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	<title>L’esprit d’escalier &#187; Nekropolis</title>
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		<title>Orpheus und Eurydike</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 01:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Bronzeplastik befindet sich in Hamburg am westlichen Alsterufer und wurde 1958 von Ursula Querner1 geschaffen. Der Titel lautet „Orpheus und Eurydike&#8221;. Dargestellt ist zur Rechten Orpheus mit der Lyra (Leier), die er von Apollon, seinem Vater, dem Gott der Künste geschenkt bekam. Links steht die betört wirkende thrakische Baumnymphe Eurydike, die spätere Frau des [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/' addthis:title='Orpheus und Eurydike '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/orpheus-und-euridike-von-ursula-querner-in-hamburg-gross.jpg" rel="lightbox[827]"><img class="alignleft size-full wp-image-1503" title="Plastik »Orpheus und Euridike« von Ursula Querner in Hamburg" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/orpheus-und-euridike-von-ursula-querner-in-hamburg-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2008" width="200" height="250" /></a><span class="initial">D</span>iese Bronzeplastik befindet sich in Hamburg am westlichen Alsterufer und wurde 1958 von Ursula Querner<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_0_827" id="identifier_0_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*10.05.1921 in Dresden  &amp;#8211; &dagger;23.06.1969 in Hamburg">1</a></sup> geschaffen. Der Titel lautet „Orpheus und Eurydike&#8221;. Dargestellt ist zur Rechten Orpheus mit der Lyra (Leier), die er von Apollon, seinem Vater, dem Gott der Künste geschenkt bekam. Links steht die betört wirkende thrakische Baumnymphe Eurydike, die spätere Frau des Orpheus.</p>
<p>Der uns durch Ovid in seinen Metamorphosen überlieferten Sage zufolge sei Orpheus der beste Sänger unter den Sterblichen gewesen. Wilde Tiere seien von seinem Gesang zahm geworden und hätten sich friedlich um Orpheus geschart. Pflanzen und sogar Steine seien von seinem Gesang erweicht worden. Die Argonauten schließlich hätten Orpheus mit auf ihre Kriegszüge genommen, weil er mit seinem Gesang zum einen die Kampfmoral der eigenen Leute stärkte und zum anderen, weil er sowohl die Wut des Meeres als auch die Macht der Feinde mit dem Zauber seines Gesangs und seiner Lyra  zu besänftigen bzw. bezwingen vermochte. Darüber hinaus erwies sich der Gesang des Orpheus als so mächtig, dass er es sogar schaffte, den betörenden und fatalen Gesang der Sirenen zu übertönen, womit er die Argonauten vor dem sicheren Tod bewahrte.</p>
<p>Doch alle Sangeskunst konnte am Ende doch nicht verhindern, dass Orpheus in sein Unglück rannte. Das Unheil nahm kurz nach seiner Vermählung mit Eurydike seinen Lauf, als diese nämlich durch einen Schlangenbiss starb: <em>„Ach, und starb, an der Ferse verletzt von dem Bisse der Natter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_1_827" id="identifier_1_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;. ">2</a></sup> Darüber, wie es genau dazu kam, finden sich in den verschiedenen späteren Übertragungen voneinander abweichende Varianten bzw. Ausschmückungen. In den einen heißt es z.B., Eurydike sei im Anschluss an die Hochzeit mit den Brautjungfern auf einer Wiese spazieren gewesen, als die Schlange sie biss. Einer anderen Fassung zufolge habe es sich so verhalten, dass Eurydike nach der Hochzeit zusammen mit anderen Nymphen spazieren gegangen und dabei von <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Aristaios'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aristaios" target="_blank">Aristaios</a> gesehen worden sei, der so von ihrer Schönheit verzaubert gewesen sei, dass er ihr nachgestiegen sei und sie bedrängt habe, woraufhin sie die Flucht ergriffen habe und dabei von der Schlange gebissen worden sei. Bei Ovid ist von Aristaios jedoch keine Rede. Dort heißt es dazu schlicht: <em>„Durch die Gefilde / Schweifte die jüngst Vermählte, vom Schwarm der Najaden begeleitet, / Ach und starb, </em><em>an der Ferse verletzt von dem Bisse der Natter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_2_827" id="identifier_2_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">3</a></sup>  Was auch immer dem Biss vorausging bzw. dazu führte, darin, dass Eurydike daran verstarb, sind sich die Übertragungen wieder einig.</p>
<p>Voller Trauer klagte Orpheus daraufhin singenderweise den Göttern und Menschen sein Leid. Doch vergebens, Eurydike wurde ihm nicht zurückgegeben. Also beschloss er, in die Unterwelt hinabzusteigen, um dort &#8211; ganz auf seine Sangeskunst vertrauend &#8211; das Herz des Hades<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_3_827" id="identifier_3_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="r&ouml;m. Pluto">4</a></sup> zu erweichen und seine Geliebte zurückzugewinnen: <em>„Als zum Himmel empor der rhodopeïsche Sänger / Lange die Gattin beweint, jetzt auch zu versuchen die Schatten, / Wagt er hinab zur Styx durch des Tänarus Pforte zu steigen. Und durch lustige Scharen bestatteter Totengebilde / Naht er Persephonen nun, und des anmutlosen Bezirkes / Könige drunten in Nacht&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_4_827" id="identifier_4_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">5</a></sup><span id="more-827"></span></p>
<p>Damit wagte er wohl mehr für seine Liebe, als irgend ein anderer Mann bis dahin. Vor dem Eingang des Hades angekommen, spielte er die Leier und rührte damit den Höllenhund Kerberos, der dort wachte, so sehr, dass dieser unwachsam wurde und Orpheus passieren ließ. Im Hades selbst spielt Orpheus abermals die Leier: <em>„[...] und sanft zum Getöne der Saiten / Singet er: O ihr Gewalten des unterirdischen Weltraums, / Welcher uns alle aufnimmt, so viel wir sterblich erwuchsen! Wenn ihr, ohne der falsch umschweifenden Worte Beschönung, / Wahres zu reden vergönnt; nicht hier zu schauen den dunkeln Tartarus, stieg&#8217; ich herab, und nicht den schlangenumsträubten, / Dreifach bellenden Hals dem medusischen Greuel zu fesseln. / Nein, ich kam um die Gattin, der jüngst die getretene Natter / Gift in die Wund&#8217; einhaucht&#8217;, und die blühenden Jahre verkürzte. / Dulden wollt&#8217; ich als Mann, und strengte micht; aber es siegte / Amor. Man kennt den Gott sehr wohl in der oberen Gegend. / Ob ihr unten ihn kennt? Nicht weiß ich es, aber ich glaube. / Wenn nicht täuscht das Gerücht des altbesungenen Raubes, / Hat euch Amor gefügt. Bei den Orten des Grauns und Entsetzens, / Bei der verstummten Öd&#8217; und diesem unendlichen Chaos, / Löst der Eurydice, fleh&#8217; ich, o löst das beschleunigte Schicksal! / Alle gehören wir euch; wann wenige Frist wir geweilet, / Etwas früher und später ereilen wir einerlei Wohnung. / Hierher müssen wir all; hier ist die letzte Behausung; / Ihr beherrscht am längsten die elenden Menschengeschlechter. / Jen&#8217; auch, wenn sie gereift die beschiedenen Jahre gelebet, / Kommt zu euch; nur kurzen Genuß verlang&#8217; ich zur Wohltat. / Wenn mir das Schicksal versagt das Geschenk der Vermählten, niemals / Kehr&#8217; ich von hinnen zurück! Dann freut euch des doppelten Todes! /  Also rief der Sänger und schlug zum Gesange die Saiten; / Blutlos horchten die Seelen und weineten.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_5_827" id="identifier_5_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">6</a></sup></p>
