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Rimbaud – L’homme aux semelles devant / de vent

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Wie soll das Denkmal für einen Dichter aussehen, der im Alter von nur achtzehn Jahren die Poesie verwarf und ihr den Rücken kehrte? Für einen Dichter, von dem Stefan Zweig sagte: „Sein Atem ging so heiß, daß das Wachs unter seinen Händen schmolz, statt sich der Form anzupassen. Die Literatur, die Kunst waren zu schwach, um das Unaussprechliche ganz sagen zu lassen. Und so warf er sie weg, mit achtzehn Jahren.“ – „Die Poesie war ihm nichts; nur irgendein Befreiungsversuch, ein Ventil für die drängend-überschüssige Vitaltät; nur ein Versuch unter anderen, und der erste Versuch.“1 Wie also soll ein Denkmal aussehen für Arthur Rimbaud, der alle in seinem Besitz befindlichen Manuskripte seiner Dichtung auf einem Scheiterhaufen verbrannte, dessen Dichtung nur durch die posthume Initiative einstiger Freunde einer großen Öffentlichkeit bekannt wurden? Mit Sicherheit wäre ein auf einem Sockel stehender Mann mit zusammengerolltem Pergament oder einer Feder in der Hand sowie mit ins Gesicht modellierter demonstrativer Weitsicht dem rastlosen und getriebenen Rimbaud überhaupt nicht gerecht geworden. Eine Antwort auf die Frage, wie nun solch ein Denkmal aussehen könnte, findet sich im vierten Pariser Arrondissement im Quartier de l’Arsenal2 auf der Place du Père-Teilhard-de-Chardin, schräg gegenüber dem Pavillon de l’Arsenal. Die dortige Plastik ist das Ergebnis der Auseinandersetzung des französischen Bildhauers Jean Ipoustéguy3 mit der Person und dem Werk Arthur Rimbauds. Nachdem die Stadt Paris Ipoustéguy mit der Schaffung eines Denkmals für Rimbaud beauftragt hatte, entwarf dieser Ende des Jahres 1983 zunächst eine Kleinplastik mit dem Arbeitstitel „Maquette Rimbaud“4 aus Gips und Pappe5, aus der noch im gleichen Jahr die Kleinbronze mit dem Titel „Esquisse Rimbaud“6 hervorging. Ebenfalls Ende 1983 fertigte Ipoustéguy © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007eine Portätstudie mit dem Titel „Etude visage Rimbaud“7 an. Aus diesen Vorarbeiten ging zu Beginn des Jahres 1984 die Großplastik hervor, die schließlich 1985 bei Blanchet in Paris gegossen wurde. Die Bronzeplastik ist 2,2m hoch, 4,6m lang sowie 1,8m breit8 und trägt den Titel: „L’homme aux semelles devant“, was zu übersetzen ist mit: „Der Mann mit den Sohlen voran“ oder „Der Mann mit den Sohlen voraus“. Hierbei handelt es sich um eine Anspielung auf die Bezeichnung, mit der Verlaine seinen Geliebten tituliert haben soll, nämlich: „L’homme aux semelles de vent“9, was zu übersetzen ist mit: „Der Mann mit den Sohlen aus Wind“ oder „Der Mann mit den Windsohlen“ bzw. „Der Mann mit den vom Wind beflügelten Sohlen“. Offenbar scheinen einzelne Personen das Wesen einer Hommage nicht erfasst zu haben, wenn sie den Titel der Plastik für fehlerhaft befinden. Solche Zeitgenossen fühlen sich dann bemüßigt, der Welt mittels weißem Korrekturstift die vermeintlich korrekte Version mitteilen zu müssen10. Offensichtlich halten diese Personen es tatsächlich für möglich, dass der Schöpfer der Plastik, der sich ja, wie noch zu sehen sein wird, intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben muss, ausgerechnet im Titel seines Werkes einen Verständnisfehler und einen daraus resultierenden Setzfehler leistet, der dann auch jahrzehntelang von offizieller Seite in Paris geduldet wird. Nicht in den Sinn kam den Korrektoren wohl, dass es sich hierbei um eine gewollte Modifikation handelt, eine Weiterentwicklung und Überspitzung, ein Wortspiel – eben eine Hommage. Beim Anblick der Plastik fällt zunächst die Zweiteilung von Rimbauds © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Körper ins Auge. Mit dieser irritierenden Darstellung gelang Ipoustéguy eine markante Symbolisierung der Zerissenheit Rimbauds, seines ungestümen Wesens, seiner Rastlosigkeit und seines Getriebenseins. Und was liegt näher, als Symbolik zur Würdigung eines der Begründer des literarischen Symbolismus zu verwenden? Betrachtet man zudem die Etymologie des Wortes Symbol, erscheint die Verwendung dieses Stilmittels noch passender. Das griechische Ursprungswort sýmbolon (σύμβολον) mit der Bedeutung „Merkmal, Kenn-, Wahrzeichen“ ist eine Bildung aus symbállein (συμβάλλειν), was „zusammenwerfen, -legen, -fügen“ bedeutet. Sýmbolon war ursprünglich ein zwischen verschiedenen Personen vereinbartes Erkennungszeichen. Dabei handelte es sich um zerbrochene Ringe, Scherben und dergleichen. Durch die Passgenauigkeit der einzelnen Anfügestücke erkannten sich deren Besitzer wieder. Die Scherben verkörperten also die Zusammengehörigkeit. Deutlicher wird die Versinnbildlichung der Scherbenhälften daran, dass Freunde im antiken Griechenland bevor sie sich für längere Zeit trennten, ihre Namen in eine Scherbe ritzten und diese dann zerbrachen. Jeder trug eine Hälfte dann bei sich. Ein Symbol hat somit einen Hinweischarakter und weist über sich selbst hinaus. Die beiden Scherben sind zum einen natürlich nur Scherben, weisen jedoch über ihre Stofflichkeit bzw. ihr vordergründiges Erscheinungsbild hinaus aber „symbolisch“ auf Freundschaft bzw. auch auf Trennung und Sehnsucht hin. Somit kann mittels des Symbols auf einfachste und abstrakte Weise ein komplexer Zustand auf den Punkt gebracht werden, der sonst eines längeren Textes oder einer expliziten Darstellung bedürfte, wenn er denn überhaupt so ohne weiteres realitätsnah darstellbar wäre. Derartig kann auf eine schwer zugängliche, verborgene und tiefer liegende Wirklichkeit verwiesen werden. So gesehen hat Ipoustéguy durch den Bruch von Rimbauds Körper ein © www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Symbol geschaffen, bei dem im ursprünglichen Sinn die Beine das Anfügestück zum Oberkörper darstellen. Fügte man Ober- und Unterkörper wieder zusammen, hätte man Rimbaud in seinem äußeren Zustand. Doch der Bruch des Körpers veranschaulicht hier seinen inneren Zustand und den daraus folgenden Lebenswandel, der ohne Symbolik ja gar nicht in statischer bildlicher Form darstellbar wäre. Ipoustéguy hat damit sowohl im ursprünglichen Sinn ein Symbolon als auch in der heutigen Bedeutung ein Symbol geschaffen.Rimbaud scheint in einer wellenartigen Luftströmung zu schweben, die ihn zwar mit sich trägt, ihn jedoch zugleich völlig unberührt zu lassen scheint. Rimbauds Kopf ruht auf der Handfläche des linken angewinkelten Armes, der sich wiederum auf seiner rechten Ferse abstützt, der Ferse des Beins also, das ihm am 25. Mai 1891 im Alter von 37 Jahren aufgrund einer Knochenkrebserkrankung amputiert wurde, an der er ein halbes Jahr später sterben sollte. Es ist daher wohl nicht als Zufall zu betrachten, dass Ipoustéguy Rimbauds Arm auf dessen rechter Ferse positioniert, die somit auch als Rimbauds Achillesferse verstanden werden könnte, zudem es bei Achilleus auch die rechte Ferse war, die vom Wasser des Styx unbenetzt geblieben war und daher als einzige Stelle verletzlich blieb. Das Aufstützen des Kopfes bei liegender Körperhaltung evoziert beim Betrachter den Eindruck des Zustands der Langeweile. Unter ebendiesem Zustand litt Rimbaud zeitlebens und klagte immer wieder darüber, so auch im Alter von 16 Jahren in einem Brief vom 25. August 1870 an seinen früheren Rhetoriklehrer Georges Izambard noch aus seinem ardennischen Geburtsort Charleville, kurz bevor er das erste von drei Malen11 nach Paris floh: „Monsieur, Vous êtes hereux, vous, de ne plus habiter Charleville ! – Ma ville natale est supérieurement idiote entre les petites villes de province. Sur cela, voyez-vous, je n’ai plus d’illusions. […] Je suis dépaysé, malade, furieux, bête, renversé ; j’espérais des bains de soleil, des promenades infinies, du repos, des voyages, des aventures, des bohémienneries enfin ; j’espérais surtout des journaux, des livres… Rien ! Rien ! Le courier n’envoie plus rien aux libraires ; Paris se moque de nous joliment : pas un seul livre nouveau ! c’est la mort ! Me voilà réduit, en fait de journaux, à l’honorable Courrier des Ardennes, – propriétaire, gérant, directeur, rédacteur en chef et rédacteurunique : A. Pouillard ! Ce journal résume les aspirations, les vœux et les opinions de la population : ainsi jugez ! c’est du propre !… On est exilé dans sa patrie !!!“12 „Mein Herr, Sie haben Glück, Sie, daß Sie nicht mehr in Charleville sind! Meine Geburtsstadt ist den andern kleinen Provinzstädten an Idiotie klar überlegen. Darüber, sehen Sie, habe ich keine Illusionen mehr. […] Ich bin ausgestoßen, krank, wütend, blöd, niedergeschlagen; ich hoffte auf Sonnenbäder, auf endlose Wanderungen, auf Ruhe, Reisen Abenteuer, auf Zigeunereien also; vor allem hoffte ich auf Zeitungen, auf Bücher … Nichts! Nichts! Die Post bringt den Buchhändlern nichts mehr; Paris macht sich munter über uns lustig; nicht ein einziges neues Buch! Es ist zum Sterben! Hinsichtlich der Zeitungen bin ich auf den ehrenwerten Courrier des Ardennes beschränkt, – Eigentümer, Geschäftsführer, Direktor, Chefredakteur und einziger Mitarbeiter: A. Pouillard! Dieses Blatt gibt die Bestrebungen, Wünsche und Meinungen der Bevölkerung wieder: danach urteilen Sie! Ein schöner Dreck! … Mitten in seinem Vaterland lebt man in der Verbannung!!!“13 Man darf hierbei natürlich nicht übersehen, dass im gerade einmal 25 km entfernten Sedan zu diesem Zeitpunkt der Preußisch-Französische Krieg gefochten wurde, worin sicher das Hauptproblem für Lieferengpässe auf dem Buchsektor zu sehen ist. Außerdem wird die Anwesenheit preußischer Soldaten und denjenigen mit Preußen verbündeter Mächte in der Region zu Rimbauds Gefühl beigetragen haben, ein Fremder im eigenen Land zu sein14. Trotzdem wird deutlich, dass Rimbaud auch in Friedenszeiten in der Provinz geistig zu verdursten drohte. Am 2. November 1870 klagte Rimbaud abermals sein Leid in einem Brief an Izambard: „Je meurs, je me décompose dans la platitude, dans la mauvaiseté, dans la grisaille. Que voulez-vous, je m’entête affreusement à adorer la liberté libre [sic!], et… un tas de choses que « ça fait pitié », n’est-ce pas ? – Je devais repartir aujourd’hui même ; je le pouvais : j’étais vêtu de neuf, j’aurais vendu ma montre, et vive la liberté! – Donc je suis resté ! Je suis resté! – et je voudrai repartir encore bien des fois. – Allons, chapeau, capote, les deux poings dans les poches, et sortons !“15 „Aber ich sterbe, ich löse mich fast auf in diesem Grau in Grau aus Stumpfsinn und Bosheit hier. Was wollen Sie machen, ich habe mir nun mal so schrecklich unbedingt in den Kopf gesetzt, die freie [sic!] Freiheit anzubeten und … überhaupt viele Dinge, die ›bemitleidenswert‹ sind, nicht wahr? Noch heute sollte ich wieder abrücken, und ich könnte es: ich bin neu eingekleidet, meine Uhr hätte ich verkauft – siehe da: es lebe die Freiheit! – Aber ich bin geblieben! ich bin geblieben! – und denke doch an nichts anderes als davonzulaufen. – Hut auf, den Mantel vom Haken, Fäuste in die Taschen, und fort.“16 Doch auch 18 Jahre intensiven und wilden Lebens hatten den Zustand der Langeweile offenbar nicht beenden können. So ist in einem Brief vom 4. August 1888 an die Seinen aus dem abessinischen Harar, wo Rimbaud zuletzt eine eigene Faktorei betrieb, zu lesen: „Je m’ennuie beaucoup, toujours ; je n’ai même jamais connu personne qui s’ennuyât autant que moi.“17 „Ich langweile mich viel, immer; ich habe sogar nie jemanden gekannt, der sich so gelangweilt hätte wie ich.“18 Im gleichen Brief fährt Rimbaud wie folgt fort: „Et puis, n’est-ce pas misérable, cette existence sans famille, sans occupation intellectuelle, perdu au milieu des nègres dont on voudrait améliorer le sort et qui, eux, cherchant à vous exploiter et vous mettent dans l’impossibilité de liquider des affaires à bref délai ? Obligé de parler leurs baragouins, de manger de leurs sales mets, de subir mille ennuis provenant de leur paresse, de leur trahison, de leur stupidité ! Le plus triste n’est pas encore là. Il est dans la crainte de devenir peu à peu abruti soi-même, isolé qu’on est eloigné de toute société intelligente.“19 „Und ist es denn nicht ein Elend, dieses Dasein ohne Familie, ohne geistige Beschäftigung, verloren inmitten von Negern [sic!], deren Los man verbessern möchte und die ihrerseits versuchen, einen auszubeuten und die es einem unmöglich machen, Geschäfte in kurzer Frist abzuwickeln? Genötigt, ihr Kauderwelsch zu reden, ihr dreckiges Essen zu nehmen, tausend Ärger über sich ergehen zu lassen, die von ihrer Faulheit, ihrer Verräterei, ihrer Stumpfsinnigkeit kommen! Darin liegt noch nicht einmal das Traurigste. Das liegt in der Befürchtung, nach und nach selbst vertiert zu werden, vereinsamt wie man ist und weit von aller vernünftigen Gesellschaft.“20 Am 25. Februar 1890 schreibt Rimbaud aus Harar an Mutter und Schwester wiederum von der Langeweile, unter der er leide: „Ne vous étonnez pas que je n’écrive guère : le principal motif serait que je ne trouve jamais rien d’intéressant à dire. Car, lorsqu’on est dans des pays comme ceux-ci, on a plus à demander qu’à dire ! Des déserts peuplés de nègres [sic!] stupides, sans routes, sans courriers, sans voyageurs : que voulez-vouz qu’on vous écrive de là ? Qu’on s’ennuie, qu’on s’embête, qu’on s’abruit ; qu’on en a assez, mais qu’on ne peut pas en finir, etc., etc. ! Voilà tout, tout ce qu’on peut dire, par conséquent ; et, comme ça n’amuse pas non plus les autres, il faut se taire.“21 „Wundert Euch nicht, daß ich kaum schreibe: der Hauptgrund wäre, daß ich nie etwas Interessantes zu erzählen habe. Denn wenn man in einem Land wie dem hiesigen ist, hat man mehr zu fragen als zu sagen! Von stumpfsinnigen Negern [sic!] bevölkerte Wüsten ohne Straßen, ohne Kuriere, ohne Reisende, – was soll man Euch von da schreiben? Daß man sich langweilt, daß man verdummt, vertiert, daß man genug davon hat, aber nicht damit aufhören kann, usw., usw.! Das ist alles, folglich alles was man sagen kann, und da das die Anderen auch nicht erfreut, muß man schweigen.“22 Auch exakt ein Jahr vor seinem Tod äußert sich Rimbaud in einem Brief aus Harar an seine Mutter vom 10. November 1890 unzufrieden mit seiner Lebenssituation in Harar. Zwar hat er offenbar weder Glück noch Liebe oder Erfüllung gefunden aber wenigstens doch die Freiheit, wie er wie aus Trotz hinzufügt: „Quant au Harar, il n’y a aucun consul, aucune poste, aucune route ; on y va à chameau, et on y vit avec des nègres [sic!] exclusivement. Mais enfin on y est libre, et le climat est bon. Telle est la situation.“23 „Was nun Harar anbelangt, da gibt es keinen Konsul, keine Post, keine Straße, man reist per Kamel hin und lebt da ausschließlich mit Negern [sic!]. Aber jedenfalls hat man hier seine Freiheit, und das Klima ist gut. So sind die Verhältnisse.“24 Dabei war es Rimbauds eigene Entscheidung gewesen, der Zivilisation in Paris und Europa überhaupt den Rücken zu kehren, weil er von ihr gelangweilt und enttäuscht war. Bereits 1872, also nachdem er ein Jahr in Paris gewesen war, verwendete Rimbaud zu Beginn seiner Briefe nicht mehr den Namen „Paris“ vor dem Datum, sondern „Parmerde“ was mit „Parischeiße“ seine adäquate deutsche Entsprechung findet. Sicher ist dies auch z.T. Rebellion und Provokation, doch immerhin handelt es sich hier um die Stadt, von der er ursprünglich glaubte, dass er in ihr dem Albtraum der Provinz entfliehen und seine Träume verwirklichen könnte. Doch bald musste er erkennen, dass die Pariser Künstlerszene zu großen Teilen borniert war und keineswegs rebellisch oder progressiv wie er selbst. Obwohl also Europa Schauplatz seiner gescheiterten Suche nach einem Lebenssinn war,25 hatte er nun offenbar wieder Sehnsucht danach, weil er intellektuell unerfüllt war. Er befand sich also in einem Zwiespalt. In seinem Brief aus Harar vom 18. Mai 1889 an die Seinen teilte er diesbezüglich folgendes mit: „Je regrette de ne pouvoir faire un tour à l’Exposition cette année, mais mes bénéfices sont loin de me le permettre, et d’ailleurs je suis absolument seul ici, et, moi partant, mon établissement disparaîtrait entièrement. Ce sera donc pour la prochaine ; et à la prochaine je pourrai exposer peut-êtreles produits de ce pays, et, peut-être, m’exposer moi-même, car je crois qu’on doit avoir l’air excessivement baroque après un long séjour dans des pays comme ceux-ci.“26 „Schade, dass ich dies Jahr keine Reise zur Weltausstellung machen kann, aber mein Gewinn ist längst nicht so hoch, als daß er mir das erlaubte, und außerdem bin ich hier vollkommen allein und wenn ich fortginge, würde meine Niederlassung gänzlich verschwinden. Also wird das auf die nächste Ausstellung verschoben, und bei der nächsten kann ich vielleicht die Produkte dieses Landes ausstellen und womöglich mich selbst, denn ich glaube, nach langem Aufenthalt in Ländern wie diesen dürfte man äußerst absonderlich aussehen.“27 Dabei hätte auf der 1889 in Paris stattfindenden Weltausstellung durchaus die Möglichkeit bestanden, dass Rimbauds Langeweile vorübergehend gelindert worden wäre, da er nämlich im Mai der Eröffnung des anlässlich der Weltausstellung und des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution erbauten Eiffelturms hätte teilhaftig werden können. Von ähnlich modernen und gigantischen Gebäuden, wie dem anlässlich der Weltausstellung 1851 in London errichteten Crystal Palace zeigte sich Rimbaud jedenfalls tief beeindruckt, als er ihn bei seinem ersten Londonaufenthalt sah.28 Gigantismus als Ausdruck avantgardistischer Modernität und übermenschlicher Träume, war es, der Rimbaud beim Anblick von Gebäuden wie dem Crystal Palace, Albert Hall, Brückenbauten oder aber auch die London Underground mit einem Tunnel unter der Themse hindurch faszinierte, zu einem Zeitpunkt, an dem es in Paris die Métro noch gar nicht gab. Diese Eindrücke fanden auch ihren Niederschlag in Rimbauds Dichtung, so z.B. in den Illuminations: „Himmel aus grauem Kristall. Ein bizarres Gebilde von Brücken, die eine gerade, jene gewölbt, andere fallen oder schneiden im Winkel die ersten, und diese Formen gespiegelt in anderen beleuchteten Bögen eines Kanals, aber sie alle so lang und leicht, daß die Ufer sich senken, mit Domen beladen, und langsam verflachen … (Brücken) – Ein sonderbarer Geschmack des Riesenhaften hat alle klassischen Wunder der Baukunst reproduziert. […] Diese Kuppel besteht aus einem kunstvollen Stahlgeflecht von etwa fünfzehntausend Fuß im Durchmesser. An einigen Punkten der kupfernen Stege, der Plattformen und Eisenleitern, die um Hallen und Pfeiler gewunden sind, glaubte ich, die Tiefe der Stadt erfassen zu können! (Akropolis)„.29 Eines muss man Rimbaud in Bezug auf seine Langeweile lassen, er hat durchaus viel dagegen unternommen. Man kann ihm daher keineswegs vorwerfen, seine Langeweile etwa durch Faulheit oder Passivität selbst verschuldet zu haben und sich allein der Klage darüber hingegeben zu haben. Seine Ansprüche an das Leben waren womöglich einfach zu hoch. Seinem Drang nach Abwechslung begegnete Rimbaud mit schier endloser Wanderschaft und Reiselust. Paris war ja nur die erste große Station – zuvor war er bereits im wallonischen Charleroi gewesen. Es folgten Douai, Fumay, Vireux, Givet, Arras (allesamt in Nordfrankreich), Brüssel, Mecheln, Gent, Brügge, Ostende, Dover, London, Lüttich, Antwerpen, Harwich, Reading, Scarborough30 Stuttgart, Mailand, Livorno und Siena (jeweils Toskana), Marseille, München, Wien, Straßburg, Metz, Rotterdam, Harderwijk, Utrecht, Den Helder, Southhampton, Gibraltar, Neapel, Suez, Padang (auf Sumatra), Batavia (heute Jakarta), Semarang und Salatiga (beide auf Java), Kapstadt, Sankt Helena (im Südatlantik), die Azoren, Queenstown (heute Cobh an der Südküste Irlands), Liverpool, Le Havre, Köln, Bremen31, Rom, Stockholm, Kopenhagen32, Norwegen33, Hamburg, Dijon, Genua, Alexandria, Larnaka (Zypern), Hodeida, Aden, Harar, Kairo. Manche dieser Orte passierte er freilich nur auf der Durchreise bzw. legte dort nur auf Schiffspassagen an. Doch trotzdem ist seine Reisetätigkeit beachtlich, auch für die heutige Zeit. Hinzu kommt, dass er viele und vor allem lange Strecken auch zu Fuß zurücklegte. So z.B. mehrmals die etwa 230 Kilometer von Paris nach Charleville bzw. umgekehrt. Aber Rimbaud überquerte 1875 auch den Sankt-Gotthard-Pass zu Fuß von Altdorf im Kanton Uri bis nach Mailand, wo er nach etwa 220 Kilometern völlig erschöpft ankam. Von dort wanderte er an der ligurischen Küste entlang etwa 260 Kilometer bis nach Livorno. Nachdem Rimbaud, vielleicht vom Alkohol umnebelt, in Wien in einem Fiaker eingeschlafen war und vom Kutscher ausgeplündert worden war, wurde er wegen seiner daraus folgenden Mittellosigkeit aufgegriffen und aus Österreich ausgewiesen.34 Da er mittellos war, legte er den Heimweg über München, Straßburg und Metz zu Fuß zurück.35 Die Strecke von Passau nach Charleville beträgt immerhin etwa 800 Kilometer. Im Oktober 1878 reiste Rimbaud zu Fuß über die Vogesen durch die Schweiz bis nach Lugano, von wo er dann den Zug nach Genua nahm, um sich dort nach Alexandria einzuschiffen, von wo aus er nach Zypern fuhr, um dort eine geraume Zeit als Aufseher in einem Steinbruch zu arbeiten. Doch er unternahm auch viele Wanderungen ohne konkretes Ziel, außer dem, in der Natur und in Bewegung zu sein und womöglich auch, um sich von sich und seinen Problemen abzulenken. Solche Wanderungen machte er in den Ardennen, in England und überall dort, wo er sich für einen längeren Zeitraum niederließ. Dass Rimbaud die letzten elf Jahre seines Lebens36 dann – mit wenigen Ausnahmen – „nur“ in Abessinien zubrachte, lag nicht an einer geminderten Reiselust seinerseits, sondern vielmehr an seinen fehlenden finanziellen Möglichkeiten, wie er selbst in einem Brief aus Aden an die Seinen vom 15. Januar 1885 erklärt: „En tous cas, ne comptez pas que mon humeur deviendrait moins vagabonde, au contraire, si j’avais le moyen de voyager sans être forcé de séjourner pour travailler et gagner l’existence, on ne me verrait pas deux mois à la même place. Le monde est très grand et plein de contrées magnifiques que l’existence de mille hommes ne suffirait pas à visiter. Mais d’un autre côté, je ne voudrais pas vagabonder dans la misère, je voudrais avoir quelques milliers de francs de rentes et pouvoir passer l’année dans deux ou trois contrées différentes, en vivant modestement et en faisant quelques petits trafic pour payer mes frais. Mais pour vivre toujours au même lieu, je trouverai toujours cela très malheureux. Enfin, le plus probable, c’est qu’on va plutôt où l’on ne veut pas, et que l’on fait plutôt ce qu’on ne voudrait pas faire, et qu’on vit et dédède tout autrement qu’on ne le voudrait jamais, sans espoir d’aucune espèce de compensation.“37 „Denkt auf keinen Fall, ich hätte allmählich weniger Lust dazu, durch die Welt zu streifen. Im Gegenteil, wenn ich die Mittel zum Reisen hätte, ohne wegen Arbeit und Lebensunterhalt an einem bestimmten Ort leben zu müssen, würde man mich keine zwei Monate am selben Platz finden. Die Welt ist sehr groß und voll herrlicher Länder, das Dasein von tausend Menschen würde nicht genügen, um sie alle zu besuchen. Aber andererseits möchte ich nicht im Elend herumvagabundieren. Ich möchte ein paar tausend Franken Rente haben und das Jahr in zwei oder drei verschiedenen Ländern verbringen können, bei einem bescheidenen Leben und mit ein paar kleinen Geschäften, die ich machen würde, um meine Kosten zu decken. Aber ständig am selben Ort zu leben werde ich immer sehr jämmerlich finden. Zuletzt ist es am wahrscheinlichsten, daß man eher hinkommt, wo man nicht hinwill, und eher tut, was man nicht möchte, und daß man ganz anders lebt und stirbt, als man jemals wollte, ohne Hoffnung auf irgendeine Art von Ausgleich.