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Tag Archives: Architektur

Bunker Regerstraße / Ecke Haydnstraße (Hamburg Bahrenfeld)

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Radio Hamburg und die Mär vom Wasserturm

Nun steht „Radio Hamburg“ ja nicht eben im Verdacht, einen Bildungsauftrag erfüllen zu wollen. Vielmehr dudelt es seicht und inhaltsgeizig vor sich hin. Dennoch irritiert es schon ein wenig, wenn der Privatsender ausgerechnet im Zentrum seines Reviers, der „schönsten Stadt der Welt“ nämlich, wie man die Elbmetropole bei „Radio Hamburg“ mit Vorliebe bezeichnet, eine nicht unwesentliche Wissenslücke offenbart.

So geschehen am dritten August dieses Jahres. In Geschäften oder bei der Sendersuche kommt man bisweilen nicht umhin, diesem Sender zu begegnen. Da der dritte August ein Sonntag war, war es also auf der Suche nach einem Sender, als der Auto-Scan innehielt und plötzlich der gute alte „Lotto King Karl“ in die heimischen vier Wände hinein tönte. In gewohntem Barmbek-Ba(r)sch-Tonfall moderierte der Musiker auf durchaus nicht unsympathische Weise seine offenbar neue Sendung „Radio Hamburg rockt“, die immer sonntags von 18 bis 20 Uhr ihren Lauf nimmt.
Es muss gegen 19:10 Uhr gewesen sein, als „Lotto“ begann, einen Text vorzulesen, in dem auf die Happy Hour in einer Hamburger Cocktail-Bar hingewiesen wurde, denn diese Zeit ist laut Programmschema für „unsere Tipps für Ihre Freizeit“ reserviert. Ob es sich hierbei um reine Veranstaltungshinweise handelt oder womöglich um als Veranstaltungshinweise getarnte Werbung, sei dahin gestellt. Nun also O-Ton „Lotto“:

Und wenn ihr euch das lieber ein bisschen gemütlich machen wollt heute Abend, dann geht am besten in die »Turm Bar«.

Bis hierhin ist nichts einzuwenden. Doch jetzt folgte ein Satz, der schon fast wie eine historische Hintergrundinformation anmutet:

Früher floss hier das Wasser, heute sind es Bier und Cocktails.

Bevor „Lotto“ nun explizit zur – sicher unbewussten – Umdeutung historischer Fakten anhub, präzisierte er noch die Vorzüge der Bar:

Macht es euch auf den Rattanmöbeln zwischen Palmen gemütlich und noch bis 20:30 Uhr ist Happy Hour, das heißt, alles [sic] Cocktails gibt’s zum halben Preis wie zum Beispiel eine Strawberry Daiquiri für 3,75 Euro.

Abschließend informierte „Lotto“ die Hörer, wo genau die Sause steige und versorgte sie dabei zugleich mit einer Desinformation:

Die Bar findet ihr im ehemaligen Wasserturm auf der Moorweide in der Rothenbaumchaussee 2.

Unter dieser Adresse findet sich tatsächlich und bekanntermaßen die „Turm-Bar“. Was also ist nun das Problem? Dieses besteht darin, dass es sich bei dem Gemäuer, in welchem sich diese Bar befindet, mitnichten um einen „ehemaligen Wasserturm“, sondern vielmehr um einen einstigen Luftschutzbunker handelt – ein nicht gänzlich unbedeutender Unterschied immerhin. Wenn also darin Wasser floss, dann vielleicht in Form von Angstschweiß und Tränen, aber gewiss nicht zum Zweck der Wasserbevorratung und Wasserdruckerzeugung. Weiterlesen ›

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Bunker Von-Sauer-Straße, Ecke Silcherstraße (Hamburg Bahrenfeld)