<p>Orpheus&#8217; Gesang ließ <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Tantalos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tantalus" target="_blank">Tantalos</a> vorübergehend Durst, Hunger und Angst vergessen, die seine Strafen waren: <em>„Tantalos haschte / Nicht die entschlüpfende Flut&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_6_827" id="identifier_6_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">7</a></sup> Das Feuerrad des <a title="Link zum Wikipedia-Artikel &#039;Ixion&#039;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ixion_%28Mythologie%29" target="_blank" class="broken_link">Ixion</a>, an das dieser zur Strafe gebunden war, hörte auf sich zu drehen: <em>„und es stutzte das Rad des Ixion&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_7_827" id="identifier_7_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">8</a></sup> Die beiden Geier ließen von der Leber des Riesen <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Tityos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tityos" target="_blank">Tityos</a> ab, an der sie zu dessen Strafe ununterbrochen fraßen und die zu diesem Zweck immer wieder nachwuchs: <em>„Geier zerhackten die Leber nicht mehr&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_8_827" id="identifier_8_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">9</a></sup>  Die <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Danaiden'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Danaiden" target="_blank">Danaiden</a> hörten auf, Wasser in das durchlöcherte Fass zu schöpfen: „die belischen Jungfrau&#8217;n / rasteten neben der Urn&#8217;&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_9_827" id="identifier_9_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">10</a></sup>. <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Sisyphos'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sisiphos" target="_blank">Sisyphos</a> unterbrach sein absurdes Werk und setzte sich auf seinen Stein, um zu lauschen: <em> „Sisyphus saß auf dem Marmor.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_10_827" id="identifier_10_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">11</a></sup> Die <a title="Link zum Wikipedia-Artikel 'Erinyen'" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erinyen" target="_blank">Erinyen</a> (bzw. Eumeniden / röm. Furien) schließlich, aus deren Augen sonst nur Blut und giftiger Geifer rann, wurden durch den Gesang des Orpheus zu echten Tränen gerührt: <em>„Damals ist, wie man sagt, den gerühreten Eumeniden / Bei dem Gesange zuerst die Trän&#8217; auf die Wange geflossen.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_11_827" id="identifier_11_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">12</a></sup></p>
<p>Auch Hades selbst näherte sich mit seiner Frau Persephone, um zu lauschen, wie Oprheus bei ihnen um seine Geliebte warb. Und tatsächlich gelang es Orpheus, auch Hades zu eisernen Tränen zu rühren und ihn somit dazu zu bewegen, ihm Eurydike zurück zu geben: <em>„Nicht die Königin kann, nicht kann der untere König / Weigern das Flehn; und sie rufen Eurydice. Unter den Schatten / War sie, die frisch ankamen, und wandelte schwer von der Wunde.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_12_827" id="identifier_12_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">13</a></sup> Jedoch stellte Hades Orpheus eine Bedingung, nämlich die, dass er sich bis zu ihrer beider Erreichen des Diesseits nicht umsehen dürfe. Sollte er dies dennoch tun, würde er Eurydike wieder verlieren: <em> „Jetzt empfing sie der Held von Rhodope samt der Bedingung, / Daß er die Augen zurück nicht wendete, bis er entflohen / Aus dem avernischen Tal; sonst wäre die Gab&#8217; ihm vereitelt.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_13_827" id="identifier_13_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">14</a></sup></p>
<p>Hades gab nun den Weg frei für die Rückkehr der Beiden in die Welt der Lebenden. So machten sie sich auf den Weg: <em>„Schnell erklommen sie nun durch Todesstille den Fußsteig, / Jäh empor, und düster, umdrängt von dumpfigem Nachtgraun&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_14_827" id="identifier_14_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">15</a></sup> Orpheus voran und dicht hinter ihm Eurydike. Sie stiegen höher und höher und die Dunkelheit wich zunehmend. Da, endlich sah Orpheus Tageslicht und stieg zurück ins Diesseits. Voller Freude wandte er sich sogleich zu seiner Geliebten um: <em>„Und nicht waren sie ferne dem Rand der oberen Erde. / Jetzo besorgt, sie bleibe zurück, und begierig des Anschauns, / Wandt&#8217; er die Augen voll Lieb&#8217;;&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_15_827" id="identifier_15_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">16</a></sup> Doch es war zu früh. Eurydike war selbst noch nicht ganz der Unterwelt entstiegen, so dass die gestellte Bedingung unerfüllt blieb. Orpheus sah Eurydike noch einen kurzen Augenblick und hörte ein gehauchtes „Lebewohl&#8221;, bevor sie für immer zurück in die Dunkelheit entschwand: <em>„und sogleich war jene versunken.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_16_827" id="identifier_16_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">17</a></sup></p>
<p>Verzweifelt versuchte er, ihr zu folgen. Jedoch hinderten ihn die Götter daran, das Schattenreich ein zweites Mal zu betreten: <em>„Streckend die Arm&#8217;, und ringend, gefaßt zu sein und zu fassen, / Haschte der Unglückselige nichts, als weichende Lüfte. / Wieder starb sie den Tod; doch nicht ein Laut um den Gatten / Klagete. Konnte sie wohl, so geliebt zu sein, sich beklagen? / Fernher rief sie zuletzt, und kaum den Ohren vernehmlich: / Lebe wohl! Und gerafft zu der vorigen Wohnung entflog sie. / Orpheus starrte wie Fels bei dem doppelten Tode der Gattin. / Jammernd bat er und fleht&#8217;, und wollt&#8217; hinüber von neuem: / Charon scheucht&#8217; ihn hinweg. Doch saß er sieben der Tage / Trauernd in Wust am Bord&#8217;, unerquickt von den Gaben der Ceres. / Gram und tränender Schmerz und Kümmernis waren ihm Nahrung. / Grausam schalt er die Götter des Erebus&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_17_827" id="identifier_17_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">18</a></sup></p>
<p>Untröstlich kehrte er in die Welt der Lebenden zurück. Fortan verschmähte er alle Frauen und mied überhaupt die menschliche Gesellschaft:<em> </em><em>„</em><em>und zu dem steilen / Rhodope wandt&#8217; er den Fuß und dem sausenden Hämos im Nordsturm. / Dreimal endete schon den Kreis des rollenden Jahres / Sol mit den Fischen des Meeres; und es floh der verhärtete Orpheus / Stets der Liebe der Frau&#8217;n. Denn ihr verdankt&#8217; er sein Unglück; / Treu&#8217; auch hat er gelobt. Es schmachteten viele der Weiber, / Lieb dem Sänger zu sein; und es eiferten viele verachtet. &#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_18_827" id="identifier_18_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">19</a></sup></p>
<p>Orpheus kehrte nach Thrakien zurück und wanderte durch die dortigen wilden Einöden, ohne jede Annehmlichkeit. Nur seine Lyra hatte er nach wie vor bei sich und spielte unablässig darauf, sehr zur Freude der Felsen und Flüsse, die nunmehr seine einzige Gesellschaft waren. Doch eines Tages liefen die Frauen der Cikonen Orpheus über den Weg, als er gerade wieder zur Musik seiner Lyra sang: <em> </em><em>„Aber indem mit Gesang der begeisterte Thrazierbarde / Waldungen samt dem Gewild&#8217; und folgenden Felsen heranzog, / Siehe, die Frau&#8217;n der Cikonen, mit zottigen Häuten des Waldes / Um die verwilderte Brust, von des Bergs erschaun sie / Orpheus, welcher das Lied den geschlagenen Saiten gesellet. / Eine des taumelnden Schwarms, die das Haupthaar schwang in den Lüften: / Ha! dort, rief sie, er ist&#8217;s, der Verächter der Frau&#8217;n! und der Thyrsus </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_19_827" id="identifier_19_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="der in einem Pinienzapfen endende, mit Efeu und Weinlaub umwundene Stab des Dionysos (Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase) und seines Gefolges">20</a></sup> <em> / Flog zu dem tönenden Munde des apollonischen Sehers. / Aber mit Laub umsponnen, bezeichnet&#8217; er, ohne Verwunderung. / Wütend erhub die andere den Stein; doch er ward in dem Fluge / Vom harmonischen Halle besiegt des Gesangs und der Leier; / Und als flehet&#8217; er Gnade der ungeheuren Verschuldung, / Sank zu den Füßen er hin. Nun wächst des verwegenen Unsinns / Krieg, und die Mäßigung floh; und rasender herrscht die Erynnis. / Noch wär&#8217; alles Geschoß erweicht vom Gesange, wenn machtvoll / Nicht das Geschrei und das Horn des J[B]acchus / Überscholl der Gitarre Getön. Jetzt troffen die Steine / Rot vom heiligen Blute des unvernommenen Sängers. / Stets noch blieben erstaunt von dem Wohllaut seines Gesanges, / Vögelschwärm&#8217; und Schlangen und drängende Tiere des Waldes; / Doch die Mänaden zerstürmten des Orpheus Wunderversammlung. / Gegen ihn selbst dann streckten sie wild die blutigen Hände, / Alle geschart: wie die Vögel, wenn einst am Tage sie flattern / Sehn den Vogel der Nacht; wie zur Schau dem Doppeltheater / Früh im besandeten Raum ein Hirsch zu sterben bestimmt wird, / Hunden ein Raub. Sie bestürmen den göttlichen Sänger und schleudern / Laubumwundene Stäbe, zu anderem Dienste geweihet. / Die hebt Schollen zum Wurf, die schwingt den gebrochenen Baumast, / Jene Gestein; und damit nicht wehrlos rase der Wahnsinn: / Sieh, dort ackerten Stiere das Land mit gedrängeter Pflugschar; / Und nicht ferne sich Frucht mit verdienendem Schweiße bereitend, / Grub im harten Gefilde die nervige Faust der Besteller. / Diese, den Heerzug schauend, entfliehn; die Geräte der Arbeit / Bleiben zurück; und es liegen, zerstreut durch verlassene Felder, / Lastende Haun, Jäthacken und langgeklauete Karste. / Als die Verwilderten solches geraubt und zerissen die Stiere, / Trotz dem drohenden Horn; jetzt mörderisch nahn sie dem Sänger. / Ihn, der die Händ&#8217; ausstreckt&#8217; und das erstemal heute vergebens / Redet&#8217; und nichts mit der Stimme bewegete: diesen ermordet / Frech der entweihende Schwarm; aus dem Mund&#8217;, o Jupiter! jenem, / Den der Felsen vernahm, und den mit Empfindung das Bergwild / Hörete, schwand in die Luft die ausgeatmete Seele. / Dich wehklagt das Gewild; dich, Orpheus, girrende Vögel, / Dich das starre Gestein; dich, gleichsam scherend das Haupthaar, / Trau&#8217;rt der entblätterte Baum; mit Tränen auch, sagt man, vermehrten /  Ströme die eigene Flut; und gehüllt in dunkle Leinwand ging Najad&#8217; und Dryade, mit aufgelöseten Locken. / Weithin lagen die Glieder zerstreut. Haupt nahmst du und Leier, / Hebros, auf; und, o Wunder! da mitten im Strom sie hinabfließt, / Sanft wie Wehmut klagt der Leier Getön, wie Wehmut / Lallt die entseelete Zunge; die Bord&#8217; antworten wie Wehmut. / Schon aus dem heimischen Strom entrollen sie über die Meerflut, / Bis sie erreicht die Gestade der methymnäischen Lesbos. / Aber der Geist geht unter die Erd&#8217;, und erkennet die Gegend, / Welche zuvor er gesehn. In der Flur der Seligen forschend, / Fand er Eurydice nun, und umschlang sie mit sehnenden Armen. / Jetzo wandeln sie dort mit vereinigtem Schritte, die beiden; / Bald geht jene voran, und er folgt; bald eilet er selbst vor; /Und nach Eurydice darf mit Sicherheit Orpheus sich umsehn.&#8221; </em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2008/02/17/orpheus-und-eurydike/#footnote_20_827" id="identifier_20_827" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">21</a></sup></p>
<p>Der Standort der Plastik vor einer Trauerweide erweist sich insofern als gut gewählt, als dass es in der Sage auch heißt, dass sich die Bäume Orpheus zugeneigt hätten, wenn er musizierte. Die Alster im Hintergrund könnte der Acheron (Styx) sein.</p>
<p><em>Quelle:</em></p>
<ul>
<li><em>Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß. </em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_827" class="footnote">*10.05.1921 in Dresden  &#8211; †23.06.1969 in Hamburg</li><li id="footnote_1_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.<em> </em></li><li id="footnote_2_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_3_827" class="footnote">röm. Pluto</li><li id="footnote_4_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_5_827" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_6_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_7_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_8_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_9_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_10_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_11_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_12_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_13_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_14_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_15_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_16_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_17_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_18_827" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_19_827" class="footnote">der in einem Pinienzapfen endende, mit Efeu und Weinlaub umwundene Stab des Dionysos (Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase) und seines Gefolges</li><li id="footnote_20_827" class="footnote">ebd.</li></ol>
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		<title>Philemon und Baucis</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Oct 2007 15:13:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese aufrecht stehende Reliefgrabplatte befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Sie wurde im Jahr 1938 aus Kalkstein gefertigt. Es handelt sich hierbei um eine Darstellung der durch den römischen Dichter Ovid überlieferten Sage „Philemon und Baucis&#8221;. Darin wird berichtet, dass Jupiter1 und sein Sohn Hermes2 einst in Menschengestalt auf die Erde herabkamen und das [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/' addthis:title='Philemon und Baucis '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/philemon-baucis-gross.jpg" rel="lightbox[223]"><img class="alignleft size-full wp-image-1518" title="Darstellung von Philemon und Baucis auf einer Grabplatte in Hamburg Ohlsdorf" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/philemon-baucis-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="306" /></a><span class="initial">D</span>iese aufrecht stehende Reliefgrabplatte befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf. Sie wurde im Jahr 1938 aus Kalkstein gefertigt. Es handelt sich hierbei um eine Darstellung der durch den römischen Dichter Ovid überlieferten Sage „Philemon und Baucis&#8221;.</p>
<p>Darin wird berichtet, dass Jupiter<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_0_223" id="identifier_0_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="griech. Zeus">1</a></sup> und sein Sohn Hermes<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_1_223" id="identifier_1_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="griech. Merkur">2</a></sup> einst in Menschengestalt auf die Erde herabkamen und das auf der gegenüberliegenden Seite der Ägais gelegene Phrygien besuchten<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_2_223" id="identifier_2_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="das heutige Anatolien">3</a></sup>: <em>„Jupiter kam hierher, wie ein Sterblicher, und mit dem Vater / Sein stabtragender Sohn Merkurius, ohne Gefieder.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_3_223" id="identifier_3_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ovid: Verwandlungen. &Uuml;bersetzt von Johann Heinrich Vo&szlig;.">4</a></sup></p>
<p>Dort wollten sie die Gastfreundschaft der Bevölkerung auf die Probe stellen, da Jupiter auch Schützer des Gastrechts war und daher auch Jupiter hospitalis (bzw. Zeus Xenios) hieß. Als arme und müde Wanderer verkleidet klopften sie an die Türen jeder kleinen Hütte und jedes großen Hauses, fanden jedoch nirgendwo Einlass: <em>„Tausend Wohungen nahn sie, um Obdach bittend und Ruhe; / Tausend Wohnungen sperret das Schloß&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_4_223" id="identifier_4_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">5</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Schließlich kamen sie zu einer Hütte, die alle vorherigen an Armseligkeit übertraf und deren Dach lediglich aus Blattwerk bestand. Auf ihr Klopfen hin wurde die Tür jedoch weit geöffnet, und eine fröhliche Stimme bat die beiden Wandersleute herein: <em>„Ein Häuschen empfängt sie, / Zwar sehr klein, mit Halmen gedeckt und Rohre des Sumpfes&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_5_223" id="identifier_5_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">6</a></sup></p>
