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	<title>L’esprit d’escalier &#187; Hamburg</title>
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		<title>Radio Hamburg und die Mär vom Wasserturm</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Aug 2008 21:38:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Nun steht „Radio Hamburg&#8221; ja nicht eben im Verdacht, einen Bildungsauftrag erfüllen zu wollen. Vielmehr dudelt es seicht und inhaltsgeizig vor sich hin. Dennoch irritiert es schon ein wenig, wenn der Privatsender ausgerechnet im Zentrum seines Reviers, der „schönsten Stadt der Welt&#8221; nämlich, wie man die Elbmetropole bei „Radio Hamburg&#8221; mit Vorliebe bezeichnet, eine nicht [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/' addthis:title='Radio Hamburg und die Mär vom Wasserturm '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/wasserturm-radio-hamburg.jpg" rel="lightbox[120808]"><img class="alignleft size-full wp-image-200311" title="screen capture von der Radio-Hamburg-Homepage" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/11/wasserturm-radio-hamburg-thumbnail.jpg" alt="" width="175" height="140" /></a><span class="initial">N</span>un steht „Radio Hamburg&#8221; ja nicht eben im Verdacht, einen Bildungsauftrag erfüllen zu wollen. Vielmehr dudelt es seicht und inhaltsgeizig vor sich hin. Dennoch irritiert es schon ein wenig, wenn der Privatsender ausgerechnet im Zentrum seines Reviers, der  „schönsten Stadt der Welt&#8221; nämlich, wie man die Elbmetropole bei „Radio Hamburg&#8221; mit Vorliebe bezeichnet, eine nicht unwesentliche Wissenslücke offenbart.</p>
<p>So geschehen am dritten August dieses Jahres. In Geschäften oder bei der Sendersuche kommt man bisweilen nicht umhin, diesem Sender zu begegnen. Da der dritte August ein Sonntag war, war es also auf der Suche nach einem Sender, als der Auto-Scan innehielt und plötzlich der gute alte „Lotto King Karl&#8221; in die heimischen vier Wände hinein tönte. In gewohntem Barmbek-Ba(r)sch-Tonfall moderierte der Musiker auf durchaus nicht unsympathische Weise seine offenbar neue Sendung „Radio Hamburg rockt&#8221;, die immer sonntags von 18 bis 20 Uhr ihren Lauf nimmt.<br />
Es muss gegen 19:10 Uhr gewesen sein, als „Lotto&#8221; begann, einen Text vorzulesen, in dem auf die Happy Hour in einer Hamburger Cocktail-Bar hingewiesen wurde, denn diese Zeit ist laut Programmschema für „unsere Tipps für Ihre Freizeit&#8221; reserviert. Ob es sich hierbei um reine  Veranstaltungshinweise handelt oder womöglich um als Veranstaltungshinweise getarnte Werbung, sei dahin gestellt. Nun also O-Ton „Lotto&#8221;:</p>
<blockquote><p>Und wenn ihr euch das lieber ein bisschen gemütlich machen wollt heute Abend, dann geht am besten in die »Turm Bar«.</p></blockquote>
<p>Bis hierhin ist nichts einzuwenden. Doch jetzt folgte ein Satz, der schon fast wie eine historische Hintergrundinformation anmutet:</p>
<blockquote><p>Früher floss hier das Wasser, heute sind es Bier und Cocktails.</p></blockquote>
<p>Bevor „Lotto&#8221; nun explizit zur &#8211; sicher unbewussten &#8211; Umdeutung historischer Fakten anhub, präzisierte er noch die Vorzüge der Bar:</p>
<blockquote><p>Macht es euch auf den Rattanmöbeln zwischen Palmen gemütlich und noch bis 20:30 Uhr ist Happy Hour, das heißt, alles [sic] Cocktails gibt&#8217;s zum halben Preis wie zum Beispiel eine Strawberry Daiquiri für 3,75 Euro.</p></blockquote>
<p>Abschließend informierte „Lotto&#8221; die Hörer, wo genau die Sause steige und versorgte sie dabei zugleich mit einer Desinformation:</p>
<blockquote><p>Die Bar findet ihr im ehemaligen Wasserturm auf der Moorweide in der Rothenbaumchaussee 2.</p></blockquote>
<p>Unter dieser Adresse findet sich tatsächlich und bekanntermaßen die „Turm-Bar&#8221;. Was also ist nun das Problem? Dieses besteht darin, dass es sich bei dem Gemäuer, in welchem sich diese Bar befindet, mitnichten um einen „ehemaligen Wasserturm&#8221;, sondern vielmehr um einen einstigen Luftschutzbunker handelt &#8211; ein nicht gänzlich unbedeutender Unterschied immerhin. Wenn also darin Wasser floss, dann vielleicht in Form von Angstschweiß und Tränen, aber gewiss nicht zum Zweck der Wasserbevorratung und Wasserdruckerzeugung.<span id="more-120808"></span><br />
Jener Bunker ist einer von elf in Hamburg errichteten Rundturmbunkern vom Typ Zombeck. Der Zombeck-Bunker in Altona wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen, ebenso wie derjenige am ZOB<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_0_120808" id="identifier_0_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="im Jahr 2002">1</a></sup>, so dass heute noch neun Türme dieser Art in Hamburg existieren. Der am zentralsten gelegene dieser zehn Türme, wenn nicht gar sämtlicher Hamburger Luftschutzbauten ist nun eben jener auf der Moorweide. Seine Entfernung zur Binnenalster beträgt gerade einmal 600 Meter Luftlinie, zum Bahnhof Dammtor gar nur 150 Meter. Errichtet wurde er im Jahr 1940 nach Entwürfen des Bauassesors Rudhard.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_1_120808" id="identifier_1_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker &amp;#8211; Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse R&uuml;ttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbeh&ouml;rde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001, S. 80.">2</a></sup> Die Zombeck-Türme waren &#8211; anders als die Bunkerhäuser &#8211; nur für einen kurzen Aufenthalt konzipiert, nämlich, um Passanten Schutz zu gewähren.  Deshalb wurden sie an besonders stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten errichtet, so z.B. an den U- und S-Bahnhöfen Barmbek und Sternschanze, zwischen den U-, bzw. U- und S-Bahnhöfen Baumwall und Landungsbrücken, am  S- und Fernbahnhof Hasselbrook und eben auch am U-, S- und Fernbahnhof Dammtor an der Moorweide.<br />
Im Vergleich zu den anderen Hamburger Zombeck-Bunkern ist jener auf der Moorweide aufwändiger, im Stil des nationalsozialistischen Staatsklassizismus gestaltet. So ist der Sockel bis über die Eingänge mit Werkstein verkleidet. Der Fries besteht aus Kassetten, die ebenfalls aus Werkstein gefertigt wurden und detaillierter gearbeitet sind als diejenigen anderer Türme, sofern sie überhaupt über welche verfügen. Die Lüftungsstutzen am Sockel sind als gerahmte Okkuli ausgebildet, die Beschläge der Flügeltüren des Haupteingangs sind aufwändiger gestaltet, als es ihre Funktion erfordert. Schließlich verfügte der Turm ursprünglich gar über einen Balkon, der mittlerweile demontiert wurde und von dem heute nur noch die Armierungen übrig geblieben sind.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_2_120808" id="identifier_2_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. ebd.">3</a></sup><br />
Dieser größere Gestaltungsaufwand kam nicht von ungefähr. Die Moorweide diente den Nationalsozialisten nämlich als Aufmarschplatz. Dessen eingedenk überrascht es nicht sonderlich, dass der dort befindliche Bunker auch repräsentative Zwecke zu erfüllen hatte. Der Balkon schließlich war auf jener der Moorweide zugewandten Seite angebracht und trug offenbar den Namen „Führerbalkon&#8221;.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_3_120808" id="identifier_3_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ebd., S.81.">4</a></sup> Ob Hitler je von dort oben zu einer seiner demagogisierten und fanatisierten Gruppen von Uniformfetischisten und Rassenhassern gesprochen hat, ist dem Verfasser nicht bekannt, doch ist es durchaus vorstellbar, dass der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann oder ein anderer NS-Funktionär solches getan haben. Jedenfalls habe Kaufmann sich nach Luftangriffen auf Hamburg im September 1941 mit der Bitte an Hitler gewandt, die Juden deportieren lassen zu dürfen, um Wohnraum für Ausgebombte zu schaffen.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_4_120808" id="identifier_4_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Vgl. Bajohr, Frank: Die Deportation der Juden &amp;#8211; Initiativen und Reaktionen aus Hamburg. In: Beate Meyer (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933-1945. Hamburg 2006, S. 33.">5</a></sup><br />
Nicht lange danach, im Oktober 1941 nämlich, wurde dann mit der Umsetzung genau dieses menschenverachtenden Vorhabens in Hamburg und im gesamten Deutschen Reich sowie darüber hinaus begonnen. Der nordwestliche Bereich der Moorweide, der von der Edmund-Siemers-Allee und der Moorweidenstraße begrenzt wird, war ein Sammelpunkt für die Deportationen Hamburger Juden, wohl weil das Grindel-Viertel, welches das Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg war, unmittelbar an die Moorweide grenzt.<br />
Der Zombeck-Turm ließe sich zusammen mit dem ebenfalls auf der Moorweide befindlichen Mahnmal für die jüdische Deportierten als zwei korrespondierende Denkmalhälften vestehen, an denen sich Ursache und Wirkung ablesen lassen: keine Luftangriffe, ohne ein voran gegangenes unmenschliches Unrechtsregime. Die Deportationen stehen für unendliches Leid und die Absicht der gezielten Vernichtung eines ganzen Volkes und schließlich für millionenfachen Mord. Die Luftangriffe stellen eine Reaktion der Alliierten auf ein menschenverachtendes, totalitäres und brutales Regime dar, das nicht nur große Teile der eigenen Bevölkerung sondern auch derer vieler anderer Länder massakrierte und mittels einer perversen Vernichtungsindustrie massenhaft umbrachte. Auch die Luftangriffe haben menschliches Leid verursacht. Damit sollte aber nicht ein ganzes Volk ausgelöscht werden, sondern ein Volk demoralisiert werden, damit es sein Mitwirken an diesem von Fanatismus und Hass motivierten Treiben beende und sich besinne. Offenbar bewirkten die Luftangriffe aber das Gegenteil. Hier wie da war menschliches Leid die Folge, doch darf das von den Luftangriffen verursachte Leid nicht aus dem Kontext heraus gelöst werden. Genau für einen solchen Umgang mit der Geschichte bietet die Moorweide eine gute Voraussetzung.<br />
Die Geschichte der Moorweide geht freilich weiter zurück, doch war der Ausgangspunkt für diesen Exkurs ja der vermeintliche Wasserturm und mithin das Jahr 1940. Nicht nur, aber auch in diesem Kontext sollte man den Turm sehen. Es spricht nichts dagegen, dass der Turm heute als Bar genutzt wird. Im Gegenteil. Dies ist eine schöne Weise, Geschichte in die Gegenwart zu integrieren, ohne sie zu verleugnen. Wie aber soll man aus Geschichte lernen, wenn man einen ehemaligen Luftschutzbunker für einen einstigen Wasserturm hält? Wie zudem, wenn ein Radiosender diese Mär verbreitet. Vielleicht würde die eine oder andere dezente Hinweistafel dabei behilflich sein, die wahre Vergangenheit dieses Gemäuers zu vermitteln. Es muss ja nicht gleich aus jedem Turm ein Museum gemacht werden. Die Kenntnis davon, dass es sich bei einem Gebäude um einen ehemaligen Luftschutzbunker handelt, hält ja zudem offenbar kaum davon ab, dass darin Partys gefeiert werden, wie man am ehemaligen Gefechtsturm auf dem Heiligengeistfeld sehen kann.</p>
<p>Die Autoren des von der Hamburger Kulturbehörde und dem Denkmalschutzamt herausgegebenen Bandes „Bunker &#8211; Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_5_120808" id="identifier_5_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker &amp;#8211; Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse R&uuml;ttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbeh&ouml;rde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001, S. 81.">6</a></sup> erachten den Erhalt des Bunkers auf der Moorweide für wichtig, denn er:</p>
<blockquote><p>„[...] vermittelt deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts mit der katastrophalen Kulmination im Nationalsozialismus &#8211; hier die Aspekte Bombenkrieg und Zerstörung. Damit stellt der Turm ein Mahnmal dar, als anschaulicher Sachzeuge unübersehbar und von großer Präsenz auf einer viel besuchten historischen Grünanlage, an viel befahrenen Straßen und einer wichtigen Bahnstrecke. Die Erhaltung des Bauwerks liegt daher wegen der historischen Bedeutung als bauliches Dokument des Dritten Reiches, der baugeschichtlichen Bedeutung als Beispiel einer für den Luftkrieg kreierten zeittypischen Bauaufgabe, der Bedeutung als authentisches Mahnmal gegen Krieg und Faschismus sowie zur Bewahrung charakteristischer, historisch aussagekräftiger Eigenheiten des Stadtbildes im öffentlichen Interesse.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/27/radio-hamburg-und-die-maer-vom-wasserturm/#footnote_6_120808" id="identifier_6_120808" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ebd.">7</a></sup></p></blockquote>
<p>Die Voraussetzung dafür, dass der Bunker diese Aufgabe als Mahnmal erfüllen kann, ist aber eben die Kenntnis davon, dass es sich um einen Bunker handelt und nicht um einen Wasserturm &#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_120808" class="footnote">im Jahr 2002</li><li id="footnote_1_120808" class="footnote">Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker &#8211; Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse Rüttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbehörde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001, S. 80.</li><li id="footnote_2_120808" class="footnote">Vgl. ebd.</li><li id="footnote_3_120808" class="footnote">Ebd., S.81.</li><li id="footnote_4_120808" class="footnote">Vgl. Bajohr, Frank: Die Deportation der Juden &#8211; Initiativen und Reaktionen aus Hamburg. In: Beate Meyer (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933-1945. Hamburg 2006, S. 33.</li><li id="footnote_5_120808" class="footnote">Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker &#8211; Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse Rüttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbehörde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001, S. 81.</li><li id="footnote_6_120808" class="footnote">Ebd.</li></ol>
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		<title>»einestages« testet Printausgabe</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 17:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Der Spiegel« plant offenbar für den 9. September dieses Jahres eine Printausgabe seines bisher nur im Internet veröffentlichten Zeitgeschichte-Potals »einestages«, so vermeldet KRESS. Der Preis soll 4,80 EUR betragen und läge damit unter denen anderer Geschichtsmagazine wie »Geo-Epoche« (8,50 EUR), »epoc« (7,90 EUR) oder »Damals« (6,10 EUR). Offenbar orientierte man sich bei der Kalkulation eher [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/08/25/%c2%bbeinestages%c2%ab-testet-printausgabe/' addthis:title='»einestages« testet Printausgabe '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/spiegel-online-schriftzug1.jpg" rel="lightbox[2748]"><img class="alignleft size-full wp-image-200406" title="SPIEGEL-ONLINE-Schriftzug (Foto vom Schild am Eingang des Redaktionsgebäudes in der Willy-Brandt-Straße 20 in Hamburg)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/spiegel-online-schriftzug-thumb1.jpg" alt="" width="200" height="102" /></a><span class="initial">»</span>Der Spiegel« plant offenbar für den 9. September dieses Jahres eine Printausgabe seines bisher nur im Internet veröffentlichten Zeitgeschichte-Potals »einestages«, so vermeldet KRESS. Der Preis soll 4,80 EUR betragen und läge damit unter denen anderer Geschichtsmagazine wie »Geo-Epoche« (8,50 EUR), »epoc« (7,90 EUR) oder »Damals« (6,10 EUR). Offenbar orientierte man sich bei der Kalkulation eher an einem Magazin wie »Die Zeit &#8211; Zeitgeschichte« (meist 4,50 EUR) und sehr populärwissenschaftlichen Magazinen wie »P.M. History« (4,50 EUR) oder »G Geschichte« (4,30 EUR).</p>
<p>Abgesehen davon, dass es angesichts des bestehenden Negativtrends in der Presselandschaft bereits bemerkenswert ist, dass überhaupt noch ein Verlag den Versuch unternimmt, einen neuen Titel am Markt zu platzieren, scheint ein weiterer Punkt fast noch erstaunlicher. Während die meisten heutzutage online präsenten Presseerzeugnisse nämlich zuerst als Printausgabe existierten und sich dann &#8211; den Zeichen des Internetzeitalters früher oder später Rechnung tragend &#8211; eine Internetpräsenz zulegten, ist bei »einestages« genau das Gegenteil der Fall. Im Oktober 2007 auf den Seiten von »Spiegel-Online« gelauncht, hat »einestages« offenbar eine so große Resonanz bei den Lesern hervorgerufen, dass man nun den Testballon einer Printversion startet.</p>
<p>Ein ähnliches Phänomen ließ sich zuvor schon beim »ebay-Magazin« beobachten, das die Stern-Verlagsgruppe im Jahr 2007 herausbrachte, wenngleich sich die Parallelen zwischen »ebay-Magazin« und der Printversion von »einestages« darin erschöpfen dürften, dass beide aus einem Internet-Projekt hervorgingen. Abgesehen davon ging ja nicht »ebay.de« in Druck, sondern Geschichten und Erlebnisse rund um die Auktionsplattform.</p>
<p>Eine weitere Besonderheit von »einestages« ist, dass es zu einem großen Teil aus »User Generated Content« besteht. Das ist nicht zuletzt wirtschaftlich sehr vorteilhaft für den Verlag. Man lässt einfach die Leser ihre persönliche Geschichte bzw. Erinnerung schreiben, bebildern und sich dann zuschicken. Man selbst überprüft und redigiert sie schließlich »nur« noch, bündelt und präsentiert sie und setzt die Themen. Die Gesamtheit dieser Geschichten solle nicht weniger als ein »kollektives Gedächtnis unserer Geschichte« bilden, so ist bei »einestages« zu lesen. Das klingt nach einem hehren Vorhaben und ist es womöglich auch. Doch auch bei »einestages« ist Werbung geschaltet, wenn auch wenig aufdringlich. Letztlich geht es mit Sicherheit auch darum, Geld zu verdienen, schließlich ist der »Spiegel« kein Verein von Altruisten. Von der Printausgabe wird man sich erhoffen, mit »User Generated Content« Gewinn zu erwirtschaften. Was mit Talkshows seinen unheilvollen Anfang nahm, könnte somit eine glückliche Wende nehmen. Die User steuern ihre Geschichten bei, können sie dann als Leser in einer Printausgabe lesen, ein Pool der Geschichte des Privaten Lebens wird geschaffen, und »Der Spiegel« verdient daran, ohne viel investieren zu müssen. Die Liste der Partner von »einestages« stimmt zudem optimistisch hinsichtlich der Qualität des Inhalts. So finden sich dort u.a. das Bundesarchiv, die Deutsche Fotothek, das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die defa-spektrum GmbH, das Deutsche Auswandererhaus sowie der Progress Film-Verleih. Man setzt also nicht allein auf »User Generated Content«, sondern favorisiert eine Mischung.</p>
<p>Bemerkenswert ist, diese Spitze sei erlaubt, dass »Der Spiegel« hier auf das Wissen der Massen vertraut, wo er viele Phänomene des »Web 2.0«, wie z.B. Blogs doch meist äußerst skeptisch kommentiert, belächelt und klein zu reden versucht. Vielleicht muss das Wissen der Massen eben nur von hoch qualifizierten Spiegel-Redakteuren kontrolliert, kanalisiert und veredelt werden sowie dem »Spiegel« zu Profit verhelfen, um als gut befunden zu werden.</p>
<p>Letzten Endes scheint »einestages« ein interessantes und viel versprechendes Projekt zu sein. Ein Projekt zudem, von dem alle profitieren und das es verdiente, in den Zeitschriftenkiosken Fuß zu fassen. Geschichte ist wichtig und ihre Kenntnis noch viel mehr. Und wenn »Der Spiegel« obendrein noch Geld damit verdient, ist das auch nicht von Schaden, es gibt weiß Gott Schlimmeres. Endlich einmal kein weiterer Lifestyle-Magazin-Klon oder Frauen-Magazin-Abklatsch, dafür gönnt man dem »Spiegel« auch ein kleines bisschen Gewinn. Es ist übrigens als gutes Zeichen im Sinne des Kampfes gegen die Verdummung zu werten, dass »einestages« am 5. März den goldenen LeadAward 2008 in der Kategorie »Webmagazin des Jahres« erhielt und nicht irgendein Lifestyle-Webmagazin. Muss es da weiter stutzig machen, dass »Der Spiegel« in der Sponsorenliste des LeadAward auftaucht? Es bleibt abzuwarten, ob der Printausgabe der gleiche Erfolg beschieden sein wird wie der Online-Version.</p>

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		<title>Suizid bei Olympia? Oder doch eher ein Fall für Bastian Sick?</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2008/08/17/suizid-bei-olympia/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Aug 2008 22:07:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[In seinen gestrigen „Top-News: Das Wichtigste am Mittag&#8221; vermeldete Spiegel Online folgende zunächst dramatisch anmutende Nachricht über einen deutschen Sportschützen: „Ralf Schumann erschoss sich mit seiner Schnellfeuerpistole [...]&#8221; nicht jedoch, ohne dann doch noch zur allgemeinen Beruhigung hinzuzufügen: „[...] Silber.&#8221; Die hierbei mögliche Irritation beim Hörer beruht wohl auf der Tatsache, dass die reflexive Form [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/08/17/suizid-bei-olympia/' addthis:title='Suizid bei Olympia? Oder doch eher ein Fall für Bastian Sick? '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/spiegel-online-schriftzug.jpg" rel="lightbox[1133]"><img class="alignleft size-full wp-image-200400" title="SPIEGEL-ONLINE-Schriftzug (Foto vom Schild am Eingang des Redaktionsgebäudes in der Willy-Brandt-Straße 20 in Hamburg)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/12/spiegel-online-schriftzug-thumb.jpg" alt="" width="200" height="102" /></a><span class="initial">I</span>n seinen gestrigen „Top-News: Das Wichtigste am Mittag&#8221; vermeldete Spiegel Online folgende zunächst dramatisch anmutende Nachricht über einen deutschen Sportschützen:</p>