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Dieses Bunkerhaus befindet sich in der Von-Sauer-Straße 42 im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Es ist eines der letzten Gebäude vor der A7, wenn man von Osten her kommt bzw. stadtauswärts fährt. Das Beispiel dieses Bunkers zeigt, wie sich mit einfachsten Mitteln das Erscheinungsbild solch grauer Klötze erträglich machen lässt, ohne Geschichte zu verleugnen.
Es handelt sich hierbei um ein denkbar schlichtes Trompe-l’œil, das es weniger darauf anlegt, dem kritischen Blick sein wahres Wesen ernsthaft und lange zu verschleiern als vielmehr darauf, dem schweifenden Blick allzu schmerzhafte Hässlichkeit zu ersparen. © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Die rote Farbe gibt der vormals grauen Fassade nicht nur ein wärmeres Aussehen, sondern integriert sie gut in die Reihe der benachbarten, aus rotem Backstein errichteten Häuser. Die angetäuschten Fenster verleihen ihr Offenheit und Helligkeit und sorgen dafür, dass der Klotz weniger monolithisch wirkt. Die zahlreichen runden Lüftungsöffnungen wurden dabei geometrisch gut integriert. Die Details zweier menschlicher Gesichter sowie einer schwarzen Katze, die drei der vermeintlichen Fenster zieren, vermögen gar, etwas Lebendigkeit zu erzeugen. Wie die meisten anderen Hamburger Bunker, wird auch dieser als Werbefläche genutzt. Im Moment sind dies zwei Tafeln mit wechselnder Werbung sowie eine dauerhaft vermietete Fläche. Außerdem befindet sich auf dem Dach des Bunkers ein monströser Sende- oder/und Empfangsmast, der über eine fest installierte Leiter im Hinterhof erreicht werden kann. Die vom Hinterhof zu sehende Fassade ist üppig und flächendeckend begrünt. Ob und wenn ja, wie das Bunkerinnere genutzt wird, ist dem Verfasser nicht bekannt.

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Alles in allem handelt es sich hier um eine simple aber ihren Zweck hervorragend erfüllende Illusionsmalerei. Warum sind dann noch so viele Bunker grau? Die Schrecken des Krieges lassen sich nur bedingt durch die Hässlichkeit unserer Alltagsumgebung begreiflicher machen. Was also spricht dagegen, die Fassaden wenigstens wärmer zu gestalten? Es ist kaum anzunehmen, dass auch nur ein Nazi weniger der Verdummung anheim fällt, wenn Bunkerfassaden grau bleiben. Im Gegenteil. © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Graue Bunker dienen Nazis mit Sicherheit eher als gute Vorlage für ihre selbstmitleidige und dreiste These des „Bomben-Holocaust“. Die heutige Hässlichkeit vieler deutscher Städte führen sie nicht etwa auf die Nazis zurück, sondern auf die Alliierten und solche Feindbilder wie den Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Airforce, Arthur Harris, der dann gerne als „Bomber Harris“ bezeichnet wird. Doch Harris hatte ja nun nicht so ganz unrecht damit, dass es das Deutsche Reich war, das damit begonnen habe, die Zivilbevölkerung zum Ziel von Terrorangriffen zu machen. Diese Tatsache macht die Flächenbombardements der Alliierten zwar nicht humaner, stellt aber doch massiv das Recht derjenigen Deutschen infrage, welche die alliierten Luftangriffe, aus dem Kontext gelöst, als unmoralisch anprangern ohne eben zu erwähnen, dass es Nazis und nicht Briten waren, die Gernika zu 80 Prozent zerstörten, gezielt auf flüchtende Zivilbevölkerung schossen und somit diese Unmoral im noch jungen Phänomen des Luftkrieges überhaupt erst einführten. © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Das vorgebliche strategische Ziel hingegen – ein Brücke nämlich – wurde nicht von einer einzigen Bombe getroffen. Auch wird gerne unterschlagen, dass es Nazis waren, die Coventry, Rotterdam, Warschau, London und Belgrad bombardierten.
Inwiefern man angesichts deutscher Vernichtungs- und Konzentrationslager und der darin getöteten mehreren Millionen Menschen ausgerechnet den Alliierten ein unmoralisches Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung vorwerfen kann, ist sowieso fragwürdig. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Alliierten nicht durch gezielte Bombardements der Infrastruktur der Vernichtungslager das industrielle Morden der Nazis hätten aufhalten können. © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008Schließlich war den Alliierten durch die Entschlüsselung von Enigma-Nachrichten seit 1943 bekannt, was in den Todeslagern vor sich ging.
Insbesondere zu den Vernichtungslagern führende Bahnlinien hätten bombardiert werden können. Während eines Treffens mit dem britischen Außenminister Anthony Eden am 6. Juli 1944 schlug Chaim Weizmann als Vertreter der Jewish Agency die Bombardierung der Eisenbahnstrecke Budapest-Auschwitz und der Vernichtungsanlagen innerhalb des Lagers vor. Doch die Alliierten waren der Ansicht, dass ein schneller Sieg über das Dritte Reich die effektivste Hilfe für KZ-Häftlinge sei, weshalb man trotz anfänglicher Aufgeschlossenheit gegenüber einer Bombardierung von KZ-Infrastruktur letztlich davon absah.

