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Julius Campe

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2006Nicht gerade ein Grabmal, bei dem man geneigt ist, es als unprätentiös zu bezeichnen – schön ist es allemal. Man muss also „nur“ jemanden wie Heine verlegen und schon können die Hinterbliebenen einen solchen Tempel finanzieren.

Heine äußerte sich über seinen Verleger übrigens wie folgt:

„Als Republik war Hamburg nie / So groß wie Venedig und Florenz, / Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist / Die besten im Keller von Lorenz. // Es war ein schöner Abend, als ich / Mich hinbegab mit Campen; / Wir wollten miteinander dort / In Rheinwein und Austern schlampampen. […] Ich aß und trank, mit gutem App’tit, / Und dachte in meinem Gemüte: / ‚Der Campe ist wirklich ein großer Mann, / Ist aller Verleger Blüte. / Ein andrer Verleger hätte mich / Vielleicht verhungern lassen, / Der aber gibt mir zu trinken sogar; / Werde ihn niemals verlassen. // Ich danke dem Schöpfer in der Höh‘, / Der diesen Saft der Reben / Erschuf, und zum Verleger mir / Den Julius Campe gegeben!'“1

Der turmartige Rundbau befindet sich auf dem Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf und wurde 1915 von Alexander Rudeloff aus Muschelkalk und Bronze geschaffen. Die Kuppel sitzt auf dorisierenden Säulen. Unter dem Bau befinden sich vier Gruftzellen. Der Eingang ist nach Westen ausgerichtet. Die Tür besteht aus genietetem Bronzeblech und ist mit einem „maskaronähnlichem“2 Türklopfer versehen.

Literatur:

  • Heine, Heinrich: Deutschland – Ein Wintermärchen. Zürich, 2005.
  • Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.
  1. Heinrich Heine: Deutschland – Ein Wintermärchen, Caput XXIII []
  2. Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990, S.117. []
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Der eine von der Tankstelle – Willy Fritsch

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2006
Grabstelle von Willy Fritsch und seiner Frau Dinah Grace (Ilse Schmidt):

„Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen, nur mit Dir allein, kann es glücklich sein. All meine Träume, die süßen, leg ich in den Gruß mit hinein.“

Zwar galt dieser Satz im Film „Die drei von der Tankstelle“ nicht Dinah Grace, sondern der Filmpartnerin Lilian Harvey, doch am Ende trifft er auf Fritsch und Grace zu, da er nunmehr nur mit ihr allein ist. Das Grab befindet sich in Hamburg Ohlsdorf.

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Bunker Henriettenstraße, Ecke Schulweg (Hamburg Eimsbüttel)

Dieser Hochbunker kann wohl mit Fug und Recht zur Gruppe der hässlicheren Exemplare gezählt werden. Er dient offensichtlich als Träger von Mobilfunkantennen. Außerdem ist er wohl auch über Weltkrieg und Kalten Krieg hinaus als „Öffentlicher Schutzraum“ vorgesehen, wie das an ihm besfestigte Hinweisschild zeigt. Das würde bedeuten, dass der Bunker mit seiner Belüftungsanlage weiterhin instandgehalten werden und somit auch für unabsehbare Zeit wohl keinen Umbau zugunsten der Ästhetik erfahren wird.

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Bunker Eimsbütteler, Ecke Glücksburger Straße (Hamburg Eimsbüttel)

Dieses Bunkerhaus befindet sich in der Eimsbütteler Straße zwischen der Hausnummer 129 zur Linken und der 137 zur Rechten und beansprucht somit also drei Hausnummern für sich. Das Gebäude dient als Träger von Mobilfunknetzantennen sowie als Werbeträger. Außerdem dient es als Rankgrundlage für Efeu. Wobei hier die Frage ist, wer eigentlich wem dient. Eigentlich dient doch der Efeu wohl dazu, der Umwelt den Anblick dieses Bunkers von ausgesuchter Hässlichkeit zu erparen. Die blinde Fassade bietet einen äußerst tristen Anblick. Wenn für die Stadt Hamburg, aus welchen Gründen auch immer, ein Abriss dieses hässlichen Klotzes nicht infrage kommt, fragt man sich doch, warum man seinen Bürgern nicht wenigstens ein wie auch immer geartetes Trompe-l’œil gönnt.