<p>Zwar mussten sie sich bücken, um die niedrige Tür passieren zu können, doch einmal im Inneren angelangt, fanden sie einen behaglichen und sauberen Raum vor. Ein freundlich dreinblickendes altes Ehepaar hieß die beiden Wanderer willkommen und begann in aller Betriebsamkeit damit, es ihren Gästen so bequem wie möglich zu machen. So stellte der Alte eine Bank an die Feuerstelle und forderte seine Gäste auf, es sich darauf bequem zu machen und die müden Glieder auszustrecken. Zuvor hatte die alte Frau noch eine weiche Decke über die Bank gebreitet. Sie stellte sich den Fremden als Baucis und ihren Mann als Philemon vor: <em>„Aber die redliche Baucis, und gleich an Alter Philemon, / Beide verlebeten dort die blühende Jugend, und beide / Alterten dort allmählich. Die Armut offen bekennend / Machten sie leicht und erträglich mit nicht unwilliger Seele. / Gleichviel, ob du den Herrn dort aufsuchst, oder den Diener: / Zween sind das sämtliche Haus; und dieselbigen tun und befehlen. / Als nun das himmlische Paar sich genaht der ärmlichen Wohnung, / Und die Scheitel gebückt, zur niedrigen Pforte hineinging, / Heißt sie der freundliche Greis ausruhn auf gestelletem Sessel, / Den mit grobem Gewebe die emsige Baucis bedeckte. / Darauf, dem Herde genaht, zerwühlt sie die lauliche Asche, / Weckt das gestrige Feuer, mit Laub und trockener Rinde / Nährend, und bläst aus dem Rauche mit keuchendem Atem die Flammen. / Kleingespaltenes Holz und gedörretes Reis von dem Boden / Trägt sie herab, und zerknickt&#8217;s, und legt es dem Kesselchen unter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_6_223" id="identifier_6_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">7</a></sup></p>
<p>Während sie einen Kessel mit Wasser über das Feuer hängte, erzählte sie, dass sie mit ihrem Mann seit ihrer Hochzeit in dieser Hütte gelebt habe und sie immer glücklich gewesen seien. Sie seien zwar arm, doch dennoch zufrieden. Gerade als das Wasser zu kochen begann, kam der Alte mit einem Kohlkopf aus dem Garten herein. Zusammen mit einem Stück Schweinefleisch wurde der Kohl nun gekocht: <em>„Auch was der Mann an Gemüs&#8217; im gewässerten Garten gesammelt, / Blättert sie ab. Doch jener mit zweigehörnter Gaffel / Hebt den beräucherten Rücken des Schweins von der rußigen Latte, / Wo er ihn lange gespart, und schneidet ein Stück von der Schulter, / Weniges nur nur, und zähmet den Schnitt in der brausenden Wallung. / Beide verkürzen indes die Zwischenstund&#8217; in Gesprächen, / Daß den Verzug nicht fühlen die Fremdlinge. Nahe dem Herde / Hing die buchene Wann&#8217; am Pflock mit gebogenem Handgriff. / Diese, mit laulichem Wasser gefüllt, empfänget die Glieder / Bähend. Es steht in der Mitte, von fedrigen Kolben des Teichschilfs / Weich ein Lager gestopft, das Gestell und die Füße von Weiden. / Dieses umhüllen sie nun mit Teppichen, die sie gewöhnlich / Nur am festlichen Tag&#8217; ausbreiteten; aber auch diese / Waren schlecht und veraltet, der weidenen Flechte nicht unwert. / Hierauf ruhn die Götter.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_7_223" id="identifier_7_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">8</a></sup><em> </em></p>
<p>Währenddessen deckte Baucis mit ihren zitternden alten Händen den Tisch: <em>„</em><em>Geschürzt dann stellet und zitternd / Baucis den Tisch; doch einer der drei Tischfüße war ungleich; / Bald macht gleich ihn die Scherbe: da untergefügt sie den Höcker / Heilete, jetzo reibt den geebneten grünende Minze.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_8_223" id="identifier_8_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">9</a></sup> Sie brachte Oliven, in Essig eingelegte Kornelkirschen, Radieschen und Käse sowie einige Eier auf den Tisch. Auch Nachtisch wurde bereitgehalten: <em>„Aufgetischt wird dann die gesprenkelte Beere der Pallas. / Auch des Herbstes Kornelle, bewahrt in gekläreter Lake; / Rettich, Endivien auch, und Milch zu Käse gerundet; / Eier zugleich, vorsichtig in warmer Asche gewendet: / Alles auf irdnem Geschirr. Der aus Ton geformte Mischkrug / Prangt nun bunt auf der Tafel, und buchene Becher, mit Zierat / Voll geschnitzt, und die Höhlung mit gelblichem Wachse gefirnißt. / Wenige Frist, da sendet der Herd die dampfenden Speisen. / Wieder enthebt man jetzo die nicht hochaltrigen Weine; / Daß sie, entfernt ein kleines, den Raum nicht engen dem Nachtisch. / Hier ist Nuß, hier Feige, gemischt mit runzligen Datteln, / Pflaumen im kleineren Korb&#8217;, im größeren duftende Äpfel, / Und großbeerige Trauben, von Purpurreben gesammelt; / Mitten die weißliche Scheibe des Honiges; aber vor allem / Ladet der heitere Blick, und ein Herz, nicht träge noch kargend.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_9_223" id="identifier_9_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">10</a></sup></p>
<p>Philemon stellte zwei wacklige Bänke an den Tisch. Kohl und Fleisch waren indes gar und wurden ebenfalls aufgetischt. Nachdem alles bereit war, forderten Philemon und Baucis ihre Gäste auf, es sich schmecken zu lassen. Philemon brachte ihnen überdies noch Becher aus Buchenholz und einen Tonkrug mit Wein, der eher Ähnlichkeit mit Essig hatte und zudem mit Wasser verdünnt war. Doch Philemon war offensichtlich stolz und glücklich, seinen Gästen etwas Derartiges vorsetzen zu können. Er achtete darauf, sofort wenn ein Becher leer wurde, nachzuschenken. In seiner geschäftigen Gastfreundlichkeit fiel dem alten Ehepaar zunächst nicht auf, dass der Weinkrug sich nie leerte. Egal wieviel Philemon nachschenkte, der Krug blieb randvoll. Als sie dessen dann doch gewahr wurden, wechselten sie schreckerfüllte Blicke, senkten sodann aber ihre Augen und beteten leise. Sie hatten erkannt, dass es sich bei ihren Gästen nicht um gewöhnliche Menschen handelte: <em>Beide nun sehn, daß, wie oft sie erschöpfeten, immer der Mischkrug / Wieder von selbst sich füllt, und der Wein freiwillig heranwächst. / Staunend vor Angst und bestürzt, und rückwärts hebend die Hände, / Flehen sie, Baucis zugleich, im Gebet, und der bange Philemon&#8221;.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_10_223" id="identifier_10_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">11</a></sup> <span id="more-223"></span>Mit bebenden Stimmen und am ganzen Leib zitternd baten sie ihre Gäste um Vergebung für das karge Mahl, das sie ihnen serviert hatten. Sie seien im Besitz einer alten Gans, die ihnen als Beschützerin ihres bescheidenen Häuschens diene. Diese würden sie aber sogleich zubereiten, wenn die Gäste solange warten würden. Doch es sollte ihnen partout nicht gelingen, die Gans zu fangen, so sehr sie sich, zur großen Belustigung von Jupiter und Merkur (die natürlich auch hier, wie schon beim Weinkrug ihre Hände im Spiel hatten), auch mühten. Schließlich gaben sie völlig entkräftet auf: <em>„Daß sie mit Gnad&#8217; anschauen das ungerüstete Gastmahl. / Jetzo die einzige Gans, die bei der Nacht ihr winziges Häuschen / Hütete, trachten die Eigner den himmlischen Gästen zu opfern. / Jene, mit flatterndem Lauf vor den langsam folgenden Alten, / Müdet sie lang&#8217; umtäuschend, und fliehet zuletzt, wie um Rettung, / Zu den Unsterblichen selbst; und den Tod verbieten die Herrscher.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_11_223" id="identifier_11_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">12</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Nun hielten die Götter den Zeitpunkt für gekommen, sich den alten Leuten zu offenbaren. Sie seien die Gastgeber von Göttern gewesen, ließen sie die Alten wissen. Dafür sollten sie belohnt werden. Das ungastliche Land, in dem der arme Fremde verschmäht werde, solle bestraft werden, nicht jedoch sie: <em>„Wir sind Götter und tragen den unrechtschaffenen Nachbarn, / Sagten sie, würdigen Lohn. Doch euch vergönnen wir, teillos / Solcher Strafe zu sein. Verlasst nur eure Wohnung / Folget unserem Schritt, und hinauf zu den Höhen des Berges / Gehet zugleich! &#8211; Sie gehorchen, und beid&#8217; auf Stäbe gestützet, / Streben sie weit hinauf mit mühsamen Tritten die Anhöh&#8217;n. / Jetzo dem Gipfel so fern,<br />
wie der Pfeil von der Senne geschnellet, / Abreicht, wenden sie bange den Blick; und in sumpfender Sintflut / Sehen sie alles versenkt; ihr eigenes Häuschen war übrig. </em>((ebd.))<em><br />
</em></p>
