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Stencil von TONA in Hamburg

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2010© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2010In unmittelbarer Nähe zum Hamburger Gängeviertel an der Ecke Caffamacherreihe / Valentinskamp und schräg gegenüber dem Polizeikommissariat 14 befindet sich das abgebildete Stencil des Hamburger Streetart-Künstlers »TONA« auf der Abdeckung eines Ampelmastes.

In seiner Perfektion und Sauberkeit der Ausführung könnte man fast meinen, es handele sich bei diesem Werk um eine Auftragsarbeit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, mit dem Ziel, die Stadt bunter zu machen. Da schien es jemand trotz Polizeinähe nicht so eilig zu haben. Denkt man aber daran, an welchen – aus offizieller Perspektive wohl inakzeptablen – Stellen »TONA« seine Stencils, Paste-Ups und Kacheln sonst noch so hinterlässt und dass er es nach wie vor vorzieht, anonym zu bleiben,  ist nicht ernsthaft an eine Kooperation mit der Stadt zu glauben. Auch nicht, angesichts der Tatsache, dass der gegenwärtigen Stadtentwicklungssenatorin Hajduk immerhin der Rückkauf des Gängeviertels durch die Stadt Hamburg zu verdanken ist, womit dem von etwa 200 Künstlern besetzten historischen Quartier das drohende Schicksal eines nahezu vollständigen Abrisses und Neubebauung unter profitmaximierenden Gesichtspunkten erspart bleibt und stattdessen eine Zukunft als kulturelles Zentrum eröffnet wird.

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2010Eine Erklärung für die Perfektion der Ausführung wäre, dass die Abdeckung einfach mittels eines Dreikantschlüssels entfernt und an unbeobachteter Stelle in aller Seelenruhe verschönert wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt hätte man sie dann in verändertem Zustand wieder schnell anschrauben könnnen. Zwei Dinge sprechen dagegen: Erstens verstößt es vielleicht gegen irgendeinen Ehrenkodex eines Streetart-Künstlers, nicht vor Ort, sondern daheim tätig zu sein. Abgesehen davon würden Kick und street credibility wohl auf diese Weise minimiert. Andererseits werden Kacheln, Sticker und Paste-Ups ja auch in Heimarbeit gefertigt und dann vor Ort nur schnell angebracht. Der zweite und triftigere Grund ist, dass sowohl die Dreikantschraube oben als auch die Schlitzschraube unten mit der gleichen Farbe beschichtet sind und haargenau ins umgebende Muster passen. Also wurde wahrscheinlich vor Ort gearbeitet – möglicherweise unter dem Schutz eines dort strategisch günstig geparkten Autos.

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