen Einwohnern verblieben nur noch 1,2 Millionen. Das somit gewonnene Gebiet wurde „Provinz Sachsen&#8221; genannt und entspricht großen Teilen des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Nicht nur dort fühlten sich die Menschen als „Musspreußen&#8221;.<br />
Wie zum Trost dafür, nicht ganz Sachsen bekommen zu haben, wurden Preußen im Westen Territorien erheblichen Ausmaßes zugestanden, nämlich die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz, mit dem Nebeneffekt, dass somit der katholische Bevölkerungsanteil im bis dahin fast ausschließlich protestantischen Preußen wesentlich zunahm.<br />
<a title="Gedenkstein in der Georg-Schumann-Straße, Ecke Seelenbinder-Straße in Leipzig Möckern (Vorder- und Rückansicht)" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/mockern-2a.jpg" rel="lightbox[77]"><img class="alignleft" title="Gedenkstein in der Georg-Schumann-Straße, Ecke Seelenbinder-Straße in Leipzig Möckern (Vorder- und Rückansicht)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/mockern-2a.thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="75" height="96" /></a>Zu den von Sachsen an Preußen abgetretenen Gebieten gehörte neben Merseburg, Naumburg, Mansfeld und Querfurt auch Wittenberg, die alte Hauptstadt Kursachsens &#8211; also ursächsisches Gebiet. Bereits 1817 wurde die durch Luther und Melanchton weltberühmt gewordene &#8211; sächsische &#8211; Universität Leucorea („leukos&#8221; = weiß in Anlehnung an „Wittenberg&#8221; = weißer Berg) mit der preußischen Universität Halle zur Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg zusammengelegt.<br />
Das Dorf Möckern nun, das mittlerweile längst ein Stadtteil Leipzigs ist (Eingemeindung 1. Oktober 1910), zählte 1813 gerade einmal 300 Einwohner und gehörte zum dort befindlichen Rittergut. Nach der Schlacht ist der Ort fast völlig zerstört (15 Häuser bzw. Güter, das Gemeindehaus, die Schule, das Hirtenhaus und wohl auch die Windmühle). Zudem hatte die Gemeinde im April 1813 einen Kredit von 300 Talern aufnehmen müssen, um die zu diesem Zeitpunkt noch einquartierten russischen Truppen unterhalten zu können.<a title="Straßenschild Blücherstraße" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/blucher.JPG" rel="lightbox[77]"><img class="alignright" title="Straßenschild Blücherstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/blucher.thumbnail.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="128" height="95" /></a>Möglicherweise hatte das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung Möckerns noch in Erinnerung, dass es nicht einmal 200 Jahre her war, dass schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg 1637 Möckern in Brand steckten. Zuvor waren im Jahr 1631 Tillys Truppen vor der Belagerung Leipzigs an Möckern vorbeigezogen, wo sie ein Lager aufschlugen. Immerhin handelte es sich dabei um 21.000 Mann Fußvolk und 11.000 Reiter, deren Verpflegung Möckern sicher eine große wirtschaftliche Last auflud. Doch Möckern lebte auch später mit dem Militär, als nämlich 1877 nach zweijähriger Bauzeit die Infanteriekaserne fertiggestellt wurde und bald darauf das 7. Kgl. Sächsische Infanterie-Regiment „Prinz Georg&#8221; Nr. 106 dort stationiert wurde. Nachdem auf dem Gelände nach dem Ersten Weltkrieg Sicherheitskompanien untergbracht waren, diente die Kaserne nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949 als Flüchtlings- und Umsiedlerlager sowie als Quarantänelager für zurückkehrende Soldaten. Von 1952-56 beherbergte die Kaserne Einheiten der Kasernierten Volkspolizei. Von 1956-90 schließlich waren Einheiten der NVA dort untergebracht.<a title="Straßenschild Yorkstraße" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/yorck.JPG" rel="lightbox[77]"><img class="alignleft" title="Straßenschild Yorkstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/yorck.thumbnail.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="128" height="87" /></a>Ein Jahr lang nutzte die Bundeswehr noch die Kaserne, ehe sie einer zivilen Nutzung zugeführt wurde. Seit 1991 befindet sich auf dem ehemaligen Kasernenareal die Landesversicherungsanstalt Sachsen, seit 1997 der Neubau des Leipziger Arbeitsamts. Zusammen mit weiteren dort angesiedelten Institutionen bildet der Komplex heute das Sozialversicherungszentrum Leipzig.<br />
Doch zurück zum eingangs erwähnten Denkmal. Dieses befindet sich heute vor der Auferstehungskirche, die am 10. November 1901 als Not- bzw. Interimslösung eingeweiht wurde, jedoch bis heute aufgrund zweier Weltkriege, Weltwirschaftskrise und Sozialismus nach wie vor unverändert als Fachwerkbau mit Ausfachung aus unverputzten gelben Ziegeln besteht. Von 1886 bis 1901 waren Gottesdienste in der Aula der 1884-86 gebauten „roten Schule&#8221; abgehalten worden. Bis in das Jahr 1543 war Möckern nach der Thomaskirche in Leipzig gepfarrt, nach der Reformation nach Wahren sowie von 1544-1857 nach Eutritzsch und 1857 schließlich wieder nach Wahren. Im Jahr 1901 war also erstmals die Kirche im eigenen Dorf.<br />
<span id="more-77"></span>Das Denkmal wurde am 3. Juni 1850 auf freiem Feld in der Nähe der Kreuzung des Verbindungswegs zwischen Möckern und Großwiederitzsch (heute: Slevogtstraße) mit der Magdeburger Eisenbahn eingeweiht, acht Jahre später dann an den Westrand des Dorfs Möckern an die Landstraße nach Halle versetzt (nämlich an die Hallische Straße 200, heute ungefähr Ecke Georg-Schumann-Straße/Slevogtstraße), bevor es 1903 dann an seinem heutigen Ort aufgestellt wurde.<br />
Das Denkmal besteht aus einem Sandsteinblock, der auf zwei Sandsteinstufen und auf einem Feldsteinsockel steht. An jeder Ecke ruht eine sechspfündige und in der Mitte eine zehnpfündige Geschützkugel, weshalb das Denkmal Kugeldenkmal genannt wird. Auf der südwestlichen Seite steht: 16. OCTBR. 1813. Auf der südöstlichen Seite steht: SIEG DES SCHLESISCHEN HEERES BLÜCHER-YORK. Auf der nordöstlichen Seite steht: GAL.5.1. Der bibelfeste Leser mag sofort wissen, worum es sich dabei handelt, alle anderen seien informiert, dass dies ein Verweis auf den Brief des Paulus an die Galater ist, in dem es unter Kapitel 5, Vers 1 heißt: „Aufruf zur rechten Freiheit &#8211; Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!&#8221; Auf der nordwestlichen Seite befindet sich schließlich der Umriss eines Tatzenkreuzes, wohl in Anlehnung an das gleichförmige Eiserne Kreuz (EK), das als Kriegsauszeichnung vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1813 gestiftet wurde und in seiner Form auf das Kreuz des Deutschen Ordens und das des Templerordens zurückgeht.<br />
Im zwischen 1900-1914 errichteten, so genannten Völkerschlachtviertel (zwischen heutiger Georg-Schumann-Straße und der Magdeburger Eisenbahnstrecke) wurden mit Straßennamen Persönlichkeiten der Völkerschlacht geehrt. So findet sich dort bis heute die Blücherstraße aber auch die Yorckstraße und die Clausewitzstraße. Dass diese Straßen über die DDR-Zeit hinweg ihren Namen beibehielten, ist insofern interessant, da der preußische Militarismus aus sozialistischer Perspektive doch die Wurzel alles Übels war. Es war ja nun nicht so, dass keine Namen kommunistischer Widerstandskämpfer zur Verfügung gestanden hätten, wie sich anhand benachbarter Straßen unschwer erkennen lässt. So finden sich dort die Erika-von-Brockdorff-Straße (Mitglied der Roten Kapelle), die Werner-Seelenbinder-Straße (Ringer und Kommunist, 4.Platz in der Olympiade 1936) und die Hans-Beimler-Straße (Spanienkämpfer). Außerdem waren Möckerner Schulen nach Hans Beimler und Bruno Kühn (Bruder von Lotte Ulbricht, geb. Kühn) benannt.<br />
Das Beibehalten des Namens Yorck nimmt nicht sonderlich wunder, wenn man sich vor Augen führt, dass etliche Nachkommen Yorcks Gründungsmitglieder bzw. Mitglieder des Kreisauer Kreises waren. Neben Helmuth James Graf von Moltke war Peter Graf Yorck von Wartenburg sogar eine der beiden Führungspersönlichkeiten des Kreisauer Kreises.<br />
Die Mitgliedschaft einzelner Yorcks in der Bekennenden Kirche war für die Sozialisten sicher weniger von Interesse.<br />
Was aber Blücher angeht, so scheinen sich dessen Nachfahren nicht in solcher Weise hervorgetan zu haben. Warum dieser Straßenname beibehalten wurde, ist daher unklar. Bei Clausewitz liegen die Dinge insofern anders, als nicht ganz klar ist, ob die nach ihm benannte Straße schon vor 1989 so hieß. Wenn ja, dann sei erwähnt, dass Engels, Marx und Lenin Clausewitz&#8217; Schrift „Vom Kriege&#8221; mit Interesse lasen und und z.T. für sich verwendeten. Die Clausewitzsche Aussage, dass „der Krieg nur eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln&#8221; sei, ist als Unterordnung des Militärs unter die Politik zu verstehen. Entgegen der Meinung derjenigen, die Clausewitz kurzerhand als Vordenker des „Totalen Krieges&#8221; der Katastrophen beider Weltkriege abstempelten, ist dies viel zu kurz gegriffen. Das Primat der Politik über das Militär, wie Clausewitz es sich vorstellte, war beispielsweise bei Hitler kaum zu erkennen. Bei Hitler war Politik gleichbedeutend mit seinen persönlichen Zielsetzungen und hatte daher nicht viel mit dem Politikverständnis zu tun, wie es sich bei Clausewitz findet. Wie auch immer &#8211; Möckern war von den Franzosen befreit, die Sachsen zum Königreich erhoben hatten und allerlei Freiheiten und Modernisierungen einführten. Preußen, der Befreier, hatte Sachsen wiederum um fast die Hälfte seines Staatsgebiets gebracht. Ein ziemlich ambivalentes Ereignis war die Völkerschlacht also schon aus sächsischer Sicht. Zu allem Überfluss stehen nun überall steinerne Zeugen, die dafür Sorgen, dass die preußischen Großtaten nicht vergessen werden. Waren die Franzosen wirklich so schlimm, dass man sich sogar über die Preußen freut?</p>
<p><em>Quellen: </em></p>
<ul>
<li>Möckern, Eine historische und städtebauliche Studie. PRO LEIPZIG e.V. im Auftrag des Stadtplanungsamtes. 1. Auflage, Leipzig, 1998.</li>
<li>leipzig-lexikon.de</li>
</ul>

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		<item>
		<title>Anton Philipp Reclam</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2007 00:02:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der oben abgebildete Sarkophag befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. In ihm waren die Urnen der Familie Reclam beigesetzt, wie eine Informationstafel wissen lässt. Die dort verwendete Vergangenheitsform, weist darauf hin, dass sich die Urnen nicht mehr darin befinden, weshalb es sich bei dem Sarkophag überdies um ein Kenotaph handelt, das zwar [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/' addthis:title='Anton Philipp Reclam '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-gross.jpg" title="Anton Philipp Reclam - Sarkophag bzw. Kenotaph" rel="lightbox[172]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a></p>