<p>Sie waren nunmehr von einem großen See umgeben. Obwohl die Nachbarn nie gut zu Philemon und Baucis gewesen waren, weinten die beiden doch um sie, da sie von den Göttern von der Erde getilgt worden waren. Doch ihre Tränen trockneten angesichts des nun folgenden Wunders. Ihre kleine, niedrige Hütte verwandelte sich plötzlich in einen Tempel aus weißestem Marmor, versehen mit herrschaftlichen Säulen und einem goldenen Dach: <em>„Während sie noch anstaunten, der Nachbarn Schicksal bejammernd; / Sieh! die veraltete Hütte, zu klein auch zweien Bewohnern, / Wandelt zum Tempel sich um: für die Gaffeln ragt ein Gesäul auf:</em> /<em> Rötlich schimmert das Stroh, und wie Gold erscheinet der Giebel, / Bunt getrieben die Pfort&#8217;, und gedeckt der Boden mit Marmor.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_12_223" id="identifier_12_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">13</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Daraufhin stellte ihnen Jupiter darüber hinaus noch einen Wunsch frei. Die alten Leute tauschten sich kurz flüsternd aus. Dann äußerte Philemon ihrer beider Wunsch. Sie wünschten, die Priester dieses Tempels zu sein und ihn zu hüten. Da sie so lange zusammen gelebt hätten, sei es ihr Wunsch, dass keiner von beiden je allein sein müsse und das Grab des anderen sehen müsse. Man möge ihnen daher vergönnen, gemeinsam zu sterben. Die Götter gewährten diesen Wunsch. Noch lange lebten sie in diesem Tempel und ehrten darin die Götter<em>: Jetzt mit ruhigem Antlitz begann Saturnius also: / Sagt uns, redlicher Greis, und du des redlichen Mannes / Würdige, was ihr begehrt! &#8211; Mit Baucis redet Philemon / Weniges, öffnet den Himmlischen drauf den gemeinsamen Ratschluß: / Euere Priester zu sein, und euch zu pflegen des Tempels, / Werd&#8217; uns vergönnt! Und weil wir in Eintracht immer gelebet, / Laßt die selbige Stund&#8217; uns beid&#8217; hinnehmen; und niemals / Schau&#8217; ich die Gruft der Gattin hinfort, noch bestatte mich jene! / Gleich war Wunsch und Erfolg. Sie pflegeten beide des Tempels, / Ganz ihr Leben hindurch.</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_13_223" id="identifier_13_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">14</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Es ist nicht überliefert, ob die beiden ihre armselige Hütte, die doch so gemütlich und freundlich war, je vermissten. Eines Tages nun standen sie vor der marmornen und goldenen Pracht und begannen, sich über ihr früheres Leben auszutauschen, das so hart und doch so glücklich gewesen war. Beide waren inzwischen überaus alt geworden. Während sie ihre Erinnerungen austauschten, brachten beide mit einem Mal Blätter hervor und Rinde wuchs um sie herum. Die Zeit reichte gerade noch dazu aus, einander zuzurufen: „Lebe wohl, geliebter Gefährte&#8221;. In dem Moment als die Worte verklungen waren, wurde beide zu Bäumen &#8211; Baucis zu einer Linde und Philemon zu einer Eiche. Doch sie waren nach wie vor zusammen, da sie aus ein und demselben Stamm wuchsen. Von nah und fern kamen die Menschen fortan, um dieses Wunders gewärtig zu werden: <em>Da, gelöst von Jahren und Alter, / Einst vor den heiligen Stufen vereint sie standen und sprachen / Über das Schicksal des Orts, sah Baucis in Laub den Philemon, / Sah der alte Philemon in Laub aufgrünen die Baucis. / Und wie nun beider Gesicht der laubige Wipfel emporwuchs: / Leb&#8217;, o Trautester, wohl! und o Trauteste! riefen sie wechselnd, / Weil sie noch konnten, zugleich; und zugleich umhüllte das Antlitz / Beiden Gebüsch. Noch zeigt der tyanischen Fluren Bewohner / Dort das heilige Paar als nachbarlich grünende Bäume. / Wahrheit liebende Greise (warum auch sollten sie täuschen?) / Haben mir solches erzählt. Auch sah ich die hangenden Kränze / Selbst an den Ästen umher; und hängend den meinigen sagt ich: / Fromme sind Himmlischen wert, und Ehrende werden geehret.&#8221;</em><sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/10/21/philemon-und-baucis/#footnote_14_223" id="identifier_14_223" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">15</a></sup><em><br />
</em></p>
<p>Die in der Sage beinhaltete Vorstellung, über den Tod hinaus in Liebe verbunden zu bleiben, eignet sich wunderbar als Trostmotiv für alle Liebenden, die ihre Trennung durch den Tod fürchten. Die Idee, dass Tote in Bäumen fortleben, ist ein weiterer Trostaspekt. Die Grabplatte repräsentiert ein recht seltenes Grabsteinmotiv, womit sie den Friedhof bereichert und mitnichten nur Angehörige der darunter Begrabenen inspiriert. Begraben ist dort tatsächlich ein Ehepaar, dem leider nicht der gleichzeitige Tod vergönnt war, wie Philemon und Baucis. Sie starb 1938 (geb. 1861), ihr Mann folgte 1942 (geb. 1853). Der Künstler ist unbekannt, die Arbeit dürfte aus den Dreißiger Jahren stammen.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</em></li>
<li><em></em><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_223" class="footnote">griech. Zeus</li><li id="footnote_1_223" class="footnote">griech. Merkur</li><li id="footnote_2_223" class="footnote">das heutige Anatolien</li><li id="footnote_3_223" class="footnote">Ovid: Verwandlungen. Übersetzt von Johann Heinrich Voß.</li><li id="footnote_4_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_5_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_6_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_7_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_8_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_9_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_10_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_11_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_12_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_13_223" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_14_223" class="footnote">ebd.</li></ol>
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		</item>
		<item>
		<title>When we have wandered all our ways</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 19:06:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Plastik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Motiv des müden Wanderers bzw. Pilgers findet sich auch auf dem Pariser Friedhof Montparnasse. Dort wird es von einer Plastik des spanischen Bildhauers Baltasar Lobo (*1910, †1993) verkörpert, die sich auf dessen Grab befindet. Folgende Zeilen von Walter Ralegh (*1554, †1618) scheinen geeignet, das Wanderermotiv lyrisch aufzunehmen: Even such is time, which takes in [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/' addthis:title='When we have wandered all our ways '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baltasar-lobo-wanderer-paris-gross.jpg" rel="lightbox[18]"><img class="alignleft size-full wp-image-1523" title="Plastik von Baltasar Lobo auf dem Friedhof Montparnasse in Paris" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/baltasar-lobo-wanderer-paris-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="299" /></a><span class="initial">D</span>as Motiv des müden Wanderers bzw. Pilgers findet sich auch auf dem Pariser Friedhof Montparnasse. Dort wird es von einer Plastik des spanischen Bildhauers Baltasar Lobo (*1910, †1993) verkörpert, die sich auf dessen Grab befindet. Folgende Zeilen von Walter Ralegh (*1554, †1618) scheinen geeignet, das Wanderermotiv lyrisch aufzunehmen:</p>
<p>Even such is time, which takes in trust / Our youth, our joys, and all we have, / And pays us but with age and dust, / Who in the dark and silent grave, / When we have wandered all our ways, / Shuts up the story of our days. / And from which earth, and grave, and dust, / The Lord shall raise me up, I trust.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_0_18" id="identifier_0_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="The Concise Oxford Dictionary of Quotations, Oxford 1964, S. 174.">1</a></sup></p>
<p>Dies habe Ralegh am Abend vor seiner Hinrichtung geschrieben, sodass der fromme Beiklang nur verständlich ist. Man fand die Zeilen in Raleghs Bibel im Gatehouse Prison in Westminster, London, wo er zuvor dreizehn Jahre mit einer Unterbrechung in Haft gesessen hatte. Auf dem Schafott habe er, nachdem er die Schärfe des Henkersbeils geprüft hatte, gesagt: &#8220;&#8216;Tis a sharp remedy, but a sure one for all ills.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_1_18" id="identifier_1_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">2</a></sup> Auf die Frage, wie er sein Haupt auf dem Richtblock zu betten beliebe, habe er entgegnet: &#8220;So the heart be right, it is no matter which way the head lies.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/09/09/when-we-have-wandered-all-our-ways/#footnote_2_18" id="identifier_2_18" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="ebd.">3</a></sup></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_18" class="footnote">The Concise Oxford Dictionary of Quotations, Oxford 1964, S. 174.</li><li id="footnote_1_18" class="footnote">ebd.</li><li id="footnote_2_18" class="footnote">ebd.</li></ol>