“38 In der Forschung wurde das zwanghafte Wandern Rimbauds auch pathologisiert, indem man bei ihm „Dromomanie“ (bzw. „Poriomanie“) vermutete.39 Hierbei handelt es sich um einen Wanderdrang, der sich in impulsivem, unvermittelt auftretendem Weglaufen oder auch Umherirren manifestiert, z.B. bei endogener Depression, Epilepsie oder als Konfliktreaktion.40 Da Rimbaud vor Exzessen bewusst nicht zurückgescheut sei41, blieben Folgen nicht aus. So brach er vor Erschöpfung auf dem Vorplatz des Mailänder Doms ohnmächtig zusammen, nachdem er in einem Gewaltmarsch die Alpen überquert hatte. Später erlitt er auf dem Weg nach Siena einen so schweren Sonnenstich, dass er in Livorno in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich musste er sich in Marseille weiter behandeln lassen. Im Jahr 1877 schiffte Rimbaud sich in Marseille ein, um den Orient zu bereisen. Doch er musste bereits im italienischen Civitavecchia wieder wegen quälender Bauchschmerzen von Bord gebracht werden. Der behandelnde Arzt habe eine innere Entzündung des Unterleibs als Folge der exzessiven Wanderungen diagnostiziert.42 Im Übrigen war Rimbaud in Abessinien ja keineswegs sesshaft. Da er regelmäßig Karawanen begleitete, wäre der Begriff „Halbnomade“ wohl nicht unzutreffend. Auf diesen oft mehrwöchigen Karawanenreisen kam Rimbaud auch im Land herum und war zudem in Bewegung. Ugo Ferrandi, der Rimbaud 1886 in Tadjoura (im heutigen Dschibuti) am Golf von Aden begegnete, schrieb über diesen: „Obwohl er für die Tagemärsche ein Maultier hatte, bestieg er es nie; mit seinem zweischüssigen Gewehr begleitete er die Karawane immer zu Fuß.“43 Ein anonymer französischer Staatsbeamter, der von 1906 bis 1925 an der französischen Somaliküste Dienst tat, brachte bei Rimbauds Wirtsleuten in Obock (im heutigen Dschibuti) Ähnliches in Erfahrung: „Obwohl beritten, machte er dreiviertel des Weges zu Fuß. Er war übrigens ein unermüdlicher Fußgänger, der Hunger und Durst aushalten konnte, wenn es nötig war.“44 Wahrscheinlich hat Rimbaud die „Euphorie der Flucht“45 genossen und gebraucht – der Flucht, die ihm Bilder unbekannter Landschaften vermittelte sowie fremde Sprachen vernehmen ließ. Die ständige Bewegung lenkte ihn ab, von sich selbst und den ungelösten oder auch unlösbaren Konflikten, die er in sich trug. „Diese lange, heilsame Wanderung wird zu einer Droge, die wie ein starkes Medikament zu Gewöhnung und Abhängigkeit führt.“46 Er hat viel versucht, um sein Glück, seine Erfüllung, seine Bestimmung zu finden. Doch nie hat er aufgegeben und sich in ein konventionelles Leben gefügt. Zuerst war die Poesie, dann Absinth (den Rimbaud „Absomphe“ nennt), Haschisch, die (Homo-)Erotik, das Reisen (im Unterschied zum getriebenen Wandern), dann Fremdspracherwerb und als das alles nicht zum Ziel führte, folgte das Wandern. Charakteristisch für Rimbaud ist der konsequente Bruch mit dem, was war und die darauf folgende Flucht nach vorn (fuite vers l’avant).47 So ist auch sein Werk nichts als eine Folge von Befreiungen, Brüchen und Aufbrüchen ins Unbekannte48. Rimbaud war der Überzeugung, dass die Freiheit eine Schöpferin sei (la liberté est créatrice)49, also tat er alles, um frei zu sein, jegliches bürgerliche Korsett zu sprengen, in dem nichts Höheres erlangt werden könne. In diesem Sinn schrieb Rimbaud im Juni 1872 auch an seinen Freund Ernest Delahay: „Le sérieux, c’est qu’il faut que tu te tourmentes beaucoup, peut-être que tu aurais raison de beaucoup marcher et lire. Raison en tout cas de ne pas te confiner dans les bureaux et les maisons de famille. Les abrutissements doivent s’exécuter loin de ces lieux-là. Je suis loin de vendre du baume, mais je crois que les habitudes n’offrent pas des consolations, aux pitoyables jours.“50 „Das Wesentliche ist, daß Du Dich sehr quälen mußt. Vielleicht hast Du recht, viel zu laufen und zu lesen. Recht auf jeden Fall, Dich nicht aufs bürgerliche Milieu der Familie zu beschränken. Das Hart- und Unmenschlichwerden muß sich fern von diesen Orten vollziehen. Ich bin weit entfernt davon, billigen Trost an den Mann bringen zu wollen, aber ich glaube, daß das gewohnte Leben an den schlimmen Tagen keine Stärkungen bietet.“51 Eine z.T. etwas wörtlichere Übersetzung lautet: „Eine ernste Sache, daß Du Dich so quälen mußt. Wahrscheinlich hast Du recht, viel zu wandern und zu lesen. Doch ganz bestimmt, Dich nicht in Büros oder Bürgerfamilien einsperren zu lassen: Wenn man schon Vieh werden soll, dann auf jeden Fall woanders. Ich bin weit davon entfernt, Balsam feilzubieten, der Wunder tun kann, aber ich glaube, daß nächtliche Gewohnheiten kein Trost für jammervolle Tage sind.“52 In den Brüchen und Aufbrüchen sieht Rimbaud für sich wohl auch etwas Programmatisches, sodass diese nicht allein als eine Folge des Getriebenseins zu verstehen sind, sondern womöglich auch als Teil eines ganz bewussten und gezielten Plans, mit dessen Hilfe er der Wahrheit näher kommen wollte. Diesen Anschein erweckt er zumindest in den „Illuminations“ in dem Vers „Départ“ / „Aufbruch“ und insbesondere durch dessen abschließenden Imperativ: „Assez vu. La vision s’est rencontrée à tous les airs. / Assez eu. Rumeur des villes, le soir, et au soleil, et toujours. / Assez connu. Les arrêts de la vie. – Ô Rumeurs et Visions ! / Départ dans l’affection et le bruit neufs !“53 „Genug gesehen. Gesichte trägt ein jeder Wind. /Genug besessen. Das Raunen der Städte am Abend, am hellen Tag, und immerzu. / Genug erkannt. Die Fermate des Lebens! – O Raunen und Gesicht! / Aufbruch zu neuem Aufruhr und Liebe!“54 Ebenfalls in den „Illuminations“ findet sich bezeichnenderweise in dem Vers „Vagabonds“ / „Vagabunden“ folgendes in Bezug auf das Motiv des endlosen Wanderns: „J’avais en effet, en toute sincérité d’esprit, pris l’engagement de le rendre à son état primitif de fils du soleil, – et nous errions, nourris du vin des cavernes et du biscuit de la route, moi pressé de trouver le lieu et la formule.“55 „Und ich glaubte, man könne ihm seine Kindheit zurückgeben, als eines Sohnes der Sonne – doch wir irrten umher, und nährten uns vom Wein der Höhlen, vom Zwieback der Straßen, und ich, immer getrieben, den Ort zu finden und die Formel.“56 „Den Ort zu finden und die Formel“ – das bringt wohl Rimbauds Leben und Streben, wie auch sein Scheitern auf den Punkt. Unter dem „vin des cavernes“ bzw. dem „Wein der Höhlen“ ist „Quellwasser“ zu verstehen.57 Unter „biscuit de la route“ bzw. „Zwieback der Straßen“ könnte demzufolge das verstanden werden, was die Natur unterwegs an Nahrung zu bieten hat oder dem, was man umsonst bekommt. Etwas paradox mutet an, dass die große Anzahl an Brüchen in Rimbauds Leben ihm zugleich eine gewisse Kontinuität verleiht. Verlaine verarbeitete das Wesen seines früheren Geliebten und Weggefährten Rimbaud in seiner Dichtung. So ist beispielsweise in seiner „Sagesse“ („Weisheit“) aus dem Jahr 1880 folgendes unter IV. zu lesen: „La malédiction de n’être jamais las / Suit tes pas sur le monde où l’horizon t’attire, / L’enfant prodigue avec des gestes de satyre !“58 „Verfluchter! Ein niemals Ermüdeter, dich reißt es / mit jedem Ruck durch die Welt, einem Ziellosen zu. / Du Wunderkind mit Satyrtun: und stets ohne Ruh!59 Dieses Gedicht sei an Rimbaud gerichtet, und Verlaine habe es ihm möglicherweise sogar zugeschickt.60 Liest man weiter, stellt man fest, dass Verlaine hart mit Rimbaud ins Gericht geht: „Tu flânes à travers péril et ridicule, / […] La patrie oubliée est dure au fils affreux, / Et le monde alentour dresse ses buisson creux / Où ton désir mauvais s’épuise en flèches mortes. / Maintenant il te faut passer devant les portes, / Hâtant le pas de peur qu’on ne lâche le chien, / Et si tu n’entends pas rire, c’est encor [sic!] bien. / Malheureux, toi Français, toi Chrétien, quel dommage ! / Mais tu vas, la pensée obscure de l’image / D’un bonheur qu’il te faut immédiat, étant / Athée (avec la foule !) et jaloux de l’instant, / Tout appétit parmi ces appétits féroces, / Épris de la fadaise actuelle, mots, noces / Et festins, la « Science », et «l’esprit de Paris », / Tu vas magnifiant ce par quoi tu péris, / Imbécile ! et niant le soleil qui t’aveugle ! / Tout ce que les temps ont de bête paît et beugle / Dans ta cervelle, ainsi qu’un troupeau dans un pré, / Et les vices de tout le monde ont émigré / Pour ton sang dont le fer lâchement s’étiole. / Tu n’es plus bon à rien de propre, ta parole / Est morte de l’argot et du ricanement, / Et d’avoir rabâché les bourdes du moment. / Ta mémoire, de tant d’obscénités bondée, / Ne saurait accueillir la plus petite idée, / Et patauge parmi l’égoïsme ambiant, / En quête d’on ne peut dire quel vil néant ! / Seul, entre les débris honnis de ton désastre, / L’Orgueil, qui met la flamme au front du poétastre / Et fait au criminel un prestige odieux, / Seul, l’Orgueil est vivant, il danse dans tes yeux, / Il regarde la Faute et rit de s’y complaire. / – Dieu des humbles, sauvez cet enfant de colère !“61 „Verantwortungsloser, du schlenderst zu kühn durch Gefahren. / […] Ein Vaterland, das man vergaß, ist bösen Söhnen hart. / Die andre Welt erscheint von hohlem Strauchwerke umstarrt, / wo nun dein arges Wünschen nutzlos seinen Pfeil verschießt; / und du mußt jetzt vor Türen treten, die man kühl verschließt, / die Schritte beflügeln, aus Furcht, daß man Hunde auf dich hetzt, / und schon ist es gut, wenn kein Gelächter dich verletzt. / Unseliger! Du Christ, du Franzose, wie schade! / Du schreitest hin, im Sinn eine dunkle Ballade, / voll plötzlichem Glück! das du, Ungläubiger, haben mußt: / so wie die Menge! denn du bist happig nach kurzer Lust, / von der Begierde gereizt, zwischen reißenden Begierden: / verschwärmst dich in Lauheiten, Tand und Zierden; / für Wissenschaft, Vergnügungen und den Geist von Paris; / du übersteigerst und lobst das, wofür man dich verließ. / Du Tropf! Verleugner der Sonne, die in Blindheit dich hüllt, / was jemals an Torheit geweidet hat oder gebrüllt, / geriet in dein Hirn wie die Herde, zerstreut übers Gras. / Und alle Laster der Welt gelangten in das Gelaß / des Blutes, in dem nun dein Eisen, aus Feigheit, verrostet. / Du taugst nichts! Dein Wort ist vom Tode durchfrostet. / Die Sprache der Gosse verriet es: der Spott, der dich freut, / denn du hast die Flausen des Tages wiedergekäut. / So ist dein Gedächtnis voll Unzucht und Zoten: / der kleinsten Idee wird der Eingang verboten. / Es schlammt durch der Ichsucht entsetzliches Kreisen / und sucht nur das Nichts vor sich selbst zu beweisen. / Es bleibt, unter schimpflichen Resten des Sturzes, / des Dichterlings Stirn bloß der Stolz für ein kurzes / und häßliches Ansehn: du gleichst dem Verbrecher. / Auch ihm schwirrt der Hochmut im Auge: stets frecher / belacht er den Fehltritt; begafft seine Wut. / – Errette, o Herr, dieses zürnende Blut.“62 – (Die Hervorhebungen stammen vom Autor dieses Beitrages.) Deutlich wird in diesen Zeilen Verlaines verstärkte Zuwendung zum christlichen Glauben, nach einer Abwendung während seiner Bekanntschaft mit Rimbaud. Aber auch vom nicht-religiösen Standpunkt aus hatte Verlaine genug vor Kritik triefender Pfeile für Rimbaud im Köcher. Verlaine hielt die Wanderungen Rimbauds für sinnlos und glaubte, dass er auf diese Weise die Kräfte seines Geistes zerstörte, sodass er keiner geistigen Anstrengung mehr fähig war.63 Retrospektiv musste sich Verlaine in seinem Werk „Les poètes maudits“ („Die verfemten Dichter“) aus dem Jahr 1884 aber Folgendes eingestehen: „L’homme en Rimbaud est libre, cela est trop clair […] Mais n’avons-nous pas eu raison, nous, fou du poète, de le prendre, cet aigle, et de le tenir dans cette cage-ci, sous cette étiquette-ci […]“64 „Der Mensch in Rimbaud ist frei, das ist vollkommen klar […] wir törichte Dichter hatten nicht das Recht, diesen Adler zu nehmen und ihn in diesem Käfig zu halten, ihm diese Etikette aufzuzwingen […]“65 Zahlreiche Briefe zeugen davon, dass Verlaine immer wieder versuchte, Erkundigungen über Rimbaud sowie dessen Verbleib einzuholen, nach- und trotzdem dieser ihn am Neckar niedergeschlagen hatte66 und fortan verschollen schien. In diesen Briefen werden fast ausschließlich Spitznamen für Rimbaud verwendet, die einiges darüber aussagen, was man in Verlaines Kreisen von ihm hielt. So schickte Ernest Delahaye am 25. April 1876 seinem Freund Verlaine eine Karikatur von Rimbaud, auf der er diesen als „Le nouveau juif-errant“ – „Den neuen Ewigen Juden“ also den zu ewiger Wanderschaft verdammten Ahasver67 bezeichnete68. Zu sehen ist darauf Rimbaud mit eingerissenem und zerknittertem Zylinder, seiner typischen Hammerpfeife und knorrigem Wanderstock. Außerdem sieht man seinen Reisepass aus der Fracktasche heraushängen, der jedoch nicht etwa mit „passeport“, sondern mit „passe porc“ beschriftet ist. Demnach passierte Rimbaud auf seinen Reisen keine Grenzbeamten, sondern Schweine. Denkt man an Rimbauds Widerwillen gegen Regeln und Gesetze, wäre es wohl durchaus treffend, zu behaupten, er glaube, dass er an Schweinen vorübergehe, wenn er Grenzbeamte passiert. Für diese Bedeutung spricht, dass er gerade an zwei ihm zum Abschied winkenden, wohl österreichischen Soldaten vorbeigeht, von denen jeder eine Porzellanpfeife raucht, und kurz darauf an zwei ihm zur Begrüßung zuwinkenden preußischen Soldaten, wobei der eine von beiden wohl den deutschen Michel darstellt, angetan mit einer Schlafmütze, die so lang ist, wie ihr Träger groß. Der andere trägt die preußische Pickelhaube. Rimbauds Beine sind etwa doppelt so lang wie sein Oberkörper, weshalb er Siebenmeilenschritte zu machen scheint. Gezeigt wird er auf dem Heimweg von Wien. Im Hintergrund ist das Straßburger Münster angedeutet und am linken Bildrand die Silhouette von Charleville. In einem späteren Brief Delahayes an Verlaine aus dem Jahr 1876 findet sich eine weitere Karikatur Rimbauds69. Hier ist sein nackter Oberkörper dargestellt, der vollständig tätowiert zu sein scheint, unter anderem mit Darstellungen gekreuzter Tabakpfeifen sowie mit einer Absinthflasche und einem Absinthglas. Durch die Nase geht ein Pfeil, eine Pfeife hängt ihm im rechten Mundwinkel. Darüber hinaus ist er mit zwei Armreifen und einem Ohrring geschmückt. Überbleibsel der Zivilisation sind die um den Hals gewundene Krawatte mit darauf sitzendem Vatermörder sowie ein schief auf seinem Kopf sitzender Hut. Auf der rechten Bildhälfte ist ein Afrikaner dargestellt, der neben einem Ohrring auch einen großen Nasenring trägt. Mittels einer Sprechblase lässt Verlaine Rimbaud sagen: „Ces Cafres, encore de fameux bassin !…“ – „Diese Kaffer70, [haben] noch immer die berühmten Becken!“71. Es ist anzunehmen, dass der Begriff „Becken“ hier anatomisch zu verstehen ist und Verlaine womöglich durch den Mund Rimbauds das Klischee von den breiten Hüften der Schwarzafrikanerinnen bedient, für die sich Rimbaud in den Augen Verlaines neben Absinth und dem Rauchen aller möglichen Dinge auch noch interessiert haben mochte. Eine weitere von Delahaye stammende Karikatur72, die in demselben Brief enthalten war wie die vorherige, zeigt Rimbaud beim Tanz mit sechs Afrikanern – zwei Frauen und vier Männern – allesamt Hand in Hand in einer Reihe. Drei der Afrikaner haben Pfeile in der Nase, während die drei anderen Nasenringe tragen. Allen voran tanzt Rimbaud mit einem Hut auf dem Kopf, in dem ein Pfeil steckt sowie mit einem Nasenring und mit seiner Rechten eine Flasche Absinth emporhebend. An der Hüftschnur seines Lendenschurzes hängt ein „DICTIONN. HOTTENTOT“, also ein Wörterbuch für „Hottentottisch“. Im Hintergrund sind Palmen und Kakteen (!) zu sehen. Der Titel der Karikatur lautet: „Un missionaire qui vient de Charleville“ – „Ein aus Charleville stammender Missionar“. Offensichtlich macht sich Delahaye hier über Rimbaud lustig, indem er ihn als einen lächerlichen Missionar darstellt. Und es gibt noch eine weitere Karikatur Rimbauds aus der Feder Delahayes73. Diese trägt den Titel „Le roi nègre [sic!]“ – „König der Neger [sic!]“. Zu sehen ist ein halbnackter, Pfeife rauchender Rimbaud mit einer Krone auf dem Haupt sowie mit angezogenen Knien auf einem Stuhl sitzend. Flankiert wird er von zwei mit Hellebarden (!) bewaffneten Afrikanern, die zu seiner Bewachung postiert zu sein scheinen, während zwei andere Afrikaner Rimbaud auf dem Bauch liegend huldigen. Alle vier haben die Gesichtszüge von Übergeschnappten, während Rimbaud einen bockigen und launischen Gesichtsausdruck hat. Die Eingangsnotiz des Briefes lautet: „Toujours pas de nouvelles du Sénegalais […]74 – „Nach wie vor keine Neuigkeiten vom Senegalesen.“ Verlaine stand Delahaye im Zeichnen von Rimbaud-Karikaturen keineswegs nach. Eine solche Zeichnung aus dem Jahr 1876 zeigt einen ganzkörpertätowierten Mann, auf dessen geschorenem Schädel nur noch ein kleines Haarbüschel senkrecht nach oben steht. Er hat eine Pfeife im Mundwinkel, in der Rechten ein Absinthglas und in der Linken einen Absinthlöffel75. Das Bild wird von folgendem Zehnzeiler umflossen: „O la la, j’ai rien fait du ch’min d’puis mon dergnier / Coppée! Il est vrai qu‘ j’en suis chauv‘ comme un pagnier / Percé, que j’sens quent‘ chos‘ dans l’gôsier qui m’ratisse, / Qu‘ j’ai dans l‘ dos comm‘ des avant gouts d’un rhumatisse / Et que j’emmerd‘ plus seuq‘ jamais. Mais c’est-n-égal / J’aurai prom’né ma gueule infecte au Sénégal / Et vu Sainte Hélèn‘ (merde à Badingue !) un‘ rud‘ noce, / Quoi ! Mais tout çà c’est pas sérieux. J’rêve eud‘ négoce, / Maint’nant, et plein d’astuss‘, j’baluchonn‘ des vieill’s plaqu’s / D’assuranc‘, pour revend‘ cont‘ du rhum aux Kanaks !“ „Oje, ich bin kein Stück vorangekommen seit meinem letzten / Copée76! Es ist wahr, dass ich davon kahl bin wie ein löchriger Korb / dass ich etwas in der Kehle spüre, das mich kratzt, / dass ich in meinem Rücken einen Vorgeschmack von Rheuma habe / und dass ich zu Tode gelangweilt bin mehr denn je. Aber c’est-n-égal77 = SENEGAL = das ist mir egal / Ich werde mein widerliches Maul in den Senegal spazieren führen / ich habe Sankt Helena gesehen (scheiß auf Badingue78 ) eine Mordshochzeit, / Wie! Aber all‘ das ist nicht ernst. Ich träume vom Handel / Jetzt, und voller Tricks klau‘ ich alte Versicherungsschilder, / um sie gegen Rum an die Kanaken [sic!] weiterzuverkaufen.“79 Der Text mutet recht wirr an. Verlaine will damit wohl einen Rimbaud imitieren, der unter starkem Einfluss von Absinth Gedankenfetzen von sich gibt. Zugleich aber schimmert die Meinung durch, die er mittlerweile von Rimbaud hat und die nicht die beste ist. Seiner Ansicht nach zerstört sich Rimbaud auf seiner Sinnsuche selbst, ohne etwas zu erreichen, außer Krankheit und Entwürdigung. Anstatt also das Höhere, Erhabene zu schauen, wie beabsichtigt, tauscht er als Krüppel irgendwelchen auf dubiosen Wegen erworbenen Kram mit als primitiv angesehenen Eingeborenen80 in Afrika. Zunächst und überwiegend war es jedoch nicht sonderlich dubios, womit Rimbaud Handel trieb. So handelte er lange Zeit als Angestellter einer Faktorei in Aden mit Kaffee, der arabischen Karawanen aus dem Jemen in dicken Ballen abgekauft wurde, um dann von Hindufrauen sortiert und daraufhin nach Marseille exportiert zu werden.81 Als er später in Harar in der Filiale der Adener Faktorei arbeitete, handelte er in deren Auftrag über den Kaffee hinaus auch mit Häuten und Gummi. Den sich vielleicht aufdrängenden Verdacht, er handele womöglich mit Sklaven, trat Rimbaud, bevor er geäußert wurde, vorsorglich in einem Brief an die Seinen vom 3. Dezember 1885 entgegen, nachdem ihm offenbar aufgegangen war, dass die vorherigen Schilderungen seiner gegenwärtigen Tätigkeit und der Siuation in Abessinien missverstanden werden konnten: „Mes chers amis, Je suis ici en train de former ma caravane pour le Choa. Ça ne va pas vite, comme c’est l’habitude, mais, enfin, je compte me lever d’ici vers la fin de janvier 1886. Je vais bien. – Envoyez-moi le dictionnaire demandé, à l’adresse donnée. A cette même adresse, par la suite, toutes les communications pour moi. De là on me fera suivre. Ce Tadjoura-ci est annexé depuis un an à la colonie française d’Obock. C’est un petit village Dankali avec quelques mosquées et quelques palmiers. Il y a un fort, construit jadis par les Égyptiens, et où dorment à présent six soldats français sous les ordres d’un sergent, commandant le poste. On a laissé au pays son petit sultan et son administration indigène. C’est un protectorat. Le commerce du lieu est le trafic des esclaves. D’ici partent les caravanes des Européens pour le Choa, très peu de chose ; et on ne passe qu’avec des grandes difficultés, les indigènes de toutes ces côtes étant devenus ennemies des Européens, depuis que l’amiral anglais Hewett a fait signer à l’empereur Jean du Tigré un traité abolissant la traite des esclaves, le seul commerce indigène un peu florissant. Cependant, sous le protectorat français, on ne cherche pas à gêner la traite, et cela vaut mieux. N’allez pas croire que je sois devenu marchand d’esclaves.“82 „Meine lieben Freunde, Ich bin hier gerade dabei, meine Karawane nach Schoa aufzustellen. Das geht wie gewöhnlich nicht schnell, doch ich rechne damit, gegen Ende Januar 1886 aufbrechen zu können. Mir geht es gut. – Schickt bitte das Wörterbuch, um das ich bat, an die angegebene Adresse. Sendet bitte alles an die gleiche Adresse, wie sie unten angegeben ist. Von dort wird man mir alles nachsenden. Dieses Tadjoura ist seit einem Jahr der französischen Kolonie Obock angegliedert. Es ist ein kleines Ankali83-Dorf mit einigen Moscheen und Palmen. Es gibt eine Befestigungsanlage, die einst von den Ägyptern erbaut wurde und wo momentan sechs französische Soldaten in Quartier liegen unter dem Befehl eines Unteroffiziers und Kommandanten des Postens. Man hat den Sultan des Landes und seine indigene Regierung im Land belassen. Es ist ein Protektorat. Das örtliche Gewerbe ist der Sklavenhandel.84 Von hier gehen Karawanen der Europäer nach Schoa ab, damit ist wenig los, und man kommt nur mit großen Schwierigkeiten durch, da die Eingeborenen an allen diesen Küsten den Europäern feind geworden sind, seit der englische Admiral Hewett den Kaiser Johannes von Tigre einen Vertrag unterzeichnen ließ, der den Menschenhandel abschafft, das einzige ein bißchen florierende Geschäft der Eingeborenen. Unter dem französischen Protektorat allerdings sucht man den Handel nicht zu behelligen, und das ist besser so. Glaubt nun nicht, daß ich Sklavenhändler geworden wäre.85 Im Folgenden kommt Rimbaud dann auf einen dubioseren Handel zu sprechen, den er erst kurz zuvor eingefädelt hatte und von dem er sich einen schnellen und großen Profit versprach: „Les m[archand]ises que nous importons sont des fusils (vieux fusils à piston réformés depuis 40 ans), qui valent chez les marchands de vieilles armes, à Liège ou en France, 7 ou 8 francs la pièce. Au roi du Choa, Ménélik II, on les vend une quarantaine de francs. Mais il y a dessus des frais énormes, sans parler ds dangers de la route, aller et retour. Les gens de la route sont les Dankalis, pasteurs bédouins, musulmans fanatiques : ils sont à craindre. Il est vrai que nous marchons avec des armes à feu et les bédouins n’ont que les lances : mais toutes les caravanes sont attaquées.“86 – „Was wir an Waren importieren, sind Gewehre (alte Perkussionsgewehre, seit 40 Jahren überholt), die bei Altwaffenhändlern in Lüttich oder in Frankreich 7 oder 8 Franken das Stück kosten. An den König von Schoa, Menelik II., verkaufen wir sie für vierzig Franken. Darauf liegen aber große Unkosten, zu schweigen von den Gefahren beim Hin- und Rückmarsch. Die Leute auf dem Wege sind die Dankali, Beduinen und Herdenbesitzer, fanatische Muselmanen, sie sind zu fürchten. Freilich sind wir mit Feuerwaffen ausgerüstet[,] und die Beduinen haben nur Lanzen, – aber sämtliche Karawanen werden angegriffen.