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Fritz Schumacher

© www.espritdescalier.de - Stefan Fix, 2007Bei einem Apologeten neuzeitlicher Backsteinbauweise ist es fast verwunderlich, dass dessen Grabmal nicht auch aus roten Backsteinen besteht – das wäre doch nur konsequent gewesen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass nicht nur halb Hamburg von dieser Schumacherschen Backsteinmoderne geprägt ist (zum absoluten Vorteil der Stadt), sondern selbst der Friedhof, auf dem er ruht, nicht ungeschoren davonkam. Sowohl das Krematorium auf dem Ohlsdorfer Friedhof als auch die Kapelle 13 wurden nämlich nach seinen Entwürfen gebaut. Wäre da also nicht wenigstens ein von Klinkern umsäumter Grabstein angemessen gewesen?

Pünktlich zur Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Schumacher als Oberbaudirektor der Stadt Hamburg zwangspensioniert. Dann hatte er noch das fragwürdige Vergnügen, viele der von ihm entworfenen Bauwerke im von den Nazis verschuldeten Bombenhagel der Alliierten untergehen zu sehen. Dass er nach dem Krieg seinen Wohnsitz von Hamburg nach Lüneburg verlegte und Hamburg bis zu seinem Tod im Jahr 1947 kaum noch besuchte, nimmt daher nicht gerade wunder. Man darf dankbar sein, dass doch einige seiner Bauwerke den Krieg überdauert haben und das Nachkriegs-Hamburg um einiges weniger trist erscheinen lassen.

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