Nicht gerade ein Grabmal, bei dem man geneigt ist, es als unprätentiös zu bezeichnen – schön ist es allemal. Man muss also „nur” jemanden wie Heine verlegen und schon können die Hinterbliebenen einen solchen Tempel finanzieren.
Heine äußerte sich über seinen Verleger übrigens wie folgt:
„Als Republik war Hamburg nie / So groß wie Venedig und Florenz, / Doch Hamburg hat bessere Austern; man speist / Die besten im Keller von Lorenz. // Es war ein schöner Abend, als ich / Mich hinbegab mit Campen; / Wir wollten miteinander dort / In Rheinwein und Austern schlampampen. [...] Ich aß und trank, mit gutem App’tit, / Und dachte in meinem Gemüte: / ‘Der Campe ist wirklich ein großer Mann, / Ist aller Verleger Blüte. / Ein andrer Verleger hätte mich / Vielleicht verhungern lassen, / Der aber gibt mir zu trinken sogar; / Werde ihn niemals verlassen. // Ich danke dem Schöpfer in der Höh’, / Der diesen Saft der Reben / Erschuf, und zum Verleger mir / Den Julius Campe gegeben!’”1
Der turmartige Rundbau befindet sich auf dem Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf und wurde 1915 von Alexander Rudeloff aus Muschelkalk und Bronze geschaffen. Die Kuppel sitzt auf dorisierenden Säulen. Unter dem Bau befinden sich vier Gruftzellen. Der Eingang ist nach Westen ausgerichtet. Die Tür besteht aus genietetem Bronzeblech und ist mit einem „maskaronähnlichem”2 Türklopfer versehen.
Literatur:
- Heine, Heinrich: Deutschland – Ein Wintermärchen. Zürich, 2005.
- Leisner, Barbara; Heiko K.L. Schulze u. Ellen Thormann. Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 1 und 2. Hamburg, 1990.









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