<p><span class="initial">D</span>er oben abgebildete Sarkophag befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. In ihm waren die Urnen der Familie Reclam beigesetzt, wie eine Informationstafel wissen lässt. Die dort verwendete Vergangenheitsform, weist darauf hin, dass sich die Urnen nicht mehr darin befinden, weshalb es sich bei dem Sarkophag überdies um ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kenotaph">Kenotaph</a> handelt, das zwar nicht als solches errichtet wurde, aber der wörtlichen Bedeutung nach<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_0_172" id="identifier_0_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Kenotaph, (auch:) Zenotaph, das; -s, -e [lat. cenotaphium &amp;lt; griech. kenot&aacute;phion, zu: ken&oacute;s = leer u. t&aacute;phos = Grab]">1</a></sup> zu einem wurde.<br />
Die Vermutung liegt nahe, dass die Familie Reclam die Urnen mit sich nahm bzw. überführen ließ, als sie im Jahr 1947 nach Stuttgart übersiedelte, um dort zunächst eine Filiale des Leipziger Stammhauses zu gründen, die nach Teilenteignung und Demontage des Leipziger Verlages durch die Sowjetunion im Jahr 1950 schließlich aber zum neuen Stammsitz wurde, während das Leipziger Mutterhaus verstaatlicht wurde und unter DDR-Ägide parallel dazu fortbestand. Nach der Wiedervereinigung wurde die Leipziger Universalbibliothek zugunsten der Stuttgarter eingestellt bzw. z.T. als Reclam-Bibliothek weitergeführt. Nach der Reprivatisierung des Leipziger Zweigs wurde dieser 1992 unter dem Namen Reclam Leipzig zu einer Tochtergesellschaft von Reclam Stuttgart<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_1_172" id="identifier_1_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In &auml;hnlicher Weise handhabte es &uuml;brigens auch der Frankfurter Suhrkamp-Verlag mit dem Leipziger Insel-Verlag">2</a></sup>. Diese Dependance konnte bereits in ihrem Gründungsjahr mit dem Titel „Schlafes Bruder&#8221;von Robert Schneider einen großen Erfolg verbuchen, der in 30 Auflagen erschien, in 24 Sprachen übersetzt und 1995 gar verfilmt wurde. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-2-gross.jpg" title="Anton Philipp Reclam - Kenotaph" rel="lightbox[172]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/reclam-2-gross.thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignright" /></a>Nichtsdestotrotz entschied man sich in Ditzingen<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_2_172" id="identifier_2_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im in der N&auml;he von Stuttgart gelegenen Ditzingen hat Reclam Stuttgart seit 1980 seinen Sitz.">3</a></sup> 2005 gegen einen Fortbestand des Leipziger Tochterverlages, der 2006 seine Tore schloss. Von Reclam Leipzig ist somit nichts übriggeblieben als der Name, dessen sich der Stuttgarter Verlag noch als Imprint bedient<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/#footnote_3_172" id="identifier_3_172" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="z.B. f&uuml;r Titel aus den Bereichen Philosophie, Religion, Kulturgeschichte und Biographien sowie f&uuml;r die sog. &bdquo;Reihe Mythos&amp;#8221;">4</a></sup>. Außerdem blieb der Buchstadt Leipzig noch ein leerer Sarkophag. Ein weiteres Trauerspiel, dessen Ursache sich in den Verbrechen der Nationalsozialisten findet.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Bode, Dietrich: Reclam &#8211; Daten, Bilder und Dokumente zur Verlagsgeschichte 1828-2003.  Stuttgart, 2003.</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_172" class="footnote">Kenotaph, (auch:) Zenotaph, das; -s, -e [lat. cenotaphium &lt; griech. kenotáphion, zu: kenós = leer u. táphos = Grab]</li><li id="footnote_1_172" class="footnote">In ähnlicher Weise handhabte es übrigens auch der Frankfurter Suhrkamp-Verlag mit dem Leipziger Insel-Verlag</li><li id="footnote_2_172" class="footnote">Im in der Nähe von Stuttgart gelegenen Ditzingen hat Reclam Stuttgart seit 1980 seinen Sitz.</li><li id="footnote_3_172" class="footnote">z.B. für Titel aus den Bereichen Philosophie, Religion, Kulturgeschichte und Biographien sowie für die sog. „Reihe Mythos&#8221;</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/27/anton-philipp-reclam/' addthis:title='Anton Philipp Reclam '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>F. A. Brockhaus &#8211; Gesprächsstoff &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jan 2007 03:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Grabstein von Friedrich Arnold Brockhaus (*1772 in Dortmund &#8211; †1823 in Leipzig), dem Begründer des Brockhaus-Verlages und Herausgeber des ersten Brockhaus-Konversationslexikons, befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. Daneben stehen die Grabsteine sechs weiterer Mitglieder der Familie Brockhaus, nämlich von: Heinrich Brockhaus (*1804 in Amsterdam &#8211; †1874 in Leipzig), Doktor der Philosophie [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/21/fa-brockhaus-gespraechsstoff/' addthis:title='F. A. Brockhaus &#8211; Gesprächsstoff &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/brockhaus-gross.jpg" rel="lightbox[179]"><img class="alignleft size-full wp-image-1628" title="Grabstein von Friedrich Arnold Brockhaus" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/brockhaus-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="214" height="448" /></a><span class="initial">D</span>er Grabstein von Friedrich Arnold Brockhaus (*1772 in Dortmund &#8211; †1823 in Leipzig), dem Begründer des Brockhaus-Verlages und Herausgeber des ersten Brockhaus-Konversationslexikons, befindet sich im Lapidarium des Alten Johannisfriedhofs in Leipzig. Daneben stehen die  Grabsteine sechs weiterer Mitglieder der Familie Brockhaus, nämlich von: Heinrich Brockhaus (*1804 in Amsterdam &#8211; †1874 in Leipzig), Doktor der Philosophie sowie Buchhändler und Druckereibesitzer, Hermann Brockhaus (*1772 in Dortmund &#8211; †1877 in Leipzig), Doktor und Professor der Philosophie sowie Königl. Sächs. Geheimer Hofrat, Friedrich Clemens Brockhaus (*1837 in Dresden &#8211; †1877 in Leipzig), Doktor und Professor der Philosophie sowie Pastor zu St. Johannis, Heinrich Rudolf Brockhaus (*1838 in Leipzig &#8211; †1898 in Leipzig), Verlagsbuchhändler, Rudolf Heinrich Brockhaus (*1864 &#8211; †1943), ebenfalls Verlagsbuchhändler sowie Erich Raphael Brockhaus (*1870 &#8211; †1945), Ingenieur.<br />
Ganz ähnlich wie im Fall des Reclam-Verlages und des Insel-Verlages bestanden während der deutschen Teilung zwei Brockhausverlage. So setzte Eberhard Brockhaus im Jahr 1945 die Verlegertradition zunächst noch unter seinem Namen in Wiesbaden fort, wo der Verlag nach der Enteignung des Leipziger Stammhauses jedoch wieder als F. A. Brockhaus firmierte. Im Jahr 1984 fusionierte F. A. Brockhaus aus existenziellen Nöten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/21/fa-brockhaus-gespraechsstoff/#footnote_0_179" id="identifier_0_179" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="der Markt war ges&auml;ttigt und Lexika verkauften sich daher nur schleppend">1</a></sup> mit seinem größten Kontrahenten &#8211; der Bibliographisches Institut AG<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/21/fa-brockhaus-gespraechsstoff/#footnote_1_179" id="identifier_1_179" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="1824 von Joseph Meyer in Gotha gegr&uuml;ndet, zun&auml;chst nach Hildburghausen und 1874 nach Leipzig verlegt">2</a></sup> zur Firma BIFAB (Bibliographisches Institut &amp; F. A. Brockhaus AG), deren gemeinsamer Sitz von 1985 an Mannheim war. Vier Jahre darauf stieg der Wörterbuchverlag Langenscheidt als Großaktionär in die Firma ein.<br />
<a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/brockhaus-2.jpg" rel="lightbox[179]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1631" title="Die sieben Grabsteine der Familie Brockhaus auf dem Johannisfriedhof in Leipzig" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/brockhaus-2-209x140.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="209" height="140" /></a>In Leipzig hingegen wurde der Verlag 1953 enteignet und schließlich in einen Volkseigenen Betrieb, nämlich den VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig umgewandelt, der bis 1990 bestand. Dann folgte die Reprivatisierung. Im Jahr 1992 wurde der Leipziger Verlag zur Tochtergesellschaft der Bibliographisches Institut &amp; F. A. Brockhaus AG, mit dem Namen F. A.   Brockhaus GmbH. Anders als im Fall des Reclam-Verlages, besann man sich in Mannheim offenbar auf die eigene Tradition und steht noch heute zu ihr. Ein Leipziger Zweig besteht fort und war 2005 mit daran beteiligt, die 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden und etwa 300.000 Stichworten herauszubringen. Hierbei handelt es sich um die letzte gedruckte Ausgabe der Enzyklopädie. Fortan wird sie ausschließlich in digitaler Form erscheinen. Die erste digitale Ausgabe erschien 2002  auf zwei CD-ROMs und einer DVD. Die aktuellste Version &#8211; die 21. Auflage &#8211; erschien sowohl in Buchform als auch digital auf zwei DVD-ROMs sowie auf einem USB-Stick.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_179" class="footnote">der Markt war gesättigt und Lexika verkauften sich daher nur schleppend</li><li id="footnote_1_179" class="footnote">1824 von Joseph Meyer in Gotha gegründet, zunächst nach Hildburghausen und 1874 nach Leipzig verlegt</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/21/fa-brockhaus-gespraechsstoff/' addthis:title='F. A. Brockhaus &#8211; Gesprächsstoff &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>ORIENTierungshilfe &#8211; Otto Harrassowitz</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 06:57:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>
