Es stellt sich die Frage, warum sich das Satiremagazin „Eulenspiegel” jedes Jahr aufs Neue die Mühe macht, eine satirische Version von „Neues Deutschland” auf den Markt zu bringen, gibt es doch die realexistierende „Die Rote Fahne”, die öfter erscheint und pro Nummer auch noch günstiger ist. Auch hier erweist sich, wie so oft, dass Realsatire immer noch die beste Satire ist …
So wie die Sozialisten in der Traueranzeige für Milosevič Bertolt Brecht für ihre Zwecke vereinnahmen (siehe dort), so tun dies hier nun die Kommunisten mit Schillers Wallenstein in ihrem verbitterten Rückblick auf die Zeit nach dem Zusammenbruch ihres Traumstaates. Was eignet sich auch besser als die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges, um die Zeit nach 1989 einigermaßen angemessen darzustellen? Bezeichnend ist die – immerhin kenntlich gemachte – Auslassung. Schaut man in den Prolog von Wallenstein, woher das Zitat stammt, findet sich an der Stelle der Auslassung u.a.: „Verödet sind die Städte, Magdeburg / Ist Schutt, [...].” Mal ehrlich, liebe „Die Rote Fahne”, erinnert dies nicht an die Zustände, die herrschten, als Euereins an der Macht war? Schillers Verse billig zurechtgestutzt und so hingebogen, dass sie passen. Eine Quellenangabe scheint auch zuviel verlangt. Oder wussten die Blattmacher selbst nicht, woher genau diese Zeilen stammen, weil dies auf dem Blatt vom Abreißkalender nicht dabei stand? Obwohl – Wallenstein war Schullektüre in der DDR …
Lesen Sie hier noch die Solidaritätsadresse an den Genossen Hong sowie spannende Ansichten über Israel und die Wahrheit über das MfS …














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