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		<title>Des Treibens müde</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/</link>
		<comments>http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2007 18:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese aufrecht stehende Grabplatte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Das darauf dargestellte Motiv des müden Wanderer bzw. Pilgers lässt an Goethes „Wandrers Nachtlied&#8221; denken: Der du von dem Himmel bist / Alles Leid und Schmerzen stillest, / Den, der doppelt elend ist, / Doppelt mit Erquickung füllest, / Ach! ich bin des [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/' addthis:title='Des Treibens müde '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/wanderer-hamburg-ohlsdorf-gross.jpg" rel="lightbox[3]"><img class="alignleft size-full wp-image-1537" title="Skulptur eines Wanderers auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/wanderer-hamburg-ohlsdorf-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="196" /></a><span class="initial">D</span>iese aufrecht stehende Grabplatte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg. Das darauf dargestellte Motiv des müden Wanderer bzw. Pilgers lässt an Goethes „Wandrers Nachtlied&#8221; denken:</p>
<p>Der du von dem Himmel bist / Alles Leid und Schmerzen stillest, / Den, der doppelt elend ist, / Doppelt mit Erquickung füllest, / Ach! ich bin des Treibens müde! / Was soll all der Schmerz und Lust? / Süßer Friede! / Komm, ach komm in meine Brust!<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/#footnote_0_3" id="identifier_0_3" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Johann Wolfgang Goethe, Wandrers Nachtlied. In: Deutsche Gedichte. Herausgegeben von Hans-Joachim Simm. Frankfurt a.M. und Leipzig 2001, S. 342.">1</a></sup></p>
<p>Auch ein weiteres Nachtlied eines Wanderers von Goethe kommt einem in den Sinn &#8211; nämlich „Ein gleiches&#8221;, womit ein gleiches bzw. weiteres Nachtlied gemeint ist:</p>
<p>Über allen Gipfeln / ist Ruh&#8217;, / In allen Wipfeln / Spürest Du / Kaum einen Hauch; / Die Vögelein schweigen im Walde. / Warte nur! Balde / Ruhest du auch.<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/#footnote_1_3" id="identifier_1_3" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Johann Wolfgang Goethe, Ein gleiches. Ebd.">2</a></sup></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_3" class="footnote">Johann Wolfgang Goethe, Wandrers Nachtlied. In: Deutsche Gedichte. Herausgegeben von Hans-Joachim Simm. Frankfurt a.M. und Leipzig 2001, S. 342.</li><li id="footnote_1_3" class="footnote">Johann Wolfgang Goethe, Ein gleiches. Ebd.</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/08/27/3/' addthis:title='Des Treibens müde '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bedecke deinen Himmel, Zeus &#8230;</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/08/10/bedecke-deinen-himmel-zeus/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2007 17:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mythologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses eindrucksvolle Grabmal mit der Darstellung des gefesselten Prometheus befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise in der 96. Division. Gewidmet ist es Paul Boucherot (*1869, †1943), einem Eisenbahningenieur und Erfinder, der in den Rang eines Commandeur de la Legion d&#8217;Honneur erhoben wurde, wie die Grabinschrift wissen lässt. Anders als im Mythos, wo der [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/08/10/bedecke-deinen-himmel-zeus/' addthis:title='Bedecke deinen Himmel, Zeus &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/prometheus-friedhof-pere-lachaise-gross.jpg" rel="lightbox[20]"><img class="alignleft size-full wp-image-1599" title="Prometheus auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris (Prométhée au cimetière du Père Lachaise à Paris)" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/prometheus-friedhof-pere-lachaise-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="200" height="274" /></a><span class="initial">D</span>ieses eindrucksvolle Grabmal mit der Darstellung des gefesselten Prometheus befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise in der 96. Division. Gewidmet ist es Paul Boucherot (*1869, †1943), einem Eisenbahningenieur und Erfinder, der in den Rang eines Commandeur de la Legion d&#8217;Honneur erhoben wurde, wie die Grabinschrift wissen lässt. Anders als im Mythos, wo der Adler Ethon Prometheus täglich heimsucht, um von dessen sich immer wieder erneuernder Leber zu fressen, scheint es sich hier eher um einen Geier zu handeln, was der Qual jedoch sicher keinen Abbruch tut.</p>
<p>Warum Boucherot ein Grabmal mit dieser Darstellung gesetzt wurde, ist unklar. Vielleicht nimmt es Bezug auf seine wissenschaftliche oder gar religionsfeindliche Weltanschauung, die bei einem Ingenieur ja nicht abwegig ist. Das Grab mutet jedoch etwas hybrisch an, da Boucherot der Menschheit nicht etwas so Grundlegendes geschenkt hat, wie Prometheus, der ihr das Feuer brachte. Boucherot sind einige Erfindungen im Bereich der Elektrotechnik zu verdanken, die aber allesamt nicht den Eindruck erwecken, außergewöhnlich bahnbrechend bzw. grundlegend gewesen zu sein. Möglicherweise verbergen sich in der Wahl der Prometheus-Darstellung auch Zweifel und Selbstkritik des Wissenschaftlers an seinen Erkenntnissen. Nun hat Boucherot aber auch keineswegs die <em>theory of everything</em> bzw. die <em>Weltformel</em> gefunden, wie Möbius in Dürrenmatts <em>Die Physiker</em>, weshalb ethische Zweifel am Nutzen seiner Erfindungen abwegig erscheinen. Prometheus trägt aber aufgrund seiner Zuwendung zum Menschen und seiner Opposition gegen die Götter die Verantwortung dafür, dass Zeus Pandora aus Lehm schaffen und von Hermes auf die Erde bringen ließ, um die Menschheit für den Feuerdiebstahl des Prometheus zu strafen. Prometheus&#8217; Bruder Epimetheus nahm Pandora &#8211; allen Warnungen zum Trotz &#8211; zur Frau. Bald jedoch öffnete Pandora die Büchse und entließ somit alle Übel in die Welt, nur <em>elpis</em> (Hoffnung) blieb auf dem Boden der Büchse zurück. So wurde die Welt ein trostloser Ort, bis Pandora die Büchse erneut öffnete und damit auch die Hoffnung in die Welt entließ.<br />
Es ist durchaus vorstellbar, dass Prometheus, der für die Menschen eigentlich Gutes wollte, Schuldgefühle hatte, weil er auch die Übel über sie gebracht hatte. Doch auch hier ist eine Parallele zwischen Prometheus und Boucherot nicht erkennbar. Schließlich sollte man daher nicht die Möglichkeit ausschließen, dass Boucherot einfach ein Freund der Mythologie war und die Prometheus-Sage womöglich die Sage war, die er am meisten mochte.</p>
<p>Ungeachtet allen oben angestellten Spekulationen über die beabsichtigte Aussage der Skulptur, kann festgehalten werden, dass es sich dabei um eine der eindrucksvollsten figürlichen Darstellungen handelt, die sich auf Père Lachaise befinden. Es ist fast verwunderlich, dass Boucherots Grabstätte nicht in der von der Stadt Paris herausgegebenen und kostenlos zur Verfügung gestellten Broschüre mit Friedhofsplan vorkommt. Darin sind immerhin etwa 150 der „meistgefragten Grabstätten&#8221; (Sépultures parmi les plus demandées) verzeichnet. Doch lag bei dieser Zusammenstellung der Schwerpunkt wohl eher auf der Berühmtheit der jeweiligen Verstorbenen als auf dem künstlerischen Wert oder die Originalität der Grabmäler. So sind einige Gräber sehr berühmter Personen alles andere als spektakulär oder künstlerisch wertvoll. Manch weniger Bekannte ist hingegen, wie obiges Beispiel beweist, mit einem absolut bemerkenswerten Grabstein ausgestattet.</p>