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		<description><![CDATA[Verglichen mit den Grabstätten von Campe und Meyer fällt die Harrassowitzsche geradezu bescheiden aus. Die vom Leipziger Bildhauer Adolf Lehnert geschaffene marmorne Kinderfigur befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof1. Nur etwa anderthalb Meter hoch2, steht sie etwas abseits der größeren Wege. Die auf der Vorderseite des Sockels befindliche Inschrift ist stark verwittert, doch bei näherem [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/' addthis:title='ORIENTierungshilfe &#8211; Otto Harrassowitz '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a title="Grabmal von Otto Harrassowitz auf dem Südfriedhof Leipzig" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/harrassowitz-gross.jpg" rel="lightbox[182]"><img class="alignleft" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/harrassowitz-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a><span class="initial">V</span>erglichen mit den Grabstätten von Campe und Meyer fällt die Harrassowitzsche geradezu bescheiden aus. Die vom Leipziger Bildhauer Adolf Lehnert geschaffene marmorne Kinderfigur befindet sich auf dem Leipziger Südfriedhof<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/#footnote_0_182" id="identifier_0_182" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Abteilung XVII">1</a></sup>. Nur etwa anderthalb Meter hoch<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/#footnote_1_182" id="identifier_1_182" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="einschlie&szlig;lich Podest">2</a></sup>, steht sie etwas abseits der größeren Wege. Die auf der Vorderseite des Sockels befindliche Inschrift ist stark verwittert, doch bei näherem Hinsehen ist noch Folgendes zu entziffern: „Gisela Harrassowitz *28.VIII.1919 &#8211; †11.IV.1925&#8243;. Angesichts der Tatsache, dass diese Gisela nur sechs Jahre alt wurde, liegt es nahe, dass es sich bei der Skulptur um ein (betendes) Mädchen handelt. Die anderen Seiten des Sockels sind nicht mit Inschriften versehen, weshalb bei der Behauptung, dass es sich hierbei auch um die Grabstätte von Otto Harrassowitz handele, auf die Publikation „Der Leipziger Südfriedhof &#8211; Geschichte / Grabstätten / Grabdenkmäler&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/#footnote_2_182" id="identifier_2_182" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="von Katrin L&ouml;ffler, Iris Sch&ouml;pa und Heidrun Sprinz. Herausgegeben im Auftrag des Leipziger Geschichtsvereins e.V. Leipzig, 2., ver&auml;nderte Auflage 2004.">3</a></sup> vertraut werden muss. Dort wird das Grab auf Seite 153 unter Verwendung eines Fotos oben abgebildeter Skulptur besprochen und ohne die Äußerung irgendeines Zweifels als die Grabstätte von Otto Harrassowitz bezeichnet. Bedauerlicherweise wird aber mit keinem einzigen Wort auf die so jung gestorbene Gisela Harrassowitz eingegangen, deren Name als einziger auf dem Grabmal verzeichnet ist. Wenn es sich hierbei um die Tochter von Otto Harrassowitz handeln sollte, hätte sie ihren Vater nur um fünf Jahre überlebt und er seine Tochter nur ein Jahr lang erlebt. Dass es sich um seine Tochter handelt, ist indes sehr unwahrscheinlich, da er dann im biblischen Alter von 74 Jahren Vater geworden wäre. Womöglich handelt es sich also um eine Enkelin, doch dies ist rein spekulativ. Abgesehen vom Nachnamen Harrassowitz findet sich also keinerlei Hinweis darauf, dass Otto Harrassowitz dort begraben liege.<br />
Im Vertrauen auf die Richtigkeit der Angabe in o.g. Publikation wird hier also davon ausgegangen, dass es sich um die letzte Ruhestätte auch des Verlegers Harrassowitz handelt.<br />
<a title="Grabmal von Otto Harrassowitz auf dem Südfriedhof Leipzig" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/harrassowitz-2.jpg" rel="lightbox[182]"><img class="alignright" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/harrassowitz-2.thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a>Dieser Otto (Wilhelm) Harrassowitz (*18. Dezember 1845 in Guayara, Venezuela &#8211; †24. Juni 1920 im südlich von Leipzig gelegenen Gaschwitz) nun kam im Alter von zehn Jahren aus Venezuela, wo sein Vater ein Handelsunternehmen aufgebaut hatte, nach Leipzig, um dort im Alter von neunzehn Jahren eine Buchhandelslehre aufzunehmen.<br />
Die von ihm später gegründete Antiquariats- und Verlagsbuchhandlung erlangte unter ihm welweite Bekanntheit. Er gestaltete den Verlag zu einem Spezialantiquariat für Orientalistik, Bibliotheks- und Sprachwissenschaften, das fast 500 Antiquariatskataloge veröffentlichte. Die weitaus größte Zahl seiner Kataloge war dem Orient gewidmet. Harrassowitz wurde in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts der bedeutendste orientalistische Buchhändler des europäischen Kontinents. Weitere Kataloge, die in ihrer Qualität wissenschaftlichen Wert besaßen, waren der klassischen Philologie, der Altertumskunde, der Germanistik, Anglistik, Romanistik, Theologie, Kunst sowie den Americana gewidmet. Zudem gedieh der Exportbuchhandel mit den Vereinigten Staaten. So standen vierzig amerikanische Bibliotheken auf der wöchentlichen Versandliste.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_182" class="footnote">Abteilung XVII</li><li id="footnote_1_182" class="footnote">einschließlich Podest</li><li id="footnote_2_182" class="footnote">von Katrin Löffler, Iris Schöpa und Heidrun Sprinz. Herausgegeben im Auftrag des Leipziger Geschichtsvereins e.V. Leipzig, 2., veränderte Auflage 2004.</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/16/orientierungshilfe-otto-harrassowitz/' addthis:title='ORIENTierungshilfe &#8211; Otto Harrassowitz '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bildung für alle &#8211; Herrmann Julius Meyer</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jan 2007 03:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

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		<description><![CDATA[An der Westmauer des Leipziger Südfriedhofs in Abteilung III befindet sich die Grabstätte von Herrmann Julius Meyer, des neben Friedrich Arnold Brockhaus bedeutendsten deutschen Lexikonverlegers. Meyer wurde am 4. April 1826 als Sohn des Verlegers Joseph Meyer in Gotha geboren. Sein Vater war es, der den Verlag namens „Bibliographisches Institut&#8221; gründete, der sich unter Julius [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/15/bildung-fuer-alle-herrmann-julius-meyer/' addthis:title='Bildung für alle &#8211; Herrmann Julius Meyer '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a title="Grabstätte der Familie Herrmann Julius Meyer auf dem Leipziger Südfriedhof" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/meyer-close-gross.jpg" rel="lightbox[185]"><img class="alignleft" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/meyer-close-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a><span class="initial">A</span>n der Westmauer des Leipziger Südfriedhofs in Abteilung III befindet sich die Grabstätte von Herrmann Julius Meyer, des neben Friedrich Arnold Brockhaus bedeutendsten deutschen Lexikonverlegers. Meyer wurde am 4. April 1826 als Sohn des Verlegers Joseph Meyer in Gotha geboren. Sein Vater war es, der den Verlag namens „Bibliographisches Institut&#8221; gründete, der sich unter Julius Meyer zu voller Blüte entwickelte. Ihn zu unterschlagen, würde bedeuten, nur die halbe Geschichte zu erzählen. So sei es gestattet, mit dem Vater zu beginnen.<br />
Joseph Meyer wurde 1796 in Gotha geboren, wuchs dort auf, besuchte zunächst ein Gymnasium und dann ein von einem Pfarrer geleitetes Schulpensionat. Im Alter von dreizehn Jahren trat er eine vierjährige Lehre zum Kaufmann in einer Kolonialwarenhandlung in Frankfurt a.M. an und ging im Anschluss daran im Jahr 1817 nach London, um dort sein Glück als Kaufmann zu versuchen, verspekulierte sich nach zwischenzeitlichen Erfolgen jedoch 1820 in Kaffeegeschäften und trieb somit sein Geschäft in den Bankrott. Schließlich musste er London verlassen, um dem Schuldturm zu entkommen.<br />
Ein Jahr später versuchte sich als Unternehmer einer Bleicherei und Färberei, verstrickte sich jedoch erneut in Spekulationsgeschäfte, die zu großen Verlusten führten und so auch dieses Unternehmen scheitern ließen. Nachdem er zwischenzeitlich in seiner ehemaligen Schule Sprachunterricht erteilt hatte sowie schriftstellerisch in Erscheinung getreten war, nahm Meyer im Jahr 1824 eine Stellung in der Henningschen Buchhandlung in Gotha an, wo man ihn auch mit der Herausgabe eines wöchentlich erscheinenden Korrespondenzblattes für Kaufleute beauftragte, das unter seiner Ägide ein großer Erfolg wurde. Darüber hinaus gab Meyer auch Shakespeare in deutscher Sprache heraus, was sich wegen Kritik an seiner Übersetzung jedoch weniger erfolgreich gestaltete.<br />
Nach diesem Angestelltenverhältnis lockte ihn jedoch abermals die Unabhängigkeit, sodass er 1826 das eingangs erwähnte Bibliographisches Institut gründete. Beim dritten Versuch der Selbständigkeit hatte Meyer &#8211; wie sich bald erweisen sollte &#8211; seine Bestimmung gefunden. Bereits sein erstes Projekt als selbständiger Verlagskaufmann nämlich wurde ein durchschlagender Erfolg. Dieses Projekt bestand im Verlegen preiswerter Klassikerausgaben unter dem Namen „Cabinets-Bibliothek der Deutschen Classiker&#8221;. In dieser Reihe erschienen 150 Bändchen, von denen je 40.000 Exemplare verkauft wurden<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/15/bildung-fuer-alle-herrmann-julius-meyer/#footnote_0_185" id="identifier_0_185" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: Homepage des Verlags">1</a></sup>, was ein enormer Erfolg war. Dabei verstieß er allerdings auch gegen Urheberrechte, was die Konkurrenz weniger störte, als seine offensiven und u.a. auch neuartigen Mittel und Wege der Werbung und des Vertriebs, mit denen er z.T. auch den etablierten Buchhandel umging. So warb Meyer in Zeitungen nicht mit einer einzelnen Anzeige für seine Publikationen, sondern gleich auf mehreren Seiten. Er ließ Werbeplakate auf Postämtern aufhängen und zu Millionen Prospekte verschicken. Der Effekt dieser Werbekampagnen blieb nicht aus. Interessenten suchten die Buchhandlungen zuhauf auf, um die beworbenen Titel zu kaufen, weshalb sich der Buchhandel genötigt sah, diese auf Lager zu haben.  In Orten, die über keinen Buchhandel verfügten bzw. deren Buchhandel nicht mit Meyer kooperieren wollte, gewann er branchenfremde Händler als Handelsagenten, die wiederum zu Hunderten Kolporteure<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/15/bildung-fuer-alle-herrmann-julius-meyer/#footnote_1_185" id="identifier_1_185" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="aus frz. colporter bzw. aus der afrz. Wendung porter a col &amp;#8211; auf den Schultern, dem Nacken tragen">2</a></sup>, also Hausierer mit Bauchläden ins Land schickten.<br />