Dass solche Fassadenmalerei bzw. Illusionsmalerei keineswegs nur eine Notlösung zur Kaschierung architektonischer Mängel sein muss, zeigt das Beispiel der Stadt Lyon, die es wohl im Großen und Ganzen weniger nötig hat als Hamburg, architektonische Schandflecken zu beseitigen. Dortige Fassaden-Trompe-l’œils sind mittlerweile weit über Lyons Grenzen hinaus bekannt und über ihren ursprünglichen Zweck hinaus gar zu einer Touristenattraktion avanciert. Zudem wurden die Lyoner Fassadenmalereien auch zum Postkartenmotiv und mithin zu einem Aushängeschild der Stadt. Verantwortlich für diese erfrischende Stadtaufwertung ist die zwölfköpfige Lyoner Künstlergruppe „La Cité de la Création“, die seit mehr als 25 Jahren Fassaden künstlerisch verschönert und weltweit zu einer Referenz der Trompe-l’œil-Malerei auf Fassaden geworden ist. Auf einer „La Cité de la Création“ gewidmeten Website ist zu lesen, dass die Gruppe bisher 139 Projekte mit mehr als 1000 Wandbildern realisiert habe. Auch findet sich dort eine Vielzahl prächtiger Bilder, die das Werk der Muralisten-Gruppe eindrucksvoll dokumentieren. Eine große Zahl von Vorher- und Nachherbildern zeigt, was für unglaubliche Effekte erzielt werden können, welche phantastischen Illusionen von Dreidimensionalität, welche farbliche Vielfalt und Lebendigkeit. Auf der Homepage von „La Cité de la Création“ findet sich eine Vielzahl weiter Bilder und Informationen in französischer und englischer Sprache. (Weiterlesen)

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Hans Albers – präsentiert von RTL Nord Live …

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Alfred Kerr – Tod auf der Durchreise

Grabmal Alfred Kerr

„Hab Dank. – Ich harre unbeirrt
Auf manches, was jetzt kommen wird.
Man stirbt einen Tod; man weiß nur nicht welchen;
Vielleicht ein schmuckes Schlaganfällchen.“1

  1. Haarmann, Hermann; Siebenhaar, Klaus; Wölk, Thomas (Hrsg.): Alfred Kerr – Lesebuch zu Leben und Werk. Berlin, 1987, S.35. []
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Ida Ehre

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2006

Grabstätte von Ida Ehre auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf

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Tod in Manila – Gustaf Gründgens

Grabstein Gründgens

Gründgens hatte mit Ablauf der Spielzeit 1962/63 die Intendanz des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg niedergelegt, um eine Weltreise zu unternehmen, in der „vagen Hoffnung […] leben zu lernen“.1 Er trat diese Reise im September 1963 an. Anders als erhofft, sollte sie sich jedoch als Reise in den Tod erweisen.

Die Weltumrundung begann in England und führte ihn duch das Mittelmeer und den Suez-Kanal nach Ceylon, Singapur und schließlich auf die Phillipinen. Von dort aus wollte er über Hongkong und Japan nach San Francisco und Mexiko weiter reisen.

Die Reise endete jäh in Manila. Dort hatte sich Gründgens im „Manila Hotel – The Aristocrat of the Orient“ einquartiert. Am 7. Oktober des Jahres 1963 starb er im Bad seines Hotelzimmers an einer Magenblutung, wahrscheinlich als Folge langjähriger und regelmäßiger Einnahme von Schmerz- und Schlafmitteln in immer höherer Dosis.2 Oft wird kolportiert, Gründgens sei an einer Überdosis Schlafmittel gestorben, weshalb auch über Suizid spekuliert wurde. Da es jedoch an Beweisen dafür mangelt, bleibt es bei der Spekulation. Dagegen spricht, dass Gründgens die Reise ja – wie erwähnt – dem Vernehmen nach unternahm, um „leben zu lernen“. Für die Unfallthese spricht überdies, dass die längere regelmäßige Einnahme starker Schmerzmittel zu Magengeschwüren und daraus resultierenden Magenblutungen führen kann.