“87 Dubios bzw. moralisch fragwürdig und verwerflich allerdings war an diesem Handel genau genommen höchstens, dass Rimbaud offenbar plante, besagten König Menelik zu übervorteilen, da er ihn wohl für primitiv und leichtgläubig genug hielt, ausgemusterte Gewehre der französischen und belgischen Armee zu kaufen, in der etwas überheblichen und seinerzeit unter Europäern natürlich völlig üblichen Annahme, dass diese noch gut genug für Auseinandersetzungen zwischen „primitiven Völkern“ waren. Doch dies sollte sich als Trugschluss erweisen. Rimbaud investierte seine gesamten Ersparnisse aus mehreren Arbeitsjahren in dieses Unternehmen88, so sicher schien ihm der Gewinn. Etwas problematisch war Rimbauds Waffenhandel zudem, weil die Briten solcherlei Aktivitäten südlich ihres De-facto-Protektorats Ägypten89 mit Argwohn betrachteten und verhindern wollten, dass ihnen irgendeine Macht von Süden her gefährlich werden könnte. Um den Briten dahingehend entgegenzukommen, erließ Frankreich ein Verbot, wonach es Karawanen mit Ziel Schoa untersagt wurde, Waffen zu transportieren.90 Mit Menelik II. aber sah sich Rimbaud einem Mann gegenüber, der sicher nicht durch Einfalt oder Primitivität drei Jahre nach seiner Handelsbeziehung mit Rimbaud Kaiser von Äthiopien wurde91 und das Land in die Moderne führte. Nicht zuletzt Menelik II. war es, der 1896 durch einen Sieg gegen die italienische Armee in der Schlacht von Adwa dafür sorgte, dass Äthiopien das einzige afrikanische Land war, das niemals Kolonie eines europäischen Staates war92. Eritrea wurde 1890 italienische Kolonie, nicht aber Äthiopien. Allerdings hatten die Italiener selbst, neben Anderen, zu denen auch in einem viel kleineren Maßstab Händler wie Rimbaud gehörten, Menelik II. zu seinem Sieg befähigt, als sie ihm nämlich zu einem früheren Zeitpunkt tausende moderne Gewehre geliefert hatten, um ihn gegen die sudanesischen Mahdisten sowie gegen anglo-ägyptische Ansprüche auf Äthiopien zu wappnen, natürlich mit Blick auf einen eigenen möglichen Einfluss in Äthiopien. Nun ging es aber den Italienern so, wie es heutzutage den US-Amerikanern geht, wenn sie die einst im Kampf gegen die Sowjetunion befindlichen Taliban massiv förderten und stark machten, sie nun aber nicht mehr unter Kontrolle bekommen, da sie von Verbündeten zu Gegnern geworden sind. Die Italiener verloren sicher auch, weil sie nur etwa 15.000 Mann hatten, wogegen die Äthiopier 120.000 Mann aufboten (wovon etwa 20.000 allerdings nur mit Speeren bewaffnet waren). Doch ungeachtet dessen wusste Menelik II. offenbar seine Interessen geschickt zu verfolgen und ließ sich nicht für europäische Interessen instrumentalisieren. Ein Brief aus dem Jahr 1877 von Ernest Delahaye an Ernest Millot enthält ebenfalls eine Karikatur Rimbauds93. Der dort abgebildete Mann hat eine Hammerpfeife im Mund einen Wanderstock in der Rechten und trägt einen mit Fell gefütterten Mantel, dessen Kragen nach oben geschlagen ist, so dass sein Kopf nur gerade so sichtbar ist. Weiterhin trägt dieser Mann Schneeschuhe oder eher Schlittschuhe. Er stößt gerade mit einem aufrecht stehenden Eisbären an, der ebenfalls eine Hammerpfeife raucht. Der Bär hat ein Absinthglas in seiner rechten Tatze, während Rimbaud sein Glas in der linken Hand hält. Zwischen beiden steht eine große Absinthflasche. Diese an sich schon völlig absurde Situation wird von Delahaye in seinem Brief wie folgt kommentierend gesteigert: „[…] je te dis qu’IL a été signalé dernièrement à Stockholm, puis à Copenhague, et pas de nouvelles depuis. Les géographes les plus autorisés le supposent vers le 76e parallèle, ainsi me suis-je humblement [fait leur] interprète.“ – „[…] ich sage Dir, dass ER in Stockholm und dann in Kopenhagen das letzte Mal etwas hat von sich hören lassen. Seitdem gibt es keine Neuigkeiten. Die berufensten Geographen wähnen ihn etwa auf dem 76. Breitengrad, meiner bescheidenen Interpretation zufolge.“94 Die Karikatur trägt den Titel „Sur le 70e parallèle“, also „Auf dem 70. Breitengrad“. Sowohl der 70. als auch der 76. Breitengrad verlaufen mitten durch Grönland. Delahaye insinuiert so auf ironische Weise, dass Rimbaud die Welt systematisch nach Längen- und Breitengraden bereise und erst irgendwann, in unabsehbarer Zukunft, wenn er auch noch mit dem letzten Säugetier und womöglich Insekt gezecht habe vielleicht einmal zur Ruhe kommen werde. Delahaye lässt Rimbaud zudem durch eine Sprechblase sagen: « Oh la la… C’est plus des Javanais qu’il me faut!… » – „Ach je, ich brauche mehr Javanesen!“ Hiermit spielt Delahaye wohl darauf an, dass Rimbaud sich im Jahr zuvor für die niederländische Kolonialarmee verpflichtet hatte, um kostengünstig nach Asien zu gelangen. Letztlich kam er nach Java, wo er jedoch alsbald wieder desertierte. Java bot sich als Pars pro toto für Rimbauds Fernweh an, da es Rimbauds weiteste Reise war. Die Javanesen stehen daher stellvertretend für sämtliche Völkerschaften, die Rimbaud noch nicht besucht hat. Eine weitere Karikatur aus der Feder Delahayes95 zeigt Rimbaud offensichtlich sturzbetrunken in einem Weinkeller sitzend, hinter sich zwei Weinfässer und eine umgefallene, auslaufende Weinflasche. Rimbaud ist von oben bis unten mit Kellerasseln übersät. Die Bildinschrift lautet: „Scène d’intérieur – Une aventure de Rimbaud“. Die aus dem Zeitraum zwischen 1875 bis 1877 stammende Zeichnung ist sehr hämisch, macht sie sich doch über Rimbauds Abenteuer lustig und stellt sie letztlich als reine Besäufnisse hin. Dann gibt es noch eine Skizze von Delahaye aus dem Jahr 1876, auf der Verlaine, Rimbaud, Germain Nouveau und er selbst zu sehen sind96. Verlaines Kopf ist riesig. Seine Konturen gehen fließend in die einer über Land und Wasser schwebenden Wolke über. In Verlaines „Wolkenmund“ steckt der Hals einer riesigen Tabakpfeife (handschriftliche Notiz: « Toi, & ta pipe » – „Du und Deine Pfeife.“), der ins Meer eintaucht, wo sich daher ihr Kopf befindet, deren Deckel ein kleines Dampfschiff ist (handschriftliche Notiz: « Un vapeur épatant qui l’emporte vers des horizons inconnus » – „Ein famoser Dampfer, der ihn zu unbekannten Horizonten fortträgt.“). Auch Rimbauds Gesicht ist – gemessen am Dampfschiff – überdimensional und befindet sich ebenfalls unter Wasser. Die Wellen lassen seine Gesichtszüge verschwimmen. Wie fast immer trägt er einen Hut, dessen Krempe sich unter dem Wasserspiegel befindet. Der eigentliche Hut wird von einem lachenden Vollmond gebildet, der sich am Horizont abzeichnet (handschriftliche Notiz: « La lune qui rigole & qui sert de chapeau à Rimbe » – „Der lachende Mond, der Rimbaud als Hut dient.“). Delahaye befindet sich an Land auf einem Fels und hält mit einem Fernrohr Ausschau nach dem Dampfschiff und Rimbaud (handschriftliche Notiz: « Moi » – „Ich“). Der Fels, auf dem Delahaye steht, könnte übrigens auch Verlaines Schulter sein, womit Delahaye sich selbstkritisch als Affe oder Papagei Verlaines darstellt. Von all dem nimmt Germain Nouveau keine Notiz. Er liegt abgewandt vom Bildzentrum auf dem Rücken mit dem Blick nach oben gerichtet, weg von den auf dem Bild dargestellten Ereignissen und raucht in Gedanken verloren eine Zigarette (handschriftliche Notiz: « Nouve qui s’en fiche » – „Germain Nouveau, der drauf pfeift“). Eine weitere Notiz auf der Skizze ähnelt einer Regieanweisung und lautet: « Le fond tout noir. la fumée bleu violet » – „Der Hintergrund ganz schwarz. Der Dampf blau-violett.“ Genau genommen lässt diese Karikatur nicht Rimbaud schlecht aussehen, sondern vielmehr Verlaine und auch Delahaye, die beide nicht in der Lage zu sein scheinen, ein Leben nach Rimbaud zu leben, die ihm nachtrauern und nicht von ihm loskommen. Germain Nouveau wirkt mit seiner Indifferenz viel souveräner, allerdings war er auch nicht Rimbauds Geliebter, wie Verlaine. Insofern ist es vielleicht auch leichter weiterzuleben. Ebenfalls aus dem Jahr 1876 datiert eine weitere von Delahaye stammende Karikatur. Auf ihr sind Verlaine, Delahaye und Rimbaud dargestellt. Verlaine und Delahaye tragen beide Mantel und Hut sowie jeweils einen sehr langen, geschlossenen Regenschirm unter dem Arm. Verlaine sagt im Davongehen: « Il en devient bassinant à la fin !… » – „Es ist ihm schließlich langweilig geworden.“ Auf der linken Bildhälfte ist Rimbaud als schwarzer Engel dargestellt (der ganze Körper und die Flügel sind schwarz schraffiert), der – während er rücklings zu entschweben scheint – Verlaine und Delahaye eine lange Nase dreht. Von seinem rechten Bein hängt ein Schild herab mit der Aufschrift: « Bachot complet » – „Abitur vollständig“. Dazu muss gesagt werden, dass Rimbaud in der Schule zwar Bestleistungen erbrachte und in mehreren Wettbewerben zahlreiche Preise in Latein, Griechisch, Geschichte, Geographie, Gedichtrezitation, Rhetorik, Französisch sowie Religion einheimste, aber aufgrund seiner Flucht aus Charleville nach Paris nie das Abitur machte. Die Karikatur ist daher womöglich so zu deuten, dass Delahaye meinte, dass es Rimbaud vielleicht irgendwann doch zu dumm werden könnte mit dem rastlosen Reisen und er sich vielleicht wieder auf seine intellektuellen Fähigkeiten besänne. Die Darstellung als schwarzer Engel erweckt die Assoziation, dass Rimbaud ein gefallener Engel sei, ein Luzifer (aus lat. lūx, lūcis = Licht; ferrō, ferre, tulī, lātum = tragen, bringen). Dies würde mit Rimbauds einstiger Vorstellung korrespondieren, derzufolge ein Dichter ein „Dieb des Feuers“ sein müsse: „Donc le poète est vraiment voleur de feu.“97. Der christliche Luzifer-Mythos hat sein Vorbild im antiken Prometheus-Mythos. Genauso wie Luzifer war auch Prometheus der Lichtbringer, allerdings bedeutet sein Name „der Vorausdenkende“. Er trug jedoch auch den Beinamen „Pyrphoros“ (Feuerbringer). Lichtbringer oder Feuerbringer – beide Begriffe können auch als Metapher für Aufklärung verstanden werden. Solch ein Feuer bringender Dichter müsse ein „Seher“ („voyant“) sein und sich daher „sehend“ machen, so Rimbaud in einem Brief vom 15. Mai 1871 an Paul Demeny98. Sehend mache er sich „durch eine lange, gewaltige und überlegte Entregelung aller Sinne. Alle Formen von Liebe, Leiden, Wahnsinn; er sucht sich selbst, er erschöpft alle Giftwirkungen in sich, um nur den innersten Kern davon zu bewahren. Unsägliche Qual, wo er des vollen Vertrauens, der gesammelten übermenschlichen Kraft bedarf, wo er unter allen der große Kranke, der große Gesetzbrecher, der große Verdammte wird, – und der höchste Wissende! – Denn er kommt an beim Unbekannten! Weil er seine schon reiche Seele weiter hinaus gebildet hat, weiter als irgend jemand sonst! Er kommt an beim Unbekannten, und wenn er, überwältigt, daran endete, daß er das Verständnis seiner Gesichte verliert, so hat er sie doch gesehen! Soll er nur zerbrechen in seinem riesigen Sprung durch die unerhörten und unnennbaren Dinge: kommen werden andere furchtbare Arbeiter; sie werden bei den Horizonten anfangen, wo der Vorgänger sich erschöpft hat!“99 Im Original lautet die Passage wie folgt: „Le Poète se fait voyant par un long, immense et raisonné dérèglement de tout les sens. Toutes les formes d’amour, de souffrance, de folie ; il cherche lui-même, il épuise en lui tous les poisons, pour n’en garder que les quintessences. Ineffable torture où ila besoin de toute la foi, de toute la force surhumaine, où il devient entre tous le grand malade, le grand criminel, le grand maudit, – et le suprême Savant ! – Car il arrive à l‘inconnu ! Puisqu’il a cultivé son âme, déjà riche, plus qu’aucun ! Il arrive à l’inconnu, et quan, affolé, il finirait par perdre l’intelligence de ses visions, il les a vues ! Qu’il crève dans son bondissement par les choses inouïes et innommables : viendront d’autres horribles travailleurs ; ils commenceront par les horizons où l’autre s’est affaissé !“100 Die Darstellung Rimbauds als schwarzer Engel erinnert an eine zeitgenössische Illustration von Gustave Doré101 für John Miltons102 „Paradise Lost“, die Delahaye bekannt gewesen sein dürfte. Genau genommen wirkt Delahayes Skizze wie eine Karikatur von Dorés schwarzem Engel beim Höllensturz. Die von Rimbaud geschilderte Programmatik, wonach der Dichter der „höchste Wissende“ werden müsse, grenzt natürlich an genau jenes „Vergehen“, das Luzifer zum Verhängnis wurde, nämlich dem Schöpfer die Stirn zu bieten, sich über ihn überhöhen zu wollen, indem man versucht, die Schöpfungsgeheimnisse zu lüften, dem Schöpfer gleichsam auf die Spur zu kommen, eben „den Ort zu finden und die Formel“. In gewisser Weise lässt die Darstellung auch an den Ikarus-Mythos denken. Auch Ikarus wurde sein Übermut letztlich zum Verhängnis und ließ ihn abstürzen. Das Karikaturhafte nun ist die kindlich-naive Darstellung Rimbauds als schwarzer Engel, zu der es gehört, dass seine gefleckten Flügel eher denen eines Schmetterlings gleichen als denen eines Engels in den gängigen Darstellungen. Die Tatsache, dass ein Schild an Rimbauds Bein baumelt, lässt die Darstellung zusätzlich ironisch wirken. Dass Delahaye Rimbaud seinen alten Freunden eine lange Nase drehen lässt, zeugt von der möglichen Auffassung dieser, dass Rimbaud unbelehrbar sei und selbst bei seinem Höllensturz noch Spott für alles und jeden übrig haben würde. Ein weiteres für Rimbaud gebrauchtes Synonym findet sich in einem Brief von Delahaye an Verlaine aus dem Jahr 1876: „toujours pas de nouvelles de l’Ho tt entot [sic!]. Quoi qu’il devient ? Peut-être que ses os blanchissent actuellement sur une pyramide acharnée. Enfin : pas ma faute !…“103 – „noch immer keine Neuigkeiten vom Hottentotten. Was mag aus ihm geworden sein? Womöglich bleichen seine Knochen gerade auf einer verbitterten Pyramide (oder: in Form einer verbitterten Pyramide). Nun ja, meine Schuld ist (wäre) es nicht!“.((eigene Übersetzung)) In einem Brief Delahayes an Verlaine vom 16. Juni 1877, heißt es: „Du « Voyageur Toqué, » pas de nouvelles. Sans doute envolé bien loin, bien loin, car je ne l’ai pas aperçu depuis mon retour ici.“104 – „Vom verrückten Reisenden gibt es keine Neuigkeiten. Ohne Zweifel ziemlich weit entflogen, ziemlich weit, denn ich habe ihn seit meiner Rückkunft hier nicht erspäht.“105 Ein wenig schmeichelhafter Spitzname für Rimbaud findet sich unter anderem in einem Brief Paul Verlaines an Ernest Delahaye vom 3. September 1875. Darin erkundigt sich Verlaine folgendermaßen nach Rimbaud: „Quelle nouvelle (en tous cas) de l’Œstre ?“106 – „Welche Neuigkeit gibt es (auf jeden Fall) von der Pferdebremse?“107 Am 26. Oktober 1875 fragt Verlaine wiederum in einem Brief an Delahaye nach Rimbaud: „Et quoi de l’Œstre ?“108 – „Was gibt es (Neues) von der Pferdebremse?“109 Dass Verlaine ausgerechnet den Namen eines Blut saugenden Insekts als Spitznamen für Rimbaud wählte, steht offenbar im Zusammenhang mit Rimbauds Neigung, bei Freunden zu schnorren, insbesondere bei Verlaine und in starkem Maß im Jahr 1875.110 Enid Starkie schildert diese Situation so: „Rimbaud hatte wegen der beschränkten Verhältnisse, in denen er leben mußte, nicht mehr die geringsten Skrupel, was Geld anbetraf, und war nie darum verlegen, wie er es sich verschaffen sollte, wenn er Alkohol und Tabak brauchte. Wie Delahaye berichtet, schwindelte Rimbaud den paar ihm verbleibenden Freunden allerhand vor, um sie um kleine Summen anzupumpen. Sie pflegten ihn l’œstre, die Bremse, zu nennen. Die größte Hoffnung in dieser Beziehung setzte Rimbaud jedoch auf Verlaine. Er erinnerte sich an dessen frühere Schwäche und Leichtsinn im Geldausgeben. Er hatte überdies bemerkt, daß Verlaine noch immer an ihm hing, daß diese Freundschaft für Verlaine in dem Schiffbruch seines Lebens als das einzig Schöne und Kostbare übrig geblieben war. Rimbaud hoffte, Verlaine würde sich dieses Gefühl etwas kosten lassen. Er bat ihn in einem Brief um eine größere Summe und machte diese zum Preis seiner Freundschaft. Er scheint sogar zur Erpressung geschritten zu sein, wenn der Versuch auch ziemlich schwach war, indem er ihm drohte, alles zu enthüllen – was das nun eigentlich wäre, sagte er nicht -, wenn Verlaine das Geld nicht schickte.“111 Die Übersetzung aus dem Englischen erfolgte offenbar recht frei, da es im englischen Original nicht einfach heißt: „Rimbaud hatte wegen der beschränkten Verhältnisse, in denen er leben mußte, nicht mehr die geringsten Skrupel, was Geld anbetraf […]“, sondern: „Rimbaud, like so many whose minds are occupied with cosmic visions, had no inhibitions where money was concerned and he saw no reason why he should not ’sponge‘ on his friends when he was short of money for drinks or smokes.“112 Starkie bringt offenbar etwas mehr Verständnis für Rimbauds Schnorrerei auf, als der Übersetzer seines Buches Hans B. Wagenseil, denn Starkie räumt ein, dass viele andere Menschen, deren Geist mit kosmischen Visionen beschäftigt sei, entweder gar kein Verhältnis zu Geld oder zumindest ein gestörtes Verhältnis dazu hatten. So gesehen wertet Starkie diese Haltung Rimbauds auf, indem er sie als Folge einer geistigen Beschäftigung darstellt. Oder Wagenseil wertet sie ab, indem er sie als direkte Folge materieller Engpässe deklariert. Diesen Punkt abschließend soll noch erwähnt werden, dass Michael Pakenham113 in einer Fußnote erwähnt, dass Jean-Pierre Chambon114 darauf hinweist, dass der Begriff „l’œstre“ im Lateinischen neben der Bedeutung „Pferdebremse“ die zusätzliche Bedeutung „délire prophétique ou poétique“ (prophetisches/poetisches Delirium, Wahn, Raserei, Begeisterung) in sich trage, was Verlaine und Delahaye womöglich nicht verborgen geblieben ist und sie daher „l’œstre“ vielleicht ganz bewusst in seiner Doppeldeutigkeit verwendeten. Ein weiteres Synonym für Rimbaud ist „l’Autre“ – „der Andere“. Ein Beispiel dafür findet sich in einem Brief Verlaines an Charles und Emma de Sivry aus dem Jahr 1878115, wo er schreibt: „Ici « que de besogne, que de besogne ! » – comme pourrait dire Cet Autre.“ – „Hier ‚wie viel Arbeit, wie viel Arbeit!‘ – wie Dieser Andere sagen könnte.“ Diesen Spitznamen hat Rimbaud wohl selbst geprägt, wie ein poetologischer Brief von ihm an Georges Izambard vom 13. Mai 1871 zeigt: „Il s’agit d’arriver à l’inconnu par le dérèglement de tous les sens. Les souffrances sont énormes, mais il faut être fort, être né poète, et je me suis reconnu poète. Ce n’est pas du tout ma faute. C’est faux de dire : Je pense : on devrait dire on me pense. – Pardon du jeu de mots. JE est un autre. Tant pis pour le bois qui se trouve violon, et Nargue aux inconscient, qui ergotent sur ce qu’ils ignorent tout à fait !“116 – „Es geht darum, durch die Entregelung aller Sinne beim Unbekannten anzukommen. Die Leiden sind ungeheuerlich, aber man muß stark sein, als Dichter geboren sein, und ich habe mich als Dichter erkannt. Nicht im geringsten ist das meine Schuld. Es ist falsch zu sagen: Ich denke. Man müßte sage: Es denkt mich. Entschuldigen Sie das Wortspiel. ICH ist ein Anderes. Um so schlimmer für das Holz, das sich als Geige vorfindet, und Hohn über die Ahnungslosen, die an dem herumkritteln, was sie überhaupt nicht kennen!“117 Nur zwei Tage später, am 15. Mai 1871, schrieb Rimbaud Ähnliches an Paul Demeny: „Car Je est un autre. Si le cuivre s’éveille clairon, il n’y arien de sa faute. Cela m’est évident : j’assiste à l’éclosion de ma pensée : je la regarde, je l’écoute : je lance un coup d’archet : la symphonie fait son remuement dans les profondeurs, ou vient d’un bond sur la scène.“118 – „Denn ICH ist ein Anderes. Wenn das Blech als Trompete aufwacht, ist es nicht selbst daran schuld. Dies ist mir offensichtlich: helfend tätig habe ich an der Erschließung meines Gedankens teil: ich sehe und höre ihn: ich tue einen ersten Bogenstrich: in den Tiefen setzt sich der Zusammenklang in Bewegung oder er kommt jäh in einem Sprung auf die Bühne.“119 Dazu erklärt Starkie: „Der einzige Weg, ein wirklicher Dichter zu werden, besteht nach Rimbaud darin, daß man ein Seher wird, daß man das himmlische Feuer raubt. Der Dichter muß ein Seher werden, dessen Geist ins Unendliche dringen kann, durch den Schleier der Wirklichkeit, der es vor unseren Augen verbirgt. Der Dichter kann aber unmöglich Seher werden, wenn er die alte Auffassung der individuellen menschlichen Persönlichkeit nicht aufgibt. ‚Wenn nicht alle die alten Tröpfe‘, schreibt Rimbaud, ‚an der falschen Auffassung des Ichs festgehalten hätten, so müßten wir heute nicht die Millionen von Skeletten hinwegfegen, die seit undenklichen Zeiten die Erzeugnisse ihrer einäugigen Hirne angehäuft haben, auf die sie auch noch stolz sind.‘ Die alte Vorstellung, daß die Persönlichkeit des Dichters von Wichtigkeit sei und daß dieser sein Werk aus sich selbst heraus erzeuge, ist vollständig falsch. Der Dichter ist nur das Sprachrohr des Ewigen, er selbst zählt gar nicht, denn er gibt nur der Stimme eines anderen unbewußt Ausdruck. ‚Es ist falsch zu sage: ich denke, man sollte vielmehr sagen: man denkt mich.‘ Der Dichter kann nicht wissen, warum gerade er auserwählt ist. Er hat mit dem Vorgang gar nichts zu tun, dieser geht ohne sein Wollen vor sich. Genau so, fügt Rimbaud hinzu, wie das Blech nichts dazu kann, wenn es zu einer Trompete geformt wird, und das Holz nicht die Wahl hat, ob es eine Geige werden will oder nicht. ‚Ich ist ein anderer‘, wiederholt Rimbaud mehrmals. Ein Strich des Bogens, und es entsteht ein Ton. Die Geige hat sich nicht gerührt und doch quillt Musik aus ihr. So ist es mit dem Dichter. Ein anderes Wesen spielt auf ihm, während er unbewußt und automatisch die Töne hervorbringt, die ihm eingeflößt werden. Dann lauscht er gebannt der Melodie, die er unbewußt geschaffen hat. ‚Ich bin bei der Geburt meines Gedankens zugegen, ich betrachte ihn und lausche.‘ Aber er weiß ebensowenig wie wir, woher dieser Gedanke kommt, noch was er wirklich ist. Der Dichter kann sich jedoch bemühen, ein richtiges Holz für die himmlische Geige zu werden. Zu diesem Zweck muß er alles zerstören, worauf sich die menschliche Persönlichkeit aufbaut, alles, was sie von anderen unterscheidet, den ganzen Egoismus, der ihr innewohnt. Er muß sie aufbrechen, wie der Boden durch den Pflug aufgebrochen wird, er muß das Unkraut der Gewohnheit und der Vorurteile ausreißen, denn nur in einem so vorbereiteten Boden werden die Samenkörner der unsichtbaren Welt keimen und blühen. Alle Mittel, die diesen Zustand der Auslöschung, des Ichs herbeiführen, sind recht: Alkohol, Rauschgift, alles, was die menschliche Seele aus ihrer sterblichen Hülle emporheben und in die Ewigkeit tragen kann. Alles ist gut, was die Herrschaft der Vernunft zerstört, alles wertvoll, was dazu dient, die Fähigkeiten des Menschen von ihren gewöhnlichen Hemmungen zu befreien. Was schadet es, wenn die Mittel giftig sind, wenn sie unvermeidlich die geistige Kraft ins Wanken bringen? Sie sind der Dünger, der den Boden vorbereitet. Aus dieser giftigen und verwesenden Masse werden die schönsten Blumen entsprießen. Daher muß nach Rimbaud der Dichter sich moralisch verderben und erniedrigen, um die natürlichen Hemmungen zu überwinden, die Deiche niederzureißen, die Ordnung und Gewohnheit um die menschliche Persönlichkeit aufgebaut haben. ‚Der Dichter wird Seher durch eine lange, ungeheure und absichtliche Verwirrung aller seiner Sinne.‘ Er muß alle Formen der Liebe und der Ausschweifung erleben, damit er das Wesentliche festhalten kann. Von Baudelaire lernte Rimbaud den Wert der durch solche Methoden angeregten Träume kennen; aber in einem Punkte trennt er sich von ihm. Baudelaire behielt inmitten seiner schlimmsten Verwirrungen immer ein Gefühl der Sünde. Rimbaud jedoch wollte nicht anerkennen, daß Ausschweifung ein Laster sei. Er war überzeugt, daß er außerhalb des Bereiches der Sünde stand. Als er später auf die Irrtümer dieser Zeit zurückblickte, sagte er: ‚Ich, der ich mich Magier oder Engel genannt und von jeder Moral freigemacht habe, ich bin der Erde zurückgegeben!'“120 In einem ähnlichen Zusammenhang wie „l’Autre“ kann wohl auch die Bezeichnung Rimbauds als „Chose“ – „Sache“ gesehen werden. Auch sie spielt vermutlich auf die Distanz Rimbauds zur eigenen Person an, die von Delahaye und Verlaine in ihrer Korrespondenz offenbar etwas auf die Schippe genommen wird. In einem Brief aus dem englischen Boston (Lincolnshire) an Delahaye vom 7. Mai 1875 schreibt Verlaine: „Avoir reçu, par des voies impossibles une lettre de [Germain] Nouveau qui paraît-il est à Londres. Par lui nouvelles de Chose qui, à Milan, en attendant argent pour Espagne ?!!?!“121 – „Habe auf unmöglichen Wegen einen Brief von [Germain] Nouveau erhalten, der, wie es den Anschein hat, in London ist. Durch ihn Neuigkeiten von der Sache, die, in Mailand auf Geld für Spanien wartet?!!?!“122 Es heißt, Rimbaud habe sich als Söldner für die Karlisten rekrutieren lassen, um im dritten Karlistenkrieg (1872-76) auf Seiten der Karlisten um die spanische Thronfolge zu kämpfen. Rimbauds Verhältnis zum Geld ist ja bereits zur Sprache gekommen, auch wurde erwähnt, dass er auf Java aus der niederländischen Kolonialarmee desertierte. Und so verhielt es sich wohl auch mit den Karlisten. Es wird vermutet, dass er sich habe anwerben lassen, um den ersten Sold zu kassieren, sich aber umgehend nach Erhalt des Solds aus dem Staub gemacht und somit nie in Spanien gekämpft habe.