<p>„Ralf Schumann erschoss sich mit seiner Schnellfeuerpistole [...]&#8221;</p>
<p>nicht jedoch, ohne dann doch noch zur allgemeinen Beruhigung hinzuzufügen:</p>
<p>„[...] Silber.&#8221;</p>
<p>Die hierbei mögliche Irritation beim Hörer beruht wohl auf der Tatsache, dass die reflexive Form des Verbs „erschießen&#8221; gemeinhin nicht in einer Kette „Dativobjekt-Akkusativobjekt&#8221; verwendet wird, sondern lediglich mit einem der Reflexivform innewohnenden Akkusativobjekt. Setzt man nun die feststehende Form „sich erschießen&#8221; in Bezug zu einem Dativobjekt und lässt dann ein sich darauf beziehendes Akkusativobjekt folgen, besteht die Gefahr der Missverständlichkeit. Diese Gefahr betrifft wie im oben geschilderten Fall z.B. die dritte Person Singular, da bei dieser die Form des Reflexivpronomens vom Kasus unberührt bleibt.  Gleiches trifft aber auch auf die erste, zweite und dritte Person Plural zu:</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ich erschieße mich / mir</strong><br />
<strong>Du erschießt dich / dir</strong><br />
<strong>Er / sie / es erschießt <span style="color: #b22222;">sich / sich</span></strong><br />
<strong>Wir erschießen <span style="color: #b22222;">uns / uns</span></strong><br />
<strong>Ihr erschießt <span style="color: #b22222;">euch / euch</span></strong><br />
<strong>Sie erschießen <span style="color: #b22222;">sich / sich</span></strong></p>
<p>Es ist anzunehmen, dass sich eben aufgrund dieser Problematik die Wendung „jmdm. etw. erschießen&#8221; nirgendwo lexikalisiert findet. Selbstverständlich steht es jedem frei, Neologismen bzw. Wendungen und Kombinationen in den Sprachschatz einzubringen. Das macht diesen ja unter anderem aus. Wenn man sich Gold erschwimmen und Bronze erlaufen  kann, warum sollte man sich nicht auch Silber erschießen können? „Jmdm. etw. erlaufen&#8221; ist beispielsweise lexikalisiert, nämlich: „durch Laufen (als Preis) gewinnen: du hast [dir] viele Trophäen erlaufen.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/17/suizid-bei-olympia/#footnote_0_1133" id="identifier_0_1133" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: DUW">1</a></sup></p>
<p>Bei solchen Übertragungen anderer unproblematischer Wendungen sollte man jedoch vielleicht darauf Acht geben, dass es nicht zu unliebsamen Missverständnissen kommt. Natürlich erschließt der Kontext alsbald den gewollten Sinn. Dennoch stockt man zunächst. „Sich Silber erschwimmen&#8221; ist deshalb unproblematisch, weil „sich erschwimmen&#8221; allein nicht lexikalisiert ist, schon gar nicht mit problematischer Bedeutung. „Sich erschießen&#8221; hingegen ist eben lexikalisiert.</p>
<p>Was spräche dagegen, in einem missverständlichen Fall herkömmliche Verben wie „erkämpfen&#8221;, „erstreiten&#8221; „erringen&#8221;, „erreichen&#8221; oder „erzielen&#8221; zu verwenden? Dass man auf „gewinnen&#8221; verzichtet, ist dann verständlich, wenn deutlich gemacht werden soll, dass der Sieg weniger auf Glück als vielmehr auf Kampf, Zähigkeit, Fähigkeit, Konzentration, Betablocker &#8211; wie offenbar im Fall des nordkoreanischen Sportschützen Kim Jong Su &#8211; oder anderweitige Leistung zurückzuführen ist.</p>
<p>Besonders problematisch wird „jmdm. etw. erschießen&#8221;, wenn die 3.P.Sg. oder eine der drei Personen Plural im Präteritum verwendet werden &#8211; wie im behandelten Beispiel &#8211; weil hier die Syntax so geartet ist, dass das Akkusativobjekt erst an letzter Position erscheint und somit Leser bzw. Hörer bis zuletzt im Unklaren lässt bzw. im Glauben, dass sich jemand erschossen habe. Die Formulierung im Perfekt wäre hingegen unproblematisch, weil hier das erklärende Akkusativobjekt vor dem problematischen Verb kommt: „Er hat sich Silber erschossen.&#8221; Das Präsens dagegen birgt das gleiche Problem wie das Präteritum: „Er erschießt sich Silber.&#8221; Das Plusquamperfekt ist wieder unproblematisch: „Er hatte sich Silber erschossen.&#8221; Ebenso unproblematisch sind Futur I und Futur II: „Er wird sich Silber erschießen bzw. erschossen haben.&#8221;</p>
<p>Doch Spiegel Online macht den Eindruck, „jmdm. etw. erschießen&#8221; zur Gleichberechtigung gegenüber „jmdm. etw. erlaufen&#8221; verhelfen zu wollen. So kann man dort z.B. in einem Artikel vom 30.11.2007 über die Biathletin Magdalena Neuner lesen:</p>
<blockquote><p>Sie [...] düpierte die gesamte Biathlon-Weltspitze, erlief und erschoss sich Gold in den Disziplinen Verfolgung, Sprint und in der Staffel.</p></blockquote>
<p>Das klingt ja schon fast nach dem „goldenen Schuss&#8221;. Im Kampf um die Gleichberechtigung will wohl auch der Hessische Rundfunk nicht hintan stehen und vermeldete gestern:</p>
<blockquote><p>Der [...] Sportschütze Christian Reitz ist der erste Hesse, der in Peking eine Medaille erobert hat. Am Samstagfrüh [sic] erschoss er sich Bronze.</p></blockquote>
<p>Weniger missverständlich, da sensibler formuliert, äußert sich die kostenlose Schweizer Pendlerzeitung „.ch&#8221;, wo es in einer Meldung vom 15. August heißt:</p>
<blockquote><p>Die Bronzemedaille erschoss sich der Russe Bajir Badenow gegen Juan Rene Serrano aus Mexiko [...].</p></blockquote>
<p>Ein geschickter syntaktischer Schachzug: Man stellt einfach das Akkusativobjekt ganz an den Anfang und kann somit problemlos „jmdm. etw. erschießen&#8221; in der 3.P.Sg. und im Präteritum verwenden. Hier wird allerdings „jmdm. etw. erschießen&#8221; noch ergänzt, so dass man „jmdm. etw. gegen jmdn. erschießen&#8221; erhält.</p>
<p>Ebenfalls sprachlich sensibler als Spiegel Online und der Hessische Rundfunk zeigt sich ausgerechnet der Deutsche Schützenbund, der nämlich in einer Meldung vom  5. Mai dieses Jahres den doppeldeutigen Begriff in Anführungszeichen setzt:</p>
<blockquote><p>In der Einzelwertung der Junioren war es Florian Hoheisel [...], der sich mit 595 Ring [sic] die Goldmedaille »erschoss«.</p></blockquote>
<p>Möglicherweise ist man angesichts der jüngsten Amokläufe um seinen Ruf besorgt und will Missverständnisse um jeden Preis vermeiden.</p>
<p>Ein Beispiel, bei dem die Aufklärung wirklich lange auf sich warten lässt, findet sich in den aktuellen Mitteilungen des SSG-Röwekamp, eines Schützenvereins aus dem Landkreis Osnabrück, wo es heißt:</p>
<blockquote><p>Lisa erschoss sich im Finale mit anschliessendem Stechschuß vom 6. Platz aus gestartet noch die Bronzemedaille.</p></blockquote>
<p>Spätestens nach dem Stechschuss wähnten die meisten Leser Lisa wohl nicht mehr unter den Lebenden. Ganz davon zu schweigen, dass hier der Gebrauch von Eszett und doppeltem „S&#8221; etwas durcheinander geraten ist und auch der Einsatz von Kommas zum Zweck der Gliederung und Verständniserleichterung ein wenig zu kurz gekommen ist.</p>
<p>Abschließend sei festgehalten, dass es nun nicht gerade so ist, dass Spiegel Online dem „Sprachwahrer des Jahres 2004” und Redaktionsmitglied eben dieses Mediums &#8211; Bastian Sick &#8211; nicht auch mitunter ein Betätigungsfeld böte, auch wenn dieser sicher vor lauter Arbeit bisweilen erschossen ist &#8230;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/08/17/suizid-bei-olympia/#footnote_1_1133" id="identifier_1_1133" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="&bdquo;erschossen sein (ugs.; am Ende seiner Kr&auml;fte, v&ouml;llig ersch&ouml;pft sein)&amp;#8221; Quelle: ebd.">2</a></sup></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1133" class="footnote">Quelle: DUW</li><li id="footnote_1_1133" class="footnote">„erschossen sein (ugs.; am Ende seiner Kräfte, völlig erschöpft sein)&#8221; Quelle: ebd.</li></ol>
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		<title>Bunker Von-Sauer-Straße, Ecke Silcherstraße (Hamburg Bahrenfeld)</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 00:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Luftschutzbunker]]></category>
		<category><![CDATA[Trompe-l’œil]]></category>
		<category><![CDATA[Trompe-l'œil]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Bunkerhaus befindet sich in der Von-Sauer-Straße 42 im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Es ist eines der letzten Gebäude vor der A7, wenn man von Osten her kommt bzw. stadtauswärts fährt. Das Beispiel dieses Bunkers zeigt, wie sich mit einfachsten Mitteln das Erscheinungsbild solch grauer Klötze erträglich machen lässt, ohne Geschichte zu verleugnen. Es handelt sich [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/05/28/bunker-von-sauer-strasse-ecke-silcherstrasse-hamburg-bahrenfeld/' addthis:title='Bunker Von-Sauer-Straße, Ecke Silcherstraße (Hamburg Bahrenfeld) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-1.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignleft size-full wp-image-1430" title="Bunker Von-Sauer-Straße 1" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-1-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="225" height="150" /></a><span class="initial">D</span>ieses Bunkerhaus befindet sich in der Von-Sauer-Straße 42 im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Es ist eines der letzten Gebäude vor der A7, wenn man von Osten her kommt bzw. stadtauswärts fährt. Das Beispiel dieses Bunkers zeigt, wie sich mit einfachsten Mitteln das Erscheinungsbild solch grauer Klötze erträglich machen lässt, ohne Geschichte zu verleugnen.<br />
Es handelt sich hierbei um ein denkbar schlichtes Trompe-l&#8217;œil, das es weniger darauf anlegt, dem kritischen Blick sein wahres Wesen ernsthaft und lange zu verschleiern als vielmehr darauf, dem schweifenden Blick allzu schmerzhafte Hässlichkeit zu ersparen. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-2.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignright size-medium wp-image-1435" title="Bunker Von-Sauer-Straße 2" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-2-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="221" height="150" /></a>Die rote Farbe gibt der vormals grauen Fassade nicht nur ein wärmeres Aussehen, sondern integriert sie gut in die Reihe der benachbarten, aus rotem Backstein errichteten Häuser. Die angetäuschten Fenster verleihen ihr Offenheit und Helligkeit und sorgen dafür, dass der Klotz weniger monolithisch wirkt. Die zahlreichen runden Lüftungsöffnungen wurden dabei geometrisch gut integriert. Die Details zweier menschlicher Gesichter sowie einer schwarzen Katze, die drei der vermeintlichen Fenster zieren, vermögen gar, etwas Lebendigkeit zu erzeugen. Wie die meisten anderen Hamburger Bunker, wird auch dieser als Werbefläche genutzt. Im Moment sind dies zwei Tafeln mit wechselnder  Werbung sowie eine dauerhaft vermietete Fläche. Außerdem befindet sich auf dem Dach des Bunkers ein monströser Sende- oder/und Empfangsmast, der über eine fest installierte Leiter im Hinterhof erreicht werden kann. Die vom Hinterhof zu sehende Fassade ist üppig und flächendeckend begrünt. Ob und wenn ja, wie das Bunkerinnere genutzt wird, ist dem Verfasser nicht bekannt.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-3.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignleft size-full wp-image-1441" title="Bunker Von-Sauer-Straße 3" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-3-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="231" height="150" /></a>Alles in allem handelt es sich hier um eine simple aber ihren Zweck hervorragend erfüllende Illusionsmalerei. Warum sind dann noch so viele Bunker grau? Die Schrecken des Krieges lassen sich nur bedingt durch die Hässlichkeit unserer Alltagsumgebung begreiflicher machen. Was also spricht dagegen, die Fassaden wenigstens wärmer zu gestalten? Es ist kaum anzunehmen, dass auch nur ein Nazi weniger der Verdummung anheim fällt, wenn Bunkerfassaden grau bleiben. Im Gegenteil. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-4.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignright size-full wp-image-1445" title="Bunker Von-Sauer-Straße 4" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-4-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="212" height="150" /></a>Graue Bunker dienen Nazis mit Sicherheit eher als gute Vorlage für ihre selbstmitleidige und dreiste These des „Bomben-Holocaust&#8221;. Die heutige Hässlichkeit vieler deutscher Städte führen sie nicht etwa auf die Nazis zurück, sondern auf die Alliierten und solche Feindbilder wie den Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Airforce, Arthur Harris, der dann gerne als „Bomber Harris&#8221; bezeichnet wird. Doch Harris hatte ja nun nicht so ganz unrecht damit, dass es das Deutsche Reich war, das damit begonnen habe, die Zivilbevölkerung zum Ziel von Terrorangriffen zu machen. Diese Tatsache macht die Flächenbombardements der Alliierten zwar nicht humaner, stellt aber doch massiv das Recht derjenigen Deutschen infrage, welche die alliierten Luftangriffe, aus dem Kontext gelöst, als unmoralisch anprangern ohne eben zu erwähnen, dass es Nazis und nicht Briten waren, die Gernika zu 80 Prozent zerstörten, gezielt auf flüchtende Zivilbevölkerung schossen und somit diese Unmoral im noch jungen Phänomen des Luftkrieges überhaupt erst einführten. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-5.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignleft size-full wp-image-1449" title="Bunker Von-Sauer-Straße 5" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-5-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="225" height="150" /></a>Das vorgebliche strategische Ziel hingegen &#8211; ein Brücke nämlich &#8211; wurde nicht von einer einzigen Bombe getroffen. Auch wird gerne unterschlagen, dass es Nazis waren, die Coventry, Rotterdam, Warschau, London und Belgrad bombardierten.<br />
Inwiefern man angesichts deutscher Vernichtungs- und Konzentrationslager und der darin getöteten mehreren Millionen Menschen ausgerechnet den Alliierten ein unmoralisches Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorwerfen kann, ist sowieso fragwürdig. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Alliierten nicht durch gezielte Bombardements der Infrastruktur der Vernichtungslager das industrielle Morden der Nazis hätten aufhalten können. <a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-6.jpg" rel="lightbox[1065]"><img class="alignright size-full wp-image-1453" title="Bunker Von-Sauer-Straße 6" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/bunker-von-sauer-strasse-6-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="113" height="150" /></a>Schließlich war den Alliierten durch die Entschlüsselung von Enigma-Nachrichten seit 1943 bekannt, was in den Todeslagern vor sich ging.<br />
Insbesondere zu den Vernichtungslagern führende Bahnlinien hätten bombardiert werden können. Während eines Treffens mit dem britischen Außenminister Anthony Eden am 6. Juli 1944 schlug Chaim Weizmann als Vertreter der Jewish Agency die Bombardierung der Eisenbahnstrecke Budapest-Auschwitz und der Vernichtungsanlagen innerhalb des Lagers vor. Doch die Alliierten waren der Ansicht, dass ein schneller Sieg über das Dritte Reich die effektivste Hilfe für KZ-Häftlinge sei, weshalb man trotz anfänglicher Aufgeschlossenheit gegenüber einer Bombardierung von KZ-Infrastruktur letztlich davon absah.</p>

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		<title>Am 1. Mai hat die Post geschlossen</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2008/05/01/am-1-mai-hat-die-post-geschlossen/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 May 2008 19:38:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Parallelwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles fing damit an, dass der NPD-Politiker Thomas Wulff ein Paket zur Post bringen wollte. Offenbar hat niemand seiner zahlreichen Begleiter ihn darauf hingewiesen, dass der 1. Mai ein Feiertag und das Postamt somit geschlossen ist. Man fragt sich, warum er sich zu diesem Zweck auf den über 100 Kilometer langen Weg aus dem mecklenburgischen [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/05/01/am-1-mai-hat-die-post-geschlossen/' addthis:title='Am 1. Mai hat die Post geschlossen '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/thomas-wulff-paket.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignright size-full wp-image-1456" title="Thomas Wulff auf der Suche nach einem Postamt" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/thomas-wulff-paket-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="225" /></a><span class="initial">A</span>lles fing damit an, dass der NPD-Politiker Thomas Wulff ein Paket zur Post bringen wollte. Offenbar hat niemand seiner zahlreichen Begleiter ihn darauf hingewiesen, dass der 1. Mai ein Feiertag und das Postamt somit geschlossen ist. Man fragt sich, warum er sich zu diesem Zweck auf den über 100 Kilometer langen Weg aus dem mecklenburgischen Ludwigslust nach Hamburg begab. Aber gut, das ist seine Privatangelegenheit. Vielleicht wollte er den Gang zur Post mit einem Besuch bei Freunden in Hamburg verbinden.  Vielen Freunden begegnete er dort dem Anschein nach aber nicht. Im Gegenteil. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Hamburgern schien vorab über die Ankunft von Herrn Wulff informiert gewesen zu sein, da sie ihn mit Sprechchören empfing. Niemand aber klärte ihn und seine Reisegefährten darüber auf, dass die Postämter heute geschlossen waren. Stattdessen skandierte man Sätze wie: „Ihr habt den Krieg verlor&#8217;n!&#8221; Dies ist nun wirklich alles andere als hilfreich für einen Menschen, der auf der Suche nach einem Postamt ist. Man hätte ihn wenigstens darauf hinweisen können, dass es Packstationen gibt, an denen man zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch an Feiertagen seine Pakete aufgeben kann. So aber irrte Wulff zusammen mit  seinen Kameraden stundenlang mit seinem Paket unter dem Arm durch Hamburgs Norden.  Die Menge schien ob des Missverständnisses von Wulff höchst erbost. Warum eigentlich? Das kann doch jedem einmal passieren. Angesichts dieser lautstark geäußerten Wut echauffierten sich auch Wulffs Begleiter zunehmend und begannen, Transparente zu entfalten. Langsam drängte sich der Verdacht auf, dass es hier um mehr als nur um das Verschicken eines Pakets ging. Auf den Transparenten nun fanden sich Aussagen wie: „International ist nur das Kapital &#8211; Freie Nationalisten Mecklenburg Süd-West&#8221;. Aha. Ein weiteres Transparent war beschriftet mit: „Deutsche Intifada&#8221;. Passend dazu trug ein anderer Reisegefährte eine Palästina-Flagge. Auch die mittlerweile obligatorische Flagge des Iran ließ man im Maiwind flattern. Ahmadinedschad, der große Freund des jüdischen Volkes, konnte selbst nicht kommen, um für die Tilgung Israels von der Landkarte zu plädieren. Er bereitet womöglich gerade eine Rede zum bevorstehenden 60. Jahrestag der Gründung Israels vor oder inspiziert die Bahnlinie, auf welcher der Mahdi dereinst nach Teheran reisen soll. Die US-amerikanische Flagge reckte man verkehrt herum empor. Also wirklich, die NPD-Anhänger werden immer einfallsreicher und subtiler. Auch die Kameradschaft Northeim hatte ein eigenes Transparent dabei mit einem Bertolt Brecht zugeschriebenen Ausspruch: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!&#8221;  Der NPD-Kreisverband Kiel-Plön war ebenfalls mit einem Transparent vertreten. Dieses trug die Aufschrift: „Widerstand läßt sich nicht verbieten!&#8221; Was sind da schon die Transparente der Gegner: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!&#8221; Dort hielt man u.a. auch die Flagge der Sowjetunion empor, die ja nun nicht gerade Sinnbild für eine pluralistische und demokratische Gesellschaft ist.  Die Angelegenheit wurde zunehmend unerquicklich, so dass den NPD-Anhängern der Weg mit Wasserwerfern frei gespritzt wurde, damit sie ihren Weg in Richtung Stadtpark fortsetzen konnten. Dabei verloren sie viele kleine Zettelchen, auf denen die freundliche Einladung: „komm &amp; mach mit bei den autonomen nationalisten!&#8221; zu lesen war, inklusive Deppenapostroph bei „<span style="text-decoration: underline;">Info&#8217;s</span> unter http://www&#8230;&#8221;. Also wirklich, diese <span style="text-decoration: underline;">Nazi&#8217;s</span> aber auch! Später dann waren die NPD-Anhänger mehrere Stunden in der Straße „Alte Wöhr&#8221; eingekesselt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/international-ist-nur-das-kapital.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1888" title="„International ist nur das Kapital&quot; meinen die „Freien Nationalisten Mecklenburg Süd-West&quot;" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/international-ist-nur-das-kapital-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/deutsche-intifada.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1891" title="„Deutsche Intifada&quot;: Anbiederung der Nazis an die Palästinenser und deren Kampf gegen Israel" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/deutsche-intifada-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/npd-wartet-auf-marschbefehl.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1894" title="NPD wartet auf Marschbefehl (Rübenkamp, Ecke Jahnbrücke)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/npd-wartet-auf-marschbefehl-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/wasserwerfer.