Zudem brachte Meyer bei seinen Publikationen das Subskriptionsprinzip zur Anwendung. Gerade bei mehrbändigen oder anderweitig kostenintensiven Publikationen konnte mittels der Subskription, die dem Abonnement bei Zeitschriften ähnelt, vorab bestellt werden. Auf diese Weise konnte der Verleger zum einen die Auflagenhöhe ermitteln, die verkäuflich sein würde und zum anderen, ob diese mindestens die Herstellungskosten decken würde. Somit ließ sich das verlegerische Risiko reduzieren. Der Subskribent zahlte die gesamte Publikation im Voraus, wurde aber nur stückweise z.B. über den Zeitraum eines Jahres wöchentlich beliefert. Dies ging teilweise so weit, dass nicht nur einzelne Bände sukzessive geliefert wurden, sondern auch nur je zwei Bögen, was 32 Seiten entspricht. Hatte man alle Bögen vollständig beisammen, konnte man sie beim Buchbinder binden lassen. Auf die Weise ließen sich die Produktionsmengen für den Verlag überschaubar halten. Zugleich war dieser stückweise Erwerb auch für weniger betuchte Kunden finanzierbar, wodurch neue Käuferschichten erschlossen wurden. Somit handelte Meyer zudem ganz im Sinne der aus aufklärerischem Impetus entstandenen Firmendevise „Bildung für alle!&#8221;. Ein weiterer Grund für die niedrigen Preise von Meyers Büchern und deren sich daraus ergebender großen Verbreitung war aber auch die bereits oben erwähnte Tatsache, dass Meyer z.T. Werke illegal nachdruckte, also ohne die Lizenzen dafür erworben zu haben. Mit solchen Raubdrucken konnte er seine Produktionskosten senken und diesen Kostenvorteil an seine Kunden weitergeben. Erst etwa 40 Jahre später &#8211; nämlich am 9. November 1867 &#8211; wurde ein Gesetz erlassen, durch das all diejenigen literarischen Werke gemeinfrei wurden, deren Verfasser mindestens 30 Jahre zuvor verstorben waren. Traf dies auf ein Werk zu, musste fortan weder dem Verlag noch etwaigen Nachkommen des infrage kommenden Autors eine Vergütung gezahlt werden, womit ein wesentlicher Kostenfaktor in der Buchproduktion entfiel. Es ist daher nicht als Zufall zu betrachten, dass der Verlag Philipp Reclam jun. just im dem Jahr, in dem dieses Gesetz erlassen wurde, mit der Herausgabe seiner bis heute verkauften Universal-Bibliothek begann.</p>
<p><span id="more-185"></span>Die nächste Publikation des Verlages trug den Namen „Meyer&#8217;s Universum&#8221;. Dabei handelte es sich um ein historisch-geographisches Stahlstichwerk, bei dem Meyer selbst die Texte verfasste. Auch hier war der Erfolg groß, was sich nicht zuletzt daran zeigte, dass diese Atlanten zeitweise in zwölf Sprachen übersetzt wurden.<br />
Meyer plante nun die Inbetriebnahme einer eigenen Druckerei und Buchbinderei. Dafür reichte der Platz im Verlagsgebäude in Gotha jedoch nicht mehr aus, sodass er sich nach geeigneten Räumlichkeiten umsah und schließlich im etwa 70km südlich gelegenen Hildburghausen fündig werden sollte, wo er 1829 das Brunnquellsche Palais erwarb</p>
<p>Das Bibliographische Institut siedelte im Dezember 1828 nach Hildburghausen und bezog das damals so genannte „Brunnquellsche Palais&#8221;. Meyer verlegte hier die „Cabinettsbibliothek&#8221; und die „Miniaturbibliothek der deutschen Klassiker&#8221;. Hier erfuhr auch die dritte Ausgabe der billigsten Klassiker-Hefte in den Jahren 1848-1854 eine einzigartige Neuauflage, deren politische Bedeutung unter dem Eindruck der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848/49 nicht von der Hand zu weisen ist. Diese dritte Ausgabe der billigen Reihe erschien unter dem Namen „Meyers Groschenbibliothek&#8221; (in 365 Bändchen). Die Ankündigung erfolgte unter der Losung: „<strong>Bildung macht frei</strong>&#8220;. Diese Losung blieb für viele Jahrzehnte der Wahlspruch des Bibliographischen Institutes.</p>
<p>Das Unternehmen florierte in seiner Hildburghäuser Zeit, nicht zuletzt durch den Einsatz der gerade erst von Friedrich Koenig erfundenen Schnellpressen.<br />
In jener Zeit wurden Millionen von Büchern gedruckt, neben dem bekannten „Meyers Lexikon“ vor allem die billigen Klassikerausgaben, die Miniatur- und Groschenbibliothek, die es auch den ärmeren Schichten ermöglichte, die klassische deutsche Literatur zu erwerben. Nach dem Tod von Joseph Meyer im Jahre 1856 waren die Tage des Instituts trotz aller Erfolge in Hildburghausen gezählt, das expandierende Unternehmen wurde in die Buchstadt Leipzig verlegt.</p>
<p>In <a title="Preußen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen">Preußen</a> kam es zu einem entsprechenden Schutz im Jahre 1837. Die Bundesversammlung (<a title="Deutscher Bund" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bund">Deutscher Bund</a>) beschloss ebenfalls 1837 eine 10-jährige Schutzfrist seit Erscheinen des Werkes, die 1845 auf 30 Jahre nach dem Tode des Urhebers (<em>post mortem auctoris</em>) verlängert wurde. 1857 wurde im <a title="Norddeutscher Bund" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norddeutscher_Bund">Norddeutschen Bund</a> ein allgemeiner Urheberrechtsschutz eingeführt, der 1871 vom <a title="Deutsches Reich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Reich">Deutschen Reich</a> übernommen und später weiter ausgebaut wurde. Im <a title="Drittes Reich" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_Reich">Dritten Reich</a> galt der Urheber lediglich als &#8220;Treuhänder des Werks&#8221; für die Volksgemeinschaft.</p>
<p>Brehms Tierleben</p>
<p><a title="meyer-gross.jpg" rel="lightbox[meyer]" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/meyer-gross.jpg"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/10/meyer-gross.thumbnail.jpg" alt="meyer-gross.jpg" /></a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_185" class="footnote">Quelle: Homepage des Verlags</li><li id="footnote_1_185" class="footnote">aus frz. <em>colporter</em> bzw. aus der afrz. Wendung <em>porter a col</em> &#8211; auf den Schultern, dem Nacken tragen</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/15/bildung-fuer-alle-herrmann-julius-meyer/' addthis:title='Bildung für alle &#8211; Herrmann Julius Meyer '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Drei Lebensalter der Frau (Arthur Bock)</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/14/drei-lebensalter-der-frau/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Jan 2007 19:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensalter]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieses wandartige Grabmal befindet sich auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstelle des Gynäkologen Dr. Richard Mond. Die Skulpturen schuf der Bildhauer Arthur Bock1 1920 oder 1926 aus Muschelkalk. Hier wurde das Motiv der Lebensalter in die drei Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend umgesetzt, die als Begriffe unter den Skulpturen eingemeißelt sind. Zur Rechten [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/14/drei-lebensalter-der-frau/' addthis:title='Drei Lebensalter der Frau (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a title="Arthur Bock - Die Lebenszeiten der Frau" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/3-lebensalter-der-frau-gross.JPG" rel="lightbox[112]"><img class="alignleft" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/3-lebensalter-der-frau-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a><span class="initial">D</span>ieses wandartige Grabmal befindet sich auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstelle des Gynäkologen Dr. Richard Mond. Die Skulpturen schuf der Bildhauer Arthur Bock<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/14/drei-lebensalter-der-frau/#footnote_0_112" id="identifier_0_112" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*1875 Leipzig &amp;#8211; &dagger;1957 Hamburg">1</a></sup> 1920 oder 1926 aus Muschelkalk. Hier wurde das Motiv der Lebensalter in die drei Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend umgesetzt, die als Begriffe unter den Skulpturen eingemeißelt sind.<br />
Zur Rechten präsentiert sich lasziv dahingegossen das junge Mädchen („Morgen&#8221;), halb entblößt. Es hat einen Myrrhekranz im Haar sowie einen weiteren auf dem Schoß und wirkt verspielt und unbeschwert.<br />
In der Mitte ist die verantwortungsvolle Mutter („Mittag&#8221;) zu sehen, wie sie einem Säugling die Brust gibt und wie sich ein Knabe mit dem Rücken an sie schmiegt.<br />
Zur Linken schließlich sieht man die alte Frau („Abend&#8221;) , vom Alter gezeichnet, halb verschleiert, nicht, wie es den Anschein hat, abgewandt, sondern einem Enkel zugewandt, der halb von Buschwerk verdeckt ist. Die Züge der Greisin umspielen Altersgüte und Gram, Zuneigung aber auch Anstrengung. Sie ist in ihrer Haltung längst nicht so fließend, wie das Mädchen von einst. Sie wirkt hager und knochig, und das Aufstützen bereitet ihr sichtlich mehr Mühe.<br />
Abgerundet wird die Skulptur durch die Tatsache, dass ihre Ausrichtung mit dem Lauf der Sonne korrespondiere<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/14/drei-lebensalter-der-frau/#footnote_1_112" id="identifier_1_112" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Behrens, Christine: Der Bildhauer Arthur Bock (1875-1957) in Hamburg. In: OHLSDORF &amp;#8211; Zeitschrift f&uuml;r Trauerkultur. Ausgabe: Nr. 99, IV, 2007   10.11.2007 ">2</a></sup>. Das Mädchen sehe nach Osten und die Greisin nach Westen. Über der Mutter steht die Sonne im Zenit.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li> <em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
<li><em>Behrens, Christine: Der Bildhauer Arthur Bock (1875-1957) in Hamburg. In: OHLSDORF &#8211; Zeitschrift für Trauerkultur. Ausgabe: Nr. 99, IV, 2007 10.11.2007</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_112" class="footnote">*1875 Leipzig &#8211; †1957 Hamburg</li><li id="footnote_1_112" class="footnote">Behrens, Christine: Der Bildhauer Arthur Bock (1875-1957) in Hamburg. In: OHLSDORF &#8211; Zeitschrift für Trauerkultur. Ausgabe: Nr. 99, IV, 2007   10.11.2007 </li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/14/drei-lebensalter-der-frau/' addthis:title='Drei Lebensalter der Frau (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Werden, sein, vergehen &#8230; (Arthur Bock)</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/07/werden-sein-vergehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jan 2007 00:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensalter]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Skulptur schuf Arthur Bock1 wahrscheinlich im Jahr 1915 aus Marmor. Sie befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstätte des Fabrikbesitzers Dr. Max Albrecht. Literatur: Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990. *1875 Leipzig &#8211; †1957 Hamburg<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/07/werden-sein-vergehen/' addthis:title='Werden, sein, vergehen &#8230; (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a title="Arthur Bock: Werden, sein, vergehen" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/wsv-gross.JPG" rel="lightbox[124]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/wsv-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a></p>