Der Brief Verlaines, aus dem obiges Zitat stammt, enthielt noch eine Karikatur, auf der Nouveau, Verlaine, Delahaye und Rimbaud zu sehen sind. Ganz links ist Nouveau als winzige Figur mit Doktorhut, Schirm und einem Dokument in der Hand dargestellt. Verlaine („moi“) ist, wie die weiteren Figuren auch etwa vier Mal so groß wie Nouveau, aber trägt wie dieser auch einen Doktorhut (eine Anspielung auf die Tatsache, dass er in England unterrichtete) und hält einen Schirm sowie ein Dokument in den Händen. Daneben ist Delahaye („toi“) in einer Robe mit Jabot abgebildet, mit einem Richterbarett als Kopfbedeckung und einem Dokument in beiden Händen, wohl, weil er Jurisprudenz zu studieren beabsichtigte. Schließlich sieht man – ganz rechts – Rimbaud. Neben ihm steht besagtes „Chose“. Als Kopfbedeckung trägt er einen sehr hohen, sich nach oben hin verjüngenden Hut, wie man ihn von Magiern oder Astrologen kennt sowie einen Umhang. Er hat die obligatorische Hammerpfeife im Mund, aus der Rauch steigt, und hält ein Blatt Papier in den Händen, auf dem das – fälschlicherweise mit doppeltem „d“ geschriebene – italienische Wort „trad[d]uzione“ zu entziffern ist, was als Hinweis auf Rimbauds Aufenthalt in Italien zu verstehen ist, wovon Verlaine in dem Brief ja auch schreibt. Während also Nouveau, Verlaine und Delahaye seriösen Berufen nachgehen bzw. darauf hinarbeiten, wird Rimbaud in der Bekleidung eines eher als unseriös angesehenen Berufsstandes dargestellt. Zumindest als unheimlich und absonderlich wird man Magier bzw. Astrologen empfunden haben. Rimbaud wird ähnliche Empfindungen bei Verlaine hervorgerufen haben. Abgesehen davon hat sich Rimbaud, wie Starkie sagt (siehe oben), selbst auch als Magier bezeichnet. Ein knappes Jahr später, im Februar 1876, schrieb Delahaye an Verlaine: „Je n’ai pas eu de nouvelles de Chose depuis ma dernière : je vais lui écrire incessamment. Et tu sais sans doute qu’il pleut perpétuellmt ici depuis plus d’un moi. Est-ce la même chose chez toi ? Il est sûr au moins que la philomathie, par ce temps-là, est obligée de garder la chambre. Ainsi, rien de nouveau avant qu’il ne fasse sec. A bientôt / Ton fidèle / Delahaye“123 – „Ich habe keine Neuigkeiten von der Sache seit meiner letzten: Ich werde ihr124 unverzüglich schreiben. Und weißt Du, dass es hier seit wahrscheinlich mehr als einem Monat ohne Unterlass regnet. Ist es bei Dir genauso? Es ist zumindest sicher, dass die Philomatie (der Wissensdrang) zu solchen Zeiten gezwungen ist, das Zimmer zu hüten. Folglich keine Neuigkeiten, bevor es trocken ist.“125