Gustaf Gründgens war acht Tage vor Antritt seiner Weltreise von einem Aufenthalt auf Madeira zurückgekehrt, um sich in Hamburg einer zahnärztlichen Behandlung zu unterziehen. Da er gefürchtet habe, dass ein Hotel ihm nicht ausreichend Anonymität sichern könne, habe er darum gebeten, für die Dauer der Behandlung in der Klinik wohnen zu dürfen. In dieser Klinik praktizierte auch Michael Winzenried, Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Hamburg, der berichtet, dass Gründgens während seines Klinikaufenthalts wiederholt seine Nähe gesucht habe.3

Gründgens‘ Zustand beschreibt Winzenried wie folgt:

Er war aufgeschlossen, heiter, voll mit Reiseplänen angefüllt, wirkte so »unpsychiatrisch«, daß wir ihm wenig Aufmerksamkeit schenkten. Er lief unter der Adresse »möblierter Herr«. Erst hinterher wurde mir klar, wie er sich immer wieder Besuch erbat – entschuldigend: »Ich weiß ja, daß Sie wenig Zeit haben, aber spendieren Sie mir bitte eine halbe Stunde … Sie können so gut zuhören … Soll ich meine Memoiren beginnen niederzuschreiben? Das Konzept ist im Gehirn fertig … ich bin aber abergläubisch – vielleicht erlischt damit meine Lebenskraft … Meine Lebensgeschichte ist eine Reihe von Auftritten gewesen; besteht darin ein Zusammenhang oder war alles beliebig? … Jetzt bin ich frei … ist Freiheit Macht, oder werde ich noch einsamer?«

Am Tage vor seiner Abreise: »Ich freue mich unbändig auf die Welt, oder soll ich nicht lieber hier bleiben? Freude gab es so wenig in meinem Leben, und nun fürchte ich mich, an diesem fetten Bissen zu ersticken … Nein, vergessen Sie mein Schornsteinfegerorakel … machen Sie mir ein bißen [sic] Mut … Soll ich einen festen Wohnsitz nehmen? Und wo? Ich habe die Wohnung an der Bellevue doch nicht genommen, es ist zwar schrecklich, aus dem Koffer zu leben, aber so ist wenigstens alles verpackt beisammen … Die echten Reisenden sind die allein, die aufbrechen, um aufzubrechen …«

Und so traf ihn der Tod unvorbereitet, wenn auch ständig erwartet. Er überraschte ihn zu einer ungewohnten Zeit an einem fremden Ort, am von seiner Heimat entferntesten Punkt, wo dieser Meister der deutschen Sprache sich in einer Sprachnot befand. Den erquickenden Schlaf suchend, gewöhnte Mittel in erprobter Dosis angewandt, wollte er dem Monsun und der Einsamkeit für Stunden entfliehen. Aber der Körper gehorchte nicht dem gewohnten Maß; die Achillesferse dieses athletischen Körpers, seine Blutgefäße, erbrechen sich in den Magen mit der Gewalt eines Blutsturzes. Den Tod vielleicht ahnend, versuchte er die Katastrophe zu steuern und stürzte einsam, ohne Beistand auf das gezeichnete Gesicht. […]4

ich habe glaube ich zu viel Schlafmittel genommen, mir ist ein bischen [sic] komisch lass mich ausschlafen G.56

  1. Walach, Dagmar: Aber ich habe nicht mein Gesicht – Gustaf Gründgens – eine deutsche Karriere. Berlin, 1999, S. 179f. []
  2. Badenhausen, Rolf u. Gründgens-Gorski, Peter (Hrsg.): Gustaf Gründgens – Briefe Aufsätze Reden, S.438-443. []
  3. Ebd., S. 442. []
  4. Ebd. []
  5. Ebd. []
  6. Abschiedsworte von Gründgens auf einem Briefumschlag. []
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Wolfgang Borchert


Die bescheidene Grabstätte Wolfgang Borcherts und seiner Eltern auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf

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Bunker Barmbeker Straße (Hamburg Winterhude)


Standort:
Barmbeker Straße
Kommentar: Der Bunker scheint zwei Hausnummern verschlungen zu haben, da sich zu seiner Linken die Nummer 181 und zu seiner Rechten die Nummer 187 befinden.

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