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Haus mit Persönlichkeit

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Dieses Gebäude befindet sich im ersten Pariser Arrondissement in der Rue de Rivoli Nummer 59, genau gegenüber der Einmündung der Rue des Déchargeurs.
Nachdem sich Crédit Lyonnais und der französische Staat aus der Nummer 59 zurückgezogen hatten, besetzten am ersten November 1999 die drei Künstler Kalex, Gaspard und Bruno (KGB) das Haus. Sehr bald folgten ihnen an die zehn weitere Künstler nach. Das Haus befand sich zu diesem Zeitpunkt offenbar in einem heruntergekommenen Zustand und bot sich mit sich darin befindlichen toten Tauben, Spritzen und Bauschutt als Müllhalde dar. Man begann, das Gebäude wieder herzurichten und bewohnbar zu machen. Die sich als Kollektiv bezeichnende Gruppe gab sich den Namen „Chez Robert, électron libre“ und organisierte Vernissagen, Aktionskunst und Ausstellungen, die der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich waren. Der französische Staat aber stellte Strafanzeige gegen die Hausbesetzer. Das folgende Urteil legte fest, dass die Besetzer bis zum 4. Februar 2000 das Haus zu räumen hätten. Doch deren Anwältin Florence Diffre erwirkte eine sechsmonatige Fristverlängerung. Zu dieser Zeit griff die Presse das Thema auf und schuf somit eine breitere Öffentlichkeit, die dazu führte, dass die endgültige Urteilsfindung wiederum hinausgezögert wurde. Auch aus der Politik meldeten sich Stimmen, die mit dem sogenannten Phänomen „Squart“1 sympathisierten. Dennoch blieb das Schicksal des Projekts ungewiss. Im März 2001 fanden in Paris Kommunalwahlen statt, aus denen die Sozialisten als Sieger hervorgingen, was den Hausbesetzern einen weiteren Aufschub verschaffte, da die Linke mit ihnen sympathisierte. Der nunmehr sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë ernannte Christophe Girard von den Grünen zu seinem Kulturbeauftragten, der seitdem alles tut, um die Räumung zu verhindern. Eine vom Kulturministerium in Auftrag gegebene Zählung ergab, dass „Chez Robert, électron libre“ mit 40.000 Besuchern pro Jahr die drittmeist besuchte Ausstellungsstätte für zeitgenössische Kunst in Paris ist.© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007 Infolgedessen kündigte Delanoë an, das Gebäude im Namen der Stadt Paris zurückzukaufen und eine Legalisierung der Kunststätte in Gang zu setzen. Auf dem Weg dahin war es nötig, dass die Hausbesetzer einen gemeinnützigen Verein gründen, was auch geschah. Dieser Verein trägt den Namen „59 Rivoli“. Die Kunststätte ist bis zur endgültigen Entscheidung geschlossen. Weitere Informationen und Abbildungen von Kunstwerken der gegenwärtig offenbar 25 das Haus bewohnenden Künstler finden sich auf der Homepage von „59 Rivoli“ sowie auf deren Blog, dessen letzter Eintrag jedoch schon über ein halbes Jahr zurückliegt2.
Zu den eher unterhaltsamen Künstlern von „59 Rivoli“ zählt offenbar Jean-Luc Abiven, dessen Homepage einige überraschende Bilder parat hält. Sehr interessant sind auch die Skulpturen und Bilder auf der Seite von Bazilio. Reizvoll sind zudem die Werke von Dao, Deinki, Eve Clair, Francesco, Kalex, Malou, Mariko, Michel Vray, Thierry Hodebar. Doch auch die Werke all jener nicht in dieser Aufzählung genannten Künstler sind allemal einen Blick wert, genau wie diejenigen derer, die früher in der 59 Rue de Rivoli aktiv waren.