<p>Diese Skulptur schuf Arthur Bock<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/07/werden-sein-vergehen/#footnote_0_124" id="identifier_0_124" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*1875 Leipzig &amp;#8211; &dagger;1957 Hamburg">1</a></sup> wahrscheinlich im Jahr 1915 aus Marmor. Sie befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstätte des Fabrikbesitzers Dr. Max Albrecht.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_124" class="footnote">*1875 Leipzig &#8211; †1957 Hamburg</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/07/werden-sein-vergehen/' addthis:title='Werden, sein, vergehen &#8230; (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Familie Baedeker &#8211; Letzte Reise &#8230;</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/familie-baedeker-letzte-reise/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jan 2007 03:47:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

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		<description><![CDATA[Während Karl Baedeker, Verlagsgründer und einer der Wegbereiter des Massentourismus, in Koblenz begraben liegt, wo er den Grundstein für den späteren Verlag legte, sind sein dritter Sohn Fritz und sein Enkel Ernst sowie andere Familienmitglieder auf dem Leipziger Südfriedhof (Abteilung VI) begraben. Die Firma Baedeker war 1872 von Koblenz nach Leipzig gezogen. Fritz Baedeker führte [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/familie-baedeker-letzte-reise/' addthis:title='Familie Baedeker &#8211; Letzte Reise &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baedeker-gross.jpg" rel="lightbox[190]"><img class="size-full wp-image-1635 alignnone" title="Grabstätte der Familie Baedeker" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baedeker-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="448" height="299" /></a></p>
<p><span class="initial">W</span>ährend Karl Baedeker, Verlagsgründer und einer der Wegbereiter des Massentourismus, in Koblenz begraben liegt, wo er den Grundstein für den späteren Verlag legte, sind sein dritter Sohn Fritz und sein Enkel Ernst sowie andere Familienmitglieder auf dem Leipziger Südfriedhof (Abteilung VI) begraben. Die Firma Baedeker war 1872 von Koblenz nach Leipzig gezogen. Fritz Baedeker führte den Verlag zu seiner größten Blüte.<br />
Dass Baedekers Reiseführer bald auch international ein Begriff waren, zeigt folgendes Zitat aus der englischen Übersetzung des Librettos zu Jacques Offenbachs Operette „La Vie Parisienne&#8221;:</p>
<blockquote>
<p class="t2">Kings and governments may err but never Mr. Baedeker.</p>
</blockquote>
<p>Dieser Ansicht war wohl auch Kaiser Wilhelm I., der sich pünktlich jeden Mittag zur Wachablösung der Garde in seinem Palast Unter den Linden präsentierte, denn, so soll er gesagt haben: „Es steht im Baedeker, dass ich den Wachwechsel vom Fenster aus betrachte, und die Leute sind dafür hergekommen.&#8221;<br />
Bezüglich der sprichwörtlichen Akribie Karl Baedekers berichtet eine Anekdote vom Zusammentreffen des westfälischen Freiherrn Gisbert von Vincke mit Karl Baedeker im Jahr 1847, wie sie zufällig beide gleichzeitig den Mailänder Dom bestiegen, wobei der Freiherr ein merkwürdiges Treiben bei dem ihm noch unbekannten Herrn Baedeker bemerkte. Dieser griff häufig in seine Westentasche und danach sogleich in die Hosentasche. Nach dem Grund seines Tuns befragt, erklärte der Reiseführerautor, dass er damit die Stufen genau abzähle: Alle zwanzig Stufen stecke er eine Erbse von seiner Westen- in die Hosentasche, rechne oben die Endsumme aus, indem er die Erbsen mit zwanzig multipliziere und die Reststufen addiere und mache beim Hinabsteigen die Gegenprobe. Die sich daraus ergebende Zahl war die präzise Stufenangabe für den späteren Reiseführer. Ob sich daher der sprichwörtliche Begriff des „Erbsenzählers&#8221; herleitet? Dieser könnte jedoch genauso gut auf den Augustinermönch Gregor Mendel zurückzuführen sein, der ja bekanntermaßen die Regeln der Vererbung anhand von Merkmalen bei Erbsen untersuchte. Allerdings kam der Name „Baedeker&#8221; während des Zweiten Weltkriegs auch zu zweifelhaften Ehren: Die deutschen Bombenangriffe auf die kulturhistorisch wichtigen Städte Bath, Canterbury, Exeter, Norwich und York vom April bis Juni 1942 wurden in England bald als „Baedeker raids&#8221; bzw. „Baedeker Blitz&#8221; bezeichnet, weil kolportiert wurde, dass die Nazis sich bei der Auswahl kulturhistorisch besonders bedeutsamer Orte an den im Baedeker üblichen Asterisken (Sternchen) orientiert hätten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/familie-baedeker-letzte-reise/#footnote_0_190" id="identifier_0_190" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: Baedeker-Homepage, Rubrik: Verlagsgeschichte">1</a></sup>. Ein Asterisk weist auf „besonders Beachtenswertes&#8221; hin. Die Höchstzahl von zwei Asterisken markiert „einzigartige Sehenswürdigkeiten&#8221;.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_190" class="footnote">Quelle: Baedeker-Homepage, Rubrik: Verlagsgeschichte</li></ol>
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		<item>
		<title>Christian Fürchtegott Gellert &#8211; Ein FABELhaftes Grab &#8230;</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jan 2007 02:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 13. Dezember habe der Philosophieprofessor Gellert nach dreizehntägiger hartnäckiger Leibes-Obstruktion und innerlicher Entzündung die Zeitlichkeit verlassen, meldeten Leipziger Zeitungen.1 Mit ihm hätten Stadt und Universität Leipzig einen ihrer berühmtesten Männer verloren, hieß es dort weiter. In der Tat gingen die Menschen eines der bedeutendsten Vertreter der Leipziger Aufklärung verlustig, die sich auch solch bekannter [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/' addthis:title='Christian Fürchtegott Gellert &#8211; Ein FABELhaftes Grab &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/gellert-gross.jpg" rel="lightbox[253]"><img class="alignleft size-full wp-image-1641" title="Grabplatte von Christian Fürchtegott Gellert" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/gellert-klein.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="336" height="442" /></a><span class="initial">A</span>m 13. Dezember habe der Philosophieprofessor Gellert nach dreizehntägiger hartnäckiger Leibes-Obstruktion und innerlicher Entzündung die Zeitlichkeit verlassen, meldeten Leipziger Zeitungen.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_0_253" id="identifier_0_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. L&ouml;ffler, Katrin; Sch&ouml;pa, Iris u.a.: Der Leipziger S&uuml;dfriedhof &amp;#8211; Geschichte / Grabst&auml;tten / Grabdenkm&auml;ler. Leipzig, 20042, S. 46.">1</a></sup> Mit ihm hätten Stadt und Universität Leipzig einen ihrer berühmtesten Männer verloren, hieß es dort weiter. In der Tat gingen die Menschen eines der bedeutendsten Vertreter der Leipziger Aufklärung verlustig, die sich auch solch bekannter Namen wie Johann Christoph Gottsched und Gotthold Ephraim Lessing rühmen kann. Mit seinen „Fabeln und Erzählungen&#8221; (1746-48), die aus dem aufklärerischen Tugendideal heraus entstanden, wurde Gellert einer der meistgelesenen Autoren des 18. Jahrhunderts. Sein Briefroman „Das Leben der schwedischen Gräfin von G***&#8221; begründete in Deutschland den bürgerlichen Roman. Seine Lustspiele führten das „Rührstück&#8221; (Comédie larmoyante) aus dem Französischen in die deutsche Literatur ein. Auch als Professor genoss Gellert seitens seiner Studenten große Verehrung und Liebe, wie Goethe in „Dichtung und Wahrheit&#8221; berichtet. Seine Vorlesungen über Moral, Poesie und Beredsamkeit seien gedrängt voll gewesen, so Goethe. Zu Goethes Studienzeit in Leipzig neigte sich das Leben Gellerts jedoch bereits seinem Ende zu. Mit seiner Beerdigung hatte Gellert jedoch mitnichten seine letzte Ruhestätte gefunden, wie im Folgenden beschrieben werden soll.<br />
Nach dreifacher Umbettung befindet sich Gellerts letzte Ruhestätte nunmehr auf dem Leipziger Südfriedhof (Abteilung I). Seine erste Grabstätte jedoch befand sich auf dem Alten Johannisfriedhof. Als die heute nicht mehr existierende Johanniskirche 1894 bis auf den Turm abgebrochen wurde, um nach den Plänen des Architekten Hugo Licht im neobarocken Stil neu gebaut zu werden, fand man an der Südwand die Gebeine Johann Sebastian Bachs und diejenigen Gellerts. Man exhumierte sie und setzte sie 1897 in dem fertig gestellten Kirchenneubau in einer Gruft unter dem Altarraum erneut bei.<br />
Nachdem das Kirchenschiff im Jahr 1943 bei Luftangriffen stark beschädigt worden war, wurden 1949 die Trümmer beseitigt und die verbliebenen Ruinen des Kirchenschiffs abgetragen. Im gleichen Jahr wurden die Gebeine Bachs in die Thomaskirche umgebettet, während die Gebeine Gellerts in die Universitätskirche St. Pauli überführt wurden. Der übriggebliebene Turm der Johanniskirche wurde 1956 saniert, was nichts daran änderte, dass das atheistische Regime der DDR ihn 1963 sprengen ließ, sodass an dieser Stelle heute nur noch der Name „Johannisplatz&#8221; an die Kirche erinnert. Der weiter südöstlich, hinter dem Grassimuseum gelegene Alte Johannisfriedhof, der heute eine museale Parkanlage ist, ist ein weiterer Hinweis auf die frühere Existenz der Kirche. Der seit 1563 bestehende Alte Johannisfriedhof war 1883 wegen vollständiger Auslastung seiner Kapazitäten für Bestattungen geschlossen worden. Fortan wurde der 1846 eröffnete Neue Johannisfriedhof genutzt, der etwa einen Kilometer südöstlich vom Alten Johannisfriedhof gelegen war. Am 31.12.1950 wurde jedoch auch dieser Friedhof von der Stadtverwaltung für Bestattungen &#8211; und zwanzig Jahre später, am 31.12.1970, für die Öffentlichkeit geschlossen. Darauf folgte zunächst die Säkularisation des Gottesackers, in deren Zuge Gruftanlagen und Umfassungsmauern abgebrochen und Gräber eingeebnet wurden. Umbettungen fanden nur dann statt, wenn sie privat finanziert wurden. Nur etwa 120 Grabmale wurden gerettet und auf dem Alten Johannisfriedhof gelagert. Unsachgemäßer Transport dorthin führte jedoch zu starken Beschädigungen der historisch bedeutenden Objekte. Vandalismus und Diebstahl taten schließlich ihr Übriges, sodass nach dem Ende des Arbeiter- und Bauernstaates nur noch 58 Grabmale übrig waren, die saniert werden konnten und daraufhin im südöstlichen Teil des Alten Johannisfriedhofs im eigens für diese Objekte eingerichteten Lapidarium aufgestellt wurden. Im Jahr 1983 wurde der nunmehr säkularisierte Neue Johannisfriedhof der Bevölkerung unter dem neuen Namen „Friedenspark&#8221; als städtisches Naherholungsgebiet zur Nutzung freigegeben. Somit fiel hier ein Name weg, der an die Existenz der Johanniskirche erinnerte. Die in nordöstlicher Richtung verlaufende Johannisallee ist jedoch ein heute noch existierender Hinweis auf diese Kirche. Die Johannisallee befindet sich zwischen Altem Johannisfriedhof und dem Friedenspark.<br />