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1897" title="Wasserwerfer im Einsatz (Rübenkamp, Ecke Lauensteinstraße)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/wasserwerfer-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/christian-worch.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1900" title="Auch Christian Worch (braune Jacke, kurze Beine) scheint nicht zu wissen, wo sich ein Postamt für Wulffs Paket befindet." src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/christian-worch-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/good-night.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1903" title="„Good night left side&quot;: Die wenig originelle Retourkutsche der Nazis in Bezugnahme auf das „Good night white pride&quot; der Linken" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/good-night-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-im-laufschritt.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1906" title="Polizei im Laufschritt (Saarlandstraße)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-im-laufschritt-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/widerstand-laesst-sich-nicht-verbieten.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1908" title="„Widerstand lässt sich nicht verbieten!&quot; meint der NPD-Kreisverband Kiel-Plön" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/widerstand-laesst-sich-nicht-verbieten-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/iraner-in-hamburg.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1911" title="Hamburger Iraner demonstrieren auch gegen die Verwendung der iranischen Flagge durch Nazis" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/iraner-in-hamburg-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1914" title="Ford Scorpio der Hamburger Polizei" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio-2.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1918" title="Ford Scorpio der Hamburger Polizei" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio-2-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio-3.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1921" title="Ford Scorpio der Hamburger Polizei" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/polizei-ford-scorpio-3-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="67" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ford-scorpio-der-hamburger-polizei.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1924" title="Was vom Scorpio übrig blieb ..." src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ford-scorpio-der-hamburger-polizei-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a title="Brennende Privatfahrzeuge 1" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/abtransport-des-augebrannten-polizeiautos.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1928" title="Abtransport des augebrannten Polizeiautos" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/abtransport-des-augebrannten-polizeiautos-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /><img class="alignnone size-full wp-image-200246" title="Brennende Privatfahrzeuge in der Saarlandstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/11/brennende-privatfahrzeuge-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/11/brennende-privatfahrzeuge-3.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-200251" title="Brennende Privatfahrzeuge in der Saarlandstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/11/brennende-privatfahrzeuge-3-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/brennende-privatfahrzeuge-2.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1934" title="Brennende Privatfahrzeuge in der Saarlandstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/brennende-privatfahrzeuge-2-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/rmk-waffen-ss.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1943" title="CD-ROM mit der Beschriftung: „RMK Waffen SS&quot;" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/rmk-waffen-ss-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannte-privatfahrzeuge.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1946" title="Ausgebrannte Privatfahrzeuge in der Saarlandstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannte-privatfahrzeuge-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannte-privatfahrzeuge-2.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1949" title="Ausgebrannte Privatfahrzeuge in der Saarlandstraße" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannte-privatfahrzeuge-2-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/feuerwehr-loscht-was-noch-zu-loschen-ist.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1952" title="Die Feuerwehr löscht, was noch zu löschen ist." src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/feuerwehr-loscht-was-noch-zu-loschen-ist-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannter-kleinbus.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-full wp-image-1956" title="Ausgebrannter Kleinbus" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/ausgebrannter-kleinbus-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="150" height="100" /></a><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/barmbek-sagt.jpg" rel="lightbox[977]"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1959" title="Barmbek sagt ..." src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/barmbek-sagt-thumbnail.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="67" height="100" /></a></p>
<p>Irgendwann ging völlig überflüssigerweise ein Polizeiauto in Flammen auf, später dann sechs Privatfahrzeuge. Neben diesen Fahrzeugen lagen CDs mit Titeln wie „RMK Waffen SS&#8221;. Ein Fahrzeug aus Hessen hatte rein zufällig die „1488” als Bestandteil des Kennzeichens. Natürlich stand die „14” nicht für die „Fourteen Words” des US-amerikanischen Neonazis David Lane, die da besagen: „We must secure the existence of our people and a future for White children.&#8221; Ebenso wenig stand die „88” im Kennzeichen für den achten Buchstaben im Alphabet, sodass „HH” also „Heil Hitler” gemeint ist. Das zusätzliche „N&#8221; im Kennzeichen sollte höchstwahrscheinlich auch nicht für „national&#8221; stehen. Das ist den hessischen Touristen bisher womöglich noch gar nicht aufgefallen. Möglicherweise war diese Kombination ja tatsächlich der blanke Zufall, und die Fahrzeugbesitzer sonnten sich gerade im Stadtpark, ohne etwas mit der Demonstration zu tun zu haben. Vielleicht aber auch nicht. Ungeachtet dessen ist solcher Vandalismus natürlich nicht gerechtfertigt und trägt alles andere als dazu bei, etwas in den Köpfen von Rechtsradikalen zu verändern.  Nachdem die NPD nach vielen Stunden noch immer kein Postamt gefunden hatte, wo man Wulffs Paket hätte aufgeben können, beschimpfte man kurz vor der Heimfahrt den Hamburger Senat als „schwule Regierung&#8221;, als ob er für die Öffnungszeiten von Postämtern zuständig sei. Hätte die NPD Wulffs Paket doch einfach morgen in Ludwigslust zur Post gebracht. All das hätte vermieden werden können!</p>

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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/05/01/am-1-mai-hat-die-post-geschlossen/' addthis:title='Am 1. Mai hat die Post geschlossen '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Stell Dir vor, es läuft Zapp, und keiner schaut zu &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 23:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es bedarf wahrlich keiner besonders regen Phantasie mehr, um sich oben genanntes Horrorszenario vor Augen zu führen. Trotzdem nämlich Zapp, das Medienmagazin des NDR, seiner eigenen anzunehmenden Perzeption zufolge ein wahres Feuerwerk an „Enthüllungen&#8221; zündete, halbierte sich die Zuschauerzahl innerhalb nur eines halben Jahres von 120.000 auf 60.000, was einem Marktanteil von 2,1 Prozent entspricht [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/19/stell-dir-vor-es-laeuft-zapp-und-keiner-schaut-zu/' addthis:title='Stell Dir vor, es läuft Zapp, und keiner schaut zu &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/diagramm-zuschauerzahlen-von-zapp-gross.jpg" rel="lightbox[924]"><img class="alignleft size-full wp-image-1476" title="Zuschauerzahlen von Zapp" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/diagramm-zuschauerzahlen-von-zapp-klein.jpg" alt="" width="200" height="124" /></a><span class="initial">E</span>s bedarf wahrlich keiner besonders regen Phantasie mehr, um sich oben genanntes Horrorszenario vor Augen zu führen. Trotzdem nämlich Zapp, das Medienmagazin des NDR, seiner eigenen anzunehmenden Perzeption zufolge ein wahres Feuerwerk an „Enthüllungen&#8221; zündete, halbierte sich die Zuschauerzahl innerhalb nur eines halben Jahres von 120.000 auf 60.000, was einem Marktanteil von 2,1 Prozent entspricht (siehe Grafik). Wie lässt sich dieser massive Zuschauerschwund erklären?</p>
<p>Sicher ist der späte Sendeplatz nicht gerade von Vorteil, doch vor einem halben Jahr wurde Zapp auch erst um 23 Uhr ausgestrahlt. Was also dann? Wissen die dumpfen Zuschauer einfach nicht die brillante Arbeit und die lupenreine Recherche der Zapp-Redaktion zu schätzen? Wirft Kuno Haberbusch, der Chefredakteur von Zapp, also etwa mit seinen „Enthüllungen&#8221; Perlen vor die Säue? Womöglich ist auch dies Teil einer Erklärung. Der typische NDR-Zuschauer sieht vielleicht viel lieber „Großstadtrevier&#8221;, „Bingo!&#8221;, Übertragungen aus dem „Ohnsorg Theater&#8221;, Naturfilme, Sport und Regionales und weiß den romantischen Abenteuerjournalismus einfach nicht zu würdigen. Zapp läuft eben nicht, wie Panorama, im Ersten, auch wenn man mit Biegen und Brechen zu versuchen scheint, Zapp zu einer Art Panorama zu machen.</p>
<p>Kuno Haberbusch ist eben offenbar ein Rechercheur mit Leib und Seele. Wäre er von Panorama nicht zu Zapp versetzt worden bzw. gewechselt, sondern in die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/19/stell-dir-vor-es-laeuft-zapp-und-keiner-schaut-zu/#footnote_0_924" id="identifier_0_924" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="WDR">1</a></sup>, dann würde er vermutlich auch dort noch mit einer Art Kommissar Rex, der Katze Cindy nachrecherchieren und enthüllen, dass sie unter Vortäuschung falscher Tatsachen Aufnahme im Tierheim gefunden habe und somit den Steuerzahler jährlich um Hunderte von Euro betrüge. Außerdem würde eine Vielzahl von Katzen (nur die mit schwarzem Fell, keine mit grauem und schon gar keine mit weißem Fell) aufgeboten, die bezeugen könnten, dass Cindy alles nur erlogen habe, um für sich einen Opferstatus zu reklamieren. Fabeln waren schon immer dazu geeignet, schlichten Gemütern grundlegende Wahrheiten nahe zu bringen. Dann müsste es bei den sicherlich äußerst elaborierten Gemütern der Zapp-Mitarbeiter eigentlich erst recht funktionieren.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/einschaltquote-zapp-13022008.jpg" rel="lightbox[924]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1479" title="Zapp-Einschaltquote vom 13.02.2008" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/einschaltquote-zapp-13022008-78x140.jpg" alt="" width="78" height="140" /></a>Angesichts des Quotentiefs muss Zapp wohl tapfer sein und sich damit abfinden, dass wahre Künstler oft erst posthum in den Genuss von Ruhm kommen. Die Instanz aber, die für Zapp zählt, ist offenbar sowieso weniger der Zuschauer, als vielmehr die Lorbeeren, wie z.B. der Bert-Donnepp-Preis. Also, selbst wenn eines nicht allzu fernen Tages nur noch die Anverwandten und Freunde der Zapp-Mitarbeiter Zapp schauen, ist der Preis wohl Beweis genug dafür, dass Zapp alles richtig macht.<br />
Wenn jemand einen Fehler macht, dann ist es der Zuschauer, nämlich wenn er Zapp nicht einschaltet. Bereits jetzt sendet Zapp nur für eine Zuschauergemeinde, die in etwa den addierten Einwohnerzahlen von Buxtehude und Husum entspricht. Für einen Sender, dessen Sendegebiet etwa 14 Millionen Einwohner bevölkern, ist das eine recht geringe Reichweite, auch wenn man sie in Relation zu Sendeplatz und für sich selbst reklamierten Anspruch setzt. Aber ein bisschen Dekadenz wird ja wohl noch erlaubt sein?!<span id="more-924"></span></p>
<p>Dabei hat Zapp nun schon so viel getan, um besser zu werden, was ja bereits ein Widerspruch in sich zu sein scheint. Denn zumindest grammatisch lässt sich ein positiver Superlativ, für den Zapp sich offenbar hält, nicht mehr weiter steigern. Doch Zapp war ja bisher noch immer für eine Überraschung gut. Ganz im Sinne der Vorstellung, dass Inhalte mehr als Äußerlichkeiten zählen, hat man eine Menge Requisiten eingespart, wie beispielsweise Sessel, Flokati, Kaminfeuer, Reling und Barhocker. Damit konnte man zudem auf einen teuren Requisiteur verzichten. Das solchermaßen eingesparte Geld sollte stattdessen angeblich in Recherchen fließen. Außerdem hat man allem Anschein nach die aberwitzige Krankamera abgeschafft<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/19/stell-dir-vor-es-laeuft-zapp-und-keiner-schaut-zu/#footnote_1_924" id="identifier_1_924" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Jedenfalls werden seit l&auml;ngerem keine Aufnahmen aus der Vogelperspektive mehr in die Wohnzimmer gesendet.">2</a></sup>, die noch unter der Ägide von Haberbuschs Vorgänger, Burkhard Nagel, zum festen Inventar gehörte, wohl, damit sich der Zuschauer auch aus der Vogelperspektive ein Bild von den epochalen Ereignissen im Studio machen konnte. Die Vogelperspektive würde vielmehr Zapp ab und an gut tun, wie im übrigen jeder Perspektivwechsel, weil somit bewirkt werden könnte, dass Zapp festgefahrene Meinungen vielleicht zumindest überdenkt. Was waren das für herrliche Zeiten, als 3sat bzw. das ZDF noch Frontal ausstrahlten und damit den Inbegriff einer ausgewogenen Berichterstattung lieferten, wenn Bodo H. Hauser die konservative Position einnahm und Ulrich Kienzle die sozialdemokratische. Bei Zapp sind offenbar alle immer entweder Hauser oder Kienzle. Manches war früher eben doch besser. Durch Zapp könnte man fast zum Wertkonservativen mutieren.</p>
<p>Dann verzichtete Zapp auch noch auf die Gäste, die durchaus ein Positivum der Sendung waren. Momentan scheint man vorrangig damit beschäftigt, sich auch noch der restlichen Zuschauer zu entledigen. So etwas nennt man auch kontrollierten Rückbau, der vorwiegend bei Gebäuden, die nicht mehr gebraucht werden, die überflüssig sind, Anwendung findet. Schließlich verlegte man noch den Sendeplatz von Sonntagabend auf Mittwochabend. Ein wichtiges Kriterium bei dieser Entscheidung sei es gewesen, so war zu lesen, dass man auf diese Weise verhindere, dass die meist älteren Herren mit Schlafstörungen, die zuvor Sportclub geschaut hätten, nur deshalb bei Zapp nicht abschalteten, weil sie an &#8211; damals noch &#8211; Caren Miosgas hübschem Gesicht hängen blieben.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/19/stell-dir-vor-es-laeuft-zapp-und-keiner-schaut-zu/#footnote_2_924" id="identifier_2_924" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Artikel im Hamburger Abendblatt 22.05.2004 &bdquo;Der Neue will mehr Zack bei &sbquo;Zapp&amp;#8217;&amp;#8221;">3</a></sup> Somit leistete man also auch noch einen Beitrag gegen die Schönung von Statistiken. Man will eben auch nur Zuschauer, die wirklich wissen, um was für eine Perle es sich bei Zapp handelt und keine, die sich von äußeren Reizen leiten lassen.</p>
<p>Man wagt gar nicht sich vorzustellen, auf was für wackeligen Füßen beispielsweise die Zapp-„Enthüllungen&#8221; über Senait Meharis Feuerherz gestanden hätten, ohne all diese Einsparungen, die nun &#8211; dem Himmel sei Dank &#8211; den Recherchen zugute kommen konnten. Diese „Enthüllungen&#8221; bestehen ja auch so schon mehr oder weniger nur aus Behauptungen, die ebenso glaubwürdig bzw. unglaubwürdig sind, wie die von Mehari. Ohne all diese Einsparungen aber wäre das Argumentationskartenhaus von Zapp wahrscheinlich noch vor der Ausstrahlung der „Enthüllung&#8221; in sich zusammengefallen. So aber ist es einfach nur sehr wackelig und wird, dessen vollkommen ungeachtet, mit Freuden in ziemlich unkreativen Variationen immer wieder neu verwurstet.</p>
<p>Allein die Beseitigung von Requisiten ist jedoch lediglich ein demonstrativer Akt und bedeutet mitnichten eine automatische Konzentration auf den Inhalt. Das zu meinen, wäre ein Trugschluss. Jedenfalls hat der Wegfall von Mobiliar bei Zapp ganz und gar nicht zu einer spürbaren Verbesserung des Inhalts geführt. Es ist wohl aber auch davon auszugehen, dass es bei der gelieferten Begründung um einen Euphemismus handelt. Wahrscheinlicher ist schon, dass man Zapp einfach und allein unter Einsparungsgesichtspunkten eiskalt zusammengekürzt hat, da bei Zapp jeglicher Aufwand im Äther verpufft.</p>
<p>Doch zurück zur Frage, warum Zapp die Zuschauer in Scharen davonlaufen. Vielleicht braucht der moderne Fernsehkonsument im Mediendickicht keinen Blindenhund, der ihm den Weg weist und erklärt, wie er diese Meldung in Bild oder jenes Ereignis bei RTL II einzuordnen hat. Womöglich sendet Zapp ja völlig am Bedürfnis des Zuschauers vorbei. Der Zuschauer braucht vielleicht niemanden, der ihm Meinungen vorkaut  bzw. die Ereignisse der Woche wiederkäut. Zapp ist ja keine Sendung, die Nachrichten bietet, ebenso wenig wie eine Sendung, in der Diskussionen stattfinden, geschweige denn eine Sendung, die Humor hat &#8211; höchstens sehr bemühten.</p>
<p>Zapp ist &#8211; so der häufige Eindruck &#8211; eine Verwurstungssendung. Dort scheinen überdies des Öfteren Meinungen nicht gegeneinander abgewogen, sondern gemacht zu werden. Oft mutet Zapp also an, als betreibe man Suggestion, statt ausgewogener Berichterstattung. Von Massensuggestion kann angesichts der verschwindend geringen Quote ja keine Rede sein, was fast schon wieder Dankbarkeit aufkommen lässt. Bei Zapp scheint man sich einig zu sein. Zweifel am eigenen Tun sind augenscheinlich nicht vorhanden. Auch gerade im „Fall&#8221; Mehari wirkt Zapp alles andere als souverän, vielmehr tendenziös. Vielleicht empfindet der Zuschauer Zapp als einen Vexierspiegel, der nur Zerrbilder der Realität zeigt, weil wichtige Fakten und Perspektiven womöglich unterschlagen werden?</p>
<p>Laut Vorankündigung soll morgen schon wieder etwas über Mehari enthüllt werden. Wenn die Enthüllung genauso lau und unfundiert ist, wie die bisherigen in diesem Fall &#8211; was stark zu vermuten ist &#8211; kann man sich für 23 Uhr schon einmal einen Plan B schmieden. Eigentlich war die Enthüllung offenbar bereits für die letzte Sendung geplant, jedenfalls stand im Videotext eine dahingehende Meldung. Doch diese Meldung verschwand alsbald wieder so schnell, wie sie aufgetaucht war. Sie war wohl selbst in den Augen von Zapp zu unfundiert, was schon etwas heißen muss. Zapp fertigt also Enthüllungen am Fließband, was zwangsläufig zu einer Inflation, also zu einer Entwertung führt. Genau dies merkt wohl auch der Zuschauer. Vollmundige Ankündigungen, und dann doch wieder nur zweifelhafte bis mäßig spektakuläre Informationen, kombiniert mit einseitiger Berichterstattung. Seit Zapps jüngster Enthüllungssendung sanken die Zuschauerzahlen im Zehntausenderbereich. Warum dies? Vielleicht gewinnt der Zuschauer ja den Eindruck, dass bei Zapp Meinungen zurechtgebogen werden? Vielleicht mag es der Zuschauer nicht, wenn ihm Gegenmeinungen vorenthalten werden, weil er dann den Eindruck hat, für dumm verkauft zu werden. Vielleicht entsteht beim Zuseher das Gefühl, dass man ihn für nicht in der Lage hält, sich aus einer ausgewogenen Präsentation von Für und Wider eine eigene Meinung zu bilden, anstatt sich eine Meinung aufoktroyieren zu lassen? Hat der Zuschauer tendenziöse Berichterstattung womöglich satt und wendet sich enttäuscht von Zapp ab?</p>
<p>Zapp wird mit Sicherheit Erklärungen für sein massives Quotentief haben und zweifelsfrei die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Noch ist es nicht zu spät, die Kurve hin zum seriösen Journalismus zu kriegen. Einfach weniger Meinungsmache und mehr Ausgewogenheit, und schon wäre die Essenz eines ernstzunehmenden Magazins gemischt. Was dann noch fehlt, sind Themen. Zapp scheint ja unbedingt Themen setzen zu wollen, um zitiert zu werden bzw. für voll genommen zu werden.</p>
<p>Laue Berichte darüber, dass Christian Wulff nicht durch bloßen Zufall einem Pulk Journalisten im Wald begegne, sondern es sich hierbei um eine Verabredung handele, sind eher weniger dazu geeignet, mit ihnen Themen zu setzen. Ohne Zapp hätte wohl jeder Durchschnittszuschauer gedacht, dass Wulff im Walde so still vor sich hinging, und nichts zu suchen, das war sein Sinn. Im Schatten sah&#8217; er dann Kameras stehn &#8230; Dank Zapps Enthüllung wissen wir nun, dass Journalisten und Politiker sich verabreden, sei es für Pressekonferenzen, Homestories oder Interviews. Auch lernt der Zuschauer, dass Bilder in Nachrichten eine wichtige Rolle spielen. Man erfährt von der Macht, die Bildern offenbar innewohnt. Das klingt doch arg nach Proseminar Journalistik „Einführung für Erstsemestler&#8221; an der Kinderuni. Das alles sind äußerst abgestandene Erkenntnisse, also auch ganz und gar nicht geeignet, um Themen zu setzen. Zapp ergeht sich, so will einem scheinen, in großem Maß in Plattitüden.</p>