  1. Kontraktion der beiden Begriffe „squat“ (engl. u. frz. für „besetztes Haus“) und „art“ (Kunst) []
  2. Quelle: http://www.59rivoli.org/newsite/index.htm – Für obigen Text wurde hauptsächlich auf die dort befindliche Darstellung der Ereignisse zurückgegriffen. Damit handelt es sich um die subjektive Sicht der Besetzer. []
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Bis in trunkne Wogen schönheitsselig sinkt der Weltentag

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007

Wir verkünden euch:
Der Sinn der Erde ist der Schönheit sich als Leib zu bünden
Traum des Seins und Traumeslustgebärde selig in des Lichtes Flur zu gründen
Schöpfungsliebesglanz und Morgenfülle blühen Klänge Maasse Formen Lieder
Der Notwendigkeit Demant Gefieder
Aus des Weltengrunds krystallner Stille
zünden sich zu Gleichniss Glanz und Spiegel irdischer Gesichte Allgestalt
und am Gram des Nichts der ewige Riegel
ist der Schönheit heilige Gewalt

Wir entsenden euch:
Der Sinn der Erde soll in euch sich neuer Klarheit zünden
Hehrer Schönheit herrische Gebärde sollt ihr streng der dumpfen Welt verkünden
Denn verheissen ward:
Der Ewigkeiten erster Ring ist feierlich vollendet
wenn dem fernsten Ding und allen Welten ward des Schönen Botschaft zugesendet
Seid ihm Boten!
Traumgeführt umflogen von der Lustgesichte Schwingenschlag
Seid ihm Künder!
Bis in trunkne Wogen schönheitsselig sinkt der Weltentag

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Männerskulptur am Gebäude der HFBKSo steht es, nicht frei von Umschweife, in den Fenstern des Vestibüls der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK) geschrieben. Der Text flankiert links und rechts die Darstellung einer Frau, die wiederum von der Darstellung zweier Männer umgeben ist. Geschaffen wurden die Fenster von dem österreichischen Graphiker und Maler sowie Mitarbeiter der Wiener Werkstätte Carl Otto Czeschka 1913.
Im gleichen Jahr bezog die Hochschule das von Fritz Schumacher entworfene Gebäude. Nachdem die Schule im Krieg zerbombt worden war, wurde sie 1955 vorbildhaft wiederaufgebaut.
Überlebt haben dabei offenbar die jugendstilhaften Darstellungen einer Frau und eines Mannes aus dem Jahr 1912, die im zur Straße hin gelegenen Innenhof einander gegenüber in die Fassade integriert wurden, so dass sie einander anzublicken scheinen. Darüber hinaus befindet sich die Plastik einer Frau im Vorderhof, die von drei Kindern umgeben ist – zwei Mädchen und einem Jungen. Während die Mädchen Schutz bei der Mutter zu suchen scheinen, ist es fast so, als ob der Junge sich schützend vor seine Mutter stellt.
Skulptur einer Frau mit Kindern auf dem Gelände der HFBKSkulptur Kind auf Pferd auf einem Eckpfosten auf dem Geländer der HFBKDesweiteren befindet sich auf einem Eckpfosten einer Seitenmauer eine Plastik, die aus allen vier Perspektiven das Gleiche darstellt, nämlich einen Knaben auf einem Pferd unter einem Dach aus Rosen. Doch damit nicht genug, die zum Eilbekkanal hin gelegene Fassade ist mit drei weiteren Plastiken bestückt. Diese sind ein märchenhaftes, auf allen Vieren kniendes Pferd mit gelockter Mähne und geblähten Nüstern sowie ein ebenfalls auf allen Vieren kniender Widder, der auch märchenhaft überzogen dargestellt ist. Schließlich befindet sich das Relief einer nackten, von Früchten umgebenen Frau an der Fassade.
Gedenktafel für Professor Friedrich AdlerLeider stößt man auch hier wieder auf eine Gedenktafel, auf der man an Naziverbrechen erinnert wird. Die Nazis haben in ihrem menschenverachtenden und völlig hirnlosen Rassenwahn eben auch diese Hochsschule nicht verschont. Das auf der Tafel vermerkte Zitat, das von dem nach Auschwitz verschleppten und dort umgebrachten Professor Friedrich Adler stammt, würde sich im Übrigen, ebenso wie oben zitiertes Gedicht auch hervorragend als Wahlspruch der Hochschule eignen:

unser Leben wäre armselig, wenn uns nicht die Einbildungskraft, die Phantasie eingeboren wäre.