Doch zurück zum Schicksal von Gellerts Gebeinen. Ihnen war nur eine kurz Zeit der Ruhe vergönnt, denn die sie beherbergende Universitätskirche St. Pauli war den sozialistischen Bauplanern ein Dorn im Auge. Religion hatte in einer inzwischen in „Karl Marx&#8221; umbenannten Universität, auf einem inzwischen auf den Namen „Karl Marx&#8221; umgetauften Platz keine Daseinsberechtigung, hatte doch ausgerechnet dieser den von Lenin abgewandelten Auspruch geprägt, demzufolge Religion Opium für das Volk sei. Nun hatte aber der &#8211; seine späteren Jünger des DDR-Politbüros an Intelligenz wohl allesamt weit überlegene &#8211; Marx diesen Ausspruch in einer Zeit getätigt, als die christliche Konfession fast ausschließlich auf der Seite der „besitzenden Klassen&#8221; stand. Das „Übel&#8221; der Existenz dieser besitzenden Klassen hatte das SED-Regime im Jahr 1968 jedoch weitgehend beseitigt. Man war dem Ziel der „klassenlosen Gesellschaft&#8221; also bedeutend nähergerückt. Es ist durchaus vorstellbar, dass ein Marx diesem neuen Kontext Rechnung getragen hätte. Seine buchstabengläubigen und parolenverliebten Anhänger waren zu einer solchen geistigen Transferleistung offenbar nicht imstande. Das klerikale Übel musste allem Anschein in ihren ideologisch verblendeten Augen mit Stumpf und Stiel ausgemerzt werden. <span id="more-253"></span>Kurzum, im Mai 1968 beschloss das Politbüro des ZK der SED unter Vorsitz des gebürtigen Leipzigers Walter Ulbricht die Sprengung des 737 Jahre alten Gotteshauses<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_1_253" id="identifier_1_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieses Alter ergibt sich beim Zugrundelegen des Jahres des Baubeginns 1231. Legt man das Jahr der Weihung, n&auml;mlich 1240, zugrunde, wurde die Kirche dementsprechend im Alter von 728 Jahren zerst&ouml;rt.">2</a></sup>. Wäre man einigermaßen souverän gewesen, hätte man die Kirche auch einfach umwidmen also säkularisieren können, vielleicht hätte sie als Aula oder auch als Lesesaal dienen können, schließlich war die Universitätsbibliothek &#8211; die Bibliotheca Albertina &#8211; 1945 zu zwei Dritteln zerstört worden, im Gegensatz zur Universitätskirche St. Pauli, die bei einem Luftangriff im Jahr 1943 nur leicht beschädigt worden war. Doch die Sprengung der Kirche blieb unabwendbar und wurde am 30. Mai 1968 schließlich durchgeführt. Was das Schicksal der etwa 800 in der Universitätskirche begrabenen Persönlichkeiten betrifft, herrscht bis heute Unklarheit. Am 11. Oktober 2007 berichtete „artour&#8221; &#8211; das Kulturmagazin des Mitteldeutschen Rundfunks &#8211; unter dem Titel <a href="http://www.mdr.de/artour/4892035.html">„Wie die SED die Totenruhe störte&#8221;</a>, dass laut Aussage des Zeitzeugen Winfried Krause, entgegen der damaligen offiziellen Verlautbarung, die in der Universitätskirche begrabenen Persönlichkeiten keineswegs auf den Leipziger Südfriedhof umgebettet wurden. Auch der bei „artour&#8221; zitierte Leiter des Friedhofs teilte mit, dass bis auf eine einzige Ausnahme niemand aus der Universitätskirche dorthin umgebettet worden sei. Bei dieser Ausnahme handelt es sich im Übrigen um Christian Fürchtegott Gellert, der damit das dritte Mal umgebettet wurde, zwei Mal allein durch die SED-Verantwortlichen, die über ihren intoleranten Atheismus hinaus offensichtlich auch noch pietätlos waren. Von den Gebeinen der restlichen 799 Persönlichkeiten aber fehle bis heute jede Spur, so „artour&#8221;. Krause zufolge seien kurz vor der Sprengung der Universitätskirche zunächst alle auffindbaren wertvollen Grabbeigaben geplündert und dann die Gebeine in Kindersärgen „verstaut&#8221; worden. Was daraufhin mit den Toten geschah, ist, wie gesagt, unbekannt, was sehr dafür spricht, dass die SED-Funktionäre auch hier skrupellos vorgingen. Angesichts solch barbarisch handelnder Menschen stellt sich die Frage, ob man überhaupt sicher sein kann, dass unter der Grabplatte Gellerts tatsächlich auch Gellert liegt.<br />
Laut Krause hätten die Verantwortlichen in der Kirche sogar Bodenbohrungen vornehmen lassen, da unterirdische Grüfte vermutet worden seien<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_2_253" id="identifier_2_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2007, S.22">3</a></sup>, in denen die Leichenfledderer der SED wohl weitere Wertgegenstände vermuteten, die sich zur Sicherung ihrer Privilegien in klingende Münze des Klassenfeindes umwandeln ließen. Da heute keinerlei Informationen über den Verbleib von Kunstschätzen und Gebeinen existieren, kann davon ausgegangen werden, dass &#8211; so die Informationen Krauses zutreffend sind &#8211; diese Bohrungen nicht vorgenommen wurden, um Kulturgut für die Nachwelt zu sichern, sondern um sich an den Hinterlassenschaften der „Reaktionäre&#8221; von „Klerus&#8221; und „Bourgeoisie&#8221; zu bereichern. Dieses Feindbild vor Augen zu haben, half sicher dabei, das Aufkommen eines schlechten Gewissens angesichts dieses Kulturvandalismus zu verhindern.<br />
Abgesehen von dem, was die SED an Wertgegenständen aus der Kirche plündern ließ und womöglich zu Devisen machte, wurde aus der Universitätskirche nur der Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert gerettet, der noch heute als Dauerleihgabe der Universität im Chorraum der Thomaskirche zu besichtigen ist. Zudem sei es Kirchenvertretern in letzter Minute gelungen, einige der Wertgegenstände aus dem Gebäude zu holen sowie die wertvollsten Teile der beiden Orgeln auszubauen.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_3_253" id="identifier_3_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fritzsch, Harald: Flucht aus Leipzig. Eine Protestaktion und ihre Folgen. M&uuml;nchen, 2004, S.60.">4</a></sup> Die Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Hütter berichtete von ihrer letzten Begehung der Paulinerkirche kurz vor deren Sprengung, dass sie dort abgeschlagene Hände und zertrümmerte Gesichter der Figuren an den Grabdenkmälern gesehen und sich an die barbarischen Akte der Bilderstürmerei erinnert gefühlt habe<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_4_253" id="identifier_4_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: MDR-Bericht vom 29.05.2003: &bdquo;Der Fall der Universit&auml;tskirche zu Leipzig&amp;#8221; ">5</a></sup>.<br />
Was der damals verantwortliche SED-Bezirkschef Paul Fröhlich unter Kunst, Demokratie und Humanismus verstand, lässt sich in erschreckend offener und entlarvender Weise in seinem damals unveröffentlichten, am 22. Mai 1968 vor der SED-Bezirksleitung <a href="http://www.mdr.de/kultur/744256-hintergrund-742032.html" class="broken_link">gehaltenen Referat nachlesen</a><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_5_253" id="identifier_5_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: MDR">6</a></sup>. Darüber, ob es sich bei dem, was die SED nach der Sprengung der Kirche und des Augusteums<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_6_253" id="identifier_6_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ehemaliges Hauptgeb&auml;ude der Universit&auml;t &amp;#8211; erbaut: 1831-36">7</a></sup> an deren Stelle plump in die Landschaft platzierte, um ein Kunstwerk handelte, wie Fröhlich in seinem Referat gänzlich unbescheiden behauptete, dürfte wohl sehr geteilte Meinung herrschen. Wen monotoner Plattenbau, kombiniert mit einer völlig überdimensionierten 33 Tonnen schweren, 14 Meter breiten, 7 Meter hohen und 3 Meter tiefen Bronzeplastik mit dem Titel „Karl Marx &#8211; das revolutionäre und weltverändernde Wesen seiner Lehre&#8221;, bekannter aber unter dem Namen „Aufbruch&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_7_253" id="identifier_7_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Geschaffen von den Leipziger K&uuml;nstlern Rolf Kuhrt, Frank Ruddigkeit und Klaus Schwabe.">8</a></sup> anspricht, dem mag dieser Bau gefallen haben und der mag es im Sinne des sozialistischen Städtebaus gutgeheißen haben. Dass die Seele eines Menschen unter solch trister Monotonie leiden kann, sich von solch plumper Gigantomanie erdrückt fühlen kann, waren und sind sicher so manchem Verantwortlichen von damals völlig fremde Gedanken, ebenso wie die Tatsache, dass es ein Frevel ist, mutwillig Kulturgüter zu zerstören. Wer Kulturgüter zerstört, weil sie nicht identisch mit der eigenen Weltanschauung sind, ist religiös oder ideologisch fanatisch und daher gefährlich. Solche Menschen sollten nicht über das Schicksal anderer bestimmen dürfen. Ein solches Verhalten findet sich in den Bücherverbrennungen der nationalsozialistischen Massenmörder, in dem vom Massenmörder Mao angeordneten Bildersturm Ende der 1960er Jahre, als man u.a. buddhistische Tempel und christliche Kirchen zerstören ließ oder in dem Bildersturm des Massenmörders Stalin gegen die orthodoxe Kirche, aber auch in dem Bildersturm der barbarischen und jenseitigen Taliban gegen die Buddha-Statuen im afghanischen Bamiyan im März 2001.<br />
Betrachtet man also die Bilderstürmer des 20. Jahrhunderts, befindet sich die SED in entlarvender Gesellschaft von samt und sonders psychopathischen Persönlichkeiten, die aus einer Mischung aus Paranoia, Mangel an Kultur, aus ideologischem oder religiösem Fanatismus, aus rein egoistischem Machterhaltungstrieb oft gepaart mit einem Mangel an Bildung bzw. mit einseitiger Bildung Bilderstürme veranlassten.<br />
Der offensichtlich völlig übergeschnappte und größenwahnsinnige Paul Fröhlich hielt diesen Neubau für „die größte humanistische Tat der Arbeiter- und Bauern-Macht&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_8_253" id="identifier_8_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zitat aus dem oben erw&auml;hnten Referat.">9</a></sup>.<br />
Etwa vierzig Jahre nach diesem Ikonoklasmus, wurde nun das asbestverseuchte sozialistische Hauptgebäude, das die Stelle der Kirche und des Augusteums eingenommen hatte, abgerissen. Zuvor musste jedoch eine umfangreiche Gefahrstoffsanierung durchgeführt werden, wie auf der <a title="Link zur Website der Firma Reinwald-Entsorgung" href="http://www.reinwald.de/referenz_abbruch_uni_campus.html" target="_blank">Seite der mit dem Abriss beauftragten Firma</a> nachzulesen ist.<br />