<p>Ab und zu springt man bei Zapp aber auch auf den richtigen Zug, sei es die bedrohte Pressefreiheit in Russland oder diejenige in China. Doch auch hier setzt Zapp zu seinem wahrscheinlichen Verdruss keine Themen. Das muss es ja eigentlich auch nicht. Es würde genügen, wenn Zapp sich presserelevanten Themen widmete und diese nüchtern und ohne Sensationsgier ausleuchtete. Aber Kuno Haberbuschs Ansprüche sind offenbar höherer Natur. Da kann er sich natürlich auch nicht um solche Marginalien kümmern, wie die nach wie vor auf der <a title="Die Parole »Jedem das Seine« vom Tor des Konzentrationslagers Buchenwald auf der Internetpräsenz des Medienmagazins Zapp" rel="lightbox" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/zapp-jedem-das-seine-full-screen.jpg">Internetseite von Zapp befindliche Parole: „Jedem das Seine&#8221;</a>, deren Verwendung sich durch ihren Missbrauch durch die Nationalsozialisten am Eingangstor des Vernichtungslagers Buchenwald für jeden halbwegs historisch gebildeten und nicht dem Neonazi-Spektrum zugehörigen Menschen eigentlich verbietet.</p>
<p>Dass am 17. Februar in Europa ein neuer Staat namens Kosovo gegründet wurde, scheint Zapp auch nicht der Berichterstattung wert. Jedenfalls ist in den Vorankündigungen davon mit keiner Silbe die Rede. Dabei wäre es durchaus interessant zu erfahren, wie die Medien in Europa &#8211; in Serbien und im Kosovo, in Spanien und in Griechenland &#8211; darauf reagieren. Doch das kann man letztlich auch selbst, entweder Online oder durch internationale Presseschauen wie beispielsweise im Deutschlandfunk. Und eben dies ist die Crux bei Zapp. So richtig klar ist nicht, was Zapp eigentlich zu bieten hat, was jeder einigermaßen intelligente Mensch nicht auch selber bewerkstelligen könnte. Diese Frage scheint man sich bei Zapp auch zu stellen und beantwortet sie mit der Flucht nach vorne, nämlich mit der Skandalisierung eines Belletristiktitels, bei der man aber auch nach einem Jahr noch immer nicht in der Lage ist, hieb- und stichfeste Beweise zu liefern, die wenigstens Zapps klare Verurteilung Meharis rechtfertigen würden.</p>
<p>Nun denn, zurück zur Frage, warum Zapp nicht über den bzw. das Kosovo berichtet. Womöglich hat ja kein Zapp-Mitarbeiter einen Kosovaren oder Serben in seinem Bekanntenkreis, dessen Position man dann völlig neutral und objektiv vertreten könnte? Frau Salden habe ihre Zeitzeugen im Fall Mehari ja ihrer eigenen Aussage zufolge, schlicht über ihren Bekanntenkreis kennengelernt.<br />
Zudem wäre es auch interessant zu erfahren, welche Medien es im Kosovo überhaupt gibt, wie es dort um die Meinungsfreiheit bestellt ist usw. Wird dort ein Staatsfernsehen aufgebaut, ein Rundfunk? Naja, wie gesagt, das bekommt man auch selbst heraus. Zapp schweigt und liefert stattdessen zum wiederholten Mal das, was es selbst für „Enthüllungen&#8221; hält, was doch aber letztlich eher an Kolportage erinnert, über den zweitklassigen Bestseller „Feuerherz&#8221;. Ein drittes Programm und ein zweitklassiger Bestseller &#8211; da haben sich ja zwei gefunden. Man ist fast geneigt anzunehmen, der Journalist für Popmusik, Peter Disch habe zusammen mit Julia Salden das Zepter bei Zapp übernommen. Bald wird es dort womöglich heißen: „Herzlich willkommen bei ‚Feuerherzapp’, schön, dass Sie wieder dabei sind!&#8221; Obsession par excellence, könnten böse Zungen über diese Berichterstattung behaupten. Für manche Menschen ist das Eingeständnis, möglicherweise auf dem Holzweg zu sein, wahrscheinlich ehrenrührig. Auch nur einen Zentimeter zurück zu rudern, bedeutet in deren Augen womöglich schon Selbstaufgabe.<span style="color: #ffffe0;">Kuno Haberbusch, Julia Salden, Zapp, Feuerherz, Senait Mehari, Peter Disch, NDR</span></p>
<p>© Stefan Fix, 2008</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_924" class="footnote">WDR</li><li id="footnote_1_924" class="footnote">Jedenfalls werden seit längerem keine Aufnahmen aus der Vogelperspektive mehr in die Wohnzimmer gesendet.</li><li id="footnote_2_924" class="footnote"><a title="Link zum Artikel Der Neue will mehr Zack bei " href="http://www.abendblatt.de/daten/2004/05/22/297700.html" target="_blank">Artikel im Hamburger Abendblatt 22.05.2004 „Der Neue will mehr Zack bei ‚Zapp&#8217;&#8221;</a></li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/19/stell-dir-vor-es-laeuft-zapp-und-keiner-schaut-zu/' addthis:title='Stell Dir vor, es läuft Zapp, und keiner schaut zu &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Orpheus und Eurydike</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 01:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Mythologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Plastik]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Bronzeplastik befindet sich in Hamburg am westlichen Alsterufer und wurde 1958 von Ursula Querner1 geschaffen. Der Titel lautet „Orpheus und Eurydike&#8221;. Dargestellt ist zur Rechten Orpheus mit der Lyra (Leier), die er von Apollon, seinem Vater, dem Gott der Künste geschenkt bekam. Links steht die betört wirkende thrakische Baumnymphe Eurydike, die spätere Frau des [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/' addthis:title='Orpheus und Eurydike '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/orpheus-und-euridike-von-ursula-querner-in-hamburg-gross.jpg" rel="lightbox[827]"><img class="alignleft size-full wp-image-1503" title="Plastik »Orpheus und Euridike« von Ursula Querner in Hamburg" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/orpheus-und-euridike-von-ursula-querner-in-hamburg-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="200" height="250" /></a><span class="initial">D</span>iese Bronzeplastik befindet sich in Hamburg am westlichen Alsterufer und wurde 1958 von Ursula Querner<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_0_827" id="identifier_0_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*10.05.1921 in Dresden  &amp;#8211; &dagger;23.06.1969 in Hamburg">1</a></sup> geschaffen. Der Titel lautet „Orpheus und Eurydike&#8221;. Dargestellt ist zur Rechten Orpheus mit der Lyra (Leier), die er von Apollon, seinem Vater, dem Gott der Künste geschenkt bekam. Links steht die betört wirkende thrakische Baumnymphe Eurydike, die spätere Frau des Orpheus.</p>
<p>Der uns durch Ovid in seinen Metamorphosen überlieferten Sage zufolge sei Orpheus der beste Sänger unter den Sterblichen gewesen. Wilde Tiere seien von seinem Gesang zahm geworden und hätten sich friedlich um Orpheus geschart. Pflanzen und sogar Steine seien von seinem Gesang erweicht worden. Die Argonauten schließlich hätten Orpheus mit auf ihre Kriegszüge genommen, weil er mit seinem Gesang zum einen die Kampfmoral der eigenen Leute stärkte und zum anderen, weil er sowohl die Wut des Meeres als auch die Macht der Feinde mit dem Zauber seines Gesangs und seiner Lyra  zu besänftigen bzw. bezwingen vermochte. Darüber hinaus erwies sich der Gesang des Orpheus als so mächtig, dass er es sogar schaffte, den betörenden und fatalen Gesang der Sirenen zu übertönen, womit er die Argonauten vor dem sicheren Tod bewahrte.</p>
<p>Doch alle Sangeskunst konnte am Ende doch nicht verhindern, dass Orpheus in sein Unglück rannte. Das Unheil nahm kurz nach seiner Vermählung mit Eurydike seinen Lauf, als diese nämlich durch einen Schlangenbiss starb: <em>„Ach, und starb, an der Ferse verletzt von dem Bisse der Natter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_1_827" id="identifier_1_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;. ">2</a></sup> Darüber, wie es genau dazu kam, finden sich in den verschiedenen späteren Übertragungen voneinander abweichende Varianten bzw. Ausschmückungen. In den einen heißt es z.B., Eurydike sei im Anschluss an die Hochzeit mit den Brautjungfern auf einer Wiese spazieren gewesen, als die Schlange sie biss. Einer anderen Fassung zufolge habe es sich so verhalten, dass Eurydike nach der Hochzeit zusammen mit anderen Nymphen spazieren gegangen und dabei von <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Aristaios'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aristaios" target="_blank">Aristaios</a> gesehen worden sei, der so von ihrer Schönheit verzaubert gewesen sei, dass er ihr nachgestiegen sei und sie bedrängt habe, woraufhin sie die Flucht ergriffen habe und dabei von der Schlange gebissen worden sei. Bei Ovid ist von Aristaios jedoch keine Rede. Dort heißt es dazu schlicht: <em>„Durch die Gefilde / Schweifte die jüngst Vermählte, vom Schwarm der Najaden begeleitet, / Ach und starb, </em><em>an der Ferse verletzt von dem Bisse der Natter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_2_827" id="identifier_2_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">3</a></sup>  Was auch immer dem Biss vorausging bzw. dazu führte, darin, dass Eurydike daran verstarb, sind sich die Übertragungen wieder einig.</p>
<p>Voller Trauer klagte Orpheus daraufhin singenderweise den Göttern und Menschen sein Leid. Doch vergebens, Eurydike wurde ihm nicht zurückgegeben. Also beschloss er, in die Unterwelt hinabzusteigen, um dort &#8211; ganz auf seine Sangeskunst vertrauend &#8211; das Herz des Hades<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_3_827" id="identifier_3_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="r&ouml;m. Pluto">4</a></sup> zu erweichen und seine Geliebte zurückzugewinnen: <em>„Als zum Himmel empor der rhodopeïsche Sänger / Lange die Gattin beweint, jetzt auch zu versuchen die Schatten, / Wagt er hinab zur Styx durch des Tänarus Pforte zu steigen. Und durch lustige Scharen bestatteter Totengebilde / Naht er Persephonen nun, und des anmutlosen Bezirkes / Könige drunten in Nacht&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_4_827" id="identifier_4_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">5</a></sup><span id="more-827"></span></p>
<p>Damit wagte er wohl mehr für seine Liebe, als irgend ein anderer Mann bis dahin. Vor dem Eingang des Hades angekommen, spielte er die Leier und rührte damit den Höllenhund Kerberos, der dort wachte, so sehr, dass dieser unwachsam wurde und Orpheus passieren ließ. Im Hades selbst spielt Orpheus abermals die Leier: <em>„[...] und sanft zum Getöne der Saiten / Singet er: O ihr Gewalten des unterirdischen Weltraums, / Welcher uns alle aufnimmt, so viel wir sterblich erwuchsen! Wenn ihr, ohne der falsch umschweifenden Worte Beschönung, / Wahres zu reden vergönnt; nicht hier zu schauen den dunkeln Tartarus, stieg&#8217; ich herab, und nicht den schlangenumsträubten, / Dreifach bellenden Hals dem medusischen Greuel zu fesseln. / Nein, ich kam um die Gattin, der jüngst die getretene Natter / Gift in die Wund&#8217; einhaucht&#8217;, und die blühenden Jahre verkürzte. / Dulden wollt&#8217; ich als Mann, und strengte micht; aber es siegte / Amor. Man kennt den Gott sehr wohl in der oberen Gegend. / Ob ihr unten ihn kennt? Nicht weiß ich es, aber ich glaube. / Wenn nicht täuscht das Gerücht des altbesungenen Raubes, / Hat euch Amor gefügt. Bei den Orten des Grauns und Entsetzens, / Bei der verstummten Öd&#8217; und diesem unendlichen Chaos, / Löst der Eurydice, fleh&#8217; ich, o löst das beschleunigte Schicksal! / Alle gehören wir euch; wann wenige Frist wir geweilet, / Etwas früher und später ereilen wir einerlei Wohnung. / Hierher müssen wir all; hier ist die letzte Behausung; / Ihr beherrscht am längsten die elenden Menschengeschlechter. / Jen&#8217; auch, wenn sie gereift die beschiedenen Jahre gelebet, / Kommt zu euch; nur kurzen Genuß verlang&#8217; ich zur Wohltat. / Wenn mir das Schicksal versagt das Geschenk der Vermählten, niemals / Kehr&#8217; ich von hinnen zurück! Dann freut euch des doppelten Todes! /  Also rief der Sänger und schlug zum Gesange die Saiten; / Blutlos horchten die Seelen und weineten.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_5_827" id="identifier_5_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">6</a></sup></p>
<p>Orpheus&#8217; Gesang ließ <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Tantalos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tantalus" target="_blank">Tantalos</a> vorübergehend Durst, Hunger und Angst vergessen, die seine Strafen waren: <em>„Tantalos haschte / Nicht die entschlüpfende Flut&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_6_827" id="identifier_6_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">7</a></sup> Das Feuerrad des <a title="Link zum Wikipedia-Artikel &#039;Ixion&#039;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ixion_%28Mythologie%29" target="_blank" class="broken_link">Ixion</a>, an das dieser zur Strafe gebunden war, hörte auf sich zu drehen: <em>„und es stutzte das Rad des Ixion&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_7_827" id="identifier_7_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">8</a></sup> Die beiden Geier ließen von der Leber des Riesen <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Tityos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tityos" target="_blank">Tityos</a> ab, an der sie zu dessen Strafe ununterbrochen fraßen und die zu diesem Zweck immer wieder nachwuchs: <em>„Geier zerhackten die Leber nicht mehr&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_8_827" id="identifier_8_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">9</a></sup>  Die <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Danaiden'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danaiden" target="_blank">Danaiden</a> hörten auf, Wasser in das durchlöcherte Fass zu schöpfen: „die belischen Jungfrau&#8217;n / rasteten neben der Urn&#8217;&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_9_827" id="identifier_9_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">10</a></sup>. <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Sisyphos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sisiphos" target="_blank">Sisyphos</a> unterbrach sein absurdes Werk und setzte sich auf seinen Stein, um zu lauschen: <em> „Sisyphus saß auf dem Marmor.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_10_827" id="identifier_10_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">11</a></sup> Die <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Erinyen'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erinyen" target="_blank">Erinyen</a> (bzw. Eumeniden / röm. Furien) schließlich, aus deren Augen sonst nur Blut und giftiger Geifer rann, wurden durch den Gesang des Orpheus zu echten Tränen gerührt: <em>„Damals ist, wie man sagt, den gerühreten Eumeniden / Bei dem Gesange zuerst die Trän&#8217; auf die Wange geflossen.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_11_827" id="identifier_11_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">12</a></sup></p>
<p>Auch Hades selbst näherte sich mit seiner Frau Persephone, um zu lauschen, wie Oprheus bei ihnen um seine Geliebte warb. Und tatsächlich gelang es Orpheus, auch Hades zu eisernen Tränen zu rühren und ihn somit dazu zu bewegen, ihm Eurydike zurück zu geben: <em>„Nicht die Königin kann, nicht kann der untere König / Weigern das Flehn; und sie rufen Eurydice. Unter den Schatten / War sie, die frisch ankamen, und wandelte schwer von der Wunde.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_12_827" id="identifier_12_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">13</a></sup> Jedoch stellte Hades Orpheus eine Bedingung, nämlich die, dass er sich bis zu ihrer beider Erreichen des Diesseits nicht umsehen dürfe. Sollte er dies dennoch tun, würde er Eurydike wieder verlieren: <em> „Jetzt empfing sie der Held von Rhodope samt der Bedingung, / Daß er die Augen zurück nicht wendete, bis er entflohen / Aus dem avernischen Tal; sonst wäre die Gab&#8217; ihm vereitelt.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_13_827" id="identifier_13_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">14</a></sup></p>
<p>Hades gab nun den Weg frei für die Rückkehr der Beiden in die Welt der Lebenden. So machten sie sich auf den Weg: <em>„Schnell erklommen sie nun durch Todesstille den Fußsteig, / Jäh empor, und düster, umdrängt von dumpfigem Nachtgraun&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_14_827" id="identifier_14_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">15</a></sup> Orpheus voran und dicht hinter ihm Eurydike. Sie stiegen höher und höher und die Dunkelheit wich zunehmend. Da, endlich sah Orpheus Tageslicht und stieg zurück ins Diesseits. Voller Freude wandte er sich sogleich zu seiner Geliebten um: <em>„Und nicht waren sie ferne dem Rand der oberen Erde. / Jetzo besorgt, sie bleibe zurück, und begierig des Anschauns, / Wandt&#8217; er die Augen voll Lieb&#8217;;&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_15_827" id="identifier_15_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">16</a></sup> Doch es war zu früh. Eurydike war selbst noch nicht ganz der Unterwelt entstiegen, so dass die gestellte Bedingung unerfüllt blieb. Orpheus sah Eurydike noch einen kurzen Augenblick und hörte ein gehauchtes „Lebewohl&#8221;, bevor sie für immer zurück in die Dunkelheit entschwand: <em>„und sogleich war jene versunken.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_16_827" id="identifier_16_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">17</a></sup></p>
<p>Verzweifelt versuchte er, ihr zu folgen. Jedoch hinderten ihn die Götter daran, das Schattenreich ein zweites Mal zu betreten: <em>„Streckend die Arm&#8217;, und ringend, gefaßt zu sein und zu fassen, / Haschte der Unglückselige nichts, als weichende Lüfte. / Wieder starb sie den Tod; doch nicht ein Laut um den Gatten / Klagete. Konnte sie wohl, so geliebt zu sein, sich beklagen? / Fernher rief sie zuletzt, und kaum den Ohren vernehmlich: / Lebe wohl! Und gerafft zu der vorigen Wohnung entflog sie. / Orpheus starrte wie Fels bei dem doppelten Tode der Gattin. / Jammernd bat er und fleht&#8217;, und wollt&#8217; hinüber von neuem: / Charon scheucht&#8217; ihn hinweg. Doch saß er sieben der Tage / Trauernd in Wust am Bord&#8217;, unerquickt von den Gaben der Ceres. / Gram und tränender Schmerz und Kümmernis waren ihm Nahrung. / Grausam schalt er die Götter des Erebus&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_17_827" id="identifier_17_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">18</a></sup></p>
<p>Untröstlich kehrte er in die Welt der Lebenden zurück. Fortan verschmähte er alle Frauen und mied überhaupt die menschliche Gesellschaft:<em> </em><em>„</em><em>und zu dem steilen / Rhodope wandt&#8217; er den Fuß und dem sausenden Hämos im Nordsturm. / Dreimal endete schon den Kreis des rollenden Jahres / Sol mit den Fischen des Meeres; und es floh der verhärtete Orpheus / Stets der Liebe der Frau&#8217;n. Denn ihr verdankt&#8217; er sein Unglück; / Treu&#8217; auch hat er gelobt. Es schmachteten viele der Weiber, / Lieb dem Sänger zu sein; und es eiferten viele verachtet. &#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_18_827" id="identifier_18_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">19</a></sup></p>