Eine weitere Bezeichnung für Rimbaud hat ihren Ursprung in einem konkreten, sehr traurigen Ereignis in seinem Leben, nämlich dem Tod seiner vier Jahre jüngeren Schwester Jeanne-Rosalie-Vitalie am 18. Dezember 1875 im Alter von nur 17 Jahren. Sie starb qualvoll an einer Synovitiserkrankung, wobei es sich um eine Gelenkerkrankung handelt. Dies ist insofern interessant, weil Rimbaud selbst immer wieder an Gelenkschmerzen litt. Am 23. August 1887 schrieb er diesbezüglich beispielsweise an die Seinen in einem Brief aus Kairo: „Je me trouve tourmenté ces jours-ci par un rhumatisme dans les reins, qui me fait damner ; j’en ai un autre dans la cuisse gauche qui me paralyse de temps à autre, une douleur articulaire dans le genou gauche, un rhumatisme (déjà ancien) dans l’épaule droite ; j’ai les cheveux absolument gris. Je me figure que mon existence périclite. Figurez-vous comment on doit se porter, après des exploits du genre des suivants : traversées de mer et voyages de terre à cheval, en barque, sans vêtements, sans vivres, sans eau, etc., etc. Je suis excessivement fatigué.“126 – „Dieser Tage quält mich ein Rheumatismus in den Hüften, der mich zum Fluchen bringt; außerdem habe ich einen im linken Oberschenkel, der mich von Zeit zu Zeit lähmt, einen Gelenkschmerz im linken Knie, einen (schon alten) Rheumatismus in der rechten Schulter. Meine Haare sind vollkommen grau. Ich denke mir, daß mein Leben in Gefahr ist. Stellt Euch vor, wie es einem gehen muß, wenn er mit seinen Kräften auf solche Art Raubbau getrieben hat: Seereisen im offenen Boot und Landreisen zu Pferd ohne richtige Kleidung, ohne Lebensmittel, ohne Wasser usw., usw.“127 Rimbaud hört sich im Alter von nur 33 Jahren – vier Jahre vor seinem Tod 1891 im Alter von nur 37 Jahren – an, wie ein gebrechlicher Greis. Hüften, linker Oberschenkel, linkes Knie und rechte Schulter schmerzen und sind zeitweise gelähmt, später kam dann das rechte Knie dazu. Natürlich kann nicht gesagt werden, ob diese Gelenkschmerzen Folge genetischer Veranlagung waren oder des Raubbaus, den Rimbaud an seinem Körper trieb. Vielleicht war es eine Kombination aus beidem. Doch es ist schon bemerkenswert, dass sowohl Rimbaud als auch seine Schwester aufgrund einer Gelenkkrankheit frühzeitig verstarben. Der Tod der Schwester traf Rimbaud im Alter von 21 Jahren. Was genau er empfunden hat, lässt sich schwer feststellen, da zwischen seinem letzten Brief vor dem Tod seiner Schwester vom 14. Oktober 1875 und dem ersten Brief danach aus Genua vom 17. November 1878 drei Jahre Schweigen herrschte. Zumindest ist kein Brief aus dieser Zeit erhalten. Aber es sei durch Delahaye überliefert, dass Rimbaud kurz vor dem Tod seiner geliebten Schwester Vitalie über gewaltige Kopfschmerzen geklagt habe, die er auf seinen zu dichten Haarwuchs zurückgeführt habe.128 Rimbaud habe sich daraufhin den Schädel kahl geschoren, womit er mitten im Winter eine auffällige Erscheinung auf der Beerdigung seiner Schwester gewesen sei. In Delahayes Augen habe der Grund der Migräne in der schmerzhaften Erkrankung Vitalies gelegen, mehr noch als in Rimbauds verbissenen Studien. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass Rimbaud an einer Grindflechte litt, wobei es Delahaye wohl nicht gewagt hätte, eine solche banale Erkrankung als Ursache vorzuschlagen.129 Hier klingt leicht durch, dass Delahaye und wohl auch Verlaine dazu neigten, ihren Freund etwas zu überhöhen, selbst als der Kontakt abgerissen war und obwohl sie sich auch über ihn lustig machten. Jedenfalls fertigte Delahaye eine Zeichnung Rimbauds an, auf der dieser mit geschorenem Schädel zu sehen ist130. Links daneben steht geschrieben: „La Tronche à Machin“, was übersetzt werden kann mit: „Die Visage vom Dingsbums“. Weder „Visage“ noch „Dingsbums“ sind besonders schmeichelhafte Bezeichnungen, und auch das Bild selbst zeigt einen Rimbaud mit ausdruckslosem, ja etwas einfältigem Gesichtsausdruck. Zugleich wirkt die durch das fehlende Haupthaar erst richtig zur Geltung kommende Kopfform (im Profil) doch sehr extrem geraten. Diese Zeichnung hat ansonsten aber weniger von einer Karikatur als viele andere Zeichnungen aus Delahayes Feder. Im Grunde genommen wirkt sie eher wie ein ernstgemeintes Porträt. Umso mehr irritiert, dass Rimbauds Profil nahezu so wirkt als sei sein Kopf mit einem gleichfarbigen Fez verwachsen. Man kennt einige Darstellungen Rimbauds, wo er eine enorm hohe Stirn hat. Doch auf keiner anderen Abbildung ist die obere Schädelpartie so ausgeprägt wie bei Delahayes Zeichnung aus dem Jahr 1875. Auf einer anderen Zeichnung Delahayes aus dem Jahr 1871 hat Rimbaud eine sehr hohe Stirn aber lange, nach hinten gekämmte Haare, die im Nacken wie die Stacheln eines Stachelschweins enden. Dieses Bild allerdings lässt auch schon diese seltsam hohe Schädelform erahnen. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich nicht auszuschließen, nämlich die, dass die Schädelschur Rimbauds einfach eine Art Übersprungshandlung war, aus der Unfähigkeit heraus, mit der Situation der Krankheit seiner Schwester umzugehen, gewissermaßen eine Überforderung, die dann zu einer scheinbar irrelevanten, nicht zweckdienlichen Verhaltensweise führte. Soviel also zur „Visage vom Dingsbums“.