Die Ironie der Geschichte ist es nun, dass sich ausgerechnet die Mitglieder der „Linksfraktion.PDS&#8221;, also der Nachfolgeorganisation der SED, zu Wort melden und darüber ereifern, dass der demontierte Bronzekoloss nicht in der Innenstadt aufgestellt werden soll, sondern auf dem Gelände einer weiter entfernten Fakultät. Dass das „herrschende kapitalistische Regime&#8221; niemals erwogen hat, das Marx-Relief zu sprengen oder einzuschmelzen, sondern lediglich darüber nachdenkt, wo der Koloss aufgestellt wird, übergehen die sozialistischen Kritiker geflissentlich. Der Kritik, die sie am heutigen System und dessen Umgang mit Denkmälern aus Unrechtsregimes üben, hätte ihre DDR nicht auch nur einen kurzen Moment standgehalten. Und weil sie sich dessen wohl durchaus bewusst sind, verschweigen sie in ihrer Apologetik, dass dieses Marx-Relief und das Gebäude an dem es befestigt war, auf nichts anderem als Unrecht erbaut war. Sie verschweigen überhaupt die Existenz einer Kirche und eines Augusteums an diesem Ort.<br />
Der Leipziger Stadtrat Volker Külow von der „Linkspartei.PDS&#8221;, der aus seiner IM-Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit keinen Hehl macht<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_9_253" id="identifier_9_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Im Gegenteil, bis heute w&uuml;rden ja &bdquo;alle ma&szlig;geblichen Staaten Nachrichtendienste unterhalten&amp;#8221; (Zitat K&uuml;low aus seiner Erkl&auml;rung 16.02.2007 zu den gegen ihn erhobenen Stasi-Vorw&uuml;rfen.) ">10</a></sup>, ist einer jener Apologeten, denen es gelegen kommt, dass ihnen so einiges nicht mehr „erinnerlich&#8221; sei. Seien es nun Details aus der Stasi-Akte oder offenbar auch der Abriss von Kirchen, von denen in ihren Plädoyers für den verantwortlichen Umgang mit Geschichte seltsamerweise keine Rede ist. So hielt Volker Külow, der im Übrigen von 1982-86 Marxismus-Leninismus und Geschichte der Arbeiterbewegung an der Karl-Marx-Universität studierte, am <a href="http://www.pds-fraktion-leipzig.de/stadtrat/redendetails.asp?LfdNr=250">15.11.2006 eine Rede vor dem Leipziger Stadtrat</a> mit dem Titel „Geschichte lässt sich nicht entsorgen&#8221;. Schon allein der Titel macht stutzig. War es nicht genau das, was die SED unzählige Male mit dem versuchte, was nicht in ihr sozialistisches Bild passte?<br />
In seiner Rede dozierte Külow, „dass unsere Stadt mit ihrer fast tausendjährigen Geschichte als epochaler Reinraum denkbar ungeeignet&#8221; sei. Eben so wenig ließen „sich Kunstwerke mit historischen Bezügen und einer besonderen Historie ihrer Entstehung entsorgen&#8221;. So so, hier setzt offenbar die Amnesie des Volker Külow ein, denn nichts anderes geschah doch mit der Paulinerkirche &#8211; sie wurde entsorgt, auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen, von der SED, der Partei, der Külow seit 1980 angehörte. Dann führt Külow Städte an, die einen souveränen und lockeren Umgang mit ihren Marx-Denkmälern pflegten. So London, Trier und Moskau oder &#8211; hier kommt der Kosmopolit Külow auch dem beschränkten Mitbürger entgegen &#8211; wem dies „zu weit&#8221; sei, seinetwegen auch Chemnitz. Eine SPD-geführte Stadt wie Chemnitz würde sogar für sich mit dem Slogan „Stadt mit Köpfchen&#8221; werben<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_10_253" id="identifier_10_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="womit auf die dortige Karl-Marx-B&uuml;ste angespielt wird">11</a></sup>, überdies gebe es sogar Karl-Marx-Trüffel mit dem Abbild der Chemnitzer Marx-Büste. Von der Begeisterung für dieses Zuckerwerk fast davongetragen, äußert Külow den Wunsch, dass doch auch Leipzig so souverän und locker mit „einem der größten Denker&#8221; umgehe. Es darf wiederum daran erinnert werden, wie „souverän&#8221; und „locker&#8221; die SED mit den Kulturgütern aus früheren Zeiten umging. Sprengung von Jahrhunderte alten Gebäuden, Plünderung von Kunstgegenständen, die zum Teil auf dubiosen Wegen zu Devisen gemacht wurden, Störung der Totenruhe, Inhaftierung von Bürgern, die es wagten, die Sprengung der Universitätskirche durch Foto oder Film zu dokumentieren oder einfach nur ihre Meinung zu äußern. Nicht unerwähnt bleiben darf die Zerstörung zehntausender Altbauten, deren sich die DDR durch Unterlassung schuldig gemacht hat. Allein in der Prager Straße, die zu DDR-Zeiten ausgerechnet Leninstraße hieß, musste die straßenbegleitende Gründerzeitbebauung zu Beginn der 1990er Jahre großflächig abgebrochen werden, weil die Bauten nach vierzig Jahren SED-Herrschaft völlig heruntergekommen waren, so dass eine Renovierung nicht mehr möglich war. So erging es ganzen Stadtvierteln überall in der DDR. Eine Nachfolgeorganisation, die noch immer große Teile des DDR-Systems gutheißt, bzw. sich nicht deutlich davon distanziert, sollte sich fragen, welches moralische Recht sie überhaupt noch hat, der heutigen Gesellschaft Lektionen im richtigen Umgang mit Geschichte und historischer Bausubstanz zu erteilen, einer Gesellschaft wohlgemerkt, in der Entscheidungsprozesse demokratisch herbeigeführt werden und nicht von einem Politbüro dem Volk aufgezwungen werden. Das Einfordern von Rechten für ein Marx-Relief, das seine Entstehung der vorherigen Zerstörung von Kulturgut verdankt unter gleichzeitigem Verschweigen dieser Kulturbarbarei, ist widerwärtig, zutiefst unredlich und verlogen. Es sei im Übrigen daran erinnert, dass selbst die Sowjetunion die Souveränität besaß, in ihrer Hauptstadt auf dem prominentesten Platz die Basilius-Kathedrale zu tolerieren. Ja auch den Kreml selbst ließ man stehen und machte ihn zum Sitz der regierenden KPdSU, obwohl er doch als frühere Zarenresidenz<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_11_253" id="identifier_11_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="bis 1712">12</a></sup> ideologisch gesehen problematisch war.<br />
Das Abgeordnetenbüro der Linkspartei in Leipzig zitiert auf seinen Internetseiten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_12_253" id="identifier_12_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://www.linke-bueros.de/index.html">13</a></sup> einen Artikel der linksextremen „Jungle World&#8221;, in dem berichtet wird, dass die „Kunde davon, wie es Marx erging, [...] selbst in den Abendnachrichten des bulgarischen Fernsehens für Aufsehen&#8221; gesorgt habe. Die Abendnachrichten des bulgarischen Fernsehens sind bekanntlich für die Bundesbürger eine wichtige Informationsquelle, da ja hierzulande keine Pressefreiheit herrscht. Millionen von Bundesbürgern orientieren sich aus diesem Grund zudem an den Nachrichten des albanischen Frühstücksfernsehens.<br />
Lieber Hannes Delto &#8211; Verfasser des „Jungle World&#8221;-Artikels &#8211; Ihr Hinweis auf die bulgarischen Fernsehnachrichten ist schon pure Realsatire, und wüsste man es nicht besser, hielte man ihn für eine Selbstparodie. Absurder geht&#8217;s wirklich nimmer &#8211; sollte man meinen, bzw. hoffen. Aber Hannes Delto hat noch etwas in der Hinterhand. Er zählt nämlich Objekte auf, bei denen es sich um erhaltenswerte Zeugnisse der Geschichte handele, die jedoch seit der Wende aus dem Stadtbild verschwunden seien, das sie über Jahrzehnte geprägt hätten. So vermisst Herr Delto z.B. die Fußgängerbrücke „Das Blaue Wunder&#8221; oder die Wasserspielanlage „Pusteblumen&#8221;. Die Zeit zwischen 1950 und 1990 sei mittlerweile weitgehend getilgt &#8211; auch baulich, so der offensichtlich in seiner Wahrnehmung stark beeinträchtigte Hannes Delto. Lieber Herr Delto, wenn es Sie so sehr nach baulichen Zeugnissen aus dieser Zeit gelüstet, warum statten Sie nicht Leipzig-Grünau, Halle-Neustadt, Berlin-Marzahn/Hellersdorf oder Eisenhüttenstadt einen Besuch ab, auch der ehemalige „Uniriese&#8221; steht noch, genauso wie das Messehochhaus. Besuchen Sie die Karl-Marx-Allee in Berlin und die Ringbebauung am Leipziger Roßplatz und in der Windmühlenstraße, wo Sie den sozialistischen Klassizismus genießen können. Auch in der Arthur-Hoffmann-Straße werden Sie auf der Suche nach sozialistischer Architektur fündig werden, genauso wie entlang der Straße des 18. Oktober. Dabei wird Ihnen nicht entgehen, dass die Arthur-Hoffmann-Straße immer noch nach einem KPD-Mitglied und antifaschistischem Widerstandskämpfer benannt ist, auch wenn das nicht in Ihr Feindbild passt. Oder sehen Sie sich die schönen Hochhäuser am Leipziger Brühl an. Und hören Sie vor allem damit auf, in die Welt zu setzen, dass die Zeit zwischen 1950 und 1990 weitgehend getilgt sei &#8211; das ist unwahr und völlig absurd. Mit einer solchen Behauptung disqualifizieren Sie sich als ernstzunehmender Diskussionspartner. Entweder mangelt es Ihnen in starkem Maß an Wissen oder Sie sind gezielt auf einem Auge blind, ganz im Sinne der Agitation Ihres manichäistischen Weltbildes, in dem Graustufen nicht vorkommen. Es wirkt zudem lächerlich, dass Sie einem Pusteblumen-Brunnen nachtrauern, ohne auch nur mit einem einzigen Ton zu erwähnen, dass die Universitätskirche von den von Ihnen bewunderten Sozialisten gesprengt wurde. Man könnte sagen, dass Sie sich in Ihrer Apologetik völlig asymmetrischer Argumentationsgrundlagen bedienen, bei der ein Pusteblumenbrunnen gegen die gesamte Altbausubstanz eines 17-Millionen-Volkes steht, die das SED-Regime bis hin zur Unkenntlichkeit hat verrotten lassen, wenn es die Häuser nicht vor ihrem Zusammenbruch einfach wegsprengen ließ. Es darf übrigens bezweifelt werden, dass die bulgarischen Abendnachrichten über die Sprengung der Universitätskirche berichtet haben.<br />
Und was DDR-Architektur und die Gestaltungsfreiheit ihrer Architekten betrifft, sei jedem, der noch Illusionen darüber hat, der DEFA-Film „Die Architekten&#8221; aus den Jahren 1989/90 empfohlen, wo sich zeigt, wie Phantasie und Gestaltungsdrang der DDR-Architekten auf ein Maß zurechtgestutzt wurden, das absolutes Mittelmaß war. Dort lässt sich auf traurige Weise beobachten, wie geplante menschenfreundliche Wohngegenden zu Betonwüsten rationalisiert wurden, weil quantitative Planerfüllung wichtiger war als der Mensch, solange nur der Funktionär seine Datsche hatte, war der Rest egal.<br />