<p>Orpheus kehrte nach Thrakien zurück und wanderte durch die dortigen wilden Einöden, ohne jede Annehmlichkeit. Nur seine Lyra hatte er nach wie vor bei sich und spielte unablässig darauf, sehr zur Freude der Felsen und Flüsse, die nunmehr seine einzige Gesellschaft waren. Doch eines Tages liefen die Frauen der Cikonen Orpheus über den Weg, als er gerade wieder zur Musik seiner Lyra sang: <em> </em><em>„Aber indem mit Gesang der begeisterte Thrazierbarde / Waldungen samt dem Gewild&#8217; und folgenden Felsen heranzog, / Siehe, die Frau&#8217;n der Cikonen, mit zottigen Häuten des Waldes / Um die verwilderte Brust, von des Bergs erschaun sie / Orpheus, welcher das Lied den geschlagenen Saiten gesellet. / Eine des taumelnden Schwarms, die das Haupthaar schwang in den Lüften: / Ha! dort, rief sie, er ist&#8217;s, der Verächter der Frau&#8217;n! und der Thyrsus </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_19_827" id="identifier_19_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="der in einem Pinienzapfen endende, mit Efeu und Weinlaub umwundene Stab des Dionysos (Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase) und seines Gefolges">20</a></sup> <em> / Flog zu dem tönenden Munde des apollonischen Sehers. / Aber mit Laub umsponnen, bezeichnet&#8217; er, ohne Verwunderung. / Wütend erhub die andere den Stein; doch er ward in dem Fluge / Vom harmonischen Halle besiegt des Gesangs und der Leier; / Und als flehet&#8217; er Gnade der ungeheuren Verschuldung, / Sank zu den Füßen er hin. Nun wächst des verwegenen Unsinns / Krieg, und die Mäßigung floh; und rasender herrscht die Erynnis. / Noch wär&#8217; alles Geschoß erweicht vom Gesange, wenn machtvoll / Nicht das Geschrei und das Horn des J[B]acchus / Überscholl der Gitarre Getön. Jetzt troffen die Steine / Rot vom heiligen Blute des unvernommenen Sängers. / Stets noch blieben erstaunt von dem Wohllaut seines Gesanges, / Vögelschwärm&#8217; und Schlangen und drängende Tiere des Waldes; / Doch die Mänaden zerstürmten des Orpheus Wunderversammlung. / Gegen ihn selbst dann streckten sie wild die blutigen Hände, / Alle geschart: wie die Vögel, wenn einst am Tage sie flattern / Sehn den Vogel der Nacht; wie zur Schau dem Doppeltheater / Früh im besandeten Raum ein Hirsch zu sterben bestimmt wird, / Hunden ein Raub. Sie bestürmen den göttlichen Sänger und schleudern / Laubumwundene Stäbe, zu anderem Dienste geweihet. / Die hebt Schollen zum Wurf, die schwingt den gebrochenen Baumast, / Jene Gestein; und damit nicht wehrlos rase der Wahnsinn: / Sieh, dort ackerten Stiere das Land mit gedrängeter Pflugschar; / Und nicht ferne sich Frucht mit verdienendem Schweiße bereitend, / Grub im harten Gefilde die nervige Faust der Besteller. / Diese, den Heerzug schauend, entfliehn; die Geräte der Arbeit / Bleiben zurück; und es liegen, zerstreut durch verlassene Felder, / Lastende Haun, Jäthacken und langgeklauete Karste. / Als die Verwilderten solches geraubt und zerissen die Stiere, / Trotz dem drohenden Horn; jetzt mörderisch nahn sie dem Sänger. / Ihn, der die Händ&#8217; ausstreckt&#8217; und das erstemal heute vergebens / Redet&#8217; und nichts mit der Stimme bewegete: diesen ermordet / Frech der entweihende Schwarm; aus dem Mund&#8217;, o Jupiter! jenem, / Den der Felsen vernahm, und den mit Empfindung das Bergwild / Hörete, schwand in die Luft die ausgeatmete Seele. / Dich wehklagt das Gewild; dich, Orpheus, girrende Vögel, / Dich das starre Gestein; dich, gleichsam scherend das Haupthaar, / Trau&#8217;rt der entblätterte Baum; mit Tränen auch, sagt man, vermehrten /  Ströme die eigene Flut; und gehüllt in dunkle Leinwand ging Najad&#8217; und Dryade, mit aufgelöseten Locken. / Weithin lagen die Glieder zerstreut. Haupt nahmst du und Leier, / Hebros, auf; und, o Wunder! da mitten im Strom sie hinabfließt, / Sanft wie Wehmut klagt der Leier Getön, wie Wehmut / Lallt die entseelete Zunge; die Bord&#8217; antworten wie Wehmut. / Schon aus dem heimischen Strom entrollen sie über die Meerflut, / Bis sie erreicht die Gestade der methymnäischen Lesbos. / Aber der Geist geht unter die Erd&#8217;, und erkennet die Gegend, / Welche zuvor er gesehn. In der Flur der Seligen forschend, / Fand er Eurydice nun, und umschlang sie mit sehnenden Armen. / Jetzo wandeln sie dort mit vereinigtem Schritte, die beiden; / Bald geht jene voran, und er folgt; bald eilet er selbst vor; /Und nach Eurydice darf mit Sicherheit Orpheus sich umsehn.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_20_827" id="identifier_20_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">21</a></sup></p>
<p>Der Standort der Plastik vor einer Trauerweide erweist sich insofern als gut gewählt, als dass es in der Sage auch heißt, dass sich die Bäume Orpheus zugeneigt hätten, wenn er musizierte. Die Alster im Hintergrund könnte der Acheron (Styx) sein.</p>
<p><em>Quelle:</em></p>
<ul>
<li><em>Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß. </em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_827" class="footnote">*10.05.1921 in Dresden  &#8211; †23.06.1969 in Hamburg</li><li id="footnote_1_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.<em> </em></li><li id="footnote_2_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_3_827" class="footnote">röm. Pluto</li><li id="footnote_4_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_5_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_6_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_7_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_8_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_9_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_10_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_11_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_12_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_13_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_14_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_15_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_16_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_17_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_18_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_19_827" class="footnote">der in einem Pinienzapfen endende, mit Efeu und Weinlaub umwundene Stab des Dionysos (Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase) und seines Gefolges</li><li id="footnote_20_827" class="footnote">ebd.</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/' addthis:title='Orpheus und Eurydike '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wer im Glashaus ZAPPt (die Fünfte) &#8211; „Jedem das Seine&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 20:15:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Medienmagazin Zapp desavouiert sich ja schon fast wie auf Bestellung selbst. In seiner jüngsten Sendung berichtete es in seiner gewohnt peppig aufgemachten Rubrik „Durchgezappt&#8221; wieder darüber, was in der Medienwelt sonst noch geschah. Diesmal informierte man seine schrumpfende Zuschauerschaft unter der knackigen Überschrift „Der Rausschmiss der Woche&#8221; darüber, welcher Skandal sich am 30.01.2008 in [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/' addthis:title='Wer im Glashaus ZAPPt (die Fünfte) &#8211; „Jedem das Seine&#8221; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/irrlichter-beim-ndr-in-hamburg-lokstedt.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1495" title="Irrlichter beim NDR in Hamburg Lokstedt" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/irrlichter-beim-ndr-in-hamburg-lokstedt-202x140.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="202" height="140" /></a><span class="initial">D</span>as Medienmagazin Zapp desavouiert sich ja schon fast wie auf Bestellung selbst. In seiner jüngsten Sendung berichtete es in seiner gewohnt peppig aufgemachten Rubrik „Durchgezappt&#8221; wieder darüber, was in der Medienwelt sonst noch geschah. Diesmal informierte man seine schrumpfende Zuschauerschaft unter der knackigen Überschrift „Der Rausschmiss der Woche&#8221; darüber, welcher Skandal sich am 30.01.2008 in der Sendung „Nightloft&#8221; des Senders Pro7 zugetragen habe. Dort nämlich habe die Moderatorin Juliane Ziegler folgenden Satz geäußert: „Arbeit macht frei.&#8221;</p>
<p>Völlig zu Recht wurde sie dafür von vielen Seiten kritisiert. Wem nicht klar ist, dass es sich dabei um eine äußerst negativ konnotierte Aussage handelt, weil die Nationalsozialisten diesen ursprünglichen Titel eines Romans von Lorenz Diefenbach aus dem Jahr 1872 in zynischer und menschenverachtender Weise für ihre perversen Zwecke missbrauchten und an den Toren mehrerer Konzentrations- und Vernichtungslager anbringen ließen, hat im Fernsehen rein gar nichts verloren.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/ndr-zapp-durchgezappt-der-rausschmiss-der-woche-maik-gizinski.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1500" title="screen capture vom 07.02.2008 von der NDR-Archivseite: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4571250,00.html" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/ndr-zapp-durchgezappt-der-rausschmiss-der-woche-maik-gizinski-226x140.jpg" alt="" width="226" height="140" /></a>Das sieht man bei Zapp auch so und lobt Gott dafür, dass Ziegler deswegen gekündigt wurde: „Ihren Moderatorenjob ist sie gottlob [...] los.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_0_911" id="identifier_0_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zapp-Sendung vom 06.02.2008">1</a></sup>. Diesen Beitrag einleitend, klärte man die Zuschauer zunächst darüber auf, dass „die Regeln der Fernsehunterhaltung nicht so schwer&#8221; seien. Zum Beweis dafür fasste man diese in einem griffigen Merksatz zusammen: „Man darf fast alles, nur von Hitler-Deutschland sollte man tunlichst die Finger lassen&#8221;. Dies habe sich immer noch nicht  richtig rumgesprochen, weiß Zapp. Wo Zapp recht hat, hat es recht. Um Belege für diese These zu finden, braucht Zapp allerdings gar nicht erst auf Pro7 umzuschalten. Warum auch in die Ferne schweifen, wenn die Fehlbarkeit liegt so nah? Es genügt völlig, das eigene Programm zu schauen und sich die <a title="screen capture vom 08.02.2008 von der NDR-Archivseite: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4126586,00.html" rel="lightbox" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/zapp-jedem-das-seine-full-screen1.jpg" class="broken_link">Zapp-Sendung vom 11.07.2007</a> zu Gemüte zu führen. Dort verlautbarte Zapp in der Rubrik „Durchgezappt&#8221; folgenden Satz: „Jedem das seine&#8221;.<span id="more-911"></span></p>
<p>Um mit Zapp zu sprechen: „Da war doch mal was.&#8221; Ja, aber was? Zapp wird nicht einmal live gesendet und hat zudem eine ganze Woche Zeit, sich seine Formulierungen genauestens durch den Kopf gehen zu lassen. Man sollte meinen, dass sieben Tage ausreichten, um darauf zu kommen, was es mit diesem Satz auf sich hat. Schlimm genug, wenn man es nicht von vornherein weiß. Es wurde auf dieser Website <a title="Link zum Artikel Wer im Glashaus ZAPPt (die Dritte)" href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/23/wer-im-glashaus-zappt-die-dritte/#more-10" target="_blank">bereits damals darauf hingewiesen</a>, dass wohl davon auszugehen ist, dass Zapp mit dieser Formulierung eher nicht auf die lateinische Urfassung „suum cuique” Bezug nahm. Dies wäre sonst wie ein Fremdkörper im offenbar an „Bild&#8221; oder RTL-Explosiv angelehnten Stil von „Durchgezappt&#8221;.</p>
<p>Während also Zapp alle Welt väterlich darauf hinweist, dass „die Regeln der Fernsehunterhaltung nicht so schwer&#8221; seien, ist es selbst augenscheinlich nicht sonderlich damit vertraut bzw. in der Praxis damit heillos überfordert und zitiert daher so beiläufig wie ungerührt die im Eingangstor des Vernichtungslagers Buchenwald eingeschmiedete Inschrift: „Jedem das Seine.&#8221;</p>
<p>Dieser Satz steht nun schon seit mehr als einem halben Jahr unverändert auf der Website von NDR-Zapp <a title="screen capture vom 08.02.2008 von der NDR-Archivseite: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4126586,00.html" rel="lightbox" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/zapp-jedem-das-seine-full-screen1.jpg" class="broken_link">[→]</a>. Es mutet daher schon etwas absurd an, dass sich Zapp über Pro7 erhebt. Pro7 bzw. der Produktionsfirma 9Live kann man vielmehr zugute halten, dass man sofort reagierte. Juliane Ziegler wurde umgehend vorübergehend aus der Live-Sendung genommen, um sie, nachdem sie offensichtlich über die Problematik ihrer Aussage aufgeklärt worden war, wieder in das Sendegeschehen einzubinden, damit sie sich von ihrer Aussage distanziere, was sie auch umgehend tat. Ihre Aussage ist gleichwohl durch nichts zu rechtfertigen und unhaltbar. Dass man sie deshalb entließ, ist ein gutes Signal, und macht 9Live wenigstens in dieser Hinsicht doch eher sympathisch als unsympathisch, was aber selbstredend nicht der Tenor des Zapp-Beitrages war. Wo käme man auch hin, wenn man ein gutes Haar am Privatfernsehen ließe? Es ist doch viel bequemer, einfach immer in dieselbe Kerbe zu hauen, sich in Stereotypen zu ergehen, und sich diese Dünnbrettbohrerei von den ach so verehrten Gebührenzahlern auch noch honorieren zu lassen.</p>
<p>Von Zapp hat man übrigens bisher keine distanzierende Äußerung vernommen, geschweige denn, dass man etwa die Zusammenarbeit mit Gita Datta, der für diesen Beitrag verantwortlichen Mitarbeiterin, beendet hätte. Gott bewahre! Warum auch, für Zapp gelten offenbar andere, eigene und seltsame Regeln. Gita Datta darf munter weiter für Zapp arbeiten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_1_911" id="identifier_1_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So geschehen am 09. und 16.01.2008.">2</a></sup> , Zapp bleibt auf einem Auge blind und echauffiert sich über Gott und die Welt, während auch heute noch „Jedem das Seine&#8221; auf seinen Internetseiten prangt.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_2_911" id="identifier_2_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="siehe screen capture vom 08.02.2008">3</a></sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/zapp-meint-jedem-das-seine.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignleft size-full wp-image-1782" title="screen capture vom 07.02.2008 von der NDR-Archivseite: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4126586,00.html" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/zapp-meint-jedem-das-seine-thumb.jpg" alt="" width="160" height="45" /></a></p>
<p>In der von 9Live für Pro7 produzierten Quizshow „Nightloft&#8221; saß ja offenbar immerhin ein verantwortlicher Redakteur oder Aufnahmeleiter, der die nötige historische und sprachliche Sensibilität besaß, um noch in derselben Sendung zu intervenieren. Kuno Haberbusch, der Chefredakteur und „König der Recherche&#8221; von Zapp schien sich an „Jedem das Seine&#8221; offenbar nicht zu stören, ebenso wenig wie irgendjemand anders in der Zapp-Redaktion, die wie gesagt alle Zeit der Welt hatte, um diese Formulierung zu verhindern. Was ist bei den Recherchen schief gelaufen? War die Internetverbindung gekappt oder war der Telefonjoker schon verbraucht?</p>
<p>Es wurde bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass Gita Datta, nachdem sie eine Arbeit über das „fragmentarische Weltbild deutscher Fernsehnachrichten” geschrieben hat, sich, mit Verlaub, vielleicht als Nächstes ihrer möglicherweise fragmentarischen Allgemeinbildung widmen sollte.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/02/zapp-jedem-das-seine-full-screen.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1996364" title="screen capture vom 08.02.2008 von der NDR-Archivseite: http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID4126586,00.html" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/02/zapp-jedem-das-seine-thumbnail-92x140.jpg" alt="" width="92" height="140" /></a>Die Anderen als dumm hinzustellen, ist eine von Zapps wenigen Meisterdisziplinen. Obgleich in diesem Artikel keine Mühe gescheut wird, es Zapp diesbezüglich gleich zu tun, um ihm unbescheidenerweise den Spiegel vorzuhalten, muss man sich einfach anerkennend eingestehen, Zapp in diesem Belang, wie in allen anderen auch, nicht das Wasser reichen zu können. Im Zuge der Ausübung dieser Disziplin informierte jedenfalls Zapp-Mitarbeiter Maik Gizinski im Zusammenhang mit Zieglers inakzeptablen sprachlichen Missgriff, dass „selbst&#8221; Zieglers „blonde Kollegin&#8221; komisch geguckt habe. Also dann muss es ja richtig dumm sein, wenn sogar die Blondine komisch guckt! Zapp lässt, so hat es den Anschein, in Bezug auf Klischees, und seien diese noch so platt, eben nichts anbrennen, ganz wie auf dem Bolzplatz, Herr Gizinski. Außerdem scheint man sich an Frau Zieglers etwas holpriger Entschuldigung zu delektieren, die man natürlich auch noch mal sendet: „[...] das sind diese Live-Momente, diese spontanen, wo irgendetwas einfach rausflutscht, was man irgendwo mal aufgeschnappt hat, was einfach ein Fehler war. Entschuldigung.&#8221;, um sie dann noch einmal mit eigenen Worten zu zitieren: „Obwohl ihr da nur irgendetwas rausgeflutscht ist, was sie irgendwo aufgeschnappt hat [...]&#8220;. So stellt man Frau Ziegler zu allem Überfluss noch als kleines Dummchen dar, das irgendwo etwas „aufgeschnappt&#8221; hat, das ihr dann „rausflutscht&#8221;. Herr Gizinski, würden Sie Ihre Kollegin Gita Datta wegen ihres „Jedem das Seine&#8221; auch so herablassend in Ihrer Sendung als Dummchen darstellen?</p>
<p>Man darf gespannt sein, ob Zapp irgendwann einmal den gleichen Maßstab bei sich selbst anlegt, an dem es seine Umwelt misst. Bevor man also anderen heimleuchtet, sollte man vielleicht doch einmal überprüfen, ob die Tatsache, dass man auf einem Auge blind ist, vielleicht damit in Zusammenhang steht, dass sich darin ein gewaltiger Balken befindet, um den man sich mehr kümmern sollte als um den Splitter in den Augen der anderen. Um nicht enttäuscht zu werden, setze man seine Hoffnungen auf Einsicht bei Zapp bei Null an. Besser als an obigem Beispiel lässt sich jedenfalls Doppelmoral kaum illustrieren. Oder, um einen schönen Anglizismus sprechen zu lassen: Selbstgerechtigkeit at its best! Und weil&#8217;s so schön war, gleich noch ein Anglizismus: Gleichbehandlung und Gerechtigkeit sind bei Zapp offenbar nur On-demand-Ware.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/einschaltquote-zapp-06022008.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1530" title="Einschaltquote von Zapp" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/einschaltquote-zapp-06022008-78x140.jpg" alt="" width="78" height="140" /></a>Da ist es doch fast wieder beruhigend festzustellen, dass die Zapp-Zuschauer offensichtlich weniger unterbelichtet sind, als man bei Zapp womöglich meint, ja, dass sie Zapp als Leitfaden in der Medienlandschaft gar nicht benötigen und mit der Fernbedienung abstimmen. Wie oben bereits angedeutet, hält offenbar eine nicht gerade geringe Anzahl von Zuschauern Zapp nicht die Treue. Hätten am 11.07.2007 noch 130.000 Zuschauer Zapp eingeschaltet, seien es am vergangenen Mittwoch nur noch 90.000 gewesen, was einem Marktanteil von läppischen 3,1% entspreche und einen Einbruch von über 25% bedeutet.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_3_911" id="identifier_3_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: AGF/GfK-Fernsehforschung, pc#tv, Fernsehpanel (D+EU), NDR Medienforschung">4</a></sup> Angesichts dieser geringen Einschaltquote sollte man sich wiederum nicht allzu sehr über Zapp aufregen. Viel Flurschaden kann Zapp mit einer solchen Reichweite sowieso nicht in der Medienlandschaft anrichten. Man stelle sich nur vor, dass die spätere NDR-Sendung „Planet Erde&#8221; in der Wiederholung zu nachtschlafender Zeit, nämlich um 1.59 Uhr, mit 3,4% einen größeren Marktanteil hatte. Natürlich ist dies nur bedingt vergleichbar, doch die Zahl 90.000 ist nun wirklich erschreckend gering und spricht für sich.</p>
<p>Nun ist es ja an und für sich ein großer Vorteil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens, dass man sich bei der Programmgestaltung nicht allein von Einschaltquoten leiten lassen muss, sondern bestimmte Sparten auch bei niedrigen Einschaltquoten weiterhin unterhält, wie das Beispiel Phoenix zeigt, das überdies erfolgreicher ist, als ursprünglich erwartet, liegt es doch mit einem Marktanteil um die 1% vor den privaten NTV und N24.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_4_911" id="identifier_4_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: Presseportal, 01.09.2006.">5</a></sup> Nun ist Phoenix über jeden Zweifel erhaben, und es ist als Errungenschaft anzusehen, dass die Bundesrepublik der Bevölkerung diesen Sparten- und Niveauluxus von Theaterkanal, Dokukanal, Infokanal, 3sat, arte ebenso erhält wie die Regionalprogramme. Doch nicht jede Sparte hat Niveau. Und wo es an Niveau mangelt, darf man sich schon fragen, wieso man als Gebührenzahler so etwas finanzieren soll. Das fragt man sich bei einer Reihe von Sendungen in ARD und ZDF und nun auch langsam bei Zapp. Ansatz und Anspruch sind doch gut, warum hat man es nötig, sich auf das Niveau derer herab zu begeben, die man ständig z.T. zu recht kritisiert? Ein Medienmagazin ist wichtig, aber die Intendanz des NDR soll dabei bitte nicht Böcke zu Gärtnern im Mediengarten machen bzw. die Böcke nicht weiterhin so gärtnern lassen.</p>
<p>Kleine Anregung zum Schluss: Jetzt, da Juliane Ziegler arbeitslos ist, kann sie ja vielleicht das nächste „Durchgezappt&#8221; präsentieren.</p>
<p>Nur wacker weiter so! Viele Grüße an die vom Bert-Donnepp-Preis wahrscheinlich noch ganz beschwipsten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/07/wer-im-glashaus-zappt-die-fuenfte/#footnote_5_911" id="identifier_5_911" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="von Freude beschwipst.">6</a></sup> Historiker und Linguisten von Zapp.</p>
<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/02/bert-donnepp-preis.jpg" rel="lightbox[911]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1995373" title="Bert-Don[n]epp-Preis" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/02/bert-donnepp-preis-180x140.jpg" alt="bert-donnepp-preis" width="180" height="140" /></a>P.S.:</p>
<p>Irritierenderweise scheint der NDR nicht einmal zu wissen, wie der Preis, den man eingeheimst hat, korrekt geschrieben wird, ist doch seit mehreren Tagen eine Pressemeldung mit folgender Überschrift zu lesen: „Medienmagazin ‚Zapp&#8217; erhält Bert-Donepp-Preis.&#8221; Zweimal hintereinander wird dort der Preis, auf den man so stolz ist, falsch, nämlich mit einem, statt mit zwei „n&#8221; geschrieben. Na, wahrscheinlich tippt eine Blondine die Pressemitteilungen ein, was, Herr Gizinski?!<span style="color: #fffacd;"> Zapp, Medienmagazin, NDR, Kuno Haberbusch, Kuno, Haberbusch, Nicola von Hollander, Julia Stein, Bert Donnepp Preis, Bert Donepp Preis, Donnepp, Juliane Ziegler, 9Live, Pro7, Nightloft, Gita Datta, Datta, Gita, Maik Gizinski, Gizinski, Jedem das Seine, Arbeit macht frei, KZ, Konzentrationslager </span><br />
© Stefan Fix, 2008</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_911" class="footnote">Zapp-Sendung vom 06.02.2008</li><li id="footnote_1_911" class="footnote">So geschehen am 09. und 16.01.2008.</li><li id="footnote_2_911" class="footnote">siehe screen capture vom 08.02.2008</li><li id="footnote_3_911" class="footnote">Quelle: AGF/GfK-Fernsehforschung, pc#tv, Fernsehpanel (D+EU), NDR Medienforschung</li><li id="footnote_4_911" class="footnote">Quelle: <a title="Link zu www.presseportal.de" href="http://www.presseportal.de/story.htx?nr=868007&amp;firmaid=6511" target="_blank">Presseportal, 01.09.2006</a>.</li><li id="footnote_5_911" class="footnote">von Freude beschwipst.</li></ol>