Ein weiterer Spitzname für Rimbaud lautet übrigens „Homais“. Dabei handelt es sich um eine Anspielung auf den gleichnamigen Apotheker aus Flauberts Roman „Madame Bovary“. In einem Umfeld spießbürgerlicher Borniertheit stellt der Apotheker Homais mit seinem fortschrittlichen antiklerikalen Parolen als „Voltairianer“ eine Ausnahme dar. Somit handelt es sich bei „Homais“ um einen schmeichelnden Spitznamen für Rimbaud. Auch ansonsten findet sich einiges aus Rimbauds Lebenswelt in „Madame Bovary“ wieder. Auch Madame Bovary leidet unter der Monotonie des Provinzalltags und der daraus folgenden Langeweile und ist „wie eine zarte Pflanze, die auf dem kargen Boden der Normandie nicht gedeihen kann“131, ganz so wie Rimbaud in den Ardennen oder letztlich gar auf dieser Welt.

Und nun zu dem Spitznamen für Rimbaud, der wieder zum Denkmal zurückführt, da er sozusagen sein Untertitel ist: „l’homme aux semelles de vent“ – „Der Mann mit den Sohlen aus Wind“. In der Literatur ist allerorten davon die Rede, dass es sich hierbei um einen von Verlaine für Rimbaud geprägten Spitznamen handele, ohne dass je eine Quelle dafür angeführt wird. So liest man Folgendes beispielsweise bei Louis Forestier: „Pour les uns, il est le voyant ; ou l’impénitent voyageur, « l’homme aux semelles de vent » ; ou le trafiquant d’esclaves (métier qu’il n’a jamais exercé).“132 – „Für die einen ist er der Sehende; oder der unverbesserliche Reisende, ‚der Mann mit den Sohlen aus Wind‘ ; oder der Sklavenhändler (ein Gewerbe, das er niemals betrieb).“133 Eine Quellenangabe fehlt. Das ist verzeihlich, da es sich hier noch um das Vorwort handelt. Auf Seite CXXXII des gleichen Buches schreibt Forestier: „Comme on sait, Rimbaud a été surnommé « l’homme aux semelles de vent ». – „Wie man weiß, erhielt Rimbaud den Beinamen „der Mann mit den Sohlen aus Wind“.134 Forestier zählt diese Kenntnis augenscheinlich zum Allgemeinwissen und weist wiederum nicht darauf hin, wer Rimbaud diesen Namen gab. Bei Enid Starkie ist ein ganzes Kapitel mit „L’homme aux semelles de vent“ überschrieben. Darin heißt es: „For the next five years Rimbaud became a wanderer over the face of Europe, venturing even as far as Cairo and Alexandria. He was restless as the English occultist whose name is unknown but who called himself ‚the Wanderer on the face of the earth‘ and who could strike roots nowhere. […] Now Rimbaud felt that all time which was spent inactively was time wasted. That is what gave the impression of restlessness. ‚Why must such precious time be lost?‘ he said to Delahaye. Verlaine called him »l’homme aux semelles de vent,« and in a poem written somewhat later he describes the ‚wanderlust‘ of his friend.“135 Starkie nennt also immerhin den Urheber, ohne jedoch zu verraten, wo und wann Verlaine seinen Freund so nannte. Auch in zahlreichen anderen Werken wird lediglich mitgeteilt, dass Rimbaud bekanntermaßen so genannt wurde. Bei Claude Jeancolas schließlich wird man nach langer Suche doch fündig, wenn man nicht das Glück hatte, sein Buch mit dieser einen Hinweiszeile als eines der ersten in die Hände zu bekommen. Dort also heißt es: „In diesem Winter wohnt die Familie in Roche, denn Madame Rimbaud hat nach dem Weggang ihrer Pächter selbst die Bewirtschaftung ihres Gutes übernehmen müssen. Der Winter ist trist. So läßt sich denken, daß Rimbaud im Frühjahr nach Paris fährt, um die Weltausstellung zu sehen. Fährt er erneut nach Hamburg? Delahaye weiß nichts, er schreibt im Juli [1878] an Verlaine: »Der Mann mit den Sohlen aus Wind ist absolut verschwunden. Überhaupt nichts.«“136 Im Original lautet diese Passage: „l’« homme aux semelles de vent » est décidément lavé. Rien de rien.“137 Da also findet sich endlich der schriftliche Quellenbeweis für diesen Spitznamen. Doch bewiesen ist damit keineswegs, dass Verlaine ihn geprägt hat, schließlich war es Delahaye, der oben zitierte Zeilen schrieb – an Verlaine. Es bleibt also an dieser Stelle vorerst nur anzunehmen, dass all die Berichte, dass Verlaine seinen Freund „Mann mit den Sohlen aus Wind“ zu nennen pflegte, auf einer wahren oralen Tradierung beruhen. Zusammenfassend können – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – folgende für Rimbaud verwendete Synonyme bzw. Spitznamen genannt werden:

  1. „Le nouveau juif-errant“ – „Der neue Ewige Jude“
  2. „Le roi nègre [sic!]“ – „König der Neger [sic!]“
  3. „Sénegalais“ – „Senegalese“
  4. „l’Hottentot“ – „Der Hottentotte“
  5. „Voyageur Toqué“
  6. „Il“ – „Er“
  7. „Lui“ – „Ihm“
  8. „l’Autre“ – „der Andere“
  9. „Chose“ – „Sache“
  10. „Rimbe“
  11. „Rimbal“
  12. „l’Œstre“ – „Die Bremse“ (i.e. das Insekt)
  13. „l’Être“ – „Das Sein“
  14. „La Tronche à Machin“ – „Die Visage des Dingsda“
  15. „Homais“ – Name des Apothekers aus Flauberts Roman „Madame Bovary“
  16. „l’homme aux semelles de vent“ – „Der Mann mit den Sohlen aus Wind“

Hier soll noch kurz auf die weiter oben zur Sprache gekommene Wut eingegangen werden, die in Rimbaud gärte, als er noch in Charleville lebte und Briefe an Verlaine schrieb, mit der Bitte, ihn aus der Provinz zu befreien und nach Paris zu holen. Verlaine hatte die Wut von Anfang an bemerkt. Schon in seiner ersten Antwort auf Rimbauds Briefe an ihn schrieb er diesbezüglich im September 1871: „J’ai comme un relent de votre lycanthropie […] Vous êtes prodigieusement armé en guerre […]“138 „Ich habe etwas wie einen schweren Geschmack Ihrer Werwolfswut … Sie sind außerordentlich zum Kampf gerüstet …“139 Dies aber hinderte Verlaine freilich nicht daran, Rimbaud sozusagen im gleichen Atemzug zu sich nach Paris einzuladen: „Venez, chère grande âme, on vous appelle, on vous attend.“140 „Kommen Sie, teure große Seele, wir rufen Sie, wir erwarten Sie.“141 Geknickt gestand Rimbaud sich und seiner Familie später ein, dass sein Umherirren keine Ergebnisse gezeitigt hat, jedenfalls nicht die, die er sich erhofft hatte. So ist beispielsweise in einem Brief an die Seinen aus Aden vom 5. Mai 1884 Folgendes zu lesen: „Excusez-moi de vous détailler mes ennuis. Mais je vois que je vais atteindre les 30 ans (la moité de la vie !) et je me suis fort fatigué à rouler le monde, sans résultat.“142 „Entschuldigt, daß ich Euch meine Plagen so ausführlich erzähle. Aber ich sehe, daß ich die Dreißig erreiche (die Hälfte des Lebens!) [,] und ich habe mich sehr mühsam in der Welt herumgetrieben, ohne Ergebnis.“143 Auch der von Rimbaud intensiv betriebene Erwerb von Fremdsprachen144 wurde von ihm bereits am 6. Mai 1883 in einem Brief aus Harar an die Seinen infrage gestellt, genauso wie die Ablehnung der bürgerliche Familie: „Mais à présent, je suis condamné à errer, attaché à une entreprise lointaine, et tous les jours je perds le goût pour le climat et les manières de vivre et même la langue de l’Europe. Hélas ! à quoi servent ces allées et venues, et ces fatigues et ces aventures chez des races étranges, et ces langues dont on se remplit la mémoire, et ces peines sans nom, si je ne dois pas un jour, après quelques années, pouvoir me reposer dans un endroit qui me plaise `peu près et trouver une famille, et avoir au moins un fils que je passe le reste de ma vie à élever à mon idée, à orner et à armer de l’instruction la plus complète qu’on puisse atteindre à cette époque, et que je voie devenir un ingénieur renommé, un homme puissant et riche par la science ? Mais qui sait combien peuvent durer mes jours dans ces montagnes-ci ? Et je puis dispaître, au milieu de ces peuplades, sans que la nouvelle en ressorte jamais.“145 „Aber vorerst bin ich dazu verurteilt, herumzuirren, an ein weit in die Ferne gehendes Unternehmen gebunden, und täglich verliere ich mehr den Geschmack für das Klima und die Lebensweise und sogar für die Sprache Europas. Ach! was soll dieses Hin und Her, diese Anstrengungen und Abenteuer bei fremden Rassen, und diese Sprachen, mit denen man sich das Gedächtnis vollstopft, und die unbeschreiblichen Plackereien, wenn ich nicht nach ein paar Jahren mich eines Tages an einem Ort, der mir einigermaßen gefällt, niederlassen und eine Familie gründen und wenigstens einen Sohn haben kann, mit dessen Erziehung nach meinen Gedanken ich den Rest meines Lebens hinbringen würde, um ihn mit der vollkommensten Ausbildung auszustatten und zu rüsten, die in unserer Zeit zu erlangen wäre, und den ich einen berühmten Ingenieur werden sähe, einen Mann, den sein Wissen reich und mächtig machte? Aber wer weiß, wie lange ich in den Bergen hier aushalten soll? Und ich kann mitten unter diesen Völkerschaften verschwinden, ohne daß die Nachricht davon jemals nach außen dränge.“146 Plötzlich träumte Rimbaud also auch von Familiengründung und einem Sohn, den er nach seinen Vorstellungen erziehen könnte. Was seine Beziehung zu Frauen angeht, so gibt es für Aden die Aussage des bereits oben erwähnten französischen Staatsbeamten: „In bezug auf Frauen bediente [sic!] Rimbaud sich der Eingeborenen. In Aden hatte er 1884 eine abessinische Frau. Man wußte bei ihm von einer Argoba-Frau, von der er mehrere Kinder bekam, die aber alle verschwunden sind, ohne Spuren oder Erinnerungen zu hinterlassen. Nebenbei bemerkt, die Argobas gehören zum schönsten Eingeborenentyp der unmittelbaren Umgebung von Harar.“147

Doch nach diesem Ausflug in Rimbauds Leben, soll nun wieder die Sprache auf Ipoustéguys Plastik kommen. Es wurde eingangs bereits erwähnt, dass Rimbaud, wie aus Langeweile den Ellenbogen aufstützt und sein Gesicht in der Hand. Diese Geste findet sich genauso auf dem zeitgenössischen Gemälde „Le Coin de Table“ von Henri Fantin-Latour aus dem Jahr 1872 wieder, auf dem sich neben sechs anderen Schriftstellern auch der achtzehnjährige Rimbaud und Verlaine befinden (links im Bild). Lipp vertritt die Ansicht, dass Ipoustéguy sich bei seiner Darstellung unter anderem an diesem Gemälde orientiert habe148, und wenn man beide Darstellungen vergleicht, spricht vieles dafür, dass dem so war. Weiterhin weist Lipp daraufhin, dass Rimbaud mit seiner rechten Hand „ohne jede Regung Buchstaben, die als plastische Metaphern für seine Dichtung stehen, in den Wind“ streue.149 Dies greift, mit Verlaub, zu kurz. Bei genauem Hinsehen zeigt sich nämlich, dass Rimbaud keineswegs einfach nur irgendwelche „Buchstaben“ in den Wind streut, sondern auffälligerweise nur Vokale, und zwar sämtliche vorkommenden: A, E ,I, U, O. Schaut man nun in Rimbauds Dichtung, stellt man fest, dass es dort ein Gedicht gibt, das den Namen „Voyelles“ also „Vokale“ trägt. Bei der von Ipoustéguy modellierten Geste handelt es sich daher eindeutig um eine Reminiszenz an dieses Gedicht, das daher im Folgenden wiedergegeben werden soll: A noir, E blanc, I rouge, U vert, O bleu : voyelles, Je dirai quelque jour vos naissances latentes : A, noir corset velu des mouches éclatantes Qui bombinent autour des puanteurs cruelles, Golfes d’ombre; E, candeurs des vapeurs et des tentes, Lances des glaciers fiers, rois blanc, frisson d’ombelles; I, pourpres, sang craché, rire des lèvres belles Dans la colère ou les ivresses pénitentes ; U, cycles, vibrements divins des mers virides, Paix des pâtis semés d’animaux, paix des rides Que l’alchimie imprime aux grands fronts studieux ; O, suprême Clairon plein des strideurs étranges, Silences traversés des Mondes et des Anges : – O l’Oméga, rayon violet de Ses Yeux !150 A schwarz, E weiß, I rot, U grün, O blau: Vokale, Einst spreche ich die Dinge aus, die in euch liegen: A, schwarzes, samtenes Korsett schillernder Fliegen, Die sich versammeln auf verfaultem, grausem Mahle, Nachtgolf; E, Gletscherspeer hoch überm Alpentale, Achneefürsten, Weiß des Dampfs, der Zelte, Doldenwiegen; I, Purpurstoff, Blutsturz, Gelächter, aufgestiegen Aus schönem Mund in Zorn und Rausch am Büßerpfahle; U, grüner Meeresflut göttliches Schwingen, Kreisen, Ruhe der Weiden und des Viehs, Ruhe der Weisen, In deren Stirn eingrub die Alchimie ihr Mal; Oh, höchstes Horn, aus dem seltsame Schreie steigen, Vom Stern- und Engelchor durchzognes ewiges Schweigen, – Das Omega, o ihrer Augen Veilchenstrahl!151 Auch in den Délires II – Delierien II äußert sich Rimbaud unter der Überschrift „Alchimie du verbe“ – „Alchemie des Wortes“ zu Vokalen und auch zu Konsonanten: „J’inventai la couleur des voyelles! – A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. – Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et , avec des rhythmes instinctifs, je me flattai d’inventer un verbe poétique accessibl, un jour ou l’autre, à tous les sens. Je réservais la traduction. Ce fut d’abord une étude. J’écrivais des silences, des nuits, je notais l’inexprimable. Je fixais des vertiges.“152 „Ich erfand die Farbe der Vokale! – A schwarz, E weiß, I rot, O blau, U grün. – Ich bestimmte die Form und Bewegung eines jeden Konsonanten, und ich traute mir zu, im Medium der natürlichen Rhythmen ein poetisches Wort zu erfinden, das eines Tages allen Sinnen zugänglich sei. Die Übertragung behielt ich mir vor. Es war zunächst ein Versuch. Ich schrieb am Schweigen der Nacht, nannte das Unsagbare. Ich formulierte den Rausch.“153