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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/08/10/bedecke-deinen-himmel-zeus/' addthis:title='Bedecke deinen Himmel, Zeus &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Friede den Entschlafenen</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/03/18/friede-den-entschlafenen/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Mar 2007 18:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkmale]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmal]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sarkophag erinnert an die letzte Phase der Besatzung Hamburgs durch napoleonische Truppen im Winter 1813/14. Tausende Hamburger Bürger, die nicht ausreichend persönlichen Proviant vorweisen konnten, wurden damals von den Besatzern des Stadtgebietes verwiesen. Den Franzosen ging angesichts der Belagerung der Stadt durch die Allierten die Verpflegung der Truppe vor &#8211; hungrige Zivilisten hatten da [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/18/friede-den-entschlafenen/' addthis:title='Friede den Entschlafenen '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/sarkophag-in-planten-un-blomen-in-hamburg-gross.jpg" rel="lightbox[89]"><img class="alignleft size-full wp-image-1691" title="Sarkophag in Planten un Blomen in Hamburg" src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2008/09/sarkophag-in-planten-un-blomen-in-hamburg-mini.jpg" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" width="314" height="201" /></a><span class="initial">D</span>er Sarkophag erinnert an die letzte Phase der Besatzung Hamburgs durch napoleonische Truppen im Winter 1813/14. Tausende Hamburger Bürger, die nicht ausreichend persönlichen Proviant vorweisen konnten, wurden damals von den Besatzern des Stadtgebietes verwiesen. Den Franzosen ging angesichts der Belagerung der Stadt durch die Allierten die Verpflegung der Truppe vor &#8211; hungrige Zivilisten hatten da das Nachsehen. Etwa ein knappes halbes Jahr später wurde die Stadt von russischen Truppen befreit, was nicht verhinderte, dass viele der Vertriebenen den Tod fanden. Der Sarkophag befindet sich auf dem Gelände von Planten un Blomen in Hamburg. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet:<br />
FRIEDE DEN ENTSCHLAFENEN<br />
AN DIESER STÆTTE RUHEN DIE GEBEINE VON ELFHUNDERT ACHT UND DREIZIG HAMBURGERN WELCHE MIT VIELEN TAUSENDEN IHRER MITBÜRGER VON DEM FRANZÖSISCHEN MARSCHALL DAVOUST IM HÆRTESTEN WINTER 1813 UND 1814 AUS DEM BELAGERTEN HAMBURG VERTRIEBEN, MIT MENSCHENFREUNDLICHER MILDE IN ALTONA AUFGENOMMEN, VON DESSEN EDLEN EINWOHNERN SOWIE VON IHREN FRÜHER AUSGEWANDERTEN LANDESLEUTEN IN IHREM ELENDE UNTERSTÜTZT UND VERPFLEGT, DEM UNGEACHTET ABER OPFER IHRES KUMMERS UND ANSTECKENDER SEUCHEN WURDEN<br />
IM JAHRE 1841 IST DIESES MONUMENT MIT DEN GEBEINEN VON OTTENSEN HIERHER VERSETZT.<br />
<span id="more-89"></span>Die Inschrift auf der Rückseite lautet:</p>
<p class="MsoNormal">DIESEN DENKSTEIN ERRICHTETEN<br />
HAMBURGS TRAUERNDE BÜRGER IHREN<br />
ENTSCHLAFENEN MITBÜRGERN<br />
IM JAHRE 1815<em><br />
</em><br />
Maréchal Louis Nicolas Davoust (1770-1823) war von 1811 bis 1814 Generalgouverneur des &#8220;Department Bouche de l´Elbe&#8221; („Département der Elbmündung“). Am 31. Mai 1813 rückte er in die bis dahin von General Tettenborn besetzte Stadt Hamburg ein und legte ihr zur Züchtigung für ihren Abfall von Frankreich sogleich eine Geldbuße von 48 Mill. Franc auf, welche Summe er auch zum großen Teil mit erbarmungsloser Strenge eintrieb. Am 5. November ließ er die Bank in Beschlag nehmen, gegen Ende des Jahrs mehr als 20.000 Menschen aus der Stadt treiben und die Wohnungen von mehr als 8.000 niederbrennen, nachdem er schon vorher mehrere Unruhige mit dem Tod bestraft hatte. So grausam dies Verfahren, so militärisch trefflich war seine Verteidigung gegen die Alliierten, die ihn von allen Seiten einschlossen und belagerten. Von Napoleon beauftragt, ließ Davoust Hamburg gegen mögliche neue Angriffe zur Festung auszubauen. Bis zum Herbst 1813 ist eine strategisch wichtige Brückenstraße zwischen Harburg und Hamburg fertiggestellt. Die gesamte Bevölkerung wird zu Schanzarbeiten herangezogen. Bis zum endgültigen Abzug der Franzosen wird Hamburg jetzt ausschließlich unter militärstrategischen Gesichtspunkten verwaltet. Erst am 31. Mai 1814 übergab er auf Befehl Ludwigs XVIII. und nachdem seine Streitkräfte durch Krankheiten und Mangel dezimiert worden waren, die Stadt. Nach der Rückkehr Napoleons 1815 wurde Davoust Kriegsminister. Als nach dem Sieg bei Waterloo die Verbündeten gegen Paris vorrückten, schloß er, von den Kammern zum Oberbefehlshaber ernannt, 3. Juli eine Militärkonvention mit Blücher und Wellington ab, nach welcher er die französische Armee hinter die Loire führte, wo er sich am 14. Juli Ludwig XVIII. unterwarf, auch die Armee dazu aufforderte und das Kommando dem Marschall Macdonald übergab. 1819 zum Pair von Frankreich erhoben, starb er 1. Juni 1823. Er war einer der fähigsten Generale Napoleons, von außerordentlichen militärischem Scharfsinn und hervorragender Tapferkeit, die oft mit grausamer Strenge verbunden war.</p>

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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/18/friede-den-entschlafenen/' addthis:title='Friede den Entschlafenen '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nur an das eine dacht&#8217; ich nicht &#8230;</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/03/11/nur-an-das-eine-dacht-ich-nicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 01:37:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich dachte hin, ich dachte her, um Glück für dich zu werben, nur an das eine dacht&#8217; ich nicht, dass du mir könntest sterben. So lautet die Inschrift auf dem Grabstein von Karabet Tchilinghiryan (1869-1927) und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen (1887-1959). Die auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf befindliche Marmorskulptur wurde 1927 von Richard Kuöhl geschaffen, [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/11/nur-an-das-eine-dacht-ich-nicht/' addthis:title='Nur an das eine dacht&#8217; ich nicht &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/tchibo-gross.JPG" title="Skulptur auf dem Grab von Karabet Tchilinghiryan und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen" rel="lightbox[92]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/tchibo-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a></p>
<blockquote><p>Ich dachte hin, ich dachte her, um Glück für dich zu werben,<br />
nur an das eine dacht&#8217; ich nicht, dass du mir könntest sterben.</p></blockquote>
<p>So lautet die Inschrift auf dem Grabstein von Karabet Tchilinghiryan (1869-1927) und Erna Tchilinghiryan, geb. Petersen (1887-1959).<br />
Die auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf befindliche Marmorskulptur wurde 1927 von Richard Kuöhl geschaffen, auf dessen Konto auch das „Ehrenmal für die Veteranen des 76. Hamburger Infanterieregiments&#8221; am Hamburger Stephansplatz geht.<br />
Der in der Familiengrabstätte ebenfalls begrabene Carl Tchilinghiryan &#8211; wohl ein Sohn von Karabet Tchilinghiryan &#8211; war offenbar Namenspatron der Firma Tchibo. Bei dem Begriff „Tchibo&#8221; handelt es sich um ein Akronym, das sich aus den jeweils ersten Silben des (armenischen) Nachnamens <strong>Tchi</strong>linghiryan und des Substantivs <strong>Bo</strong>hne zusammensetzt.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em></li>
</ul>

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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/11/nur-an-das-eine-dacht-ich-nicht/' addthis:title='Nur an das eine dacht&#8217; ich nicht &#8230; '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit Charon ins Reich der Schatten</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/03/10/mit-charon-ins-reich-der-schatten/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2007 02:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Denkmale]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Mahnmale]]></category>
		<category><![CDATA[Mythologie]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>
		<category><![CDATA[Denkmal]]></category>
		<category><![CDATA[Mahnmal]]></category>

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		<description><![CDATA[„Mahnmal für die Opfer des Bombenkrieges&#8221; (Friedhof Hamburg Ohlsdorf) „[...] unter vier breiten, kreuzförmig angelegten Massengräbern liegen hier 36.918 Opfer des Hamburger Feuersturms, der Bombennächte vom Juli und August 1943. Die hölzernen Querbalken tragen die Namen der Stadtteile, aus denen die Toten zu dieser Ruhestätte transportiert wurden. Der quadratische Mittelbau sowie das Relief im Innern [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/10/mit-charon-ins-reich-der-schatten/' addthis:title='Mit Charon ins Reich der Schatten '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a title="Charon auf dem Styx" href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/styx-gross.JPG" rel="lightbox[103]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/styx-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" /></a><br />