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		<title>Wer im Glashaus ZAPPt (die Vierte)</title>
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		<comments>http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 00:33:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ähnlich, wie ein schlechter Witz durch Wiederholung nicht besser wird, gewinnt eine dürftig fundierte Behauptung nicht an Glaubwürdigkeit, wenn man sie einfach erneut aufstellt, ohne sie mit wenigstens einem relevanten neuen Fakt zu untermauern. Es wirft ein schlechtes Licht auf Denjenigen, der diese Behauptung dennoch wieder aufstellt, liegt der Verdacht doch nahe, dass es ihm [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/' addthis:title='Wer im Glashaus ZAPPt (die Vierte) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/ndr-gross1.jpg" rel="lightbox[906]"><img class="alignleft size-full wp-image-1554" title="NDR-Logo am NDR-Gelände in Hamburg Lokstedt" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/ndr-kleiner.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="164" height="134" /></a><span class="initial">Ä</span>hnlich, wie ein schlechter Witz durch Wiederholung nicht besser wird, gewinnt eine dürftig fundierte Behauptung nicht an Glaubwürdigkeit, wenn man sie einfach erneut aufstellt, ohne sie mit wenigstens einem relevanten neuen Fakt zu untermauern. Es wirft ein schlechtes Licht auf Denjenigen, der diese Behauptung dennoch wieder aufstellt, liegt der Verdacht doch nahe, dass es ihm an guten Argumenten mangelt. Zu den umtriebigen Enthüllungsjournalisten vom Medienmagazin „Zapp&#8221; des NDR  scheinen diese kleinen Wahrheiten aus Kindertagen jedoch offenbar nicht durchgedrungen zu sein.</p>
<p>In der vergangenen Woche nämlich sendete man unter Ägide des „Königs der Recherche&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_0_906" id="identifier_0_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zapp-Eigenwerbung, nat&uuml;rlich mit selbstironischem Augenzwinkern, aber tief im Innern wahrscheinlich absolute &Uuml;berzeugung.">1</a></sup>, auch bekannt unter seinem bürgerlichen Namen „Kuno Haberbusch&#8221;, einen ziemlich alten Zopf. Anlass dafür war die bevorstehende 58. Berlinale, auf welcher der Film „Feuerherz&#8221; (Regie: Luigi Falorni) am 14. Februar Premiere haben wird. Da dieser an gleichnamiges Buch von Senait Mehari angelehnt ist, läuteten bei Zapp sämtliche Alarmglocken, schien dies im pawlowschen Sinn doch ein gefundenes Fressen, bei dem in gesteigertem Maß die Protestsekrete produziert wurden. Schließlich hat Zapp, seiner eigenen &#8211; gewohnt unbescheidenen &#8211; Auffassung zufolge, <a title="Link zur Zapp-Sendung vom 14.02.2007" href="http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3692372,00.html" target="_blank" class="broken_link">vor fast genau einem Jahr „enthüllt&#8221;</a>, dass in Meharis Buch alles Lüge sei. Nun also die Verfilmung einer „Lüge&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_1_906" id="identifier_1_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Die Fiktionalisierung einer Fiktionalisierung, wie auch schon zu lesen war.">2</a></sup> &#8211; da erklimmt man bei Zapp doch sofort mit Kampfgeheul die Barrikaden, um diese Gefahr für die Gesellschaft abzuwenden, für die man Meharis Buch zu halten scheint. Man misst ihrem Buch so viel Bedeutung bei, als hätte Mehari damit die Grundfesten der Gesellschaft ins Wanken gebracht. Die Menschen müssen endlich <em>die</em> Wahrheit erfahren, und diese eine Wahrheit hat Zapp und verbreitet sie mit missionarischem Eifer. Es könnte sonst morgen für alle zu spät sein. Es könnte jemand den Film sehen und sich eine eigene Meinung bilden, ohne von Zapp  aufgeklärt bzw. indoktriniert worden zu sein. Welch Gefahr!</p>
<p>Es ist wirklich müßig, an dieser Stelle noch einmal en détail zu zeigen, wie einseitig Zapp damals augenscheinlich recherchierte und argumentierte. Es sei deshalb auf mehrere Artikel auf dieser Website verwiesen, die sich ausführlich mit dieser Einseitigkeit und auch mit der Doppelmoral von Zapp befassen<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_2_906" id="identifier_2_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="1. Wer im Glashaus ZAPPt &amp;#8211; 2. Wer im Glashaus ZAPPt (die Zweite) &amp;#8211; 3. Wer im Glashaus ZAPPt (die Dritte)">3</a></sup>.</p>
<p>Zusammenfassend soll jedoch festgehalten werden, dass man  bei Zapp offenbar alles andere als ergebnisoffen recherchierte, dass Zapps Argumente genauso gut oder schlecht sind, wie die von Mehari und dass Zapp eben nicht im Sinne des „audiatur et altera pars&#8221; berichtete, wie es seine Aufgabe als von der Öffentlichkeit finanziertes Magazin ist. Zapp erfüllt somit seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag unzureichend, der auch dahingehend lautet, umfassend und ausgewogen zu informieren. Da hilft es wenig, wenn Zapp, offenbar irgendeiner Direktive der Intendanten des öffenlich-rechtlichen Fernsehens entsprechend, sich plötzlich immer bei den verehrten Zuschauern für die entrichteten Gebühren bedankt, ohne welche die unübertroffenen und bahnbrechenden Recherchen von Zapp gar nicht möglich wären.<span id="more-906"></span></p>
<p>Zapp zieht es vor, sich zum Sprachrohr einer Seite zu machen und machen zu lassen. Da es nun einmal ein Wesensmerkmal von Kampagnen ist, aus wiederholter Einseitigkeit bis hin zu Verleumdung zu bestehen, würde es nicht verwundern, wenn Zapp der Vorwurf gemacht würde, dass es eine Kampagne gegen Senait Mehari führe, also eine Art Kampagnenjournalismus zu betreibe, der eigentlich eher der ach so verpönten Bild gut zu Gesicht stünde. Anders als bei Zapp soll es hier gar nicht primär darum gehen, wer recht hat, sondern darum, dass man bei Zapp nicht beide Seiten gleichermaßen zu Wort kommen lässt.</p>
<p>Natürlich hat Zapp Mehari zu Wort kommen lassen, dann aber scheinbar genüsslich ihre an dieser Stelle holprigen Sätze gesendet, die man z.T. auch noch für sie beendete. Genauso, wie man besonders gerne Aussagen von Menschen zu senden scheint, die man überrumpelt und die daher alles andere als eine gute Figur machen, wie in vergangener Woche am Beispiel von Claudia Gladziejewski vom Bayrischen Rundfunk geschehen<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_3_906" id="identifier_3_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="An dieser Stelle sei betont, dass Frau Gladziejewski keineswegs eine schlechte Figur machte, aber doch verunsichert wirkte. Die Aussage ist, dass Zapp offenbar das Ziel verfolgt, Vertreter ihm nicht genehmer Meinungen m&ouml;glichst zu verunsichern, um diese Verunsicherung f&uuml;r sich als Beweis zu verbuchen. Es gelingt ihm in verschiedenen Graden.">4</a></sup>. Man muss die Leute nur schön dämlich wirken lassen, dann glaubt ihnen keiner mehr. Ist dies das Kalkül von Zapp? Es ist eigentlich weniger peinlich, wie sich von Zapp überrumpelte<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_4_906" id="identifier_4_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="So jedenfalls wirken manche Interviewpartner.">5</a></sup> Personen blamieren, als vielmehr, wie Zapp den Zuschauer nachgerade einzuladen scheint, sich an der Blamage auch noch zu weiden, zusammen mit den Zapp-Mitarbeitern, die sich womöglich diebisch über ihren „Coup&#8221; freuen.</p>
<p>Viel schwerer aber wiegt, dass Zapp scheinbar versucht, die Verunsicherung seiner Interviewpartner zur Stützung der eigenen Thesen zu benutzen.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_5_906" id="identifier_5_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Dieses Eindrucks jedenfalls kann sich manch Zuschauer nicht erwehren.">6</a></sup> Wenn die Sendung <a title="Link zur Seite von extra3" href="http://extra3.blog.ndr.de/2007/09/21/olivia-jones-bei-der-npd/" target="_blank">extra3 die blondbezopfte Olivia Jones &#8211; u.a. bekannt für ihre scharfsinnigen Kolumnen im Starmagazin „in&#8221; &#8211; im Trachtenminirock mit NPD-Mitgliedern auf ihrem Parteitag konfrontiert und überrumpelt</a>, entlarvt dies nicht nur die NPD, sondern ist auch einigermaßen unterhaltsam und vor allem dem Format angemessen. Wäre Zapp eine Satiresendung, könnte es auch seine Reporter auf diese Weise arbeiten lassen. Doch Zapp versteht sich ja als seriöses Medienmagazin. Als solches sollte es sich derartiger Methoden enthalten, um nicht an Glaubwürdigkeit einzubüßen und sich als ernstzunehmende Sendung nicht zu disqualifizieren. Insofern sollte Kuno Haberbusch als Chefredakteur sowohl von Zapp als auch von extra3 nicht beide Formate vermischen. Das ist ja auch in keiner Weise nötig, da er sich doch in beiden ausleben kann.</p>
<p>Anstatt also Fakten zu liefern, die man bei Mehari ja immer anmahnt, gibt man Interviewpartner einer herbeigeführten (?) Lächerlichkeit preis. Wie Zapp ja gerne aus zuverlässigen Quelle zitiert, die jedoch unbenannt bleiben, darf auch an dieser Stelle aus einer solchen zuverlässigen Quelle berichtet werden, dass Zapp mit Vorliebe allgemeine, informative Interviews anmelde, um dann stattdessen auf einmal abenteuerliche Vorwürfe zu erheben und damit die Gesprächspartner so perplex zu machen, dass sie zunächst gar nicht wüssten, wie ihnen geschehe, geschweige denn, wie sie darauf reagieren sollten. Die peinlichsten Ausschnitte schneide man zusammen und sende sie als  Beweis für die eigenen Thesen. Nachdem Zapp sich zuvor ja die Genehmigung für das Interview hat geben lassen, darf dann auch gesendet werden, was dabei so gesagt wird, wie auch immer gewisse Aussagen oder Unsicherheiten zustande gekommen sind, da ist man wohl skrupellos. Das klingt nicht nach seriösem Journalismus.</p>
<p>Um nun einem Aufschrei der großen Liebhaber der &#8211; in der Tat schützenswerten &#8211; Pressefreiheit in der Zapp-Redaktion vorzubeugen: niemand erwartet natürlich, dass Zapp etwa Fragen einschicken muss, die dann abgesegnet oder gestrichen werden. Es geht darum, dass Zapp offenbar vorgebe, lediglich eine Meinung einholen zu wollen aber eigentlich plane, den Interviewpartner massiv irgendeines Vergehens zu beschuldigen und somit zu überrumpeln. Böse Zungen könnten dies als Kolportage bezeichnen. Dabei handelt es sich mitnichten um die vornehmste Art des Journalismus, falls man Kolportage klaren Verstandes überhaupt dem Journalismus zurechnen kann bzw. darf. Man verbreitet also Gerüchte und konfrontiert Beschuldigte damit, um deren (hoffentlich für sie selbst unvorteilhafte) Reaktion als Beweis für das Gerücht zu verwenden. So absurd nimmt sich eine Beweiskette von Journalisten aus, denen es an echten Fakten mangelt und die aus ihrem einseitigen Gerechtigkeitsgefühl heraus journalistische Standards über Bord werfen. Jemanden lächerlich zu machen, ist jedoch kein Argument, sondern die zweifelhafte Methode derjenigen, die nichts Beweiskräftiges in der Hand haben.</p>
<p>Gleichzeitig nimmt sich Zapp der ja absurderweise von ihm „vertretenen&#8221; Partei<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_6_906" id="identifier_6_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Zapp sollte den ber&uuml;hmten und gern zitierten Satz &uuml;ber gute Journalisten von Hans Joachim Friedrichs ruhig einmal auf sich selbst und nicht nur auf Andere anwenden. Den gleichnamigen Preis w&uuml;rde das Medienmagazin jedenfalls alles andere als verdienen.">7</a></sup> mit größter Einfühlsamkeit und einem hohen Maß an Verständnis an. Die von Zapp vertretene Partei macht immer einen sehr entspannten und gefassten Eindruck in ihrem Frankfurter Vereinsraum (?), zu Hause im Sessel oder, wie im Fall von Almaz Yohannes, vor der Kulisse eines malerischen Abendhimmels mit düster rührseliger Hintergrundmusik. Den Fürsprechern von Mehari gönnt man die schmeichelnden dramaturgischen Mittel nicht, weder Musik noch Deko. Der aufgebotene „Zeitzeuge&#8221; Elias Ghere Benifer wirkt irritierend süffisant und amüsiert, gar nicht als wäre er empört oder entrüstet über Meharis „Lügen&#8221;. Das ist sicherlich die reine Ironie, die ihn dazu veranlasst. Was sonst kann jemanden zu Süffisanz veranlassen? Benifer ist übrigens ein ehemaliger ELF-Kader, also ein verantwortliches Mitglied einer marxistischen Kampforganisation in Kriegszeiten. Das bedeutet keineswegs, dass er sich etwas hat zuschulden kommen lassen, ganz und gar nicht. Es ist nur interessant, dass Julia Salden in ihrem Beitrag bei der Präsentation des Zeugen Benifer dies mit keinem Wort erwähnte<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_7_906" id="identifier_7_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sp&auml;ter r&auml;umt sie diese Tatsache in ihrer Stellungnahme auf der Zapp-Seite ein">8</a></sup> &#8211; ein Insert hätte keine Zeit gekostet, aber möglicherweise passte dieses Detail nicht so gut in die Argumentation? Dass Benifer Kader war, liest man dann im <a title="Link zum Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Welt;art118,2099246" target="_blank">Tagesspiegel</a> bei Saldens Kollegen.</p>
<p>Nach dem Sieg der gegnerischen EPLF ist offenbar ein Großteil der ELF-Elite nach Europa, u.a. eben auch nach Deutschland emigriert, wohl um dort auf den Sturz der diktatorischen EPLF-Regierung zu warten bzw. ihn zu organisieren &#8211; das sei dahingestellt. Jedenfalls scheint in Deutschland eine beachtliche ELF-Exilgemeinschaft zu leben, zu der Mehari offenbar nie gehörte. Vielleicht hatte sie einfach keine guten Erinnerungen an die ELF. Jedenfalls ließe sich das Verhältnis der Aussage einer großen Gruppe gegen die Einzelperson Mehari auch leicht so deuten, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt und Mehari die ELF-Nestbeschmutzerin ist. Es muss keineswegs heißen, wie Zapp beständig zu insinuieren scheint, dass es ja schon seltsam sei, dass Mehari keine Zeugen für ihre Version finde und man wohl eher der Seite glaubt, die viele Fürsprecher hat. Absurd! Man fragt sich ja auch, warum Mehari geflüchtet und nach Deutschland emigriert ist, doch wohl eher nicht, weil ihr der Lehrplan der Lagerschule missfiel. Warum ELF-Kader spätestens 1991 die Flucht ergriffen, scheint klar, hat doch die EPLF die Macht errungen. Aber Hunger, Soldaten, Tote waren ja in der Lagerschule ein Fremdwort, wie man dank der „Zeitzeugen&#8221; weiß. Was aber hat Mehari bzw. ihre Verwandten dann dazu bewogen, ins Ausland zu fliehen? Krieg war es ja offenbar auch nicht, habe Elias Benifer doch vorgerechnet, dass in dem von ihm mitbegründeten und geleiteten Lager das Leben sehr „behütet&#8221; gewesen sei. Nur sieben Kinder hätten während der Existenz des Lagers ihr Leben verloren, drei davon bei Flugzeugbombardements, die anderen durch Krankheit, Hitzschlag, durch einen Autounfall und durch Ertrinken.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_8_906" id="identifier_8_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Quelle: Peter Disch, Journalist f&uuml;r Popmusik,  Feuerherzblog, Eintrag vom 05.02.2008.">9</a></sup></p>
<p>Liegt man eigentlich  völlig daneben, wenn man vermutet, dass eine Vielzahl von Menschen eine geringfügig abweichende Meinung von einem behüteten Leben hat? Ist dies vielleicht ein kleiner Hinweis darauf, dass Begrifflichkeiten in dieser Diskussion auf den verschiedenen Seiten möglicherweise insgesamt völlig unterschiedliche Gewichtungen haben? Was die einen als gar nicht so schlimm darstellen, empfinden andere vielleicht längst als unzumutbar.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_9_906" id="identifier_9_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hier soll um Gottes willen keine Wertung vorgenommen werden, derzufolge zivilisatorische Standards bei den einen h&ouml;her als bei den anderen seien. Sonst unterstellt Peter Disch, ein Journalist f&uuml;r Popmusik, wom&ouml;glich wieder das typische Afrikabild, das wahrscheinlich alle au&szlig;er ihm und wenigen anderen, mit gro&szlig;er Einsicht Gesegneten haben. Aber Standards sind verschieden. Nicht nur in unterschiedlichen Gesellschaften, sondern auch in unterschiedlichen Phasen ein und derselben Gesellschaft. So wurde in Nachkriegsdeutschland auch so einiges als normal empfunden, was man vor dem Krieg oder heute als barbarisch ansah bzw. ansieht, einfach weil es die Umst&auml;nde geboten.">10</a></sup> Kommunistische Regime und Gruppierungen haben ja immer eine besondere Affinität zum Militär und insbesondere auch zu paramilitärischen Übungen. Man erinnere sich nur an den Wehrunterricht in der DDR, wo bereits Schüler der neunten Klassen (!) &#8211; Mädchen wie Jungen &#8211; mit Uniform und Waffe zu Wehrübungen gezwungen wurden. Unhaltbar aus heutiger Sicht. Fast schon Kindersoldaten, könnte man meinen. Aber damals verantwortliche alte Genossen oder sonstige Liebhaber und Advokaten der DDR würden heute wahrscheinlich behaupten, dass dies eben zur Aufrechterhaltung der Wehrbereitschaft, angesichtes des lauernden Imperialismus nötig war, vielleicht nicht schön, aber nötig. Keiner würde doch behaupten, in der DDR habe es Kindersoldaten gegeben. Doch das Einzige, was dazu fehlte, war der Krieg. Die SED-Genossen haben den einige Jahrzehnte zuvor eingesetzten  Volkssturm offenbar gut studiert. In Eritrea aber fehlte der Krieg nicht. Die Bilder, die von Zapp gezeigt werden, lassen sehr wohl uniforme Kleidung erkennen. Es ist alles nicht ganz so absurd, wie manche glauben machen wollen.</p>
<p>Elias Benifer habe übrigens im Rahmen einer kürzlich in einem Berliner Café eröffneten Fotoausstellung, mit der die Zeitzeugen ihre Version zu beweisen hoffen, geäußert, dass die Wahrheit keinen Ghostwriter brauche.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_10_906" id="identifier_10_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Peter Disch, Feuerherzblog, Eintrag vom 05.02.2008">11</a></sup> So weit die Debatte vom Autor nachvollzogen wurde, hat auch niemand je die Behauptung aufgestellt, dass die Wahrheit einen Ghostwriter benötige. Genauso lässt sich im Umkehrschluss aber auch feststellen, dass niemand, der seine Geschichte von einem Ghostwriter schreiben lässt, automatisch lügt. Ebensowenig sagt derjenige, der sich ohne Ghostwriter äußert, deshalb nicht unbedingt die Wahrheit. Der Erkenntnisgewinn der Ursprungsaussage wie auch der Abwandlungen scheint jedoch insgesamt recht gering. Genausogut könnte man feststellen, dass die Wahrheit kein chlor- und säurefreies Papier benötige. Was also will Herr Benifer mit der Aussage insinuieren? Viel eher ist es wohl der Fall, dass Autoren mit Ghostwriter sich einfach eingestehen, dass ihr Ausdrucksvermögen womöglich nicht für ein Buch ausreicht und sie dennoch der Meinung sind, dass ihre Geschichte gehört werden sollte. Auch ist vorstellbar, dass eine Person vom Thema, über das sie schreiben will, emotional zu belastet ist und deshalb Hilfe benötigt. An und für sich ist dies überhaupt nichts Verwerfliches, im Gegenteil, etwas Aufrichtiges.</p>
<p>Ein weiteres interessantes Detail in Bezug auf den Charakter des Lagers liefert der Name der Gruppe, in der Mehari gewesen sei. Dieser laute ausgerechnet „Che Guevara&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_11_906" id="identifier_11_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Peter Disch: Zwei Leben in einem?, Der Tagesspiegel, 17.2.2007">12</a></sup>. Das wurde bislang eigentlich immer nur am Rande erwähnt. Doch genauso, wie Sprache einiges über denjenigen verrät, der sich ihrer bedient, sagen auch Namen durchaus etwas über die Einstellung der Eltern des Kindes aus. So ist Che Guevara ja als alles andere denn als Pazifist in die Geschichte eingegangen. Vielmehr gilt er als Mitbegründer des modernen Guerillakampfes. Wer also eine Kindergruppe nach ihm benennt, darf sich nicht wundern, wenn manche Menschen sich erlauben, gewisse Zweifel daran nicht recht unterdrücken zu können, ob es sich wirklich nur um eine von Pazifisten geleitete Schule handelte, in der die Kinder nur ihre Köpfe über Bücher beugten. Ist es denn völlig abwegig, zu vermuten, dass die Namensgeber der Gruppe eher Sympathie als Antipathie für Che Guevara und seine Methoden hegten? Natürlich wird deshalb in keiner Weise behauptet, dass es sich um ein Lager handelte, in dem Kindersoldaten gedrillt wurden. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass gewisse Details nicht ganz dazu geeignet scheinen, den astreinen pazifistischen Charakter dieses Lagers plausibel erscheinen zu lassen.</p>
<p>Auch Eyob Araya amüsiert sich augenscheinlich köstlich. Er thront in einem Lederfauteuil. Rechts neben ihm befindet sich ein edel wirkender Lampenschirm, der mit dem gedimmten Licht, das er abstrahlt, für eine heimelig gediegene Atmosphäre sorgt, abgerundet von einer Schale mit Früchten, die auf einem Beistelltisch platziert ist. Das macht schon fast einen (exil-)präsidialen Eindruck und verleiht der ganzen Situation daher eine geradezu staatsmännische Autorität. Es sind auch solche scheinbar kleinen dramaturgischen Kniffe, die bei Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mehari wird hingegen entweder gezeigt, wie sie holprige Sätze spricht oder im Mantel auf der Straße laufend, sodass man meinen könnte, sie sei auf der Flucht. Solche Details, ob bewusst oder unbewusst eingesetzt, scheinen Zapp als parteiisch oder zumindest tendenziös zu entlarven. Es würde nicht wunder nehmen, wenn Zapp vor den Gesprächen auch noch zum Tee geladen hätte, um mit der von ihm vertretenen Partei noch einmal in aller Ruhe die Argumente gegen Mehari durchzugehen.</p>