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Flucht zu Ostern …

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007

Das Bild zeigt die Ruine des Zisterzienserklosters in Nimbschen bei Grimma in Sachsen von Nordwesten aus gesehen. Zu sehen sind die Außenmauern des Kapitelsaals und des Konventgebäudes. Im ersten Stockwerk befand sich der Schlafsaal. Gegründet wurde das Kloster im Jahr 1243 vom Wettiner Markgrafen Heinrich dem Erlauchten (1221-88) zunächst in der Nähe von Torgau. Das Nonnenkloster zog zweimal um, 1250 nach Grimma und um 1291 schließlich nach Nimbschen, unmittelbar an die Mulde, wo die Ruinen noch heute zu besichtigen sind. Zur rechtlichen Absicherung war das Kloster bereits 1244 in den Zisterzienserorden inkorporiert worden. Sechs Jahre später erhielt das Nonnenkloster in Nimbschen das „privilegium commune“ des Zisterzienserordens von Papst Innozenz dem IV. verliehen. Ungeachtet dessen unterstanden die Nonnen dem Bischof der Merseburger Diözese.
Die Nonne Katharina von Bora war im Jahr 1510 von ihrem Vater nach Nimbschen ins Kloster gegeben worden, wo sie Lesen, Schreiben und Latein lernte. Die reformatorischen Gedanken gingen auch an diesem Kloster nicht spurlos vorüber und beeinflussten die dort lebenden Nonnen. Zusammen mit anderen Nonnen beschloss Katharina von Bora die Flucht. Sie baten Luther selbst um Hilfe, der zu Ostern 1523 einen Wagen schickte, in dem die fluchtwilligen Nonnen schließlich unter Mithilfe des Torgauer Ratsherren Leonhard Koppe entkamen.

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Bunker Hinrichsenstraße 27/29 (Hamburg Hohenfelde)

Der Bunker in der Hinrichsenstraße im Hamburger Stadtteil Hohenfelde geht auf Entwürfe des Architekten Ulrich Pierstorff aus dem Jahr 1941 zurück1. Im Jahr 1950 wurde der Bunker „entfestigt“ und umgebaut, womit „38 Ein- und Zweizimmerwohnungen für ältere Leute, allein stehende Berufstätige und kinderlose Ehepaare mit geringem Einkommen“ geschaffen wurden2. Im Rahmen einer späteren Modernisierung wurden Balkone aus Metall angebaut. Die Fassade erhielt einen hellgelben und freundlich wirkenden Anstrich. Diesem Gebäude sieht ein Passant ohne entsprechende Fachkenntnisse kaum noch sein Bunkervorleben an. Eine gelungene Umwidmung also, ohne ästhetische Abstriche.

Literatur:

  • Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker – Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse Rüttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbehörde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001.
  1. Schmal, Helga u. Selke, Tobias: Bunker – Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg. Unter Mitarbeit v. Henning Angerer u. Ilse Rüttgerodt-Riechmann. Herausgegeben von der Kulturbehörde und dem Denkmalschutzamt. Hamburg, 2001, S. 116f. []
  2. ebd. []
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Bunker Sillemstraße (Hamburg Eimsbüttel)

Der Hochbunker in der Sillemstraße ist ein hervorragendes positives Beispiel für eine Entfestigung und Umwidmung, die zudem auch ästhetisch gelungen ist. Hier wird Geschichte nicht verleugnet, sondern in die Gegenwart integriert. Somit bleibt sie kein Fremdkörper im Alltag der Menschen. Vielmehr verschmilzt sie mit ihm, ohne jedoch unkenntlich gemacht zu werden.

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S-Bahn-Haltestelle Hasselbrook Hamburg Hamm


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Fritz Schumacher

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Bei einem Apologeten neuzeitlicher Backsteinbauweise ist es fast verwunderlich, dass dessen Grabmal nicht auch aus roten Backsteinen besteht – das wäre doch nur konsequent gewesen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass nicht nur halb Hamburg von dieser Schumacherschen Backsteinmoderne geprägt ist (zum absoluten Vorteil der Stadt), sondern selbst der Friedhof, auf dem er ruht, nicht ungeschoren davonkam. Sowohl das Krematorium auf dem Ohlsdorfer Friedhof als auch die Kapelle 13 wurden nämlich nach seinen Entwürfen gebaut. Wäre da also nicht wenigstens ein von Klinkern umsäumter Grabstein angemessen gewesen?

Pünktlich zur Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Schumacher als Oberbaudirektor der Stadt Hamburg zwangspensioniert. Dann hatte er noch das fragwürdige Vergnügen, viele der von ihm entworfenen Bauwerke im von den Nazis verschuldeten Bombenhagel der Alliierten untergehen zu sehen. Dass er nach dem Krieg seinen Wohnsitz von Hamburg nach Lüneburg verlegte und Hamburg bis zu seinem Tod im Jahr 1947 kaum noch besuchte, nimmt daher nicht gerade wunder. Man darf dankbar sein, dass doch einige seiner Bauwerke den Krieg überdauert haben und das Nachkriegs-Hamburg um einiges weniger trist erscheinen lassen.

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