„Mahnmal für die Opfer des Bombenkrieges&#8221; (Friedhof Hamburg Ohlsdorf)</p>
<p class="MsoNormal">„[...] unter vier breiten, kreuzförmig angelegten Massengräbern liegen hier 36.918 Opfer des Hamburger Feuersturms, der Bombennächte vom Juli und August 1943. Die hölzernen Querbalken tragen die Namen der Stadtteile, aus denen die Toten zu dieser Ruhestätte transportiert wurden.</p>
<p class="MsoNormal">Der quadratische Mittelbau sowie das Relief im Innern wurden 1947 von Gerhardt Marcks entworfen und 1952 eingeweiht. Er bedient sich in einer monumentalen und beklemmend wirkenden Szene der griechischen Mythenwelt. Dargestellt ist der Totenfährmann Charon, der ein anmutiges Brautpaar, einen Mann, eine Mutter mit Kind und einen Greis über den Acheron setzt, den Strom, der die Oberwelt vom Reich der Schatten trennt. Er wirkt erstarrt und symbolisiert die Gleichgültigkeit des organisierten Massentodes. Die anderen Figuren wirken teilnahmslos und tragen, wie der Bildhauer erläutert, ‚das Menschliche unberührt hinüber&#8217;. Mit den Mitteln der Kunst wird versucht, die Würde angesichts der furchtbaren Heimsuchung für die Stadt Hamburg zu wahren.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/03/10/mit-charon-ins-reich-der-schatten/#footnote_0_103" id="identifier_0_103" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Text entstammt der beim Mahnmal befindlichen Hinweistafel.">1</a></sup></p>
<p class="MsoNormal">Von Marcks stammt übrigens auch die bronzene Skulptur der Bremer Stadtmusikanten, wie sie seit 1953 links neben dem Bremer Rathaus steht. Aus den Bremer Stadtmusikanten stammt wiederum die Aussage: „etwas besseres als den Tod findest du überall&#8221;. Carl Zuckmayer hat diesen Satz in seinem Hauptmann von Köpenick aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass aus jeder noch so aussichtslosen Lage Kraft für einen Neuanfang geschöpft werden kann. Wenn das nicht auch auf das zerbombte Hamburg zutrifft &#8230;</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_103" class="footnote">Der Text entstammt der beim Mahnmal befindlichen Hinweistafel.</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/03/10/mit-charon-ins-reich-der-schatten/' addthis:title='Mit Charon ins Reich der Schatten '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Trauernde Frau (Arthur Bock)</title>
		<link>http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/</link>
		<comments>http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 03:32:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Schicksal]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Grabmal wurde 1912 von Arthur Bock1 aus Muschelkalk geschaffen. Es befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstelle Claussen. Die Skulptur hat die Ausmaße von 2 x 2,2 Metern. Das gesamte Grabmal misst 1,9 x 4,4 Metern. Flankiert wird die Grabwand von zwei Granitblöcken. Das Zentrum der Darstellung bildet eine sitzende Frauenfigur [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/' addthis:title='Trauernde Frau (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/gottergeben-gross.JPG" title="Figur einer Trauernden - Arthur Bock" rel="lightbox[106]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/gottergeben-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignleft" /></a><span class="initial">D</span>ieses Grabmal wurde 1912 von Arthur Bock<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/#footnote_0_106" id="identifier_0_106" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="*1875 Leipzig &amp;#8211; &dagger;1957 Hamburg">1</a></sup> aus Muschelkalk geschaffen. Es befindet sich auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf auf der Grabstelle Claussen. Die Skulptur hat die Ausmaße von 2 x 2,2 Metern. Das gesamte Grabmal misst 1,9 x 4,4 Metern. Flankiert wird die Grabwand von zwei Granitblöcken. Das Zentrum der Darstellung bildet eine sitzende Frauenfigur mit gesenktem Haupt und ausgebreiteten Armen. Die nach oben gerichteten Handflächen verleihen der Trauernden einen gottergebenen oder fatalistischen Ausdruck. Sie empfängt in Trauer das ihr zugedachte Schicksal.</p>
<p><em>Literatur: </em></p>
<ul>
<li><em></em><em>Leisner, Barb</em>ara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_106" class="footnote">*1875 Leipzig &#8211; †1957 Hamburg</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/fatalis/' addthis:title='Trauernde Frau (Arthur Bock) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8230; dass sie ruhen von ihrer Arbeit (Ludolf Albrecht)</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 02:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Fix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nekropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Skulptur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Skulptur wurde von Ludolf Albrecht1 in den Jahren 1912 und 1913 aus Granit geschaffen und befindet sich auf dem Hambuger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstätte Zenning/Deussen. Die Grabinschrift lautet: „Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit.&#8221; Dies ist ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes, wo es in Kapitel 14, Vers [...]<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/' addthis:title='&#8230; dass sie ruhen von ihrer Arbeit (Ludolf Albrecht) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&#38;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></description>
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<p><a href="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/dass-sie-ruhen-gross.JPG" title="Skulptur von Ludolf Albrecht auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf" rel="lightbox[111]"><img src="http://espritdescalier.de/blog/wp-content/uploads/2007/09/dass-sie-ruhen-klein.JPG" alt="© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007" class="alignleft" /></a><span class="initial">D</span>iese Skulptur wurde von Ludolf Albrecht<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/#footnote_0_111" id="identifier_0_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ludolf Albrecht spielte im &uuml;brigen keine r&uuml;hmliche Rolle w&auml;hrend der NS-Diktatur. Siehe dazu den Artikel &uuml;ber Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession.">1</a></sup> in den Jahren 1912 und 1913 aus Granit geschaffen und befindet sich auf dem Hambuger Friedhof Ohlsdorf auf der Grabstätte Zenning/Deussen. Die Grabinschrift lautet: „Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit.&#8221; Dies ist ein Zitat aus der Offenbarung des Johannes, wo es in Kapitel 14, Vers 13 heißt: „Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke folgen ihnen nach.&#8221;<sup><a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/#footnote_1_111" id="identifier_1_111" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984.">2</a></sup><br />
Das Zentrum der Skulptur wird von einer überdimensionierte Frau gebildet, die wohl „Mutter Erde&#8221; darstellen soll. Links und rechts von ihr lehnt sich je ein erschöpft anmutendes Menschenpaar, bestehend aus je einer Frau und einem Mann an sie.</p>
<p><em>Literatur: </em></p>
<ul>
<li><em></em><em></em><em>Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.</em> </li>
</ul>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_111" class="footnote">Ludolf Albrecht spielte im übrigen keine rühmliche Rolle während der NS-Diktatur. Siehe dazu den <a href="http://espritdescalier.de/blog/2007/06/22/in-den-startlochern-des-lebens/" title="Link zum Artikel über Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession">Artikel über Friedrich Wield und die Hamburgische Sezession</a>.</li><li id="footnote_1_111" class="footnote">Bibeltext in der revidierten Fassung von 1984.</li></ol>
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<div class="addthis_toolbox addthis_default_style " addthis:url='http://espritdescalier.de/blog/2007/02/03/dass-sie-ruhen-von-ihrer-arbeit/' addthis:title='&#8230; dass sie ruhen von ihrer Arbeit (Ludolf Albrecht) '><a href="//addthis.com/bookmark.php?v=250&amp;username=xa-4d2b47f81ddfbdce" class="addthis_button_compact">Share</a></div>]]></content:encoded>
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