Während nun Herr Delto also darüber klagt, dass die Stadt Leipzig kein Interesse an einer Aufstellung des Bronze-Monstrums auf einem ihrer Grundstücke habe (oder möglicherweise auch kein Interesse haben will), findet er aber im Rektor der Universität einen Gleichgesinnten. Nur leider habe die Universität kaum geeignete Grundstücke, sodass das Relief möglicherweise „nur&#8221; auf dem mehrere Kilometer entfernt liegenden Campus der sportwissenschaftlichen Fakultät aufgestellt werden kann. Angesichts der ungeklärten Frage des Verbleibs von hunderten Leichen und Kunstschätzen aus der Paulinerkirche mutet es schon unverschämt an, dass die Linke auch noch fordert, dass das Relief so prominent wie möglich aufgestellt werden solle. Angebrachter wäre es doch, sich klarzumachen, dass das Relief in dieser ach so schrecklichen gegenwärtigen Gesellschaft weder zerstört noch außerhalb der Stadtgrenzen aufgestellt werden soll. Wer einigermaßen klar bei Verstand ist, müsste erkennen, dass diese Gesellschaft zu mehr Toleranz und Souveränität imstande ist, als die DDR-Gesellschaft, in der es einer Riege von Privilegierten nur um Machterhalt ging und die in ihrer Paranoia ein halbes Volk bespitzeln ließ. Alles andere als diese Erkenntnis ist Augenwischerei, Geschichtsklitterung und Geschichtstrevisionismus, die sich nicht auf Fakten, sondern auf einer Wunschvorstellung gründen, die zwar ehrenwert ist, aber nie realisiert wurde. Man kann von Glück reden, dass die mit einem Mal so am Erhalt von Kulturgütern interessierten Mitglieder der Linkspartei noch nicht darauf verfallen sind, den Abriss der Alten Handelsbörse am Leipziger Naschmarkt zu fordern, die ja ein Hort des Kapitals war. Würde man sie wegsprengen, hätte man genug Platz für das Bronzemonstrum. Soweit ist es jedoch noch nicht, mit einem Zeh stehen die Eiferer von der Linkspartei dann doch noch in der Realität. Es ist jedoch äußerst bedauerlich zu erleben, dass sich das Hauptgut bzw. das Kapital der Linkspartei aus der Vergesslichkeit ihrer Mitglieder und Sympathisanten zu nähren scheint.<br />
Zum Abschluss soll noch einmal auf Gellerts Gräber-Odyssee eingegangen werden. Zunächst waren ihm 128 Jahre Ruhe auf dem Alten Johannisfriedhof vergönnt (1769-1897), seine nächste Ruhestätte &#8211; die Johanniskirche &#8211; beherbergte ihn nur noch 52 weitere Jahre. In der dritten Ruhestätte &#8211; der Universitätskirche St. Pauli &#8211; hatte er nur 19 Jahre Ruhe, bis man ihn (angeblich) auf den Südfriedhof umbettete, wo er nunmehr seit 39 Jahren ruht und hoffentlich für alle Ewigkeit in Ruhe gelassen wird. Es ist schon etwas unwürdig, wenn man innerhalb von 238 Jahren drei Mal exhumiert und umgebettet wird sowie in vier verschiedenen Grabstätten beerdigt wurde. Was von der Tatsache zu halten ist, dass in dem Buch „Der Leipziger Südfriedhof&#8221; von Löffler und Schöpa ein Grabstein Gellerts abgebildet ist, bei dem es sich eindeutig um einen anderen handelt, als um den oben abgebildeten, bleibt zu klären. Beim Grabstein in Löfflers Buch handelt es sich um polierten Granit mit der Aufschrift: „Christian Fürchtegott Gellert 1715-1769&#8243;. Der oben abgebildete Stein ist jedoch rau (wahrscheinlich Sandstein) und seine Inschrift lautet:</p>
<p>„HIER RUHEN / CHRISTIAN FÜRCHTEGOTT / GELLERT / PROFESSOR DER PHILOSOPHIE / GEB. D. 4. IUL 1715. / GEST. D. 13. DEC 1769 / UND / DESSEN BRUDER / FRIEDRICH LEBERECHT / GELLERT / OBERPOSTCOMMISSARIUS / GEB. D. 10. NOV 1711 / GEST. D. 8 IUN 1770&#8243;</p>
<p>Eine weitere Seltsamkeit besteht darin, dass Löffler schreibt, die Schrift auf der schlichten Granitplatte Gellerts sei kaum noch zu entziffern. Das trifft in keiner Weise auf die von ihr selbst verwendete Abbildung zu. Dort handelt es sich &#8211; wie beschrieben &#8211; um eine polierte Granitplatte, die aufgrund ihrer sehr intakten Politur sogar deutlich spiegelt. Die Schrift darauf ist einwandfrei ablesbar. Die Schrift ist aber auch auf der oben verwendeten Abbildung der Grabplatte noch relativ gut erkennbar. Bis auf die Lebensdaten lassen sich alle Zeichen sogar recht gut ablesen. Dies kann hier nicht geklärt werden und gehört damit zu den weiteren Seltsamkeiten in der Odyssee von Gellerts Gebeinen und der Sprengung der Universitätskirche Leipzig durch die Kulturbarbaren der SED.<br />
Zuallerletzt soll darauf hingewiesen werden, wie das DDR-Regime mit Menschen verfuhr, die sich erlaubten, Kritik an der willkürlichen Sprengung der Universitätskirche zu üben. Knapp zwei Monate nach der Sprengung kam es auf dem Abschlusskonzert des III. Internationalen Leipziger Bachwettbewerbes in der Kongresshalle zu einem Eklat. In Anwesenheit von etwa 1800 Konzertbesuchern, unter denen sich auch zwei DDR-Minister (nämlich der Minister für Kultur Klaus Gysi sowie der Minister für Hoch- und Fachschulwesen Ernst-Joachim Gießmann), Pressefotografen und Journalisten sowie ein japanisches und ein tschechisches Fernsehteam<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_13_253" id="identifier_13_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Fritzsch, Harald: Flucht aus Leipzig. Eine Protestaktion und ihre Folgen. M&uuml;nchen, 2004, S.85.">14</a></sup> befanden, die allesamt gerade die Auszeichnung der Preisträger des Wettbewerbs verfolgten, entrollte sich plötzlich von der Bühnendecke aus ein anderthalb mal drei Meter großes Transparent mit der Aufschrift: &#8220;1968 † WIR FORDERN WIEDERAUFBAU&#8221;. Etwa acht Minuten habe das Transparent herabgehangen und einen Teil der Besucher zu längerem Applaus veranlasst. Obwohl die Staatssicherheit selbstredend umgehend Ermittlungen einleitete, war sie zunächst nicht imstande, die Urheber dieser Aktion aufzuspüren. Erst zwei Jahre nach dem Ereignis gelang es dem MfS, einige der „Täter&#8221; ausfindig zu machen. Es handelte sich weder um Theologen noch um Studenten der Hochschule für Graphik und Buchkunst, wie man zuerst annahm, sondern um Physiker, die sich in einem Diskussionskreis politisch engagierten. Diese hatten unter Zuhilfenahme eines Weckers einen Zeitzünder konstruiert, der dafür sorgte, dass sich das Transparent à point publikumswirksam entrollen konnte. Zweien der an dieser Aktion Beteiligten, nämlich Stefan Welzk und Harald Fritzsch sollte kurze Zeit später die Flucht aus der DDR über Bulgarien und die Türkei in die Bundesrepublik gelingen. Fritzsch veröffentlichte 1990 darüber bei Piper ein Buch mit dem Titel „Flucht aus Leipzig. Eine Protestaktion und ihre Folgen&#8221;, das mittlerweile auch als Taschenbuch erhältlich ist.<br />
Dietrich Koch und Günter Fritzsch jedoch sowie weitere Mitglieder wurden von der Stasi verhaftet. Koch wurde nach dreiundzwanzigmonatiger Stasi-Untersuchungshaft im März 1972 wegen seiner Beteiligung an der Plakatprotestaktion sowie wegen staatsfeindlicher Hetze und Gruppenbildung zu weiteren zweieinhalb Jahren Haft mit anschließender unbefristeter (!) Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung verurteilt. Nachdem sich der Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker auf die Bitte des geflohenen Welzks hin bei den DDR-Oberen für ihn eingesetzt hatte, wurde Koch im September 1972 freigekauft und aus dem psychiatrischen Haftkrankenhaus Waldheim in die Bundesrepublik abgeschoben.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/01/06/christian-fuerchtegott-gellert-ein-fabelhaftes-grab/#footnote_14_253" id="identifier_14_253" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: http://www.paulinerkirche.de/inhalt11.htm">15</a></sup> Die Zwangseinweisung Kochs erfolgte, weil dieser nicht „kooperativ-geständig&#8221; war. Nach der Wende wurde Koch als Opfer politischen Psychiatriemissbrauchs anerkannt. Dietrich Koch verarbeitete seine Hafterfahrungen in dem dreibändigen Buch „Das Verhör. Zerstörung und Widerstand&#8221;, das im Oktober 2000 beim Verlag Christoph Hille in Dresden erschien und mittlerweile in einer durchgesehenen und leicht erweiterten zweiten Auflage vorliegt.</p>
<p>Zur Lektüre sei zusätzlich folgender sehr informativer Artikel in der Berliner Zeitung vom 29.09.2007 empfohlen:</p>
<p><a title="Link zum Artikel in der Berliner Zeitung" href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0929/magazin/0001/index.html" target="_blank">http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0929/magazin/0001/index.html</a></p>
<p>Auch folgender Text des MDR-Fernsehbeitrag „Die Toten der Paulinerkirche &#8211; Spurensuche 40 Jahre danach&#8221; (ausgestrahlt am 01.05.2008) ist sehr lesenswert:</p>
<p><a title="Link zum MDR-Fernsehen" href="http://www.mdr.de/tv/5465376.html" target="_blank">http://www.mdr.de/tv/5465376.html</a></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_253" class="footnote">Vgl. Löffler, Katrin; Schöpa, Iris u.a.: Der Leipziger Südfriedhof &#8211; Geschichte / Grabstätten / Grabdenkmäler. Leipzig, 2004<sup>2</sup>, S. 46.</li><li id="footnote_1_253" class="footnote">Dieses Alter ergibt sich beim Zugrundelegen des Jahres des Baubeginns 1231. Legt man das Jahr der Weihung, nämlich 1240, zugrunde, wurde die Kirche dementsprechend im Alter von 728 Jahren zerstört.</li><li id="footnote_2_253" class="footnote">Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2007, S.22</li><li id="footnote_3_253" class="footnote">Fritzsch, Harald: Flucht aus Leipzig. Eine Protestaktion und ihre Folgen. München, 2004, S.60.</li><li id="footnote_4_253" class="footnote">Quelle: <a href="http://www.mdr.de/kultur/734291-hintergrund-742032.html" class="broken_link">MDR-Bericht vom 29.05.2003: „Der Fall der Universitätskirche zu Leipzig&#8221;</a> </li><li id="footnote_5_253" class="footnote">Quelle: MDR</li><li id="footnote_6_253" class="footnote">ehemaliges Hauptgebäude der Universität &#8211; erbaut: 1831-36</li><li id="footnote_7_253" class="footnote">Geschaffen von den Leipziger Künstlern Rolf Kuhrt, Frank Ruddigkeit und Klaus Schwabe.</li><li id="footnote_8_253" class="footnote">Zitat aus dem oben erwähnten Referat.</li><li id="footnote_9_253" class="footnote">Im Gegenteil, bis heute würden ja „alle maßgeblichen Staaten Nachrichtendienste unterhalten&#8221; (Zitat Külow aus seiner Erklärung 16.02.2007 zu den gegen ihn erhobenen Stasi-Vorwürfen.) </li><li id="footnote_10_253" class="footnote">womit auf die dortige Karl-Marx-Büste angespielt wird</li><li id="footnote_11_253" class="footnote">bis 1712</li><li id="footnote_12_253" class="footnote"><a href="http://www.linke-bueros.de/wohin-mit-marx_3299,451.html#">http://www.linke-bueros.de/index.html</a></li><li id="footnote_13_253" class="footnote">Fritzsch, Harald: Flucht aus Leipzig. Eine Protestaktion und ihre Folgen. München, 2004, S.85.</li><li id="footnote_14_253" class="footnote">Quelle: <a href="http://www.paulinerkirche.de/inhalt11.htm">http://www.paulinerkirche.de/inhalt11.htm</a></li></ol>
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