<p>Was nun Araya so lustig findet, ist die Tatsache, dass Mehari Löwen gesehen haben will, er diese jedoch nur aus dem Zoo kenne. Hierbei handelt es sich um das von Zapp verwendete Todschlagargument aus Expertenmund<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_12_906" id="identifier_12_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Hier wird auf den von Zapp pr&auml;sentierten &bdquo;Eritrea-Experten&amp;#8221; G&uuml;nter Schr&ouml;der Bezug genommen. Wo war eigentlich G&uuml;nter Schr&ouml;der in der letzten Zapp-Sendung?!">13</a></sup>, demzufolge es keine Löwen in Eritrea gebe. &#8211; Das Verbreitungsgebiet des Löwen erstreckt sich übrigens über einen Großteil Äthiopiens reicht bis nahe an die eritreische Grenze. Es sollte nicht verwundern, dass sich der eine oder andere Löwe nicht an politische Grenzen hält und diese ohne Kontrolle überschreitet &#8211; Grenzen zumal, die es zum in Rede stehenden Zeitpunkt noch gar nicht gab. Es ist also nicht völlig abwegig, dass sich Löwen in Eritrea aufhalten. &#8211; Und weil es keine Löwen in Eritrea gebe, könne Mehari keine Kindersoldatin gewesen sein. Es soll hier auch nicht um die absurde Wortklauberei gehen, bei der Zapp sich und das zahlende Fernsehpublikum damit aufhält, auseinanderzusetzen, dass Mehari Hyänen mit Kojoten verwechselte<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_13_906" id="identifier_13_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Es darf hier auf den Artikel Wer im Glashaus ZAPPt die Zweite verwiesen werden, wo am Beispiel von Aharon Appelfeld erl&auml;utert wird, wie absurd es ist, jemandem, der &uuml;ber eine Zeit schreibt, in der noch ein Kind war, das Recht abzusprechen zu wollen, trotz wom&ouml;glicher Fehler im Detail dar&uuml;ber zu schreiben.">14</a></sup>. Ein Vorwurf, den man eher dem Ghostwriter bzw. den Lektoren als einem damals sechsjährigen Mädchen machen kann, das sich in einer anderen Sprache zurückerinnert als ihrer Muttersprache, die sie zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit auch noch nicht in Gänze beherrschte, geschweige denn das gesamte Vokabular der Fauna Eritreas.</p>
<p>Immerhin merkt Zapp ja noch selbst, dass es sich bei diesen Dingen um „Nebensächlichkeiten&#8221; handelt. Aber Zapp wäre wohl nicht Zapp, wenn es nicht noch nicht im Nachsatz hinzuzufügen würde, dass sie dennoch entlarvend seien &#8211; dass man also eben doch recht habe. Angesichts des Irrtums mit den Löwen könnte Zapp nun aber  genauso gut in toto in Zweifel ziehen, dass Mehari überhaupt je in Eritrea war, denn schon allein deshalb müsste sie ja auch wissen, dass es dort keine Löwen gebe. Da ihre eritreische Herkunft aber selbst von Zapp nicht in Zweifel gezogen wird, aufgrund ihrer Behauptung, sie sei dort Löwen begegnet, taugt dies genauso wenig als Beweis dafür, dass sie keine Kindersoldatin gewesen sei. An dieser Stelle sind nun die Logiker in der Zapp-Redaktion gefragt.</p>
<p>Es wäre im Übrigen an Zapp, Mehari zu beweisen, dass sie lüge und nicht an Mehari zu beweisen, dass sie die Wahrheit sage. Zapp bleibt der Öffentlichkeit wahre Fakten aber nach wie vor schuldig,  bemängelt jedoch Gleiches bei Mehari. Doch, wie bereits andernorts notiert, die Wahrheit liegt womöglich irgendwo in der Mitte &#8211; auch so eine Weisheit, deren Kenntnis man bei halbwegs gebildeten Menschen voraussetzt und bei der man meint, dass sie zumindest theoretisch akzeptiert wird, insbesondere von Unbeteiligten wie Zapp. Das gilt natürlich nur, wenn man sich nicht zu Parteinahme entschließt, wie es bei Zapp der Fall zu sein scheint. Von beteiligten bzw. betroffenen Parteien, und seien diese noch so sehr von Intelligenz gesegnet, kann man dies offenbar nicht verlangen. Ein Blick in den Nahen Osten und in die Geschichte überhaupt zeigt, dass Neutralität in der Beurteilung von Konflikten bei daran Beteiligten offenbar eine übermenschliche Eigenschaft ist. Doch Zapp-Mitarbeiter sind wohl eher nicht vom Bürgerkrieg der Jahre 1960-1991 in Eritrea betroffen und überdies der Objektivität verpflichtete Journalisten. Wäre ein Mitarbeiter betroffen, wäre er eigentlich befangen und für eine Berichterstattung ungeeignet. Diese Prämisse aber, dass die Wahrheit in der Mitte liegt, ist wohl im, womöglich von Grautönen freien, manichäistischen Weltbild der Zapp-Redaktion, nicht anwendbar oder nicht einmal vorhanden. Man scheint es förmlich auszukosten, dass Mehari auf ihrer Homepage schon so lange um Zeitzeugen werbe, die ihre Version bestätigten, sich aber bisher niemand gemeldet habe. Ein weiterer vermeintlicher Beweis übrigens in Zapps sprödem „Argumentationsstrang&#8221; dafür, dass Mehari lüge.</p>
<p>Nun gut. Zurück zur eingangs erwähnten Zapp-Sendung der letzten Woche und dem alten Zopf. Diesmal wurden <a title="Link zum Zapp-Beitrag ‚Alles gelogen? - Der Kinofilm über die angebliche Kindersoldatin Senait Mehari&#039;" href="http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_video/0,,OID4554882_VID4555940,00.html" target="_blank" class="broken_link">10:19 Minuten öffentlich-rechtliche Sendezeit</a> und damit ein reichliches Drittel der gesamten Sendung in Anspruch genommen, um &#8211; ja, um was eigentlich? Letztlich nur, um die Geduld der wenigen Zuschauer mit Aufgewärmtem des letzten Jahres auf die Probe zu stellen. Ausgestrahlt wurden eigentlich hauptsächlich Versatzstücke der beiden „Enthüllungssendungen&#8221; aus dem vergangenem Jahr. Gestreckt und aufgepeppt hat man die alte Suppe dann mit einer Prise Rechtswesen. Die einzig neue Entwicklung in dem Fall scheint es nämlich zu sein, dass die sich als falsch dargestellt fühlenden „Zeitzeugen&#8221; die Rechtsanwältin Julia Grißmer mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt haben. Diese habe nun „im Auftrag der ehemaligen Mitschüler von Senait Mehari&#8221; „Klage beim Hamburger Landgericht eingereicht&#8221;. Zum einen „gegen die Autorin auf Widerruf der unwahren Tatsachenbehauptungen&#8221; und zum anderen „gegen den Verlag auf Unterlassung und auf Zahlung einer Geldentschädigung&#8221;. Man darf gespannt sein, wie das Gericht entscheiden wird. Jede Entscheidung, die der Wahrheit zu ihrem Recht verhilft, ist willkommen, sei es zugunsten oder zuungunsten von Mehari. Die Tatsache allein jedoch, dass jemand eine Rechtsanwältin mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt, ist dankenswerterweise noch lange kein Beweis für die Wahrhaftigkeit von dessen Version. Das wäre ja auch zu schön. Zuweilen gilt ja auch Angriff als beste Verteidigung. Deshalb sollte auch Zapp vielleicht lieber diesen Prozess abwarten und seine permanenten Vorverurteilungen einfach unterlassen. Zapp hat seine Aufgabe als Medium mehr  als erledigt, was auch immer man von der Art und Weise halten mag. Das Urteilen und Richten fällt dann aber nicht mehr in seinen Aufgabenbereich des Informierens, das überlasse man doch bitte den zuständigen Stellen des Rechtsstaats und zügele seine Hybris.</p>
<p>Hier sei vermerkt, dass es dem Autor dieses Artikels völlig einerlei ist, welche von beiden Parteien im Recht ist. Es geht hier in erster Linie um die als unprofessionell empfundene Arbeit von Zapp, das eben scheinbar nicht zu Neutralität imstande ist. Da Zapp-Mitarbeiter keine Anwälte sind, müssen sie sich nicht für eine Seite entscheiden. Da sie Journalisten sind, dürfen sie es solange nicht, bis Beweise erbracht sind. Da Beweise die angenehme Eigenart haben, im Regelfall von keiner Seite mehr widerlegt werden zu können, weil sie Fakten widerspiegeln, hat Zapp angesichts der Zweifel und Proteste einer Vielzahl von einer Mehrheit der Bevölkerung als seriös anerkannten Medien, Institutionen und Einzelpersonen offenbar noch nicht den unwiderlegbaren Beweis erbracht. Deshalb sollte man sich bei Zapp eben auch zurückhalten und sich einfach nur, seiner Bedeutung angemessen, als eine von vielen Stimmen empfinden, aus denen der mündige Bürger sich selbst seine Meinung bilden kann. Zapp aber erweckt zuweilen den Eindruck, sich als eine Art Überbringer der einzigen Wahrheit zu empfinden, was vollkommen lächerlich wäre.</p>
<p>Es ist auch möglich, dass eine Vielzahl von Klagen auf Unterlassung, Zahlung von Geldentschädigungen und was nicht noch alles denkbar ist, dass also weder Prozesse noch weitere Recherchen jemals den endgültigen Beweis erbringen können. Das ist sogar gut vorstellbar, weil es auch heute noch durchaus vorkommt, dass auch UN-Beobachter oder ähnliche Unabhängige nicht in jedem Krisengebiet beobachten, sodass Konfliktparteien unter sich bleiben und jede ihre Wahrheit für sich beansprucht, ohne dass Außenstehende jemals eine Art objektive Wahrheit ermitteln können. Das wäre vielleicht eine schwer verkraftbare Situation für Zapp, aber man wird sich damit abfinden müssen, auch wenn man womöglich eine Schwarz-Weiß-Lösung bevorzugt.</p>
<p>Zum weiter oben bereits angeschnittenen Thema „ergebnisoffene Recherche bei Zapp&#8221; sei noch Folgendes in Bezug auf die Auswahl von Experten durch die Zapp-Redaktion erwähnt. Der von Zapp lange Zeit hofierte BILDblog-Gründer, Stefan Niggemeier, lässt sich, Zapps einstiger Bauchpinselei zum Trotz, offenbar nicht davon abhalten, es zu publizieren, wenn Zapp seiner Meinung nach publizistische Standards sehr flexibel zu seinen Gunsten interpretiert, um es zurückhaltend auszudrücken. In dem <a title="Link zum Weblog von Stefan Niggemeier" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/experten-casting-bei-zapp/" target="_blank">Artikel „Experten-Casting bei Zapp&#8221;</a> informiert Niggemeier, wie er lange Zeit von Zapp als Experte engagiert worden sei, so oft sogar, dass sich manch einer bereits darüber lustig gemacht habe. Eines Tages habe Zapp wieder einmal bei ihm in seiner Funktion als Experte angefragt und offenbar die suggestive Frage gestellt, ob er es nicht auch schlimm finde, dass die Fernsehshow „Extreme Activity&#8221; des Senders „ProSieben&#8221; mit Jürgen von der Lippe den Grimme-Preis erhalten solle. Abgesehen davon, dass Suggestivfragen an sich schon nicht der Inbegriff  von Seriösität im Journalismus sind, kommt das eigentlich Empörende ja noch. Niggemeier habe sich nämlich erlaubt, die Meinung der Zapp-Redaktion nicht zu teilen, und erwidert, dass er dies nicht schlimm finde. Daraufhin sei er prompt als Zapp-Experte ausgeschieden. Dreist mutet an, dass die Zapp-Kollegin Niggemeier aber noch gefragt habe, ob er denn aber vielleicht jemanden wisse, der dagegen sei. Wenn das keine lupenreine Recherche ist. Niggemeier habe dann, wahrscheinlich aus Mitleid oder Perplexität, auf eine mit Zapps Meinung konform gehende Person verwiesen &#8211; auf die Intimkennerin des linientreuen DDR-Milieus, Jana Hensel. Niggemeier informiert weiter, dass er von einem Kollegen wisse, den Zapp ebenfalls aufgrund seiner sich ebenfalls nicht mit Zapp im Einklang befindlichen Meinung als Experten verworfen habe. Der gesendete Zapp-Beitrag, so Niggemeier, habe dann gezeigt, dass Zapp ihn und seinen Kollegen nicht etwa deshalb verworfen hatte, weil man bereits zu viele Fürsprecher gefunden hatte, sondern weil man offenbar keinen Fürsprecher im Beitrag haben wollte. Projiziert man diese Zapp-Praxis der Expertenrekrutierung nun auf den „Fall&#8221; Mehari, gerät das Argumentationskartenhaus noch mehr ins Wanken. Niggemeier macht zwar deutlich, dass er dies nicht für einen Skandal halte, sagt aber gleichwohl, dass es sich hierbei um ein anschauliches Beispiel dafür handele, wie Journalisten arbeiteten &#8211; eben offenbar auch die Moralisten von Zapp mit dem immer auf andere gerichteten Zeigefinger. Das klingt doch sehr nach den Methoden derer, die sich ihre eigene Wahrheit zurechtbiegen. Monolineare Recherche wäre auch ein passender Ausdruck.</p>
<p>Nun war Frau Salden vom NDR ja nur <em>eine</em> Autorin des Zapp-Beitrags vom 14.02.2007 über den „fragwürdigen Medienstar&#8221; Senait Mehari. Der Koautor heißt Peter Disch und ist Journalist für Popmusik. In dieser Funktion ist er wohl auch auf die Popsängerin Senait Mehari aufmerksam geworden. Die seiner Auffassung zufolge in Meharis Feuerherz publizierten „Unwahrheiten&#8221; treiben ihn offensichtlich nach wie vor um. Er schreibt darüber in seinem Heimatblättle, der „Badischen Zeitung&#8221;, der „taz&#8221;  und wo man sonst noch Wert auf seine nicht gänzlich unparteiisch wirkende Meinung legt. Am 11. Januar dieses Jahres richtete er gar eigens zum Zweck der Aufklärung über seine (<em>die</em>) Wahrheit über Meharis „Feuerherz&#8221; sein Watchblog „Feuerherzblog&#8221; ein.</p>
<p>Damit begibt er sich auf ein höchst gefährliches Terrain. Schließlich haben zwei der Grand Seigneurs der deutschen Recherche-Szene, Hans Leyendecker und Thomas Leif nämlich, die Öffentlichkeit über das ihres Erachtens Problematische an diesen neumodischen Weblogs aufgeklärt, die da so mir nichts dir nichts wie Pilze aus dem Boden schießen. So setzte Thomas Leif die Leser von Spiegel-Online davon in Kenntnis, dass es sich bei Bloggern „oft um selbstverliebte Egozentriker&#8221; handele, „die ihren Mitteilungsdrang befriedigen wollen&#8221; und den „Hype&#8221;, der um sie herum entstehe, genössen.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_14_906" id="identifier_14_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Spiegel-Online-Interview mit Thomas Leif vom 03.02.2006">15</a></sup> „Dem Großteil der Blogger&#8221;, weiß Leif, „geht es eben nicht ernsthaft darum, einen Sachverhalt aufzuklären oder einen Vorgang zu analysieren. Die meisten präsentieren nur einen privaten Tabledance.&#8221; Nach dieser Hiobsbotschaft beruhigt Leif aber noch die Spiegel-Online-Gemeinde, indem er mithilfe blumiger Metaphern verrät, dass es aber auch „Mini-Inseln&#8221; gebe, „in einem Ozean von Inhalten&#8221;, für die journalistische Inhalte nicht gälten. Auf die Frage nach solch einer „Mini-Insel&#8221;, die Leifs Placet bekomme, fällt diesem ganz spontan BILDblog ein.</p>
<p>Der Kollege Leyendecker sieht Blogs ähnlich kritisch. Blogger, so Leyendecker, seien zum Teil antidemokratisch, zynisch, verachtend, böse, gegen jedermann und „vorverachtend&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_15_906" id="identifier_15_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leyendecker im Interview mit &bdquo;Das Literatur-Caf&eacute;&amp;#8221; auf  der Frankfurter Buchmesse 2007">16</a></sup>. Doch auch Leyendecker schert nicht alle Blogs über einen Kamm. Als rühmliche Ausnahme nennt er BILDblog. Um das Blog von Peter Disch muss man sich jedoch sicher keine Sorgen machen. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um ein „Reservat für Authentizität&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_16_906" id="identifier_16_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Leif im Interview mit Spiegel-Online">17</a></sup> und eine „Mini-Insel&#8221;. Um diesbezüglich keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, hat Disch auch in seinem Untertitel „Kritische Notizen über Senait Meharis ‚Feuerherz’&#8221; bereits angedeutet, dass er sich wohl an dem Blogger-Primus BILDblog orientiert, denn dessen Untertitel lautet: „Kritische Notizen über eine große deutsche Boulevardzeitung&#8221;. Sein Impetus ist wohl auch identisch: Lügen aufzudecken. Was die Umsetzung angeht, bilde sich jeder sein eigenes Urteil.</p>
<p>Auf diesem Blog nun dokumentiert Disch nicht nur vornehmlich das ihm genehme Medienecho zum Thema, sondern veröffentlicht Termine zu Fotoausstellungen, Demonstrationen, Fernsehsendungen, Youtube-Videos einer singenden Zeugin u.Ä., die sich gegen Meharis zur Debatte stehendes Buch richten.</p>
<p>Kurzum &#8211; Disch konzertiert den Widerstand gegen Mehari. An Einseitigkeit scheint dabei kein Mangel zu herrschen, an Beweisen für die vertretene These dagegen schon.  Entweder hat er schlagende Beweise, die er aber noch zurückhält, um die Premiere von „Feuerherz&#8221; platzen zu lassen oder er ist womöglich von einem Mitleidsgefühl in seiner Objektivität beeinträchtigt. Vielleicht durchläuft Disch ja auch den gleichen Betroffenheitsapparat, wie die ach so unkritischen Kollegen Beckmann und Giovanni di Lorenzo, bloß von der anderen Seite?</p>
<p>Jüngst veröffentlichte Disch in seinem Blog Bilder der angeblich verleumdeten Almaz Yohannes. Kann dieses süße Mädchen jemandem etwas zuleide tun? &#8211; scheint die Frage zu sein, die mit der Publikation der drei Fotos mitschwingen soll. Nur leider, Herr Disch, gewinnen die Fotos nicht an Beweiskraft, wenn sie vom Zapp-Bildschirm auf Ihr Blog verlegt werden. Darüber sind Sie sich ja offensichtlich selbst latent im Klaren, wie man lesen kann, dennoch zeigen Sie die Bilder. Auf dem untersten Bild weisen uniform gekleideten Kinder eher auf paramilitärischen Charakter ihres Lebensumfeldes als auf irgendetwas anderes hin. Ein paramilitärischer Charakter übrigens, wie er von marxistischen Organisationen und Staaten auf dem gesamten Erdball hinlänglich bekannt ist, und die ELF war und ist nun einmal marxistisch ausgerichtet. Was soll uns das Foto also mitteilen? Damit argumentieren Sie doch eher gegen sich selbst, Herr Disch. Manche der auch von Zapp als eine Art Beweis herangezogenen Fotos zeigen im Übrigen eine Almaz Yohannes, die durchaus einen burschikosen Eindruck hinterlässt, was natürlich nicht heißen soll, dass dies in irgendeiner Weise gegen sie spricht. Doch das ist ja auch gar nicht der Punkt. Trotzdem werden immer wieder Fotos gezeigt, auf denen man doch bitteschön erkennen soll, dass Almaz Yohannes ja so zierlich, sonnig und süß sei, also nie etwas Böses getan oder auch nur gedacht haben kann.</p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: sollte Almaz Yohannes in Feuerherz tatsächlich verleumdet worden sein, so wäre dies in der Tat nicht nur bedauerlich, sondern ungeheuerlich. Das Buch dürfte in seiner jetzigen Form natürlich nicht mehr ausgeliefert werden und Yohannes müsste, sofern dies überhaupt in vollem Umfang möglich wäre, vollständig rehabilitiert werden, sowohl mittels Unterlassung als auch mittels Schadensersatz und Gegendarstellung. Zu hören, Yohannes gehe es schlecht und sie könne ihrem Beruf nicht mehr nachgehen, ist traurig und wird hier ausdrücklich bedauert. Das kann niemand wollen.</p>
<p>Doch damit ist nichts bewiesen. Egon Krenz ging es auch schlecht, trotzdem hat er offenbar Mauertote zu verantworten. Herr Disch, und was ist, wenn Mehari tatsächlich vergewaltigt und schikaniert wurde, tatsächlich in einem Militärcamp lebte, statt in einem „Salem in der Wüste&#8221;, wie Frank Nordhausen in der Berliner Zeitung schrieb? Das wäre doch dann aber auch schrecklich? Oder sehen Sie dies anders, Herr Disch? Vergewaltigung wiegt möglicherweise schwerer als üble Nachrede. Das kann man zumindest hoffen. Solange jedoch nichts bewiesen ist, werden hier beide Versionen für gleichrangig erachtet und für keine Seite Partei ergriffen, auch wenn sicher unbestreitbar auf den ersten Blick etwas für die Partei zu sprechen scheint, deren Meinung von mehreren Menschen vertreten wird, als für die, welche nur eine Zeugin aufzubieten hat. Doch man hüte sich davor, die Version der zahlenmäßig überlegenen Partei für glaubwürdiger zu halten, weil sie eben mehrere Fürsprecher hat. Gerade in paramilitärischen Milieus gibt es Gruppendynamik, die zu Schlimmstem imstande ist. Man denke bitte an die perversen Exzesse in der Bundeswehr, wo „Kameraden&#8221; vergewaltigt und schikaniert werden und nachher ein Täter den anderen deckt. Damit sei den „Zeitzeugen&#8221; nichts Dahingehendes unterstellt. Es geht hier um das Aufzeigen von existenten Paradigmen, die man in seine Urteile mit einbeziehen sollte, bevor man sie fällt. Immerhin äußert sich Peter Disch in seinem Blog etwas dezenter und blendet aktuelle Gegenmeinungen nicht komplett aus, wie es bei Zapp der Fall zu sein scheint. So <a title="Link zu feuerherz.blog.de" href="http://feuerherz.blog.de/2008/01/30/programmhinweis_zapp_heute_uber_feuerher~3654482#comments" target="_blank">ließ er jüngst in seinen Kommentaren eine seiner Meinung entgegengesetzte Äußerung stehen</a> (und beantwortete sie auch). Es ist aber schon interessant, dass die bisher einzige Reaktion in diesem Thread ausgerechnet eine andere Meinung vertritt als die von Disch propagierte, etwas, wozu Zapp sich, wie gesehen, ja nicht so recht in der Lage sieht.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Almaz Yohannes ja offenbar gar nicht gegen die Behauptung klagt, dass es in Eritrea Kindersoldaten gegeben habe, sondern dagegen, dass sie als Ungeheuer dargestellt worden sei. Auch Zapp gehe es dem Vernehmen nach immer nur um das eine Lager bzw. die eine Schule, die von Mehari in einem falschen Licht dargestellt worden sei. Trotzdem glauben so einige Zuschauer, bei Zapp von Beginn an einen Subtext zu erkennen, der immer wieder auch ganz generell die Existenz von Kindersoldaten in Eritrea deutlich in Zweifel zu ziehen scheint. Auch Zapps Experte, Günter Schröder, äußerte sich in der <a title="Link zur Zapp-Sendung vom 14.02.2007" href="http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3691026,00.html" target="_blank" class="broken_link">Zapp-Sendung vom 14.02.2007</a> etwas nebulös, angesichts der Tatsache, dass er die Existenz von Kindersoldaten in Eritrea nicht anzweifle:</p>