Vokale Farben –> Synästhesie das fabelhafte Anderswo – Yves Bonnefoy, S. 36 oben mir graut vor der Mauer die Europa umschnürt (le bateau ivre s. 143 insel vlg) Pauvre Lélian _ Paul Verlain Mann mit Sohlen aus Wind “L’Homme aux Semelles de Vent” est un voyageur qui ne trouve asile nul part, en permanence sur le départ, dans l’espoir qu’ailleurs sera toujours mieux…

Quellen:

  • Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964.
  • Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004.
  • Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992.
  • Œuvres complètes de Paul Verlaine. (Tome quatrième) – Les poètes maudits – Louise Leclerq – Les mémoires d’un veuf – Mes hopiteaux – Mes prison. Paris, 1926.
  • Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005.
  • Paul Verlaine – Gesammelte Gedichte. Eine Auswahl der besten Übertragungen. Leipzig, 1922.
  • Paul Verlaine – Œuvres poétiques. Textes établis avec chronologie, introductions, notes, choix de variantes et bibliographie, par Jaques Robichez, Professeur à la Sorbonne. Édition revue et corrigée. Paris, 1995.

Literatur:

  • Arthur Rimbaud. Leben und Dichtung. Übertragen von K. L. Ammer. Eingeleitet von Stefan Zweig. Arthur Rimbauds Leben nach Berrichons „Vie de Rimbaud“ und nach Rimbaudschen Briefen bearbeitet von K.L.Ammer. Leipzig, 1921.
  • Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992.
  • Lipp, Michael: Jean Ipoustéguy – Das plastische Werk 1940-1992. Inaugural-Dissertation. Mainz, 1992.
  • Peyre, Henri: Rimbaud vu par Verlaine. Paris, 1975.
  • Starkie, Enid: Arthur Rimbaud. New York, 1947.
  • Starkie, Enid: Das Trunkene Schiff – Das Leben des Jean Arthur Rimbauds. Aus dem Englischen von Hans B. Wagenseil. Hamburg, 1948.

© Stefan Fix, 2007. Wiedergabe, auch in Auszügen, nur mit Genehmigung des Verfassers.

(den-ort-zu-finden-und-die-formel)

  1. Arthur Rimbaud. Leben und Dichtung. Übertragen von K. L. Ammer. Eingeleitet von Stefan Zweig. Leipzig, 1921, S. 18 u. 8. []
  2. In diesem Viertel befand sich, wie der Name erahnen lässt, ursprünglich das königliche Waffen- und Munitionslager. []
  3. *1920 †2006 []
  4. Modell Rimbaud []
  5. 30cm hoch und 50cm breit []
  6. Entwurf Rimbaud, 29,5cm hoch, 49cm lang und 29cm breit []
  7. Studie „Gesicht Rimbaud“ []
  8. Lipp, Michael: Jean Ipoustéguy – Das plastische Werk 1940-1992, S.537. []
  9. „Comme on sait, Rimbaud a été surnommé « l’homme aux semelles de vent ».“ Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S.CXXXII. []
  10. siehe Abbildung []
  11. am 31. August 1870, also einen Tag vor der entscheidenden Niederlage des französischen Kaiserreichs in Sedan []
  12. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S. 219 f. []
  13. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.9f. []
  14. Am 1. Januar 1871 wurde Charleville selbst zudem von den Preußen besetzt. []
  15. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S. 222 []
  16. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.391 []
  17. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S. 342. []
  18. eigene Übersetzung []
  19. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S. 342. []
  20. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.118. []
  21. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S.351. []
  22. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.125f. []
  23. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S.355. []
  24. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.128f. []
  25. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.242 u. 260. []
  26. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S. 348. []
  27. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.123 []
  28. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.90. []
  29. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.259, 261, 267. []
  30. unsicher []
  31. dort wollte Rimbaud in die US-amerikanische Marine eintreten, was jedoch nicht gelang. Sonst wäre er womöglich noch weiter in der Welt herumgekommen als ohnehin schon und so z.B. auch auf den amerikanischen Kontinent gelangt. []
  32. unsicher []
  33. Taucht nur in manchen Werken als Station auf. []
  34. siehe Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.152. []
  35. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.202. []
  36. 1880-91 []
  37. Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S.308f. []
  38. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.90 []
  39. siehe: Arthur Rimbaud Œuvres complètes / correspondance. Paris, 2004, S.CXXXIV []
  40. Pschyrembel – Medizinisches Wörterbuch. 257. Auflage. Hamburg, 1994, S.1228. []
  41. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.149. []
  42. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.181. []
  43. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.176. []
  44. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.178. []
  45. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.146. []
  46. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.146. []
  47. siehe Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.XVII. []
  48. vgl. ebd. []
  49. vgl. ebd. []
  50. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.246. []
  51. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.42. []
  52. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.404. []
  53. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.166. []
  54. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992., S. 251. []
  55. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.171. []
  56. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.265f. []
  57. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.509. []
  58. Paul Verlaine – Œuvres poétiques. Textes établis avec chronologie, introductions, notes, choix de variantes et bibliographie, par Jaques Robichez, Professeur à la Sorbonne. Édition revue et corrigée. Paris, 1995, S.190. []
  59. Paul Verlaine – Gesammelte Gedichte. Eine Auswahl der besten Übertragungen. Leipzig, 1922, S.123. [übertragen von Theodor Däubler] []
  60. Paul Verlaine – Œuvres poétiques. Textes établis avec chronologie, introductions, notes, choix de variantes et bibliographie, par Jaques Robichez, Professeur à la Sorbonne. Édition revue et corrigée. Paris, 1995, S.600. []
  61. Paul Verlaine – Œuvres poétiques. Textes établis avec chronologie, introductions, notes, choix de variantes et bibliographie, par Jaques Robichez, Professeur à la Sorbonne. Édition revue et corrigée. Paris, 1995, S.191. []
  62. Paul Verlaine – Gesammelte Gedichte. Eine Auswahl der besten Übertragungen. Leipzig, 1922, S.123ff. [übertragen von Theodor Däubler] []
  63. Starkie, Enid: Das Trunkene Schiff – Das Leben des Jean Arthur Rimbauds. Aus dem Englischen von Hans B. Wagenseil. Hamburg, 1948, S.236. []
  64. Œuvres complètes de Paul Verlaine. (Tome quatrième) – Les poètes maudits – Louise Leclerq – Les mémoires d’un veuf – Mes hopiteaux – Mes prison. Paris, 1926, S.34. []
  65. eigene Übersetzung []
  66. Starkie, Enid: Das Trunkene Schiff – Das Leben des Jean Arthur Rimbauds. Aus dem Englischen von Hans B. Wagenseil. Hamburg, 1948, S.240. []
  67. Laut christlicher Legende ein Jude, der Jesus angeblich auf dessen Kreuzweg eine Rast vor seiner Haustür verweigert habe, woraufhin Jesus zu ihm gesagt haben soll: „Ich will allhier stehen und ruhen, du aber sollst gehen bis an den jüngsten Tag.“ In generalisierender Form wurde diese Legende dann auch von Antisemiten für ihre Zwecke instrumentalisiert. In Bezug auf Rimbaud meint Delahaye natürlich „den zu ewiger Wanderschaft Verdammten“, ohne religiöse Konnotation. []
  68. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.507. []
  69. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.521. []
  70. Die Etymologie dieses Begriffs ist unsicher. Es spricht einiges dafür, dass sich das französische „cafre“ aus dem Afrikaans ableitet, wo der Begriff „Kaffer“ eine ähnlich pejorative Bedeutung hat, wie in den USA und Europa das Wort „Nigger“. Dieses Schimpfwort bezieht sich auf die Bewohner der im Französischen als „Cafrerie“ bezeichneten Region im Süden des afrikanischen Kontinents. – Für möglich wird aber auch gehalten, dass „Kaffer“ sich von dem hebräischen Begriff כפר [ḫefar] = Dorf ableitet. Eine andere Deutung leitet das Wort von dem arabischen Wort Kafir كافر [Kafir], was „Ungläubiger“ bedeutet. Da die Araber in Afrika Sklavenhandel betrieben und die schwarzafrikanischen Sklaven meist keine Muslime waren – anders als die Nordafrikaner – kann der Begriff „Kafir“ im afrikanischen Kontext auch als Synonym für Schwarzafrikaner verstanden werden. []
  71. eigene Übersetzung []
  72. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.522. []
  73. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.523. []
  74. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.523. []
  75. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.524. []
  76. François Édouard Joachim Coppée, französischer Dichter, *1843 †1908 []
  77. eigentlich ça m’est égal – aber wohl um des Wortspiels willen verwendet Verlaine diese Schreibweise []
  78. Beiname Napoléons III. – 1852-70 Kaiser der Franzosen []
  79. eigene, sinngemäße Übersetzung []
  80. so sieht es Verlaine wohl []
  81. vgl. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992. []
  82. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.315. []
  83. arabische Bezeichnung für das nomadische Volk der Afar, dessen Verbreitung sich über den Süden Eritreas, den Osten Äthiopiens und Dschibuti erstreckt []
  84. bis hierher eigene Übersetzung []
  85. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.98. []
  86. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.315. []
  87. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.98. []
  88. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.271. []
  89. Ägypten wurde 1882 von den Briten besetzt und 1914 formell zum Protektorat der englischen Krone erklärt []
  90. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.278. []
  91. 1889-1913 []
  92. abgesehen von Liberia, das allerdings zu Beginn eine Art US-amerikanische Kolonie war und Marokko, das aber doch französisches Protektorat war, ebenso wie Ägypten britisches Protektorat war. []
  93. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.576. []
  94. eigene Übersetzung []
  95. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.931. []
  96. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.539. []
  97. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.229. []
  98. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.227. []
  99. Brief Rimbauds an Paul Demeny vom 15. Mai 1871. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, 25. []
  100. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, 227. []
  101. *1832 †1883 []
  102. *1608 †1674 []
  103. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.535. []
  104. Paul Verlaine – Correspondance générale I – 1857-1885. Paris, 2005, S.568. []
  105. eigene Übersetzung []
  106. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.427. []
  107. eigene Übersetzung []
  108. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.443. []
  109. eigene Übersetzung []
  110. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.425. []
  111. Starkie, Enid: Das Trunkene Schiff – Das Leben des Jean Arthur Rimbauds. Aus dem Englischen von Hans B. Wagenseil. Hamburg, 1948, S.242f. []
  112. Starkie, Enid: Arthur Rimbaud. New York, 1947, S.314. []
  113. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.425. []
  114. Chambon, Jean-Pierre: Les mots de l’autre. 1986 []
  115. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.613. []
  116. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.224. []
  117. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.19 u. 21. []
  118. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.227. []
  119. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.23. []
  120. Starkie, Enid: Das Trunkene Schiff – Das Leben des Jean Arthur Rimbauds. Aus dem Englischen von Hans B. Wagenseil. Hamburg, 1948, S.110f. []
  121. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.398. []
  122. eigene Übersetzung []
  123. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.490. []
  124. - der Sache – also ihm – Rimbaud []
  125. eigene Übersetzung []
  126. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.325. []
  127. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.107. []
  128. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.468. []
  129. ebd. []
  130. ebd. []
  131. Kindlers neues Literaturlexikon © CD-ROM 2000 Net World Vision GmbH. Artikel: Flaubert, Gustave: MADAME BOVARY. Ein Sittenbild aus der Provinz – MADAME BOVARY. Mœurs de province. []
  132. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.I. []
  133. eigene Übersetzung []
  134. eigene Übersetzung []
  135. Starkie, Enid: Arthur Rimbaud. New York, 1947, S.309f. []
  136. Jeancolas, Claude: Die Reisen des Arthur Rimbaud. München, 1992, S.181. []
  137. Paul Verlaine – Correspondance générale de Verlaine I – 1857-1885. Établie et annotée par Michael Pakenham. Paris, 2005, S.614. []
  138. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.243. []
  139. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.40. []
  140. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.243. []
  141. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.40. []
  142. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.301. []
  143. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.84. []
  144. Englisch, Deutsch, Italienisch, Russisch, Arabisch, Griechisch, Latein []
  145. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.293. []
  146. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.79f. []
  147. Arthur Rimbaud – Briefe / Dokumente. Übersetzt, erläutert und mit einem Essay ‹Zum Verständnis der Sammlung› herausgegeben von Curd Ochwadt. Reinbek, 1964, S.179. []
  148. Lipp, Michael: Jean Ipoustéguy – Das plastische Werk 1940-1992. Inaugural-Dissertation. Mainz, 1992, S.294. []
  149. ebd. []
  150. Arthur Rimbaud – Œuvres complètes / correspondance. Edition présentée et établie par Louis Forestier, Professeur à la Sorbonne. Paris, 2004, S.86. []
  151. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.111 u. 113. []
  152. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.332. []
  153. Arthur Rimbaud – Sämtliche Werke. Französisch und deutsch. Übertragen von Sigmar Löffler und Dieter Tauchmann. Mit Erläuterungen zum Werk und einer Chronologie zum Leben Arthur Rimbauds, neu durchgesehen von Thomas Keck. Frankfurt a.M. und Leipzig, 1992, S.333. []
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2 Comments

  1. rick wrote:

    danke!

    ein grandioser text.

    ein paar der kariakturen sind aber leider irgendwie entlöscht, gibt es eine möglichkeit sie wieder anzuzünden?

    bestens, rick

    Dienstag, November 16, 2010 at 00:07 | Permalink
  2. Stefan Fix wrote:

    Danke für das Lob und den Hinweis auf die fehlenden Karikaturen. Ich versuche, diese im Laufe der nächsten Tage nachzureichen.

    Mittwoch, November 17, 2010 at 22:49 | Permalink

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