<blockquote><p>Sie [Mehari, d.V.] hat dieses Schicksal eines Kindersoldaten eigentlich nicht erlebt. Und es ist unfair auch gegenüber den Kindersoldaten in Liberia, in der Sierra Leone oder in Uganda. Also, wenn sie sich in diese Reihe einreiht und da einen Opferstatus reklamiert, den sie in diesem Sinne nicht gehabt hat.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_17_906" id="identifier_17_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="G&uuml;nter Schr&ouml;der in der Zapp-Sendung vom 14.02.2007">18</a></sup></p></blockquote>
<p>Wieso sagt Günter Schröder nicht, dass es gegenüber den Kindersoldaten in Eritrea unfair sei? So aber kann sich der Zuschauer doch des Eindrucks kaum erwehren, dass hier gerade impliziert wurde, dass es keine Kindersoldaten in Eritrea gegeben habe, ohne dass dies explizit gesagt wurde. Wieso sagt Günter Schröder, Mehari habe das Schicksal eines Kindersoldaten <strong>„eigentlich&#8221;</strong> nicht erlebt. Und <strong>uneigentlich</strong>?</p>
<p>Eigentlich gehe es Zapp also nur um Almaz Yohannes und uneigentlich aber unterschwellig scheinbar doch auch um Eritrea insgesamt und dessen Image. Das alles macht einen etwas beliebigen und wirren Eindruck. Man ist eben wahrscheinlich etwas aufgeregt, weil man aufgrund der Berlinale die Augen der Welt auf sich gerichtet glaubt bzw. hofft.</p>
<p>Ach ja, am 31. Januar, also am Tag der letzten Zapp-Sendung lobt Peter Disch auf seinem Watchblog seinen Kollegen Hans Leyendecker (dessen Namen er zuvorkommenderweise auch noch mit dem gleichnamigen Wikipedia-Artikel verlinkt) über den grünen Klee („Schnell, schneller, Leyendecker&#8221;) dafür, dass er so schnell auf die Zapp-Vorabmeldung der letzten Woche reagiert habe &#8211; und inhaltlich natürlich ganz im Sinne von Zapp. Doch auch ohne den netten Link zu Wikipedia ist bekannt, dass Hans Leyendecker einem gewissen Verein namens Netzwerk Recherche e.V. angehört. Diesem Verein gehören, wie auf dieser Seite bereits mehrfach erwähnt, auch der Zapp-Chefredakteur Kuno Haberbusch an, die Zapp-Mitarbeiterin und Enthüllerin von Meharis angeblichen Lügen, Julia Salden, genauso wie Thomas Leif, der im Übrigen mit nicht gerade als gering zu bezeichnender Kritik an seiner journalistischen Arbeit konfrontiert zu sein scheint. Hierzu wird nochmals auf eine interessante <a title="Link zum Wikipedia-Artikel über Thomas Leif" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Leif" target="_blank">Quellensammlung bei Wikipedia</a> hingewiesen und insbesondere auf den Artikel <a title="Link zum Artikel That's Leif in konkret Heft 3/2006 von Jörg Jacobi" href="http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=thatsleif&amp;jahr=2006&amp;mon=03" target="_blank">That&#8217;s Leif in „konkret&#8221; &#8211; Heft 3/2006 von Jörg Jacobi</a>. Auf der <a title="Link zur Homepage von Netzwerk Recherche e.V." href="http://www.netzwerkrecherche.de/verein/index.php?pageid=33" target="_blank">Homepage von Netwerk Recherche e.V.</a> kann man sich ein Foto des Vereinsvorstandes anschauen, wo die oben genannten Akteure einträchtig nebeneinander stehen: Leyendecker, Haberbusch, Salden, Leif. Natürlich dient das Netzwerk einzig dem Ziel „die journalistische Recherche in der Medien-Praxis zu stärken&#8221; und nicht etwa, sich einen Pool von Claqueuren zu organisieren, die dann unkritisch dem eigenen Anliegen als Katalysator dienen, gegen die Bösen: Focus, Bild und wie sie alle heißen. Es wäre sympathischer, wenn man gute Kritik an Bild oder wer auch immer sie verdient, übte, die ganz aus sich selbst heraus einschlägt ohne diese peinlichen Verstärker. Es ist wirklich interessant, wie sich nach bestimmten Zapp-Sendungen immer wieder alte Bekannte, scheinbar außen stehende, vermeintlich neutrale Journalisten lobend über Zapp äußern oder ihm Preise verleihen.</p>
<p>Peter Disch weiß mit Sicherheit, dass Leyendecker und Haberbusch alte Bekannte sind und sich regelmäßig gegenseitig loben oder vor Dritten verteidigen, wenn Not am Mann ist. So bekam Leyendecker mehrmals in Haberbuschs Zapp Schützenhilfe in seinem Kampf gegen den Focus und dessen Chefredakteur Helmut Markwort. Thomas Leif sorgte wiederum in seiner Funktion als Jury-Mitglied des Otto-Brenner-Preises dafür, dass Zapp 2006 den dritten, mit 3.000 Euro dotierten Preis erhielt. Nun also lobt Hans Leyendecker ganz unabhängig und so unerhört schnell die Sendung Zapp für ihren aufgewärmten Kaffee der letzten Woche. Es ist aber auch wirklich großartig, wie er das gemacht hat. Peter Disch informiert zahleninteressierte Menschen darüber, dass Hans Leyendecker nur rekordverdächtige 3 Stunden und 28 Minuten  benötigt habe (das nächste Mal vielleicht noch die Sekundenangabe), um auf die von Zapp lancierte Vorabmeldung zu reagieren. Das ist nun aber wirklich mal erwähnenswert. Disch nennt dies „effizientes Arbeiten&#8221;. Gemeint hat er aber womöglich eher effizientes „Zuarbeiten&#8221;. Wollen Sie der Welt wirklich weismachen, Herr Disch, dass Hans Leyendecker auf eine offizielle Vorabmeldung von Zapp angewiesen war und nicht einfach regelmäßig mit seinem Netzwerk-Freund Kuno Haberbusch Kontakt hat? Diese Art von pflichtschuldiger Schützenhilfe gemahnt doch an den Hessen-Wahlkampf, wo Angela Merkel ihrem Parteigrobian &#8211; wie manche ihn nennen &#8211; Koch beistand, wobei man bei ihr noch den Eindruck hatte, dass sie eigentlich gar nicht so einverstanden mit ihm war, aber ihm wohl noch etwas schuldig war. Leyendecker, Haberbusch und Leif scheinen sich hingegen mit dem größten Vergnügen gegenseitig beizupflichten. Hier sei ein Stück aus einem früheren Artikel auf dieser Seite zitiert: „Es ist eben ein Wesensmerkmal von Netzwerken, dass man sich darin gegenseitig Honig ums Maul schmiert, um so künstliche, scheinbar unabhängige Publicity zu generieren, mit deren Hilfe man sein berufliches Fortkommen auf dubiose Weise befördert.&#8221; Also vor allem Netzwerk, dann Recherche?</p>
<p>Es scheint Disch und Salden mehr darum zu gehen, zu beweisen, dass es in einem einzelnen Flecken Afrikas keine Kindersoldaten gegeben habe, als darum, das selbst von Disch und Salden nicht geleugnete, in vielen Regionen Afrikas gegenwärtig existente Problem von  Kindersoldaten überhaupt zu thematisieren oder gar zu lösen. Man verbeißt sich in irgendeinen kleinen Fleck im Tischtuch und nimmt in Kauf, dass man bei seinem Gezerre das gesamte Gedeck dabei herunter wirft.</p>
<p>Wie lange werden Zapp, Disch und die „Zeitzeugen&#8221; den Kampf für ihre Wahrheit betreiben? Werden sie sich erst zufrieden geben, wenn sich das Orakel von Abraham Mehreteab erfüllt hat, wonach Mehari irgendwann zusammenbrechen müsse:</p>
<blockquote><p>Abraham Mehreteab: „Je länger das weitergeht, glaube ich nicht, das[sic!] sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. Irgendwann bricht sie zusammen, glaube ich. Sagt lieber die Wahrheit, wie es war. Und erzähl das und denke ich auch, dass es besser ist.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_18_906" id="identifier_18_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Abraham Mehreteab in der Zapp-Sendung vom 14.02.2007">19</a></sup></p></blockquote>
<p>Wenn man dank Zapp und Disch nicht inzwischen wüsste, dass die „Zeitzeugen&#8221; völlig harmlose, liebe und friedliebende Menschen sind, die als Krankenpfleger in München und bei Toll Collect am Potsdamer Platz arbeiten &#8211; also vollkommen harmlos sein müssen, könnte man obiges Zitat &#8211; insbesondere die letzten beiden Sätze &#8211; fast als eine nur gering verschlüsselte Drohung verstehen. Damit nun keine Anwälte aufwachen und Abmahnungen oder Unterlassungsforderungen eintüten: Auch hier wird keinem einzigen der „Zeitzeugen&#8221; irgend etwas auch nur im Entferntesten Negatives unterstellt. Wie gesagt, es ist dem Autor einerlei, wer hier recht hat. Es geht nur darum, wie die Wahrheit ans Licht kommt. Es geht darum, aufzuzeigen, was für ein doch nicht unbeträchtliches Loch zwischen Zapps Anspruch und der Realität zu klaffen scheint.</p>
<p>Dass Produzenten, Verlag und Mehari selbst offenbar kein gesteigertes Interesse mehr an Interviews mit Zapp haben, oder an von Zeitzeugen initiierten Podiumsdiskussionen, scheint dieses als ganz klaren als Beweis dafür zu deuten, dass es recht habe. Auf die Idee, dass man womöglich mit einem Magazin einfach nicht mehr reden möchte, weil es vielleicht bereits wie mit der Axt im Walde durch den Äther gezogen ist bzw. soviel Porzellan zerschlagen haben könnte, dass niemand außer das Netzwerk Recherche e.V. noch mit Zapp reden möchte, ist wahrscheinlich eher nicht Bestandteil von Zapps Kalkulation. Wenn Bild nicht mit einem reden will, ist es ja schon fast zu Recht der Ritterschlag, mit dem man sich brüsten kann, wie Zapp es ja auch in aller Ausgiebigkeit und Selbstgefälligkeit tut. Wenn der Focus nicht mehr mit einem redet, kann man das auch noch als schmeichelnd empfinden. Wenn man es sich aber nach und nach mit allen verscherzt, einschließlich der Kollegen aus dem eigenen Sender, dann wird die Luft doch ein bisschen dünn für ein Medienmagazin. Es ist letztlich auch für den Zuschauer nur bedingt glaubwürdig, dass nur Zapp den guten Journalismus für sich gepachtet haben soll, während alle anderen alles falsch machen. Diesen Eindruck aber vermittelt Zapp des öfteren.</p>
<p>All das hier Gesagte wird Zapp wohl in keiner Weise beirren, sondern an seiner Wachsschicht der Selbstgerechtigkeit abperlen, nicht zuletzt, weil man ja gestern mit dem Bert-Donnepp-Preis des Adolf-Grimme-Instituts ausgezeichnet wurde. Folglich muss man ja alles richtig machen. Diesmal scheint auch kein Vorstandsmitglied aus dem Netzwerk Recherche e.V. in der Jury gesessen zu haben. Ob Zapp wirklich so sehr für „praktizierte Medienethik&#8221; steht, wie es in der Begründung der Jury heißt, darf nach einigen hier genannten Gegenbeispielen zumindest teilweise und natürlich ganz vorsichtig angezweifelt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die 5.000 Euro Preisgeld nicht nur verprasst werden, sondern vielleicht zur Abwechslung einmal wieder objektiver Wahrheitsfindung dienen, an der allen gelegen sein sollte.</p>
<p>Nachtrag:</p>
<p>Peter Disch veröffentlichte soeben auf seinem Feuerherzblog, dass Meharis Manager ihm mitgeteilt habe, dass Mehari nicht an einer „Podiumsdiskussion mit ihren deutsch-eritreischen Kritikern&#8221; teilnehmen werde, weil der Termin zu kurzfristig angesetzt worden sei und Mehari deshalb bereits andere Verpflichtungen habe. „Man freue sich aber, dass die Zeitzeugen endlich bereit seien, Mehari zu treffen. Er hoffe, dass möglichst bald nach der Berlinale ein Termin gefunden werden könne. Voraussetzung für eine solche Diskussion seien ein neutraler Rahmen, ein unparteiischer Moderator und ein ausgewogen zusammen gesetztes Podium.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/#footnote_19_906" id="identifier_19_906" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="http://feuerherz.blog.de/2008/02/04/diskussion_senait_mehari_kommt_nicht~3680398">20</a></sup>  Das sind doch versöhnliche Töne. Mal sehen, ob Zapp diese Nachricht eine kurze Meldung wert ist.<span style="color: #ffffe0;"> Senait Mehari, Senait Ghebrehiwet Mehari, Senait G. Mehari, Mehari, Feuerherz, Eritrea, ELF, Eritrean Liberation Front, Eritrean People&#8217;s Liberation Front, EPLF, Almaz Yohannes, Agawegatha, Kuno Haberbusch, Bert Donnepp Preis, Zapp, NDR, Droemer Knaur, Droemer Knaur Verlag, Sven Burgemeister, Andreas Bareiss, Letekidan Micael, Solomie Micael, Seble Tilahun, Daniel Seyo, Heart of Fire </span></p>
<p>© Stefan Fix, 2008</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_906" class="footnote">Zapp-Eigenwerbung, natürlich mit selbstironischem Augenzwinkern, aber tief im Innern wahrscheinlich absolute Überzeugung.</li><li id="footnote_1_906" class="footnote">Die Fiktionalisierung einer Fiktionalisierung, wie auch schon zu lesen war.</li><li id="footnote_2_906" class="footnote"><a title="Link zum Artikel: Wer im Glashaus ZAPPt" href="http://espritdescalier.de/blog/2006/11/30/wer-im-glashaus-zappt/" target="_blank">1. Wer im Glashaus ZAPPt</a> &#8211; <a title="Link zum Artikel: Wer im Glashaus ZAPPt (Die Zweite)" href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/12/wer-im-glashaus-zappt-die-zweite-2/" target="_blank">2. Wer im Glashaus ZAPPt (die Zweite)</a> &#8211; 3. <a title="Link zum Artikel: Wer im Glashaus ZAPPt (Die Dritte)" href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/23/wer-im-glashaus-zappt-die-dritte/" target="_blank">Wer im Glashaus ZAPPt (die Dritte)</a></li><li id="footnote_3_906" class="footnote">An dieser Stelle sei betont, dass Frau Gladziejewski keineswegs eine schlechte Figur machte, aber doch verunsichert wirkte. Die Aussage ist, dass Zapp offenbar das Ziel verfolgt, Vertreter ihm nicht genehmer Meinungen möglichst zu verunsichern, um diese Verunsicherung für sich als Beweis zu verbuchen. Es gelingt ihm in verschiedenen Graden.</li><li id="footnote_4_906" class="footnote">So jedenfalls wirken manche Interviewpartner.</li><li id="footnote_5_906" class="footnote">Dieses Eindrucks jedenfalls kann sich manch Zuschauer nicht erwehren.</li><li id="footnote_6_906" class="footnote">Zapp sollte den berühmten und gern zitierten Satz über gute Journalisten von Hans Joachim Friedrichs ruhig einmal auf sich selbst und nicht nur auf Andere anwenden. Den gleichnamigen Preis würde das Medienmagazin jedenfalls alles andere als verdienen.</li><li id="footnote_7_906" class="footnote">Später räumt sie diese Tatsache <a title="Link zu den Stellungnahmen Frau Saldens zu den Reaktionen auf ihren Beitrag" href="http://www3.ndr.de/container/ndr_style_file_default/0,2300,OID3713802_REF2488,00.pdf" target="_blank" class="broken_link">in ihrer Stellungnahme auf der Zapp-Seite</a> ein</li><li id="footnote_8_906" class="footnote">Quelle: Peter Disch, Journalist für Popmusik,  Feuerherzblog, Eintrag vom 05.02.2008.</li><li id="footnote_9_906" class="footnote">Hier soll um Gottes willen keine Wertung vorgenommen werden, derzufolge zivilisatorische Standards bei den einen höher als bei den anderen seien. Sonst unterstellt Peter Disch, ein Journalist für Popmusik, womöglich wieder das typische Afrikabild, das wahrscheinlich alle außer ihm und wenigen anderen, mit großer Einsicht Gesegneten haben. Aber Standards sind verschieden. Nicht nur in unterschiedlichen Gesellschaften, sondern auch in unterschiedlichen Phasen ein und derselben Gesellschaft. So wurde in Nachkriegsdeutschland auch so einiges als normal empfunden, was man vor dem Krieg oder heute als barbarisch ansah bzw. ansieht, einfach weil es die Umstände geboten.</li><li id="footnote_10_906" class="footnote">Peter Disch, Feuerherzblog, Eintrag vom 05.02.2008</li><li id="footnote_11_906" class="footnote">Peter Disch: Zwei Leben in einem?, Der Tagesspiegel, 17.2.2007</li><li id="footnote_12_906" class="footnote">Hier wird auf den von Zapp präsentierten „Eritrea-Experten&#8221; Günter Schröder Bezug genommen. Wo war eigentlich Günter Schröder in der letzten Zapp-Sendung?!</li><li id="footnote_13_906" class="footnote">Es darf hier auf den <a title="Link zum Artikel Wer im Glashaus ZAPPt (die Zweite)" href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/12/wer-im-glashaus-zappt-die-zweite-2/" target="_blank">Artikel Wer im Glashaus ZAPPt die Zweite</a> verwiesen werden, wo am Beispiel von Aharon Appelfeld erläutert wird, wie absurd es ist, jemandem, der über eine Zeit schreibt, in der noch ein Kind war, das Recht abzusprechen zu wollen, trotz womöglicher Fehler im Detail darüber zu schreiben.</li><li id="footnote_14_906" class="footnote"><a title="Link zum Interview mit Thomas Leif auf Spiegel-Online" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,398523,00.html" target="_blank">Spiegel-Online-Interview mit Thomas Leif vom 03.02.2006</a></li><li id="footnote_15_906" class="footnote"><a title="Link zum Interview mit Hans Leyendecker auf der Seite von „Das Literatur-Café" href="http://www.literaturcafe.de/hans-leyendecker-gier-weblogs-journalismus-buchmesse-podcast/" target="_blank">Leyendecker im Interview mit „Das Literatur-Café&#8221; auf  der Frankfurter Buchmesse 2007</a></li><li id="footnote_16_906" class="footnote">Leif im Interview mit Spiegel-Online</li><li id="footnote_17_906" class="footnote">Günter Schröder in der Zapp-Sendung vom 14.02.2007</li><li id="footnote_18_906" class="footnote"><a title="Link zur Zapp-Sendung vom 14.02.2007" href="http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3691026,00.html" target="_blank" class="broken_link">Abraham Mehreteab in der Zapp-Sendung vom 14.02.2007</a></li><li id="footnote_19_906" class="footnote"><a title="Link zum Artikel  Diskussion: Senait Mehari kommt nicht auf Feuerherzblog" href="http://feuerherz.blog.de/2008/02/04/diskussion_senait_mehari_kommt_nicht~3680398" target="_blank">http://feuerherz.blog.de/2008/02/04/diskussion_senait_mehari_kommt_nicht~3680398</a></li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/04/wer-im-glashaus-zappt-die-vierte/' addthis:title='Wer im Glashaus ZAPPt (die Vierte) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Luther und die Reformation</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 18:33:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkmale]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Heiligenlegenden]]></category>
		<category><![CDATA[Plastik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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		<description><![CDATA[Anlässlich des heutigen Reformationstages soll an dieser Stelle ein Aphorismus des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner zitiert werden: „Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch, am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.&#8221;1 Wenn das keine [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/10/31/luther-und-die-reformation/' addthis:title='Luther und die Reformation '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/luther-gross.jpg" rel="lightbox[751]"><img class="alignleft size-full wp-image-1532" title="Martin-Luther-Plastik vor St. Michaelis in Hamburg" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/luther-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="299" /></a><span class="initial">A</span>nlässlich des heutigen Reformationstages soll an dieser Stelle ein Aphorismus des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner zitiert werden:</p>
<p>„Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch, am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/31/luther-und-die-reformation/#footnote_0_751" id="identifier_0_751" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Deschner, Karlheinz: &Auml;rgernisse &amp;#8211; Aphorismen. Reinbek, 1994, S. 74.">1</a></sup></p>
<p>Wenn das keine Gründe zum Feiern sind &#8230;<br />
Die abgebildete, den Reformator Martin Luther darstellende Plastik stammt von Otto Lessing<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/31/luther-und-die-reformation/#footnote_1_751" id="identifier_1_751" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*1846 &dagger;1912">2</a></sup>. Sie befindet sich auf der nördlichen Seite der Hauptkirche St. Michaelis bzw. &#8211; mit anderen Worten &#8211; auf der vom Haupteingang aus gesehen linken Gebäudeseite. Lessing schuf die Plastik 1912 &#8211; in seinem letzten Lebensjahr. Den Guss besorgte die „Aktien-Gesellschaft Gladenbeck&#8221; aus Berlin Friedrichshagen.<br />
Als Urgroßneffe Gotthold Ephraim Lessings bot es sich natürlich an, dass man Otto Lessing seinem Urgroßonkel ein Denkmal setzen ließ, insbesondere, da ein weiterer Verwandter Lessings dem Komittee vorstand, das 1886 einen Wettbewerb für ein Lessing-Denkmal ausgerufen hatte. Von 1887-90 schuf Otto Lessing eine Marmorskulptur des großen Dichters und dazu zwei allegorische Figuren aus Bronze: einmal den Genius der Humanität und zum anderen die Allegorie der Kritik. Das Denkmal wurde 1890 im Großen Tiergarten in Berlin eingeweiht, wo es heute noch steht. Viele der von Otto Lessing geschaffenen Plastiken und Skulpturen sind während des Zweiten Weltkrieges zerstört worden, so Bauplastiken am zweiten Gewandhaus in Leipzig oder Reliefs am Berliner Stadtschloss sowie der Rolandbrunnen in Berlin-Tiergarten. Ein von ihm geschaffenes Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I., wurde zudem eingeschmolzen. Eine weitere Figur Martin Luthers sowie auch eine Philipp Melanchtons hatte Lessing in den 1890er Jahren für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche geschaffen, wo sie bei einem Luftangriff zerstört wurden.</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_751" class="footnote">Deschner, Karlheinz: Ärgernisse &#8211; Aphorismen. Reinbek, 1994, S. 74.</li><li id="footnote_1_751" class="footnote">*1846 †1912</li></ol>
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